Hamburg - Baugeschehen

  • Hier die Pläne für das Areal.


    Nun zur aktuellen Situation.


    Blick vom Großen Burstah Richtung Bohnenstraße:




    Blick auf die Rückseite Bohnenstraße:




    Blick von der Trostbrücke in die Bohnenstraße:


  • Insgesamt gefällt mir das Projekt gut: es wird wieder richtig urban.


    In der Gegend findet man auch noch einige schöne Gebäude. Zum Beispiel den Laiszhof am Hopfenmarkt:




    Oder das Haus der patriotischen Gesellschaft (links) an der Trostbrücke:




    Einige Gebäude wurden zudem modernisiert, so dass sie nicht mehr ganz so grässlich aussehen. Dieser Koloss sieht nun so aus:


  • Ich könnte mir vorstellen, dass das Eckgebäude ein umgebauter Gründerzeitler war.


    Gut möglich.

    Anbei ein interessanter Vergleich.


    Großer Burstah Ecke kleiner Burstah früher und heute. Das Gebäude "Büsing & Zeyn" sowie das Haus auf der linken Seite haben den Krieg und die Abrisswut der Nachkriegsjahre überlebt.


    Man beachte auf dem Bild im Hintergrund dieses Gebäude. Das sogenannte Gertig-Haus. Es überstand den Krieg, wurde aber Anfang der 70er Jahre für das Allianz-Hochhaus abgerissen. Hier das Gebäude im Jahr 1965. Und hier bedauert der Denkmalverein den Abriss des Allianz-Hochhauses mit seiner "erstaunlich zeitgemäßen Architektur und der hohen handwerklichen Qualität".

  • Abbruch Gertig-Haus: eine Tragödie für Hamburg: Schandtat ohne Gleichen. Das so einer wunderbares Haus das Krieg heil überlebt hat damals abgebrochen wurde für eine recht hässliches unpersönliches unpassendes Hochhausgebäude.


    So ein Gertig Haus kommt NIEMALS mehr zurück and im diesen Still wird auch niemals mehr gebaut. Die Architekten sind dazu unfähig.


    Ursache ist auch das heutige Büro's immer grösser werden. Das Gertig Haus war eigentlich zu klein.

  • Es ist wirklich unfassbar, was Hamburg in der Nachkriegszeit an wertvoller Bausubstanz verloren hat. Das Gebiet hier gehörte zum zentralen Bereich um das Rathaus, das einen geplanten Zielbereich mehrerer massiver Bombenangriffe darstellte.

    Mehrfach haben aber die RAF-Piloten die Wirkung der frischen norddeutschen Brise auf ihre Markierungsbomben unterschätzt: Tatsächlich getroffen wurden die Stadtteile Rothenburgsort und Hamm östlich der Innenstadt.

    Was die Bomber nicht geschafft haben, haben die Modernisten leider fast vollendet.

  • Fast noch unfassbarer finde ich immer, was dort im erweiterten Rathausumfeld vom Jungfernstieg bis zum Hauptbahnhof, von den Colonnaden bis zum Kontorhausviertel noch alles steht in der Hamburger Innenstadt. Das dürfte eines der besterhaltendsten Flächenensembles an Büro- und Geschäftshausarchitektur aus dem ersten Drittel des 20. Jhdts sein, das es in Deutschland noch gibt.


    Wenn man sich dann noch vorstellt, dass meinetwegen die Hälfte der Nachkriegsbauten in diesem Areal nicht etwa auf Kriegslücken, sondern Abrissen beruhen, wird einem in der Tat ganz mulmig zu Mute.


    Trotzdem finde ich, dass Hamburg an vielen Stellen den richtigen Weg geht. Die hässlichen Betonmonster der 60er und 70er werden abgerissen und durch eine zwar moderne, aber doch anschlussfähige Großstadtarchitektur ersetzt. Das fällt auch deshalb so leicht, weil die dominierende Architektur in den erhaltenen Bereichen der Altstadt, v.a. im Bereich Mönckebergstraße, ohnehin schon "modern" war, im Sinne von "posthistoristisch".


    Ganz viel Jugend- und Reformstil, später Expressionismus aus der Zeit unmittelbar um den Ersten Weltkrieg, der so gesehen natürlich mehr Anschluss bietet an die jetzt wieder in Mode kommenden "klassische Moderne" als etwa eine Fachwerkaltstadt oder ein Barockensemble. Wie gesagt, es gibt in diesem Strang viele Beispiele für aus meiner Sicht gelungene klassisch-moderne Neubauarchitektur in Hamburg.

  • Fast noch unfassbarer finde ich immer, was dort im erweiterten Rathausumfeld vom Jungfernstieg bis zum Hauptbahnhof, von den Colonnaden bis zum Kontorhausviertel noch alles steht in der Hamburger Innenstadt. Das dürfte eines der besterhaltendsten Flächenensembles an Büro- und Geschäftshausarchitektur aus dem ersten Drittel des 20. Jhdts sein, das es in Deutschland noch gibt.


    Ich habe heute morgen den gleichen Gedanken gehabt. Hamburg ist eine schöne Stadt. Rothenburgsort, Hamm und Hammerbrook sind natürlich dahin. Aber selbst östlich der Alster gibt es die sehr schönen Viertel Winterhude und St.Georg, sowie das akzeptable Uhlenhorst.


    Westlich der Alster gibt es St.Pauli, Ottensen, Altona (Altstadt), Rotherbaum, Harvestehude, Hoheluft, Eppendorf, das Grindelviertel, die Sternschanze, Eimsbüttel und das Karoviertel. Alles Viertel mit sehr viel Altbausubstanz.

  • Es ist klar dass Hamburg auf jedenfall eine die attraktivste Grosstädten in Deutschland. Ich hätte gern ein bisschen mehr traditionelle Backsteinbauten wie diese geplante Gebäude in Stockholm. Man ist näher am Ziel aber nicht ganz da.


    heleneborgs-varvsgatan

  • Man muss tatsächlich sagen, dass die Hafen-City ein erschütternder Reinfall ist. Wie manche wissen, habe ich durchaus weniger Vorbehalte gegenüber moderner Architektur als der "Durchschnitt" hier. Aber ich war erst in diesem Jahr zum ersten Mal seit langem in der Hafen-City und wieder nicht beeindruckt. Auch von der Verkehrsplanung wirkt das ganze jetzt schon aus der Zeit gefallen mit wirklich breiten 4-6spurigen Straßentrassen, die hindurch führen. Wirkt interessanterweise ein wenig wie manche neuzeitlichen Stadterweiterungen von Mittelmeerstädten wie Barcelona, nur eben ohne das Wetter dort. Ich war allerdings wieder nur im schon "alten" Teil relativ weit im Westen/nah an der Elbphilharmonie, mag sein, dass das nach Osten/neuer hin etwas besser wird.


    Das hätte man besser lösen können und müssen. Ich verstehe einfach nicht die Angst moderner Stadtplaner vor Gestaltung, und zwar nicht nur von öffentlichen Räumen, sondern auch Fassaden. Man sieht ja an den Beispielen in Hamburgs Zentrum, dass es auch besser geht. Gerade ein halbwegs intaktes Umfeld spornt dann auch Modernisten manchmal zu gewissen Leistungen an, aber auf der grünen Wiese gehen dann doch die Böcke mit ihnen durch.

  • Das neuen Gebäude im trad. Stil (Bild 609) könnte auch in Hamburg für Lückenschliessung oder Aufwertung sorgen.

    Pass doch sehr gut zu Hamburgs verloren Viertel wie bombardierten Barmbeck und Wandsbeck.

  • Geplante Bauten am Strandkai in der Hafencity: https://www.strandkai.com/index.html#strandkai


    Belanglose Architektur vom "Stararchitekten" Hadi Teherani. Der Mann ist in Hamburg sakrosankt.

    Wenn man es schafft, das Segelschiff auf dem unter vollen Segeln vor Ort zu halten, geht die Ansicht ja vielleicht noch. :lachentuerkis:


    Mir gefallen an der Hafencity viele kleine Details an den Bauten, aber die Gesamtheit finde ich auch enttäuschend.

  • Es ist klar dass Hamburg auf jedenfall eine die attraktivste Grosstädten in Deutschland. Ich hätte gern ein bisschen mehr traditionelle Backsteinbauten wie diese geplante Gebäude in Stockholm. Man ist näher am Ziel aber nicht ganz da.


    heleneborgs-varvsgatan

    Wirklich Interessant!


    Von der Formgebung her wurde in Hamburg in einem vergleichbaren Stil kurz vorm ersten Weltkrieg gebaut - diese Gebäude waren dann aber verputzt.


    Aus meiner Sicht ist der einzige Mangel an diesem Entwurf, dass in der Erdgeschosszone ein abweichendes Fassadenmaterial verwendet wird.

  • Man muss tatsächlich sagen, dass die Hafen-City ein erschütternder Reinfall ist. Wie manche wissen, habe ich durchaus weniger Vorbehalte gegenüber moderner Architektur als der "Durchschnitt" hier. Aber ich war erst in diesem Jahr zum ersten Mal seit langem in der Hafen-City und wieder nicht beeindruckt. Auch von der Verkehrsplanung wirkt das ganze jetzt schon aus der Zeit gefallen mit wirklich breiten 4-6spurigen Straßentrassen, die hindurch führen. Wirkt interessanterweise ein wenig wie manche neuzeitlichen Stadterweiterungen von Mittelmeerstädten wie Barcelona, nur eben ohne das Wetter dort. Ich war allerdings wieder nur im schon "alten" Teil relativ weit im Westen/nah an der Elbphilharmonie, mag sein, dass das nach Osten/neuer hin etwas besser wird.


    Das hätte man besser lösen können und müssen. Ich verstehe einfach nicht die Angst moderner Stadtplaner vor Gestaltung, und zwar nicht nur von öffentlichen Räumen, sondern auch Fassaden. Man sieht ja an den Beispielen in Hamburgs Zentrum, dass es auch besser geht. Gerade ein halbwegs intaktes Umfeld spornt dann auch Modernisten manchmal zu gewissen Leistungen an, aber auf der grünen Wiese gehen dann doch die Böcke mit ihnen durch.

    Das kann ich nicht unkommentiert stehen lassen :wink:


    Nein, die Hafencity ist aus meiner Sicht - per Saldo - keineswegs ein Reinfall. Ein Kritikpunkt, bei dem ich Dir noch zustimme, ist das zu stark auto-orientierte Verkehrskonzept. Hier merkt man leider sehr deutlich noch, in welcher Zeit die Hafencity geplant wurde (Masterplan Anno 2000).


    Gerade der westliche Abschnitt wird aber meiner Meinung nach bei allen gestalterischen Mängeln im Detail - sehr gut angenommen und hat durchaus auch ein gewisses Flair.


    Aber Bilder überzeugen mehr als 1000 Worte - ich muss mich wohl mal auf den Weg machen und ein paar Impressionen einfangen.


    Ein Punkt, der mich immer genervt hat, ist der Name "Hafencity". Ich finde diese denglische Wortschöpfung einfach nur peinlich. Historisch handelt es sich um die Elbinsel Grasbrook bzw. Grasbruch. Warum hat man es nicht bei dem Namen belassen?


    Hamburg-um-1660.jpg

    Wikipedia (gemeinfrei)

  • Wirklich Interessant!


    Von der Formgebung her wurde in Hamburg in einem vergleichbaren Stil kurz vorm ersten Weltkrieg gebaut - diese Gebäude waren dann aber verputzt.


    Aus meiner Sicht ist der einzige Mangel an diesem Entwurf, dass in der Erdgeschosszone ein abweichendes Fassadenmaterial verwendet wird.

    In Schweden ist en nicht ungewöhnlich mit eine andere Fassadenmaterial am Erdgeschoss. Wie hier im Stockholm


    20211108_130137

  • Die Blohm und Voss Werft - Teil des bekannten Hafenpanoramas - erhält wohl ein neues Gesicht. Über der Trockenwerft wird ein Dach gespannt. Die Redakteurin schreibt begeistert "...Auf den Betrachter, der von den Landungsbrücken und dem Fischmarkt ausgehend einen phänomenalen Blick auf die Konstruktion erhält, wirkt die Überdachung beinahe wie ein überdimensionales Schaufenster." Mal schauen, ich bin eher skeptisch...alleine die Visualisierung ist schon sehr optimistisch mit dem schönen Dampfer im Dock. Meistens sieht man die Schiffe nicht so schön im Dock stehen. https://polis-magazin.com/2021…le-fuer-schweres-gewicht/

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • Was ist denn das für ein eindrucksvolles Gebäude? - und so schön geworden!

    Wegweisend für weitere Projekte dieser Art.

    Fehlt nur noch die Straßenlampe.

    Es gab mal ein Modell davon mit dem Namen "Hamburger Pfosten".

    Ist das auch vom Original die Bezeichnung?