Dresdner Bausituation

  • Die Farbgebung von AdF 16//17 verdient im Gegensatz zu Landhausstraße 2,4, Salomonisapotheke und Hotel de Saxe den größeren Respekt, da man sie schwerlich dem Vorwurf der Sterilität, Künstlichkeit und Überschminktheit aussetzen kann. Sie wirkt edel, zurückhaltend und unaufgesetzt. Für die Reko dieses Ensembles muß man wirklich allen Beteiligten ein großes Dankeschön sagen. Der Raumeindruck wird (hoffentlich sehr bald) bombastisch werden. Wie wird wohl das British Hotel neben dem sterilen Weiß von Landhausstraße 2 und diesem überzogenen aufdringlichen Rot der 4 wirken??


    Welch ein Unterschied zwischen Herrn Köckeritz´ Fassaden in der Salzgasse und der 18, die ja am Schluß doch nur als ein Abklatsch der Moritzstraße empfunden werden wird. Man wird sehen, wie lange das in dieser Form bestehen bleibt.

  • Quote

    BerlinFan hat Folgendes geschrieben:
    Wie wird das Areal zwischen dem Quartier III und dem Polizeipräsidium bebaut?


    Aviller hat geschrieben:
    Das wüsste ich auch gerne. Mit der besseren wirtschaftlichen Situation, müsste man doch gute Investoren finden, die das Areal auf vernünftig aufbauen.


    Immer mit der Ruhe Leute, besser etwas mehr Zeit und gute (d.h.kleinere Privatinvestoren)als Großinvestoren.
    Das Palais Hoym wird aber wohl nur von einem Großinvestor gebaut werden können.

  • Quote from "Aviller"

    Das wüsste ich auch gerne. Mit der besseren wirtschaftlichen Situation, müsste man doch gute Investoren finden, die das Areal auf vernünftig aufbauen.


    Das Quartier wird wohl wenig historisch aussehen. Nur das Palais Hoym (Landhausstraße) und die Rückfassade (Rampische Straße) stehen zur Rekonstruktion.


    Zu BerlinFans Frage: Die Farbgebung könnte endgültig sein, aber wir müssen noch ein paar Tage Geduld haben. Wenn die Gerüste fallen, halte ich euch natürlich auf dem laufenden.

  • Quote from "Weingeist"

    Die Farbgebung von AdF 16//17 verdient im Gegensatz zu Landhausstraße 2,4, Salomonisapotheke und Hotel de Saxe den größeren Respekt, da man sie schwerlich dem Vorwurf der Sterilität, Künstlichkeit und Überschminktheit aussetzen kann. Sie wirkt edel, zurückhaltend und unaufgesetzt.


    Die Farbgebung einiger Gebäude am Neumarkt wirkt auf mich wirklich nicht sehr authentisch.
    Das bunte Nebeneinander finde ich teilweise unschön. AdF 16/17 ist eine neue Qualität am Neumarkt, die hoffentlich Nachahmer findet.
    Das wichtigste ist aber, dass die historischen Fassaden zurückkehren und unter dem Gesichtspunkt ist die Fassadenfarbe nebensächlich.

  • Quote from "Kindvon2dresdnern"

    Hallo-- es gibt ja doch so was wie ein Spitzdach :D


    Da bin aber auch überrascht - im positiven Sinne! Die Flachdächer waren doch einer der Hauptkritikpunkte am Q III (neben
    Betonbauweise, Fassadendoppelung und scheußlichen Füllbauten).
    Hat Baywobau wenigstens hier auf die Kritik reagiert?


    Ein dickes Lob für AdF 16/17 (mit Ausnahme der blechverkleideten Brandmauer - was soll das eigentlich bezwecken?).
    Und ein Pfui an den Architekten des Nachbargebäudes! Es entwertet
    die wunderbare Reko AdF 17 regelrecht - wieso konnte man sich nicht wenigstens zu einem gemäßigten Füllbau wie an der
    Landhausstraße durchringen?

  • Quote

    Ein dickes Lob für AdF 16/17 ...
    Und ein Pfui an den Architekten des Nachbargebäudes! Es entwertet
    die wunderbare Reko AdF 17 regelrecht - wieso konnte man sich nicht wenigstens zu einem gemäßigten Füllbau wie an der
    Landhausstraße durchringen?


    Weil das Stadtplanungsamt es so wollte?

    Architektur sollte gefallen - ganz ohne umständliche Erklärungen.

  • Quote from "Schloßgespenst"

    Da bin aber auch überrascht - im positiven Sinne! Die Flachdächer waren doch einer der Hauptkritikpunkte am Q III (neben
    Betonbauweise, Fassadendoppelung und scheußlichen Füllbauten).
    Hat Baywobau wenigstens hier auf die Kritik reagiert?


    Das glaube ich kaum. Ich vermute ganz stark, dass es sich hierbei um ein Flachdach mit am First aufgesetzter Spitze handelt.


    Wenn im Hofbereich nicht eine extrem große Terrasse gebaut wird, kann es laut diesem Bild kein Spitzdach gaben:


    http://www.neumarkt-dresden.de…lder07/bilder-09-07/8.jpg


    Eher wird es annähernd diesem Zustand entsprechen:


    http://www.neumarkt-dresden.de…ettbewerb/kretzschmar.jpg


    Zumindest wird aber aus der Bodenperspektive der Eindruck vermittelt, es handele sich um ein Spitzdach.

  • Man höre und staune! Und dieses von der SZ? Ich bin kurz sprachlos :keine ahnung:

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Quote from "Armin"

    Man höre und staune! Und dieses von der SZ? Ich bin kurz sprachlos :keine ahnung:


    Aber schrecklich zu sehen, was da teilweise für ein Scheiss "hingerotzt" wird. Alles Millionen-Projekte. Gebäude mit zumindest rekonstruierter Fassade und/oder Anlehnung an den historischen Stadtgrundriss und der historischen Parzellenstruktur wäre sicherlich nicht viel teurer gewesen. Traurig! :(


    Warum dehnt man das städtebauliche Konzept des Neumarkts nicht auf die ganze Stadt aus?

  • Aber trotz aller angebrachten Kritik muß ich jetzt einfach mal sagen,(auch zum Tag der Deutschen Einheit) daß ich es grandios finde, wie sich Dresden seit der Wende entwickelt hat.
    Als ich 1988 zum ersten Mal zu den Tagen Zeitgenössischer Musik nach Dresden gefahren bin, hat mich an der grauenhaft grauen Innenstadt außer dem Theaterplatz nichts, aber auch gar nichts in irgendeiner Form begeistert. Das Schloß / Tachenbergpalais / Kurländer Palais waren Ruinen. Altmarkt und vor allem Neumarkt eine wüste Leere , Bahnhof im Nichts , alles wirkte dreckig und heruntergekommen.
    Man schaue sich heute um. Wo in der Welt gibt es eine Stadt mit so viel Potential, die täglich schöner wird. Sicher ist nicht alles für die Ewigkeit gebaut, aber selbst die Bebauung am Wiener Platz wirkt auf mich mitteleuropäisch - großstädtischer als die vormalige grüne Wiese mit Thälmanndenkmal.
    Die Touristen strömten auch vor 10 Jahren schon nach Dresden, aber, was gab es da alles noch nicht : kein Neues und Altes Grünes Gewölbe, keine Frauenkirche, kaum Einkaufsmöglichkeiten, keine Altstadt.
    Und nun entsteht in ein paar Jahren hinter der grandiosen Elbkulisse eine komplette, fast originalgetreu rekonstruierte Altstadt zusätzlich zu all den schon bestehenden Kostbarkeiten.
    Das ist in der heutigen Zeit weltweit einmalig und ... mußte einfach mal gesagt werden. :)

  • Quote

    Armin hat Folgendes geschrieben:
    Man höre und staune! Und dieses von der SZ? Ich bin kurz sprachlos keine Ahnung


    Wobei ich glaube, dass gerade die Schlussfolgerung im letzten Satz eher auf den vom Verfasser erwünschten Bau des Gewandhauses abzielt.

  • Quote from "Vossi"

    Aber trotz aller angebrachten Kritik muß ich jetzt einfach mal sagen,(auch zum Tag der Deutschen Einheit) daß ich es grandios finde, wie sich Dresden seit der Wende entwickelt hat.
    Als ich 1988 zum ersten Mal zu den Tagen Zeitgenössischer Musik nach Dresden gefahren bin, hat mich an der grauenhaft grauen Innenstadt außer dem Theaterplatz nichts, aber auch gar nichts in irgendeiner Form begeistert. Das Schloß / Tachenbergpalais / Kurländer Palais waren Ruinen. Altmarkt und vor allem Neumarkt eine wüste Leere , Bahnhof im Nichts , alles wirkte dreckig und heruntergekommen.
    Man schaue sich heute um. Wo in der Welt gibt es eine Stadt mit so viel Potential, die täglich schöner wird. Sicher ist nicht alles für die Ewigkeit gebaut, aber selbst die Bebauung am Wiener Platz wirkt auf mich mitteleuropäisch - großstädtischer als die vormalige grüne Wiese mit Thälmanndenkmal.
    Die Touristen strömten auch vor 10 Jahren schon nach Dresden, aber, was gab es da alles noch nicht : kein Neues und Altes Grünes Gewölbe, keine Frauenkirche, kaum Einkaufsmöglichkeiten, keine Altstadt.
    Und nun entsteht in ein paar Jahren hinter der grandiosen Elbkulisse eine komplette, fast originalgetreu rekonstruierte Altstadt zusätzlich zu all den schon bestehenden Kostbarkeiten.
    Das ist in der heutigen Zeit weltweit einmalig und ... mußte einfach mal gesagt werden. :)


    Das stimmt absolut - auch ich war begeistert, als ich im Juli in Dresden war.


    Aber umso mehr ist es wichtig, es dauerhaft im Bewußtsein zu verankern, welche Baumaßnahmen und Entscheidungen so glücklich waren. Nicht daß es jetzt damit losgeht, wie z. B. in Nürnberg nach einigermaßen glücklichem Wiederaufbau in den 60er Jahren, daß man sich nicht mehr an das Konzept gebunden hält.


    Wenn die Quote der Dresdner in diesem Forum repräsentativ für das Engagement der Bürger dort ist, habe ich aber guten Mut, daß wenigstens nichts unversucht gelassen wird, um künftige Bausünden zu verhindern.

  • Vossi. Ganz einig. Dresden ist imdessen schon mehr dann eine reine "Kulissenstadt". Wenn später auch noch die Gebieten um der Ring saniert und die Neustädter Markt, renoviert und rekonstruiert werden, dann wird Dresden vielleicht wieder an erster Stelle mit z.B. Prag oder Wien stehen.


    Dann vielleicht noch einige schöne Reko's an der Elbe entlang.....am Postplatz oder in der Umgebung der Bahnhof....


    Ja Dresden ist heute schon etwas besonderes, aber es gibt leider nur 1 teils rekonstruierter Platz und einige schöne Strassen (in der Neustadt). Dresden hat ein schönes herz aber immer noch wenig "Körper".


  • Also ehrlich gesagt gefällt mir der Siegesentwurf noch am besten. Platz 2 und 3 sehen eigentlich wie langweilige 50er/60er Jahre Neubauten aus (bis auf die Fenster).

  • Mir gefällt die zu Realisierung bestimmte Fassade auch sehr gut. Nur weil sie zeitgenössisch ist,muß sie nicht schlecht sein. Wenn man der Plane glauben kann,bekommt sie auch eine schöne Strukturierung. Die Farbgebung find ich auch ansprechend.

  • Ich möchte saibo zustimmen. Mir ist diese Fassade auch ein Dorn im Auge. Nicht weil sie auffallend schlecht ist - sie ist im übrigen nicht besonders modern, sondern verbindet typische überholte modernistische Elemente - sondern weil sie an sehr prägnanter Stelle im Platzgefüge einen Raum einnimmt, für den diese Architektursprache in Nachbarschaft zur Frauenkirche nicht bestimmt ist. Ich hoffe, wie bei den 3 anderen modernistischen Lückenfüller im Quartier 3, über deren Gestaltung weitgehender Konsens herrscht, dass auch diese langfristig umgestaltet wird und eine traditionelle Erscheinung erfährt. Den bestmöglichsten Entwurf hatte saibo ja bereits in Erinnerung gerufen und wäre da nicht die Dresdner Stadtverwaltung mit ihrem Faible für Brüche und provinzielle, modernistische Architektur am Neumarkt, so könnte auch in Quartier 3 eine geschlossene historische Häuserreihe entstehen. Diese minderwertige, modernistische Architektursprache entwertet die angrenzenden Fassadenrekonstruktionen ungemein. Es wird einmal eine sehr spannende Aufgabe sein, diesen modernistischen Gebäuden rund um den Neumarkt eine traditionelle Erscheinung zu verleihen, ohne sie gleich komplett abzureißen...hier könnte sich neue traditionelle Architektur unter Beweis stellen, wo eine Rekonstruktion nicht (mehr) möglich ist...





    Außer dem gläsernen Passageneingang in schwacher modernistischer Architektursprache wäre diese Ansicht das Angemessenste und wäre es nach Herrn Dietze gegangen, wäre das vielelicht auch so realisiert worden nach der Kritik...aber nicht mal das Gebäude ganz links wird wohl diese schmückenden, ornamentalen Fensterüberdachungen erhalten...na ja, vielleicht wird das ganze schon in ein paar Jahren verbessert...irgendjemand schon Ideen für einen angemessenen Passageneingang? :gg:

  • @ Stefan


    Also ich finde den jetzt ausgeführten Entwurf wirklich nicht schlecht. Denke auch, er wird durch die Fassadengestaltung und die Materialwahl (Holztüren, wenn ich mich nicht täusche) einiges kompensieren.
    Und soweit ich informiert bin, wird auch der Neorennaissance-Schmuck am Eckbau Neumarkt 4 kommen. Bei ihren Stuckarbeiten hat die Baywobau bisher (siehe Landhausstraße) wirklich gute Arbeit geleistet. Der Glaseingang, Betonbauweise und die Aufstockungen von AdF 18 und 19 sind natürlich trotzdem sehr ärgerlich.

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • hallo,
    man wird das Gefühl nicht los, dass immmer irgendwo etwas kaputtes in die Architektenentwürfe hhineinmuss. Wie kann man nur so eine Glasfassade zwischen derartige fassaden bauen ?