Würzburg

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Wenn ich auch ansonsten auf Würzburg nix kommen lasse, ist eine solche Aussage doch mit Abstand das dümmste und bescheuertste, was ich seit langem gehört habe. Gleichzeitig wird dadurch eine absolut veraltete und nicht mehr vertretbare Geisteshaltung offenbart, in der "das alte Würzburg halt mal so ein bißchen für immer untergegangen ist" und nun dieser 50er-Jahre-Schmierkäse für alle Zeiten die Richtigkeit des demokratisch geläuterten Wiederaufbaus unter der Generation Adenauer repräsentieren muß; und da scheint es diesem Typ auch erlaubt zu sein, sich in aller Gutmütigkeit und Behäbigkeit in seinen Amtssessel zurückzulehnen, sich dabei ergötzend, was man alles geschafft hat.
      Da eine Einmischung von außen in das Selbstverständnis im allgemeinen nicht so gerne gesehen wird, würde ich den Würzburgern wünschen, daß sie sich selbst noch einmal mit den Umständen befassen, warum das alte Würzburg zur Legende geworden ist und daß dieser ganze Schmodder aus den 50er und 60er Jahren niemals einen adäquaten Ersatz dafür darstellen kann , und daraufhin die einzig richtige Entscheidung fänden.
      1816 - Rheinhessen - 2016
      rheinhessen-2016.de
      rheinhessen.de
      Sofern nicht anders vermerkt, liegen die Bildrechte meiner Beiträge bei mir.
    • Nirgendwo sonst, weltweit, gibt es bislang mehr jüdische Grabsteine aus dem Mittelalter als in Würzburg.

      Keine Städtelandschaft Europas dürfte archäologisch so gut erforscht sein wie die deutsche. Das ist nichts, worauf man stolz sein müsste, da Bombenkrieg und großflächige Abrissmaßnahmen die traurige Grundlage für solche wissenschaftlichen Untersuchungen bilden. Es ist doch einfach unglaublich, dass man Ende der 1980er Jahre ein altes Klostergebäude tatsächlich abgerissen hat. So aufschlussreich der Fund der jüdischen Grabsteine für die Landesgeschichte auch sein mag, der Preis war viel zu hoch. Der wissenschaftlichen Erkenntnis ging ein nicht hinnehmbarer Akt der Kulturbarbarei voraus. Die jetzigen Selbstlobhudeleien lassen für solche Gedanken freilich keinen Platz.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Drei Jahre lang war die Hofkirche der Würzburger Residenz wegen Sanierungsarbeiten geschlossen, nun eröffnete sie Bischof Friedhelm Hofmann mit einem Pontifikalgottesdienst wieder.

      Er betonte in seiner Predigt, dass das von Balthasar Neumann errichtete Gebäude, das in die beeindruckende Residenz integriert ist, den Himmel einen Spalt weit öffne. Den Innenraum der Kirche prägen nun erneut die Stuckmarmorsäulen, die aus Carraramarmor hergestellten Figuren sowie die Malereien der Deckengewölbe und Seitenaltäre
      Hofkirche erstrahlt in neuem Glanz | MAIN-POST Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Hallo zusammen,

      glaube, dass die online-Petition hier noch nicht gepostet wurde! Der Stein-Wein-Pfad-Verein will eine große Betonplattform in den Weinberg stellen. Bitte unterstützt uns im Widerstand gegen diese geplante Bausünde! Mehr Infos und zur Online-Petition gibt es hier: Petition | Verein Stein-Wein-Pfad, Würzburg: Kein Beton am Stein! Gegen den Bau der modernen Aussichtsplattform am Stein | Change.org

      Wir haben auch eine Infoseite erstellt:

      denkmalschutz-wuerzburg.de/index.php/Aktionen/Steinweinberg

      Viele Grüße
    • Das Problem dürfte in Zukunft des öfteren auftauchen. Die teils massiv überschuldeten Kommunen können den Unterhalt ihrer öffentlichen Gebäude nicht mehr sichern und sind zur Veräußerung gezwungen. Ob dann ein Käufer/Investor aber gefunden werden kann, steht in den Sternen und liegt am Vermarktungspotenzial des Objekts. So entsteht die Gefahr des Verfalls.
      Wollen wir für das schmucke Würzburger Palais das allerbeste hoffen.
    • Gästeführer und Kunsthistoriker Rudi Held über die Liebe der Bürger zum Mittelpunkt Würzburgs – und über emotionslose Neubauten
      [...]Dabei ist Held nicht gerade ein Freund jener Bauten, die zuletzt am Marktplatz entstanden sind oder gegenwärtig entstehen. Es sind ihm in der Innenstadt zu viele geworden. „Die Balance zwischen Tradition und Moderne stimmt nicht mehr“, erinnert er an die Geschäftshäuser wie Forum-Bau oder s.Oliver-Haus. „Dem Marktplatz täten ein paar Rekonstruktionsbauten nach historischem Vorbild gut, wie beispielsweise das Dietricher Spital anstelle des Völk-Hauses an der Ostseite.“
      Held ist sich dessen bewusst, dass Historisierendes bei Architekten und auch vielen Denkmalpflegern verpönt ist, auch als reaktionär gilt. Moderne Architektur überzeuge, so Held, im gelungenen Fall durch Reinheit und Klarheit der Formen, durch Proportionen und ihre Materialien. „Doch sie versteht sich als autonom und kann daher die Geschichte und Eigenart eines Ortes nicht zum Ausdruck bringen. Sobald sie überwiegt, fehlt einem Marktplatz Emotion, Stimmung und Erinnerung.“
      Umkränzt von Häusern unterschiedlichster Baustile und Höhen habe der untere Markt seine historische Substanz größtenteils eingebüßt, bilanziert der Gästeführer. „Die Atmosphäre ist steril, die Sitzplätze sind Nebensache und haben keinen Zusammenhang.“ Diesen Eindruck verstärke das umstrittene Forum-Haus. Viele Gäste fragten, wer das Teil genehmigt habe. Held nennt den Bau „provinziell“. Es wundert ihn, dass der Muschelkalk an Neubaufassaden oft als ortstypisch herausgestellt wird. „Aus Muschelkalk waren früher nur die Sockel, die Fassaden aber aus Sandstein. Das hatte technisch und farblich seinen Sinn.“ [...]
      Warum die Würzburger ihren Marktplatz lieben - Mainpost

      Die Kommentare sind auch entsprechend - wenigstens die Einwohner Würzburgs sind sich des Elends der letzten Jahre bewusst.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Volker schrieb:

      "Held ist sich dessen bewusst, dass Historisierendes bei Architekten und auch vielen Denkmalpflegern verpönt ist, auch als reaktionär gilt."

      Wie kann man diesen Umstand in diesem Land jemals ändern? Über die Frage denke ich täglich nach. Ich glaube, es ist nahezu unmöglich, die Ideologien sitzen zu fest.


      Ja, das Problem ist irgendwie, dass wir die Debatte auf der großen politischen und akademischen Bühne eigentlich gewonnen haben - spätestens seit der großen Rekonstruktionsausstellung in München -, dass das aber nicht bis zur kleinen Provinzbühne, bis zu den spießigen Lokalpolitikern, den kleinen Möchtegern-Gehrys aus der Provinz und den in ihrem Mief steckenden Denkmalschutzdogmatikern, vorgedrungen ist.

      Dementsprechend stellt sich die Lage heute insofern paradox dar, als wir zwar die Debatte gewonnen haben, aber in der realen Stadtgestaltung ein regelrechtes "roll-back" erleben, während wir noch vor zehn Jahren die Debatte nicht gewonnen hatten, dafür aber zahllose Rekoprojekte angestoßen wurden.

      Bei der Frage, wie man das ändern kann, bin ich selbst bis zu einem gewissen Grad ratlos. Selbst wir haben wohl die interessengeleitete Resistenz der Architektenschaft gegenüber vernünftigen Argumenten unterschätzt.
    • Unterschätzt habe ich die eigentlich nie. Das ist eben ein inzestuöses Milieu. Und es gehört ganz viel Kraft dazu, dort gegen den Strom zu schwimmen, denn rasch verliert man Reputation, wird schief angeschaut usw. Da hilft nur ein tiefgreifender Bewusstseinswandel, der von einigen wenigen starken Persönlichkeiten vorangetrieben wird, bis die riesige Herde der Mitläufer sich traut, mitzuziehen.
    • Der Kunsthistoriker nennt das Dietricher Spital als Beispiel für eine wünschenswerte Rekonstruktion in Würzburg, mir käme dieses (auch) als erstes in den Sinn.

      Seine Beschreibung der jetzigen Zustand des Unteren Marktes ist völlig akkurat, und sie gilt für sehr viele Stellen im heutigen Würzburg. Es wäre z. B. schon ein Segen, wenn das Haus "Schönes Eck" an der Schönbornstraße im Zuge der heutigen Baumaßnahmen in diesem Block sein früheres Aussehen, d.h. vor allem seinen Volutengiebel, wieder erhalten würde. Das war schon mal im Gespräch.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Hallo!

      Ich bin vom 26. bis zum 28. Dezember in Würzburg die Stadt besichtigen (Weihnachtsgeschenk :D). Da sich einige von euch dort ja recht gut auskennen, habe ich mir erhofft von euch ein paar Tipps zu erhalten.

      Bis jetzt habe ich schon einiges geplant, v. a. mit Hilfe des Dehios, wo ich so ziemlich alles Beschriebene herausgesucht habe.

      Gibt es irgendetwas was man unbedingt gesehen haben muss? Natürlich, Dom, Neumünster, St. Burkard, Festung, Residenz... Eh klar! Aber welche von den "kleineren" Sehenswürdigkeiten (also die weniger bekannten Kirchen etc...) sind am lohnensten?

      Und vor allem suche ich Stadtteile/Straßen, wo noch einiges von der historischen Bebauung erhalten bzw. rekonstruiert ist. Vielleicht rund ums Stift Haug? Pleicherviertel? Was meint ihr? Und gibt es vielleicht irgendwelche Bürgerhäuser, die besonders sehenswert sind, v. a. solche, die noch mittelalterlichen Kern haben? Gibt es auch noch Fachwerkhäuser? Gibt es da auch in den Vorstädten noch vorgründerzeitliches bzw. besonders schöne Gründerzeitensembles?

      Und welche der Museen sind am sehenswertesten?

      Ich würde mich sehr über Antworten freuen :) (Natürlich bitte noch vor dem 26. Dezember!).

      Liebe Grüße und schöne Weihnachten,

      Tobias
    • Lieber Tobi!
      Es tut mir leid, dir mitteilen zu müssen, dass Würzburg in unseren österreichischen Augen eine als solche unerträgliche Un-Stadt ist. Vergiss alles, was hier geschrieben steht, hab keine Erwartungen an das Stadtbild - es ist furchterregend.
      Freu dich auf ein paar erstklassige Sehenswürdigkeiten. So musst du unbedingt eine Führung durch die Residenz machen. Das ist der absolute Höhepunkt der Stadt un rechtfertigt für sich deren Besuch. Hörst du: unbedingt alle Innenräume anschauen, hier nicht am falschen Fleck (weder was Geld noch Zeit betrifft) sparen.
      Ansonsten halt alle Sehenswürdigkeiten abklappern, es sind ihrer viele, sie sind sehr vestreut, inmitten eines abgrundtief hässlichen Bundes- Wiederaufbaustadtbildes.
      Nun, man muss ja eigentlich so etwas im Laufe seines Lebens gesehen haben, damit man hier mitreden kann, nur - um alles in der Welt: wer hat dir dies zu Weihnachten geschenkt?
      Mein Tipp: ein Tag reicht völlig (diesen allerdings brauchst du, um alles abzuklappern. Unbedingt den Berg rauf, von oben ist das alles noch am schönsten, Festung Marienberg und Käpelle (Interieur erhalten)).
      Ansonsten: Ausflüge!!! ein halber Tag nach Vierzehnheiligen (via Staffelstein, von dort locker zu Fuß)
      Von Würzburg ist es nur eine Stunde bis Rothenburg. dieses Stadtbild wirst du nach einem Tag Würzburg unbedingt nötig haben! Du dir was Gutes nach diesem Horrorbeispiel eines Wirtschaftswunderswiederaufbaustadtbildes!

      PS in der Neubaustraße befindet sich eine beachtenswerte Rekozeile: wuerzburgwiki.de/wiki/Greisingh%C3%A4user
      Dort kommst du sowieso hin, wenn du deine Runde gewissenhaft anlegst. Du brauchst keine Geheimtipps, Wü ist dermaßen doprdelki, dass es jenseits der Hauptattraktionen absolut nichts zu sehen gibt, es sei denn, das nackte Elend.
      tut mir leid, aber so ist es. Ich war schon öfters dort, und hab meinen Eindruck immer wieder bestätigt gefunden.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ursus carpaticus ()