Innsbruck (Galerie)

  • Ich finde die Innsbrucker Altstadt sehr schön und die Berge drumherum bereichern das ganze natürlich noch zusätzlich. Aber um die Altstadt rum und seltener auch mittendrin steht schon einiges greisliges ja. In Deutschland können sich die meisten Bundesländer so eine Hauptstadt nur wünschen...

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Lieber Aviller, meine Hochachtung für dein fotografisches Talent. Deine Bilder haben nicht nur dokumentarischen Wert, sondern sind richtige Kunstwerke. :applaus:Ich glaube, man muss lange suchen für eine Galerie, die Innsbruck bei Tag und Nacht so wunderbar in Szene setzt.

    In dubio pro reko

  • Danke auch von mir, "Aviller".

    Ansonsten zu Innsbruck: Dieses neue modernistische Kaufhaus in der Innenstadt ist eine Bausünde ersten Ranges. Es kann nur auf den Abriss in absehbarer Zeit gehofft werden. Abgesehen davon wirkt die Innenstadt recht nett.

  • Heimdall, du untertreibst. Die Innenstadt ist doch wirklich mehr als nur recht nett. Ich war noch nie in Innsbruck, aber mir scheint die Stadt ein wahres Schmuckstück im alpenländischen Raum zu sein. Bei dem Kaufhaus gebe ich dir absolut recht, diese Bausünde schreit zum Himmel. Es offenbart die destruktive Energie, zu der die Modernisten fähig sind, wenn man sie lässt.

  • Vielen Dank für die tollen Fotos, die einen ausgezeichneten Eindruck von den Schönheiten Innsbrucks vermitteln.


    Wie schon oben erwähnt, ist das Umfeld der schönen Altstadt aber nicht mehr so toll, Innsbruck ist voll mit Bausünden, unschönen Kontrasten und sehr großen, wirklich häßlichen Wohnvierteln am Stadtrand (vergleichbar mit Salzburg). Auch Bahnhof und Bahnhofsplatz sind indes wie in Salzburg bemerkenswert häßlich.


    Ein paar Beispiele aus der Innenstadt:


    Eher harmlos: Der Bozner Platz westlich des Hauptbahnhofs, mit folgendem Betonklotz auf der einen Seite:


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    Und diesem Bankgebäude auf der andere Seite:


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    Unmittelbar südlich davon dann auf der einen Seite durchwegs erhaltene Bauten, auf der anderen Seite hingegen ein bemerkenswert unpassender Betonklotz, der fast das ganze Viertel Richtung Bahnhof einnimmt:


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    Noch wesentlich kontrastreicher präsentiert sich die Querverbindung Salurner Straße - Maximilianstraße (also vom Hauptbahnhof nach Westen zur Triumphpforte:


    Die Pforte von Süden, danach beginnt die Maria-Theresien-Straße mit der Fußgängerzone:


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    Die übrigens recht schön ist:


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    Jetzt aber die Kontraste:


    Das Casino Innsbruck gleich daneben:


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    In der Gegenrichtung sieht es zunächst vielversprechend aus:


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    Wenngleich auch hier nicht alles wirklich überzeugt:


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    Ungünstigerweise hat man zwischen die ehemalige Hauptpost und die Herz-Jesu-Kirche das Landesgericht gebaut:


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    Während die südliche Bebauung der Maximilianstraße überwiegend recht ansprechend wirkt ...


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    ...gibt es auch dort einige krasse Kontraste:


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    Weiter östlich dann die Neubauten der Universität und nördlich des Inns drei große Wohnblöcke - eigentlich keine Kontraste mehr (denn dort ist die Bebauung generell häßlich), aber auch nicht unbedingt innenstadttauglich:


    Die Universität (oder ein Teil davon):


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    Die Wohnblöcke:


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    Und zum Abschluß noch ein Kontrast in der Fußgängerzone: Der Neubau des Kaufhaus Tyrol von Chipperfield:


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    Die ehemaligen Fassaden standen zwar wohl unter Ensembleschutz, dieser wurde aber aufgehoben (wobei ich den vorherigen Nachkriegs-Bauzustand eher noch häßlicher finde, siehe z. B. hier).

  • Nun gut, welche Stadt ist heutzutage noch vollkommen intakt? In Chur in Graubünden gibt es ähnliche Kontraste. Ich finde, der positive Eindruck Innsbrucks überwiegt trotz vorhandener Bausünden. Vor allem wegen der Qualität der historischen Architektur und dieser wunderbaren Einbettung in die Bergkulisse.

    In dubio pro reko

  • Die ehemaligen Fassaden standen zwar wohl unter Ensembleschutz, dieser wurde aber aufgehoben (wobei ich den vorherigen Nachkriegs-Bauzustand eher noch häßlicher finde, siehe z. B. hier).

    Welchen Bauzustand meinst du? So sah es vorher aus: Bild

  • Du hast recht - da lag ich tatsächlich falsch, das war nur ein Vorentwurf für den Nachfolgebau.

    Easy does it.

  • Gerade die Einbettung in die Bergkulisse hat aber in den letzten Jahrzehnten durch die vielen Betonklötze massiv gelitten... Innsbruck ist in der kleinen Altstadt wirklich sehr schön, sobald man aber aus dieser rauskommt, fällt es sehr schwer, die ganzen Bausünden zu ignorieren. Das ganze Inntal rund um Innsbruck ist inzwischen massiv verbaut, ähnlich wie der Bozener Talkessel. Die Altstadt hingegen ist sehr schön und es lassen sich immer wieder tolle Ausblicke auf die umliegende Bergwelt finden, wie von Aviller meisterhaft demonstriert. Aber im Gegensatz zu Salzburg, wo es ein wesentlich größeres Areal aus historischer Bebauung und relativ unverfälschter Naturkulisse gibt, macht Innsbruck dann recht bald einen unschönen industriellen Eindruck.

    Ich fand diesen Tiroler Weg, zwar einerseits die Altstädte in ihrer alten Würde und Patina zu belassen und nichts kaputtzurenovieren, aber andererseits drumherum entweder in kitschigem Alpenstil oder brachialer Moderne zu bauen immer eigenartig... es ist so ziemlich das Gegenteil von unserem direkt angrenzenden bayerischen Oberland, wo man zwar die Altstädte leider zu viel renoviert hat, was ihnen einen guten Teil ihrer Aura genommen hat, dafür aber drumherum größtenteils äußerst geschmackvoll, traditionell und zurückhaltend neu gebaut hat. Wenn man sich die ganzen Täler in Oberbayern ansieht, z.B. den Isarwinkel, Benediktbeuern, das Murnauer Land, ja sogar den höchst schickimicki-mäßigen Tegernsee, so wird man dort kein einziges Hochhaus finden und 90 % der Neubauten in einem geschmackvollen einfachen Bauernhaus-Stil, der sich wunderbar in die Landschaft einfügt (Ausnahme Garmisch...). Wenn man hingegen von dort in das unmittelbar angrenzende Tiroler Inntal fährt, trifft einen fast der Schlag - alles ist verbaut und modern überwuchert oder aber verkitscht. Das ist mir als Kind schon immer unangenehm aufgefallen, das war wie ein Ausflug in eine bedrückende, unschöne Zukunft.

    Dafür haben aber die Tiroler Altstädte größtenteils noch ihre ursprünglichere, echtere Ausstrahlung bewahrt, die in Bayern leider vielerorts wegrenoviert wurde.

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Ich kenne halt Städte wie Chur oder Vaduz, dort findet man ebenfalls diese unangenehmen Kontraste zwischen ursprünglichem Stadtbild und recht zahlreichen modernistischen Neubauten, die in diesen Alpenstädten ganz besonders deplatziert wirken.

    In dubio pro reko

  • Ja, Chur ist ähnlich, aber in meiner Erinnerung ist das zugebaute Areal dort kleiner als im Inntal rund um Innsbruck. Aber allgemein ist die Schweiz jetzt sicher auch kein gutes Vorbild für modernen Städtebau ;)

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus