Jakriborg - Kitsch?

  • Du bringst es auf den Punkt!
    Ausgangspunkt bzw. Vorbild eines deutschen Jarikborg bzw. Poundbury sollten nicht die Innenstädte, sondern die Gartenstadtidee der 20er Jahre sein. Die Architekten müssten das Rad nicht mal neu erfinden, sondern dieses Konzept unter Berücksichtigung regionaltypischer Baumaterialien, Architektursprachen sowie zeitgenössischer technischer Standards fortentwickeln.


    "Integrationsfähige Solartechnik"...wenn es so etwas überhaupt gibt. Bisher sind Solartechnik und traditionelle Ästhetik leider ein krasser Widerspruch.

  • Die sozialreformerische Idee der Gartenstadt scheint mir ein anschlussfähigeres Vorbild zu sein. Wenn Du dazu noch Öko und Mehrgenerationenansatz hinzufügst, und vielleicht Religion, dann hat man was brauchbares.

  • Nachdem das Thema im Faden zum Lübecker Gründungsviertel nochmal aufkam, hier ein paar Bilder vom schönen Jakriborg, das sich an schwedisch-dänischer Schonen-Architektur und der Hansezeit orientiert. :)


    Würde in der Formensprache durchaus auch an den Stadtrand von Hansestädten wie Lübeck, Rostock und Lüneburg passen, statt dem üblichen Zersiedlungs-Einheitsbrei:




    Jakriborg by Susanne Nilsson, auf Flickr




    Jakriborg by Susanne Nilsson, auf Flickr



    Jakriborg by Susanne Nilsson, auf Flickr

  • Um bei uns Mieter anzulocken, benötigt man aber eine Tiefgarage und für jede Wohnung einen Balkon. ;)


    Natürlich ist dieses Quartier wunderschön. in so einer Umgebung würde ich auch gern wohnen. Gar kein Vergleich zu den Wärmedämm-Schuhkarton-Siedlungen, die in Deutschland derzeit überall hochgezogen werden.

  • Selbst versteckte Tiefgaragen und stilistisch passende Balkone nach hinten raus fänd ich hier völlig unkritisch.
    Weiß jetzt ad hoc gar nicht, wie sie die Parksituation gelöst haben, auf einigen Bildern sieht es so aus, als wenn die fast alle auf einem Sammelparkplatz am Rande des Viertels stehen. Die ÖPNV-Erschließung Richtung Malmö und Lund soll dort aber auch sehr gut sein, weswegen viele wohl ganz auf einen PKW verzichten.

  • Schaut von oben aus wie ein Dorf was grade mit der verstäterung beginnt an der Haupt Straße wird es schon eng und hinten sind noch kleine Höfe (freistehende Häuser)

  • Bemerkenswert ist auch der räumliche Kontext von Jakriborg. Wie man im Luftbild erkennen kann, liegt das Viertel im ländlich-suburbanen Raum Malmös, umgeben von Gewerbegebieten. Dort würde man wirklich erst einmal keine "Altstadt" vermuten.
    Ergänzend hier noch ein Foto in Google-Panorama

  • Jakriborg widerlegt meiner Meinung nach eindrucksvoll das gern gebrauchte Argument, dass sich Altstadtcharme nicht "künstlich" herstellen ließe - wie man sieht, geht das sehr wohl, wenn alle Details passen (- erreicht durch Architekturstil und Ausführung, Kleinteiligkeit, Kopfsteinpflaster, Verkehrskonzept, angepasste Gestaltung von Schaufenstern und Werbung).


    Angesichts der Bilder wäre ich nie im Leben von einer Neubausiedlung ausgegangen.