• Ein paar interessante Fotos von der Wiederöffnung der Semperoper.

    Foto 1:

    13. Februar 1985, genau 40 Jahre nach der Zerstörung fand auf dem Theaterplatz eine Großkundgebung mit feierlicher Schlüsselübergabe statt. Ich habe diesen Platz nie wieder so rappelvoll gesehen, 200.000 Menschen harrten dort bei Eiseskälte aus (Minus 14°).

    Foto 3:

    Transport des prächtigen Schmuckvorhangs am 2.Juni 1984. Der Vorhang war im (rohbaufertigen) Festsaal des Palais im Großen Garten rekonstruiert worden. Von dort wurde er dann zu Fuß durch Dresdner Bürger bis zur Semperoper getragen. Das gestaltete sich fast als feierliche Prozession, unter großer Anteilnahme der Dresdner.

    Fotos 4 und 5:

    Riesig Warteschlangen auf dem Theaterplatz am Tag der offenen Tür im Oktober 1985. Eintrittskarten für Aufführungen waren in den ersten Jahren nur "mit Beziehungen" zu ergattern, aber rein wollte natürlich jeder mal.

    Bilderstrecke: Historische Bilder vom Wiederaufbau der Dresdner Semperoper
    Historische Bilder vom Wiederaufbau der Dresdner Semperoper
    www.tagesschau.de
  • Ich habe irgendwo noch das West-Fernsehprogramm von damals. Ich muss es mal einscannen. Ich hatte den Termin schon Monate vorher vorgemerkt.

    An jenem Abend erlag ich dann vollkommen und bis heute dem (Wiederaufbau-) Zauber Dresdens

  • Ich saß damals auch vor dem Bildschirm. Meine erste Semperoper! Und nur kurze Zeit später waren wir auf einer Kunstexkursion mit der Hochschule durch die südliche DDR auch in Dresden und bekamen Eintrittskarten für eine Aufführung in der Semperoper. Westprivileg! Ganz erfurchtsvoll und staunend durchschritt ich mit einer Kommilitonin das Treppenhaus und die Foyers, all das feine Dekor studierend und uns des besonderen Moments bewußt ...

  • Sehr sehenswerte zeithistorische Dokumentation über den Wiederaufbau der Semperoper mit vielen Aufnahmen von den Rekonstruktionsarbeiten des Interieurs und Einblicken in die Arbeitsweisen der verschiedenen Gewerke:

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  • Vielen Dank für den Filmlink. Noch ein paar Anmerkungen, zunächst zu dem imposanten Kronleuchter:

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ea/004_Image_Dresden%2C_Semperoper%2C_Kronleuchter.JPG

    Wie im Film genannt, beträgt sein Gewicht 1,9 Tonnen. Aber auch die geometrischen Maße sind erwähnenswert: der Durchmesser von 4,2 m und die Höhe von 5 m. Er weist einen Besatz von 258 Brennstellen auf. Hier wird er montiert (Dezember 1983):

    https://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/bo-pos-34/0000000/df_bo-pos-34_0000003.jpg

    Die Entscheidung für die denkmalgerechte Rekonstruktion des - praktisch völlig zerstörten - Zuschauerraumes fiel ziemlich spät. Zunächst war geplant, nur die Foyers und Eingangsbereiche wieder in den Originalzustand zu bringen, der Zuschauerraum sollte eine moderne Gestaltung erfahren. Das resultierte aus dem sehr unterschiedlichen Zerstörungsgrad, hier ein Beispiel:

    https://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/bo-pos-34/0000000/df_bo-pos-34_0000027.jpg

    Nun begründete sich der Ruf der Semperoper nicht nur aus ihrem einzigartigen Interieur, sondern auch aus ihrer legendären Akustik. Und der Anspruch, diese Klangqualität wieder herzustellen, bestand natürlich auch im Hinblick auf die geplante Semperoper Nr. 3. Am 19.5.1977 (also einige Wochen vor der Grundsteinlegung) meldete das Neue Deutschland (Zentralorgan der SED): Die Semperoper erhält ihre berühmte Akustik wieder. Was war geschehen und was bedeutete das? Wissenschaftler der TU Dresden hatten auftragsgemäß umfangreiche Akustikuntersuchungen durchgeführt. Dabei wurden 3 Varianten an einem Modell im Maßstab 1:20 getestet (2 moderne und die originalgetreue historische). Das Ergebnis war eindeutig: Spitzenakustik gibt es nur mit der historischen Fassung.

    Und noch ein paar Zahlen zu den Erbauern: Insgesamt waren 274 Kombinate und Betriebe, 55 freischaffende Maler und Restauratoren und 24 Bildhauer im Einsatz. Als Generalauftragnehmer war der auf solche Sonderbauten spezialisierte "VEB Gesellschaftsbau" beauftragt worden. Für die Truppe ging es nach Fertigstellung der Oper gleich im Anschluss ganz in der Nähe weiter, es begann der Aufbau des Residenzschlosses.

  • Der VEB Spezialleuchtenbau Wurzen hat übrigens auch Teile der Beleuchtung des Altenburger Residenzschlosses angefertigt, so zum Beispiel im Kirchensaal vulgo Bachsaal (1906) und in der Bibliothek (1908). Damals hieß das Unternehmen allerdings noch Sächsische Bronzewarenfabrik.

  • Seit 2016 werden die Außenwände der Semperoper neu abgedichtet. Dazu wurden die Sockelsteine entfernt, eine zwei Millimeter dicke Bitumenschicht aufgetragen und Hartschaumplatten angebracht. Von Mitte Oktober bis November werden die neuen Sockelsteine aus Postaer Sandstein angebracht, diese stammen aus dem Steinbruch an der Lohmener Mühlleite und wurden von den Sächsischen Sandsteinwerken Pirna bearbeitet. Danach sind die Arbeiten abgeschlossen.

    Quelle: Link

  • Aktuell werden die Fassaden der Semperoper instandgesetzt. Solche Arbeiten sind an der Semperoper in der Regel alle 20 bis 30 Jahre notwendig.

    Die Umsetzung ist in zwei Phasen gegliedert. In Phase 1 werden die Hälfte der Frontfassade Richtung Zwinger und die seitliche Fassade Richtung Zwinger bearbeitet und in der zweiten Phase die Hälfte der Frontfassade Richtung Elbe und die seitliche Fassade Richtung Elbe. Phase 1 hat schon begonnen und läuft bis Dezember. Phase 2 läuft von Februar bis August nächsten Jahres.

    Bei der Instandsetzung werden Schäden an der Fassade beseitigt, Fugen ausgebessert und die Fassade gereinigt, z. B. von aggressivem Vogeldreck, der den Sandstein angreift.

    Besonderes Augenmerk wird auf die Balustraden und das Dach gelegt.

    Die Balustraden werden von Grund auf neu aufgebaut. Dabei wird versucht soviel originale Bausubstanz wie möglich zu erhalten. Sandsteinelemente, die erneuert werden müssen, werden aus Postaer Sandstein hergestellt. Die alten Elemente bestanden aus Cottaer Sandstein. Dadurch werden die neuen Fassadenelemente besser der Witterung standhalten können.

    Beim Dach werden Undichtheiten beseitigt, die Traufbleche aus Kupfer erneuert und neue Regenspeier aus Kupfer in die Balustraden eingebaut, um als Notüberläufe zu dienen.

    Phase 1 und 2 kosten jeweils 990.000 EUR und werden von der Denkmalpflegefirma Fuchs+Girke aus Ottendorf-Okrilla ausgeführt.

    Quelle: Sächsische Zeitung