Hamburg - Bausituation

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!
  • Hier noch ein Bild des Unilever-Gebäudes in der Hafen City: https://images.app.goo.gl/1hoh63bQxwnQpRXk6


    Ihr habt beide Recht. Für Unilever ist es sicherlich eine Hinwendung zum Stadtbild-verträglichen. Also eine Art Besinnung. Gleichwohl ist das neue Gebäude für den Hamburger Altstadt-Bereich zu uninspiriert und zu wenig ortsspezifisch.

  • Eine weitere erfreuliche Nachricht aus der Hansestadt Hamburg: Im Stadtteil Hamburg-Mitte wird ein Hotel der TITANIC-Gruppe in neo-backsteinexpressionistischer Architektursprache realisiert (s. hier) und eine Nachkriegs-Bausünde ersetzen. Das exponierte Gebäude wird deutlich aus seinem Umfeld (Google-Maps) herausstechen und somit hoffentlich Maßstäbe für weitere Entwicklungen in dieser Ecke setzen.

  • Quote

    So kann es gehen. Ich finde, gerade in den Metropolen gibt es nun doch einen sich stabilisierenden Trend zu besserer Architektur, ich habe in letzter Zeit gerade aus Hamburg und interessanterweise Köln eine ganze Menge dieser ganz ordentlichen Entwürfe gesehen.

    Das empfinde ich ganz genau so! Mir scheint, in den Innenstädten (wirtschaftlich stärker aufgestellter) deutscher Metropolen wird vermehrt Stadtreparatur betrieben. Dazu zählt im Übrigen auch Hannover, hier werden im Moment die letzten innerstädtischen Brachen bebaut und die gröbsten Bausünden nach und nach durch moderne Stadtquartiere ersetzt.


    Die Entwicklungen verlaufen zwar noch nicht ganz im Sinne unseres Vereins, nichtsdestotrotz zeichnet sich bereits ein Marsch in die richtige Richtung ab.

  • Das ist zwar richtig, aber es bezieht sich leider ausschließlich auf gewerbliche Bauten / Geschäftshäuser, die derzeit in Metropolen wie Hamburg mit mehr architektonischem Stilwillen gestaltet werden. Wann kommt dieser Trend endlich auch bei Etagenmietshäusern an, die momentan größtenteils sehr öde einfallslose Kästen sind? Wann sehen Wohnbauten endlich wieder (wie es in der Gründerzeit üblich war) genauso gut aus wie gewerbliche Bauten?

  • Das ist zwar richtig, aber es bezieht sich leider ausschließlich auf gewerbliche Bauten / Geschäftshäuser, die derzeit in Metropolen wie Hamburg mit mehr architektonischem Stilwillen gestaltet werden. Wann kommt dieser Trend endlich auch bei Etagenmietshäusern an, die momentan größtenteils sehr öde einfallslose Kästen sind?

    Hammerbrook?


    S. etwas weiter oben hier in diesem Strang.

  • Das sieht wirklich schon gut aus. leider ist dieser erfreuliche Trend noch nicht wirklich bei uns in Barmbek angekommen. Hier sehen Neubauwohnungs-Projekte meist so aus wie z.B. in der Drosselstraße 15.

  • Rasterfassaden mit Klinker sind auch nicht weniger langweilige Rasterfassaden. Mich hauen die gezeigten Entwürfe nicht vom Hocker.

    In dubio pro reko


    Die Deutschen sind ein Volk, das auf die Regierung hört. Die Franzosen sind ein Volk, auf das die Regierung hört.

  • Hotel und Geschäftsbauten finde ich auch gut bis sehr gut, wie vieles, was seit den 90ern in Hamburg entstanden ist und in der Tradition der Backstein-Kontorhäuser steht.


    Nur fur die Wohngebäude kann ich mich trotz aller beschriebenen Vorzüge (die ich auch zu würdigen weiß) noch nicht wirklich erwärmen. Irgendwie erwarte ich, dass dieser Bautypus freundlicher daherkommt, also möglicherweise weniger Geschosse, noch mehr Abwechslung/Gliederung zwischen den Geschossen, auch mal helle Partien, Ornamente (die ja im Backstein leicht umzusetzen sind), Mansarddächer etc.

  • Nur fur die Wohngebäude kann ich mich trotz aller beschriebenen Vorzüge (die ich auch zu würdigen weiß) noch nicht wirklich erwärmen. Irgendwie erwarte ich, dass dieser Bautypus freundlicher daherkommt, also möglicherweise weniger Geschosse, noch mehr Abwechslung/Gliederung zwischen den Geschossen, auch mal helle Partien, Ornamente (die ja im Backstein leicht umzusetzen sind), Mansarddächer etc.

    Mansarddächer: Unbedingt, ja. Für mich ist das Fehlen derselben der hauptsächliche Schwachpunkt. Es muss heute leider unbedingt immer noch ein 100%iges Flachdach sein - sehr schade.


    Anzahl der Geschosse reduzieren: Bitte nicht. Ich bin froh, dass in zentrumsnahen Bereichen wie hier endlich wieder auf ein halbwegs stimmiges Verhältnis von Straßenbreite und Gebäudehöhe geachtet wird. Die riesigen Areale der Stadt, wo man vermeintlich zugunsten von "Licht und Luft" auf Höhe gegenüber der Vorkriegsbebauung verzichtet hat, wirken auf mich langweilig - zu flach und zu wenig dicht für urbanes Lebensgefühl. Helligkeit kann man genauso gut durch großzügige Innenhöfe erreichen, wie in diesem Beispiel.


    Helle Partien in der Fassade: Ebenfalls bitte nicht. So etwas wurde in Hamburg oft versucht (- s. Beispiel Drosselstrasse weiter oben in Beitrag 431), die Resultate überzeugen mich persönlich nicht. Zur Hofseite wurde ohnehin kein Backstein verwendet, was ich schade finde - die Fassaden dort wirken auf mich im wirklichen Leben vor Ort öde.


    Ornamente aus Backstein: Aber ja! Die gibt es hier übrigens auch, und zwar in dem Sinne, dass in klassischer 20er Jahre-Manier die Steine wie ein Stoff "gewebt" und strukturiert werden. Ich stelle bei Gelegenheit mal beispielhafte Nahaufnahmen ein.

  • Hier noch Bilder von einem - meiner Einschätzung nach -recht ansehnlichen und sich in seine Umgebung (20er Jahre Quartier) gut einfügenden Etagenhaus-Projekt jüngeren Datums in Hamburg-Barmbek (in der Straße Witthof).


    Fotos von mir (leider suboptimal)




  • Ich stelle das einfach einmal hier rein, auch wenn es nicht um Bau-, sondern Schiffsbau geht.


    Der ehemalige Laeisz-Segler "Peking", Baujahr 1911, kehrt in Bestform nach Hamburg zurück. Das Schiff wurde aufwändig originalgetreu restauriert, nachdem es die letzten Jahrzehnte im Hafen von New York vor sich hin rottete.


    Die Hamburger Reederei Laeisz setzte als letzte deutsche Reederei noch auf den Bau von Großseglern, zu einer Zeit, als sich die Dampfschifffahrt im Neubau bereits weltweit durchgesetzt hatte. Ein wirtschaftlicher Betrieb war möglich, da die Schiffe bis in letzte Detail technisch "durchoptimiert" waren.


    Die Schiffe sind für mich die ästhetisch perfekten Großsegler.


    Bericht des NDR: Bericht des NDR


    peking1744_v-contentxl.jpg

  • Idee eines Hamburger Architektenbüros zur Weiternutzung der Pylone der Köhlbrandbrücke. Die Brücke selbst wird auf jeden Fall abgerissen werden, da sie 1) marode ist und 2) die Durchfahrtshöhe der größten der heutigen Containerschiffen nicht mehr genügt.


    Ich finde die Idee klasse, und in diesem speziellen Fall gefällt mir sogar die Idee der Einrichtung einer Seilbahnlinie (- wobei ich einen wirtschaftlich tragfähigen Bedarf in keiner Weise erkennen kann - es gibt auch heute bereits für Fußgänger und Radler eine Fährverbindung, die wegen der weiterhin benötigten Anbindung der umliegenden Arbeitsstätten ans Stadtzentrum bestimmt nicht eingestellt werden würde).


    Koehlbrandbruecke-Zukunft.jpg

    Quelle: Hamburger Abendblatt (Paywall)

  • Unrealistisch.

    Was ist bei Stromausfall? Versorgung der Bewohner per Helikopter?

    Was ist, wenn es brennt? Fluchtweg-Treppe entlang des Pylonen?

    Strom? Wasserleitungen? Kanalisation? Sind die Anschlüsse schon hochgelegt?

    Wie sieht es denn mit Wärmedämmung aus? Da oben dürfte es zugig sein? Die ganze Fassade aus Glasflächen? Was sagt der Klimawandel dazu?

    Und ist die Sicherung gegen Selbstmordsprünge eingebaut? Oder werden die großen Plattformen nicht der Öffentlichkeit zugänglich sein, sondern dem Privatvergnügen einiger Superreicher dienen, denen Geld und Energieverbrauch egal ist?...

  • @ Heimdall: Wenn Du Dir das Render genau ansiehst, kannst Du versteckt auf der Rückseite ein Treppenhaus ausmachen. Auch im unwahrscheinlichen Fall eines Stromausfalls wäre es also möglich, die Konstruktion zu verlassen (- ich wohne seit > 50 Jahren in Hamburg, und habe in dieser gesamten Zeit in Summe etwa 2 Minuten Stromausfall erlebt ;)).

    Stromleitungen gibt es selbstverständlich bereits bis nach ganz oben, die Pylone verfügen ja über eine Hindernisbefeuerung im Sinne des § 12 LuftVG.

    Und ja, da oben wäre es manchmal ein bisschen zugig, und dämmen und absturzsichern müsste man das ganze auch noch - wie jedes andere Hochhaus auch. Das wären sicherlich keine Sozialwohnungen die da entstehen würden - eher wohl hochpreisige Büros kombiniert mit Gastronomie, denn eine Wohnnutzung würde mitten im Hafen leider kaum zugelassen werden. Das Risiko, dass 1ne Woche nach Einzug ein Anwohner merkt, dass da tatsächlich Schiffe vorbeifahren und gegen die Lärmbelästigung klagt, wäre zu hoch.

    Deine Einschätzung, dass es mit den Realisierungschancen nicht zum Besten steht, teile ich.