Würzburg

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    • Re: Würzburg

      "Brandmauer" schrieb:

      Willkommen im Forum, Christine!
      Stand der Kürschnerhof einst quer über der Schönbornstraße?


      Danke!

      Der Kürschnerhof schloss zur Domstrasse hin ab. Der Kürschnerhof ist ein eigener Strassenname heute und mündet in die Schönbornstrasse.

      Ich habe gerade eine Facharbeit dazu gefunden. Das ist sehr interessant, auch für mich.

      Ja, die Zerstörung Würzburgs war völlig unsinnig. Würzburg war vor dem Krieg vielleicht die Barockstadt überhaupt. Leider haben die Engländer ja gründliche Arbeit geleistet.

      Das Langschiff des Doms stand übrigens nach dem Angriff noch und stürzte erst im Winter 1945/46 ein.

      Schöne Grüsse Christine
    • Re: Würzburg

      Welch ein schöner Welt (Stadt) war damals Würzburg.

      Warum mussten die Amis ausgerchnet dieser Perle Deutschlands (zusammen mit das ebenfalls so wunderschöne Potsdam) fast am Ende der Krieg vernichten ???

      Die schöne Fassaden an der Marktplatz..... mit Dom (und Laternen am Spitzen) darüber hinausragend.

      Können diese Fassaden wenigstens nicht rekonstruiert werden????

      Warum sind wir dann mit so wenig die das für ganz normal und selbstverständlich halten???

      Bin für sofortige und völlige Rekonstruktion von: Würzburgs, Potsdam und der ehemalige Berliner Mitte!!!
      Diese 3 Ensembles waren doch einmalig und von erstrangiges Niveau (Unesco Welterbe).

      Daneben näturlich auch die ehemalige Altstadt von Dresden.
    • Re: Würzburg

      "Sinnlos" erscheint mir verniedlichend und ist dabei wohl sogar begrifflich unrichtig, denn ein Sinn lag zweifellos vor, wenngleich ein abgrundtief böser.
      Vom Vorkriegs-Würzburg fiel es mir bisher recht schwer, mir ein Bild zu machen.
      Auch auf diesen Bildern wirkt es irgendwie schwer fasslich, eine zweifellos gediegene Mischung aus Mittelalter und Barock, die eine erstaunlich homogene Wirkung ergab.
      Dennoch: Das alte Nürnberg wirkt ungleich faszinierender, und auch Bamberg kommt mir architektonisch kraftvoller vor.
      Wie auch immer: Markt und Umgebung, also das Gebiet von Mainbrücke bis Neumünster gehören unbedingt rekonstruiert. Diese relativ kleine Fläche ergäbe einen mehr oder weniger aufgelegten Höhepunkt fränkischer Stadtbaukunst, unverständlich und bezeichnend, dass die Stadt sich dies entgehen ließ und immer noch lässt.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Würzburg

      Auf dem Bild vom Marktplatz
      http://www.mainpost.de/_/tools/diaview.html?_CMTREE=31227&_CMBILD=1799946#1799946" onclick="window.open(this.href);return false;\r
      www.mainpost.de/_/tools/diaview. ... 46#1799946
      sieht man hinten auch wieder den echten, eigentlichen Petrini-Bau (wo Georg Völk in war), der von Petrini entworfen wurde und der platzbeherrschend war. Wenn man nur den rekonstruieren könnte, wäre schon so viel gewonnen, wie man sieht.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Re: Würzburg

      "Brandmauer" schrieb:

      Auf dem Bild vom Marktplatz
      Mainpost.de | Nachrichten für Mainfranken | Mediencenter mainpost.de
      sieht man hinten auch wieder den echten, eigentlichen Petrini-Bau (wo Georg Völk in war), der von Petrini entworfen wurde und der platzbeherrschend war. Wenn man nur den rekonstruieren könnte, wäre schon so viel gewonnen, wie man sieht.


      Nein, das ist das Völkhaus, auch heute noch. Der Petrinibau stand gegenüber. Genau an dieser Stelle steht das Forum. Leider finde ich im Moment keine alte Aufnahme im www vom eigentlichen Petrini-Bau, obwohl ich mir sicher bin, dass die Mainpost mal eines in der Zeitung hatte.

      Das mit der Wiederherstellung ist ja so eine Sache. Wollte man z.B. die alte Domstrasse wiederherstellen, müsste man dort erstmal alle Häuser abreissen. Die alten Häuser hatten wesentlich höhere Stockwerke. Das war auch der Grund, warum man nach dem Krieg die noch stehenden Fassaden heruntergerissen hat. Man wollte mehr Stockwerke unterbringen. Gut, beim Petrinibau hätte man die Möglichkeit gehabt, aber über Rekonstruktion wird hier nicht gesprochen. Ausserdem fehlt es in Würzburg immer an Geld. Das sieht man auch am Beispiel des Kilianbrunnens. Es ist immer noch nicht alles Geld da, man wartet noch auf Spenden. Solange liegt er nun abgebaut herum.

      Immerhin schafft man es nun, diese furchtbare Tiefgaragenzufahrt auf dem Markt zu entfernen, die hier noch neben der Marienkapelle zu sehen ist. Hier ist sie bereits verschlossen. Das schaut wesentlich besser aus, der Marktplatz gewinnt richtig. Mal sehen, ob die Baustelle zum Weihnachtsmarkt bereits verschwunden ist.

      Schöne Grüsse, Christine
    • "Zeno" schrieb:



      Mich würde z. B. mal interessieren, ob jemand weiß, welches die sechs Häuser waren, die in Würzburg den 16. März 1945 überstanden haben:

      "Däne" schrieb:

      Naja, in Würzburg haben ja nur 6 Häuser in der Altstadt überlebt. In Freiburg deutlich mehr ...

      ( http://www.architekturforum.net/viewtopic" onclick="window.open(this.href);return false;\r
      www.architekturforum.net/viewtopic. ... 1480#61480 )


      Eines davon ist die Gaststätte "Zur Stadt Kitzingen" in der Pleich und ein weiteres ist das Handwerkerhaus, ebenfalls in der Pleich.

      Im übrigen ist das Handwerkerhaus nicht das älteste Bürgerhaus Würzburgs. Das älteste Bürgerhaus steht im Stadtteil Heidingsfeld und ist von 1431.
    • Re: Würzburg

      Zu Christine:

      Mit dem "echten, eigentlichen Petrini-Bau" meinte ich das lange, von Petrini entworfene Gebäude auf der Ostseite des Unteren Marktes, wie man es auf diesem alten Stich in der Mitte sieht:

      diathek.kunstgesch.uni-halle.d…k/durchl/jpg/04t2335d.jpg

      Anstelle des vor kurzem errichteten Müll-Baus, das die Erbauer Petrini-Haus nennen, stand vor dem Krieg ein Gründerzeitler und danach lange Zeit nichts.
      Jetzt, da ich die Bilder vom Kürschnerhof kenne, glaube ich, dass das Neue Rathaus, das man auf diesem Bild links neben dem Alten sieht:
      diathek.kunstgesch.uni-halle.d…k/durchl/jpg/04t2260d.jpg

      zumindest teilweise ein Zitat des alten Kürschnerhofs war. Der Teil in der Mitte mit der großen Erker mit Türmchen.

      Christine hat geschrieben:

      aber über Rekonstruktion wird hier nicht gesprochen.


      Das sollte sich dann schleunigst ändern!
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Re: Würzburg

      "christine" schrieb:


      ... Ich weiss nicht, ob euch bekannt ist, dass Würzburg eigentlich nicht wieder aufgebaut werden sollte, sondern als Mahnmal stehen bleiben sollte. ...
      ( http://www.architekturforum.net/viewtopic.php?f=3&t=1286&start=180" onclick="window.open(this.href);return false;">viewtopic.php?f=3&t=1286&start=180)
      Diskussion hierzu siehe dort
    • Re: Würzburg

      Folgende Fassadensanierung ist aktuell in Würzburg am Kürscherhof 3 fertiggestellt worden. Vor der Sanierung sah das Gebäude aus, wie die "Ruinen" links und rechts daneben. Denkmalschutz und Genehmigungsbehörden haben diesen Entwurf erst im dritten Anlauf genehmigt. Ursprünglich war noch mehr Zierat geplant, jedoch wollte man eine "Rebarockisierung" unter allen Umständen verhindern. Die im zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäude sollen demnach auf keinen Fall mehr in ihrer alten Pracht wiederentstehen. Man frönt in den verantwortlichen Ämtern als Alt-68er weiter dem tristen Funktionalismus und will Schönheit und Ästhetik auf jeden Fall verhindern. Daher Hochachtung an den Hauseigentümer der diese Fassade gegen alle Widerstände durchgesetzt hat.

    • Re: Würzburg

      "ingenieur" schrieb:

      Ursprünglich war noch mehr Zierat geplant, jedoch wollte man eine "Rebarockisierung" unter allen Umständen verhindern. Die im zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäude sollen demnach auf keinen Fall mehr in ihrer alten Pracht wiederentstehen. Man frönt in den verantwortlichen Ämtern als Alt-68er weiter dem tristen Funktionalismus und will Schönheit und Ästhetik auf jeden Fall verhindern.


      Es bleibt mir ein Rätsel, warum immer gerade die, die die Hebel in der Hand haben, absolut gegenteilig zu dem denken und agieren, was die Menschen wollen, die keine Entscheidungsgewalt besitzen. Warum befindet sich praktisch nie jemand unseren Denkschematas unter denen, die tatsächlich etwas bewirken können?
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Re: Würzburg, Kürschnerhof 3

      Kürschnerhof 3

      Danke für diese Information!

      Allerdings bin ich schonmal froh, wenn da nichts Aufdringlicheres auf's Dach kommt.

      Zum Thema Barock und Rebarockisierung: Die Häuserzeile zwischen Blasiusgasse und Kürschnerhof existierte ja ursprünglich nicht. Es war einfach eine breitere Marktstraße. Die Häuserzeile soll sich aus Marktständen entwickelt haben, die sich immer mehr etabliert haben, bis es schließlich feste Gebäude wurden. Weißt Du, ob dies überhaupt schon vor der Barockzeit war?

      OT: Ist jemandem schonmal aufgefallen, dass das Thermometer mit der großen digitalen Anzeige an der Ecke (Kürschnerhof 13) stets eine zu hohe Temperatur anzeigt?

      Übrigens wäre es schön, wenn Du ein etwas kleineres Bildformat beim Einbinden verwenden würdest. Sonst muss man bei jeder Zeile mit dem Schieberegler den Text hin- und herschieben, um ihn zu lesen.
    • Re: Würzburg

      "youngwoerth" schrieb:

      Es bleibt mir ein Rätsel, warum immer gerade die, die die Hebel in der Hand haben, absolut gegenteilig zu dem denken und agieren, was die Menschen wollen, die keine Entscheidungsgewalt besitzen. Warum befindet sich praktisch nie jemand unseren Denkschematas unter denen, die tatsächlich etwas bewirken können?


      Oh ja. Und das vor allem in einer Demokratie. Das sollte doch mal zum Nachdenken/Hinterfragen anregen, oder? :zwinkern:
    • Re: Würzburg

      Es bleibt mir ein Rätsel, warum immer gerade die, die die Hebel in der Hand haben, absolut gegenteilig zu dem denken und agieren, was die Menschen wollen, die keine Entscheidungsgewalt besitzen. Warum befindet sich praktisch nie jemand unseren Denkschematas unter denen, die tatsächlich etwas bewirken können?


      Weil man nur als scheinbar willenloser Folger der elitären Denkschemata überhaupt an die Hebel herankommt. Das Volk muss ver(ge)walt(ig)et und belehrt werden. Die Lehrer des Volkes sind immer nur unter sich gewesen.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Re: Würzburg

      @ingenieur

      Danke für diese aufschlussreiche und sehr wichtige Nachricht. Es ist bitter zu sehen, wie sich Genehmigungsbehörden im Verbund mit dem Denkmalschutz positiven Entwicklungen, die vom einfachen Bürger ausgehen, entgegenstellen. Ich vermute jedoch, dass dies nicht mehr allzu lange so weitergehen wird. Die Zeit arbeitet gegen die überkommenen Dogmen der Stadtplanungsämter und Denkmalschützer. Bereits in dieser Sanierung - und das muss positiv stimmen - deutet sich das Potential gezielter Fassadenumgestaltungen an - die "Rebarockisierung" hätte überdies ja noch sehr viel weitreichender ausfallen können. Es bleibt zu hoffen, dass sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten der viel kritisierte, standardisierte Wiederaufbau von Städten wie Würzburg und Nürnberg, der zwar bei weitem nicht der Bedeutung dieser Städte gerecht wird, durch den aber eben auch kein völlig neues Straßennetz geschaffen wurde und viele Bauten in alter Kubatur wiedererrichtet worden sind, am Ende doch noch auszahlen könnte.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Würzburg

      na ja, aber hand auf s Herz, was soll eine ahistorische Barockisierung? Noch dazu bei DIESEM inferioren Ensemble? Da wäre doch in jedem Fall Hopfen und Malz verloren gewesen.
      Wenn es für Wü eine Chance geben sollte, dann kann sie nur in einer vom innersten Kern betriebenen Reko liegen, nicht im Aufkleben pseudobarocker Versatzstücke an x-beliebige Schrottbauten. Damit macht man historisches Bewusstsein und Rekobestrebungen nur lächerlich.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)