Hamburg - Baugeschehen

  • Die Kernsanierung und partielle Reko Klopstockstraße / Elbchaussee ist vollendet:


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  • Neuigkeiten zum Elbtower:


    Übernimmt Milliardär Kühne den Elbtower?
    Die Bauarbeiten am Hamburger Elbtower von René Benko sind ins Stocken geraten, weil Signa offene Rechnungen nicht mehr zahlt. Nun prüft Klaus-Michael Kühne die…
    www.n-tv.de


    Milliardär Klaus-Michael Kühne prüft nach Signa-Krise offenbar Übernahme des Elbtowers
    Hohe Baukosten, steigende Zinsen plus hausgemachte Probleme: An der Baustelle von Hamburgs neuem Wahrzeichen ruhen die Arbeiten. Nun soll der…
    www.spiegel.de

  • Ist ja schön und gut, wenn dieses Hochhausprojekt gerettet und fertiggebaut wird.


    Viel wichtiger wäre für mich aber das Bauprojekt am Gänsemarkt. Das ist mitten in der Stadt. Dort sollte jetzt nicht für viele Jahre eine Baulücke Bleiben.

    Beide Projekte sind enorm wichtig für Hamburg.


    Das Problem beim Elbtower ist, dass wir uns dort in einer finanziellen Größenordnung bewegen, in der die Luft wirklich dünn wird. Gleichzeitig ist es fragwürdig, ob sich das Projekt je rentieren wird. Herr Kühne ist erfreulicherweise in der Lage, Projekte in dieser Größenordnung durchziehen zu können, ohne auf eine positive Rendite zwingend angewiesen zu sein.


    Beim Gänsemarkt dürfte der Kreis potentieller Interessenten wesentlich größer sein.

  • Das Ensemble am Gänsemarkt könnte wirklich ein richtig toller Ort werden, nur leider bleibt der Aufwand der Fassade wieder kollossal hinter den Möglichkeiten zurück. Da hilft auch das ganze Marketingsprech nichts. Wo sind die Details, die Dinge fürs Auge?

  • Das Ensemble am Gänsemarkt könnte wirklich ein richtig toller Ort werden, nur leider bleibt der Aufwand der Fassade wieder kollossal hinter den Möglichkeiten zurück. Da hilft auch das ganze Marketingsprech nichts. Wo sind die Details, die Dinge fürs Auge?

    Ich gehe davon aus, dass mit dem absehbaren Ende von Signa auch das Projekt am Gänsemarkt "tot" ist und irgendann irgendjemand dort etwas anderes bauen wird. Es sei denn, der unwahrscheinliche Glücksfall träte ein, dass Herr Kühne nicht nur den Elbtower übernimmt.


    Auch wenn die Planung zuletzt verschlimmbessert wurde, war sie meiner Meinung nach wertig und eine Verbesserung gegenüber dem vorherigen Zustand. In Memoriam ...


    Eines muss man René Benko lassen: Er hat, im Gegensatz zur großen Mehrheit hauptamtlicher Baulöwen, einen Sinn für Architektur. Das Ende von Signa hinterlässt zahlreiche hockarätige Bauvorhaben in Deutschland unvollendet und ist in diesem Sinne ein schwerer Verlust.

  • Eine Anmerkung als Ergänzung: Es gab bisher keinen vollständigen Baustopp beim Elbtower. Eingestellt wurden die Hochbauarbeiten. Die Arbeiten im Inneren und an der Fassade gehen bislang im 2-Schichtbetrieb weiter.

  • Ein Update aus der Adenauerallee.


    Es ist eigentlich kaum zu glauben - aber das Gebäude ist immer noch nicht ganz fertig. Angesichts des Bautempos ist wohl auch nicht mehr mit einer Fertigstellung in diesem Jahr zu rechnen.


    Ich werde aus dem Geschehen hier nicht schlau: In einer C-Lage investiert irgendein Privatmensch eine erhebliche Summe, um in phantastischer Detailschärfe einen Gründerzeitler zu duplizieren. Quasi auf den letzten Metern bleibt das Projekt aber hängen, wird um ein unpassendes Penthouse ergänzt, und droht phasenweise mangels Baufortschritts gar zur Bauruine zu werden.


    Letzteres ist zwar nun abgewendet, das Gebäude ist bereits teilweise bezogen. Aber es geht weiterhin nur im Schneckentempo voran. Die Fenster und Balkongitter haben aus unerfindlichen Gründen im alten und neuen Abschnitt des Gebäudes unterschiedliche Farben erhalten. Warum blos? Die architektonische Idee des Konstruktes ist hier doch ein einheitliches Doppelhaus!


    Einerseits könnte man den Eindruck eines oder mehrerer aufeinanderfolgender Bauherren gewinnen, dem bzw. denen finanziell die Puste ausgegangen ist. Andererseits wurde offenbar kürzlich nicht zwingend notweniges wie die aufwendige Beleuchtung unter der Regenrinne (!) montiert.


    Zunächst ein Blick aus der Distanz, um das Bauwerk mitsamt Penthouse im Kontext zu zeigen. Man verzeihe mir das verwackelte Bild, ich habe vor Ort leider nicht gemerkt, dass die Aufnahme nichts geworden ist:

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    Etwas mehr aus der Nähe:

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    Hier geht's weiterhin kaum voran:

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  • Das 1969 errichtete, denkmalgeschützte Vattenfall-Gebäude des dänischen Designers Arne Jacobsen wird ab kommendem Jahr für rund 250 Mio. € generalsaniert.



    Quote

    „Die Fassade ist unglaublich schön, und wir werden sie genauso wiederherstellen“, verspricht Martin Schaer von Matrix. Arne Jacobsen habe das Gebäude zudem sehr weitblickend geplant. Nach der Sanierung sollen unterschiedliche Flächenkonstellationen über Gebäudeteile über einzelne Etagen bis hin zu Einzelflächen anzumieten sein. Auch der Denkmalschutz ist an Bord: „Wir freuen uns auf die Wiederbelebung dieses bedeutenden architektonischen Juwels“, so die Leiterin Anna Joss.


    Wie es jetzt mit diesem Hamburger Architektur-Juwel weitergeht



    Vattenfall HamburgSylvia Soggia, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Man mag zu Gebäuden aus dieser Zeit stehen wie man will, aber dieser Bau scheint mir tatsächlich recht einzigartig und auf jeden Fall erhaltenswert zu sein.


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  • Pate gestanden hat (soweit mir bekannt) das UN-Gebäude in New York. Meine Frau hat früher einige Zeit in der City Nord gearbeitet, deshalb bin ich häufig an dem Gebäude vorbei gefahren. Ein absolut ikonischer Bau wie es ihn in dieser Art in dieser Qualität in Hamburg und möglicherweise auch in ganz Deutschland kaum ein zweites Mal gibt. Eine denkmalgerechte Sanierung ist deshalb mehr als wünschenswert.

  • Man mag zu Gebäuden aus dieser Zeit stehen wie man will, aber dieser Bau scheint mir tatsächlich recht einzigartig und auf jeden Fall erhaltenswert zu sein.

    Dazu kommt, dass der Bau an der Stelle weder etwas erhaltenswertes verdrängt hat oder ein Ensemble / Gefüge stören würde und da auch nie irgendeine Stadtreparatur nötig wäre.


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  • Ich will ja kein Wasser in Euren Wein gießen, aber es sollte jedem klar sein, dass wenn der Denkmalschutz sich mit solchen Projekten beschäftigt, weniger Ressourcen für die Gebäude bleiben, die so heute nicht mehr gebaut werden können. Ich würde behaupten dieses ,,Hamburger Architektur-Juwel" ist heute auch noch einwandfrei reproduzierbar, womöglich sogar als rein wirtschaftliches Projekt. Auch von der Architekturidee steht es m. V. n. sehr umfassend dem entgegen, wofür Wir Uns gerne einsetzen wollen. Es ist ein freistehendes Kunstobjekt, das am besten derart freigeschnitten wirkt. Es ist völlig kontextlos, könnte so überall stehen. Es verfügt überwiegend über eine Vertikalgliederung der Fassaden, höchst repetitiv, keinen Bezug auf das menschliche Maß, entsprechend keine dekorativen Details. Positiv herausgreifen kann man die offensichtlich relativ gute Alterung des Gebäudes, was tatsächlich eine nachhaltige lange Nutzung verspricht. Und die offenbar recht menschenorientierte Innenausführung. Das soll also kein Verriss sein, sondern eine Abwägung, die dazu einlädt sich Gedanken zu machen.

  • Ich will ja kein Wasser in Euren Wein gießen, aber es sollte jedem klar sein, dass wenn der Denkmalschutz sich mit solchen Projekten beschäftigt, weniger Ressourcen für die Gebäude bleiben, die so heute nicht mehr gebaut werden können.

    Es handelt sich um eine private Sanierungsmaßnahme, die niemanden etwas wegnimmt. Bemerkenswert finde ich hier etwas anderes. In der Mopo steht wörtlich:


    Die Etagen werden bis auf den Rohbau weitgehend erneuert. Auch die prägnante Glasfassade aus 13.000 Elementen soll ausgetauscht werden


    Mit anderen Worten: Obwohl hier jedes Detail unter Denkmalschutz steht, wird bis auf das Stahlbetonskelett alles beseitigt und neu gebaut. Trotzdem scheint dies den Denkmalschutz nicht zu stören - so lange es hinterher nur wieder so aussieht wie vorher. Man sollte sich sich den Vorgang merken, und bei geeigneter Gelegenheit darauf verweisen.


    Meiner Meinung nach ist City Nord ist für Hamburg ein Glücksfall. Hier wurde eine Spielwiese geschaffen, auf der sich die Moderne in sicherer Distanz zur Innenstadt austoben durfte. Sie dürfte der Innenstadt zahlreiche Büropaläste der schlimmsten Sorte erspart haben. Arne Jacobsens HEW-Gebäude ist für mich das wertigste, was dort entstanden ist, und auf jeden Fall erhaltenswert.


    Das von Maecenas verlinkte Video mit den Innenaufnahmen finde ich sehr interessant. Ich bin in Hamburg auf dem Christianeum zur Schule gegangen - das letzte von Arne Jacobsen erreichtete Gebäude, dessen Fertigstellung er selbst nicht mehr erlebt hat. Im Inneren ist die Verandtschaft der beiden Gebäude an zahlreichen Details abzulesen.

  • Majorhantines:


    Ich will ja kein Wasser in Euren Wein gießen, aber es sollte jedem klar sein, dass wenn der Denkmalschutz sich mit solchen Projekten beschäftigt, weniger Ressourcen für die Gebäude bleiben, die so heute nicht mehr gebaut werden können. Ich würde behaupten dieses ,,Hamburger Architektur-Juwel" ist heute auch noch einwandfrei reproduzierbar, womöglich sogar als rein wirtschaftliches Projekt. Auch von der Architekturidee steht es m. V. n. sehr umfassend dem entgegen, wofür Wir Uns gerne einsetzen wollen:

    DER SCHÖNHEIT VERPFLICHTET

    Stadtbild Deutschland e.V. ist ein Verein interessierter und engagierter Bürger, die sich für die Schönheit unserer Städte einsetzen. Unser Ziel ist ein harmonischer Städtebau und ansprechende Architektur, in der sich die Menschen wohl fühlen.

  • Ich finde das Gebäude äußerlich immerhin ästhetisch. Im Inneren zum Teil wirklich gut.


    Natürlich ist es ein Solitär ohne städtebauliche Anschlussfähigkeit. Es steht für die locker bebaute, nach Funktionen getrennte Stadt der Charta von Athen, und damit diametral gegen einen Teil der Zielsetzungen dieses Forums.


    Dennoch handelt es sich m. M. nach um gute Architektur. In diesem besonderen baulichen Kontext eines ausschließlichen und zu 100% modern gestalteten Arbeitsstättengebiets weitab der Innenstadt stört sie nicht, sondern leistet einen positiven Beitrag.

  • Es handelt sich um eine private Sanierungsmaßnahme, die niemanden etwas wegnimmt.

    Da dürftest Du Dich sehr irren. Normalerweise werden Denkmalsanierungen erheblich bezuschusst und gefördert. Aber darauf möchte ich gar nicht hinaus. Wie lange denkst Du braucht eine Denkmalschutzbehörde, um so einen riesigen Bau ausreichend denkmalpflegerisch zu dokumentieren und vor allem dann eine Sanierung angemessen zu betreuen? In der Regel beschäftigen sich die Denkmalpfleger ja sehr detailgenau mit jedem Austausch, jeder Ergänzung, und jeder Entfernung, geben recht genau vor, was wie zu machen ist. Meinst Du ernsthaft das nimmt nicht erhebliche Kapazitäten und Ressourcen bei so einem mehr als 150 Meter langen 13 geschossigen Hochhaus mit rund 26000 m² plus Außenbereiche?

  • Ich kann Dir die Fragen nicht beantworten.


    Mangels einschlägiger Kenntnisse kann ich noch nicht einmal qualifiziert spekulieren.