Hamburg - Bausituation

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    • Nicht nur die Gründerzeitvillen verschwinden, auch in den Einfamilienhausvierteln setzt die Nachverdichtung ein, mit fragwürdigen Folgen. Ich habe in der Familie einen Fall erlebt, dass die Erben das Wirtschaftswunder-Einfamilienhaus schließlich verkauft haben, weil die Gegend mehr und mehr vor die Hunde ging. Rundherum wurden die alten EFH abgerissen und auf den großzügigen Grundstücken (So um die 1000qm) wurden stattdessen Mehrfamilien erbaut mit 4-8 Wohneinheiten, dabei die Baugesetze bezüglich Randbebauung und Baumasse ausgequetscht bis zum geht-nicht-mehr. Teilweise wurden die Baugesetze sogar überdehnt, aber da haben die Freunde des Bauträgers in der Behörde ein Auge zugedrückt.



      Die ersten paar Projekte nach diesem Muster konnte man noch als gelungen bezeichnen. Ein paar wenige große Einzelbauten konnten in dem insgesamt großzügig bebauten Viertel noch toleriert werden, ohne dass der Gesamteindruck von Sonne, Großzügigkeit und Grün zerstört wurde.



      Heute ist es aber so, dass da praktisch überhaupt kein Einfamilienhaus aus den Nachkriegsjahren mehr steht, sondern es nehmen sich diese hässlichen Bunker im Bauhausstil gegenseitig das Licht weg, weil sie ja allseitig maximal nah an die Grundstücksgrenzen bauen mussten. Wenn man da heute beim Frühstück aus dem Fenster guckt, sieht man nicht mehr in eine großzügig-grüne Gartenlandschaft, sondern man kann genau die Marmeladenmarke studieren, die der Nachbar gerade frühstückt. :kotz:
      Ah, ein Stadtmensch!
      www.stuck-und-dielen.de
    • Der Trend, in der Hansestadt alte Villen abzureissen und durch Multiwohneinheiten zu ersetzen ist keineswegs neu. Das passiert schon seit Jahrzehnten, ist aber wohl in den letzten Jahren wesentlich haeufiger geworden und darum besorgniserregend.

      Die Aussichten, die Abrissbirnen in Villenvierteln tatsächlich aufhalten zu können, sind allerdings alles andere als rosig. Denn: Stehen die Villen nicht unter Denkmalschutz – und das ist in den meisten Fällen so –, ist die juristische Handhabe seitens der Stadt beschränkt. Als einzige Möglichkeit nennt Oberbaudirektor Walter den Erlass von sogenannten Erhaltensverordnungen. Sie schützten dann nicht einzelne Villen, sondern städtebauliche Ensembles oder Quartiere, die das Stadtbild maßgeblich prägen.

      (Quelle: Der von Zeno verlinkte Artikel aus Immonet News)

      Na, da soll sich der Herr Oberbaudirektor dann mal ranmachen! Unter seiner Aegide hat Hamburg schmerzhafte Verluste erlitten; unschoene Mammutprojekte wie die Europapassage und die keineswegs ueberzeugende Hafencity (ein Riesenagglomerat von Flachdachkisten blah blah) wurden ihm waehrend Herrn Walters Amtszeit auferlegt. Mit grossflaechigen Erhaltensverordnungen koennte er vielleicht ein bescheidenes Gegengewicht zu diesen dem Stadtbild abtraeglichen Lasten erreichen.
    • Nördliche Deichtorhalle wird für 13 Millionen saniert:




      Die nördliche Hamburger Deichtorhalle wird für 13 Millionen Euro saniert. Das sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) der Nachrichtenagentur dpa. Sie betonte: "Dieser Punkt war mir bei den Haushaltsberatungen ganz besonders wichtig." Die Deichtorhallen seien ein Haus mit internationaler Ausstrahlung, die Nordhalle sei seit ihrer Gründung überhaupt noch nie grundlegend saniert worden.

      Wir sind froh, dass wir alle Zusagen einhalten können und dass wir große Sanierungsprojekte in den Haushalt einbringen konnten", sagte Kisseler. Dazu gehöre neben den Deichtorhallen die Sanierung der Bühnenmaschinerie des Schauspielhauses für 16,5 Millionen Euro und die Gedenkstätte Lohseplatz für 2,9 Millionen Euro.

      Deichtorhallen sollen saniert werden | NDR.de - Regional - Hamburg
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Ikea plant in Hamburg einen neuen Stadtteil zu bauen. Man sucht schon nach einer genügend grossen Fläche. Für Fans nordischen Designs könnte das eine spannende Sache werden.




      Hamburg - Wohnst du noch in Hamburg oder lebst du schon in "Ikea-City"? Der schwedische Konzern will ein komplett neues Stadtviertel in der Hansestadt errichten. "Wir möchten einen neuen Stadtteil bauen, von dem Hamburg profitiert", sagte Harald Müller, Manager bei der Immobilientochter von Ikea, Landprop, dem "Hamburger Abendblatt". Hamburg sei "eine der Prioritätsstädte in Deutschland, in denen wir aktiv Grundstücke suchen und hoffentlich bald fündig werden".

      Ein Gestaltungskonzept für die "Ikea-City" in der Hansestadt will das Unternehmen gemeinsam mit den Behörden erarbeiten. "Wir möchten die Neubauten ins Stadtleben integrieren und keinen Elitewohnraum schaffen", sagte Manager Müller der Zeitung. Laut Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) liegt aber noch kein Antrag von Inter Ikea vor. "Sollte dieser eingehen, wird er selbstverständlich entsprechend geprüft", hieß es.

      Mbelhaus-Viertel: Ikea will ganzen Stadtteil in Hamburg errichten - SPIEGEL ONLINE
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Hamburg - Gewerbehaus

      Eine gute Nachricht aus Hamburg:

      "...Sie waren der Stolz der Hamburger Handwerker, die Juwelen im Kammergebäude am Holstenwall. Insgesamt 15 Glaskunstfenster mit Motiven aus den unterschiedlichsten Berufen schmückten einst den Großen Saal des imposanten Backsteinbaus. Töpfer mit ihren Krügen, Schneider mit ihren Scheren oder Schornsteinfeger mit ihren Kehrbesen hatte der Künstler Carl Otto Czeschka für den repräsentativen Raum entworfen - verziert mit kupfergrünen Ornamenten nach Art des vorherrschenden Jugendstils zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Doch in den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs wurden die kostbaren Kunstwerke zerstört, weshalb die Handwerker über Jahrzehnte mit simplem Fensterglas in ihrem zentralen Versammlungsraum vorliebnehmen mussten. Nun aber kehren die Czeschka-Fenster zurück. Mithilfe einzelner Handwerker, Förderer und Innungen hat die Kammer die ersten drei Kunstwerke rekonstruieren lassen. Sie zeigen die Bäcker mit ihren charakteristischen Mützen, die Buchdrucker sowie Zimmerleute und Maurer von der Bauhütte. Rund 60.000 Euro hat das Ensemble gekostet, die komplette Fensterfront dürfte 300.000 Euro verschlingen..."

      In dem schönen Kunstführer über das betreffende Hamburger Gewerbehaus sind auf den Seiten 6-8 übrigens die erhaltenen Originalentwürfe von Czeschka für alle 15 Glasfenster abgebildet, die rekonstruiert werden.
    • Lieber "Kaoru", da hast Du völlig recht. Wünschenswert wäre natürlich eine komplette Dachrekonstruktion allemal. Aber man muss eben vorsichtig sein. Im Gesprächsstrang über die Rekonstruktion des Kämmerei-Daches und des "Langen Franz" in Frankfurt kannst Du einen aktuellen, vergleichbaren Fall erkennen. Und hier wurde angesichts der angeblichen Kosten deutlich Abstand von einer derartigen Maßnahme genommen. Es wäre zumindest sehr interessant, wenn man das in Hamburg anders handhaben würde. Ich bin aber skeptisch.
    • Wirklich ein löbliche Projekt, wenn die Rekonstruktion tatsächlich nicht nur den Turm selbst, sondern auch die sonstige Dachgestaltung betreffen wird. Letztens war ich eine Woche lang in Hamburg und hatte mir die Innenstadt etwas genauer angeschaut (vielleicht werde ich sie demnächst hier etwas umfassender dokumentieren, Photos habe ich mehr als genug). Dieses Gebäude war mir dort auch direkt aufgefallen, weil das Fehlen der ursprünglichen Dachgestaltung so eklatant ist. Hoffen wir auf ein gutes Ergebnis.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von -Frank- ()

    • Hamburg (dpa/lno) - Die Ruine der ehemaligen Hamburger Hauptkirche St. Nikolai, die an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft erinnert, kann saniert werden. «Die Sanierung des Mahnmals St. Nikolai ist endgültig gesichert», teilte die SPD-Bürgerschaftsfraktion am Montag mit.
      welt.de/newsticker/dpa_nt/regi…St-Nikolai-gesichert.html
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Gut dass der Turm der Nikolaikirche endlich in Stand gesetzt wird!
      Der Abriss dieser herrlichen neugotischen, wiederaufbaufähigen Kirche ist nur aus der Geringschätzung und Verachtung des Historismus in der Nachkriegszeit heraus zu verstehen. Naja, was sollte man auch von Architekten und Stadtplanern, die vorher Adolf und seiner Mannschaft gedient haben, anderes erwarten. :boese:
      St. Nikolai war gewiss eine der schönsten Hamburger Innenstadt-Kirchen, der Verlust des Kirchenschiffs ist nach wie vor schmerzlich räumlich spürbar.


      INFOS hier: de.wikipedia.org/wiki/Ehemalig…che_St._Nikolai_(Hamburg)
      zudem: mahnmal-st-nikolai.de
      und Bilder des Abrisses: mahnmal-st-nikolai.de/?page_id=344 :weinen:
    • Vom verlorenen zum lebendigeren Ort mit Ausstrahlung: Dem Krieg und der Wiege Hamburgs gedenken

      Die Nachricht klingt erst einmal erfreulich, doch will ich aus meiner Überzeugung keinen Hehl machen, dass eine tatsächliche Nutzung als Kirchengebäude - und sei es durch ein eingefügtes gläsernes Kirchenschiff, das den Mahnmal-Charakter bleibend gewahrt hätte - lieber gewesen wäre.

      Durch die jetzt in die Hand genommenen Gelder bekommt dieser Ort gewiss wieder mehr Aufmerksamkeit, als durch herab fallende Gesteinsbrocken in die Schlagzeilen zu geraten. Für wichtig halte ich, diesen verloren, zerschnitten, geradezu wüst empfundenen Ort zu einem lebendigen werden zu lassen. Die erwähnte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin kann da ebenso Pate stehen wie die Dresdner Frauenkirche. Im einen wie im anderen.