Hamburg - Baugeschehen

  • Bekommt Hamburg ein neues Opernhaus?


    Klaus-Michael Kühne (Spedition Kühne & Nagel) hat der Stadt angeboten, einen Neubau in der HafenCity zu stiften. Größenordnungsmäßig ginge es vielleicht um 300-400 Millionen Euro. Der Unternehmer hätte ausreichend Mittel, um auch bei deutlichen Kostensteigerungen vollumfänglich nachzulegen. Bericht: Spiegelonline (Paywall).


    Persönlich halte ich es allerdings für fast ausgeschlossen, dass Hamburg das Geschenk annimmt. Der Bestandsbau ist eine Architektor-Ikone der jungen Bundesrepublik, meiner Meinung nach in seiner Rolle für das Westdeutschland der 50er Jahre durchaus mit dem des Kulturpalastes in Dresden für das Ostdeutschland der 60er Jahre vergleichbar. Einen Abriss des denkmalgeschützen Bauwerkes halte ich für praktisch ausgeschlossen.

  • Spannendes Angebot. Das Mäzenatentum kehrt allmählich zurück in die deutschen Großstädte. Gut so.

    Zugleich kann man das natürlich auch kritisch betrachten unter allen Gesichtspunkten.


    Warum sollte das Angebot so abhängig vom Bestandsbau sein? Der kann doch umgenutzt werden, als Veranstaltungssaal usw.

    Dass Hamburg neben einem repräsentativen Konzerthaus auch eine sehenswerte neue Oper will kann ich mir gut vorstellen. Ob es die beste Investition in diesen Zeiten ist, sei mal dahingestellt. Aber wenn's eh geschenkt kommt...


    Hier noch zwei Artikel dazu ohne Bezahlschranke:
    https://www.welt.de/regionales…eine-neue-Oper-bauen.html
    https://www.mopo.de/hamburg/ku…urg-eine-neue-oper-bauen/

  • Wie kann der böse Kapitalist es wagen der Stadt etwas zu schenken.

    Wo kommen wir denn dahin! 😉

    Persönlich halte ich es für das gute Recht jedes einzelnen, sich den Staat, in dem man leben (- und Steuern zahlen) will, selbst auszusuchen. Der Wettbewerb der Staaten um potente Steuerzahler hat auch einen Nutzen für die Allgemeinheit - durch eine disziplinierende Wirkung auf Regierungen - ein Hemmschuh gewissermaßen, einfach immer weiter an der Steuerschraube zu drehen.


    Ich fürchte aber noch einmal mehr, dass das Projekt politisch scheitern wird.

  • Zitat "Morgenpost":

    Quote

    Mit der Kühne‘schen Großzügigkeit ist es also so eine Sache: Würden Leute wie er normal Steuern zahlen, könnten wir uns ein Dutzend neuer Opernhäuser in die Stadt stellen. Vor allem würde nicht ein einzelner Mann, sondern die Allgemeinheit entscheiden, wofür das Geld ausgegeben wird. Und das wäre dann wahrscheinlich nicht für eine neue Oper, sondern eher Sinnvolleres wie Club- und Live-Musik-Förderung oder Kinder- und Jugend-Kultur.

    Das stimmt eben nicht. Über die Verwendung von Steuergeldern entscheidet nicht "die Allgemeinheit", sondern die jeweilige Landes- und Stadtregierung. Ergo: Es handelt sich um einige, wenige Leute, die in den entsprechenden politischen Gremien sitzen und oft genug von Lobbyisten umlagert werden. Ob diese Leute das Geld stets für "Sinnvolleres" ausgeben als ein solcher Mäzen, muss in Frage gestellt werden. Nicht nur vom Bund der Steuerzahler.

  • Danke Heimdall.


    Die Presse sollte mal den Ball flach halten. Politik und Geld ist ja nun mal

    immer verbandelt. Beispiel Museen: Warum muss es diese Steuerquitungen

    fuer "grosszuegige Geschenke" geben? Und wieso darf sich das dann

    geschenkt, sricht "Gestiftet" nennen, wenn der Steuerzahler Museen, riesige

    Lager und Steuerquitugen geben soll?


    Ja so sind die Medien. Soll Hamburg doch das Geld fuer die Sanierung

    des genannten Gebaeudes nehmen.

    Ich find das gut. Oder was anderes bauen, wie meine Vorredner schon

    gesagt haben. Wie waere denn eine neue U-Station...