Dresdner Bausituation

  • Hallo,


    Aber welchen klassische Formen sehe ich hinter das Haus des Buches im letzten Bild? Ist das noch einen Altbau???


    Am Ring werden heute neue Hotels entworfen. Die erste Eindruck ist: ein bischen Kolhoff, doch auch wieder etwas von der phantasielose Klotzen die am Altmarkt gebaut wurden.
    Ja es kann noch schlimmer aber ich sehe keinen Neubauten die an der Vergangenheit oder ehemalige grossartige Architektur Dresdens anknüpfen versuchen.


    Schade und nochmals schade. Es bleibt unvermindert eine schlechte Immitation von Bauten in Frankreich oder Washington.


    Was haben die Architekten die letzte Jahrzehnten eigentlich gelernt?
    Warum sind Barocke Formen, Viktioriahaus oder Zentral Theather wie Todesgesagt? Die Neubau kann doch bestimmt diese (runde) Formen benützen? Wo bleiben die Details? Die Ornamenten?

  • Quote

    Aber welchen klassische Formen sehe ich hinter das Haus des Buches im letzten Bild? Ist das noch einen Altbau???


    Ja, das ist das Gebäude der "Dresdner Bank".

    Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.


    Oscar Wilde (1854-1900)

  • @uaoj36: hier nochmal ne aufnahme von besagter dresdner bank. eines der wenigen gebäude im 26 ring, die nach den bombenangriffen wieder hergerichtet wurden.

  • Quote from "Aenos"

    Mit Dachterrassen könnte ich gut leben. Ein richtiges Dach ist ja trotzdem vorhanden und die Terrasse ist etwas, was sich benutzen lässt; viel besser als der Kies auf dem Q4.


    --
    Aenos


    Ja, nur sieht es zur Zeit so aus, als ob die Terrassen das Flachdach nur verkürzen. Also nicht so wie Q2 mit einem angedeuteten Spitzdach und dann die Terrasse, sondern Ziegeldach - Flachdach - Kante - Terasse. Kann aber auch täuschen, deshalb warten wir es ab, bis das Dach gebaut wurde. Ändern können wir es so oder so nicht.

    Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.


    Oscar Wilde (1854-1900)

  • Quote from "Mjölnir"

    Auch wenn ich jetzt sicher Prügel kriege, aber das "Haus des Buches" ist meiner Meinung nach der beste Neubau im Zentrum. Es überzeugt durch den schönen Schwung zur Prager hin und auch durch die hochwertigen Materialien. Kurz mir gefällt es.


    Meine Rede! Wunderbares Gebäude, das ich auch jedes Mal, wenn ich in der Stadt einkaufen bin, bewundere. Wie erschreckend einfallslos doch dagegen die aktuellen Bauprojekte in der Innenstadt (ohne Neumarkt natürlich) wirken. Da wird ständig bei diversen Architekturveranstaltungen, auch von der GHND, mehr Qualität bei Neubauten im Zentrum gefordert - die das "Haus des Buches" zeigt - und am Ende kommen Fassaden heraus, die fünfjährige in zwei Minuten auf ein Stück Papier kritzeln können (Hotels Herzogin Garten, Holiday Inn).


    Nun gut, hier noch eine ältere (04/2005)Ansicht des Dresdner Bank Gebäudes von Süden (Dr.-Külz-Ring)




    Beim Dach des QIII muss man erstmal abwarten. Momentan sieht es weniger schlimm aus als befürchtet, aber vielleicht täuscht der Eindruck. Letztendlich sind mir alle Flachdächer, Betonbauweisen und ahistorische Fassaden egal, solange nur das GH nicht gebaut wird!

  • Bin ich doch nicht der Einzigste hier, dem ein moderner Bau gefällt. :lachen:
    Den SAP-Kubus am Postplatz hast Du bei Deinen Beispielen noch vergessen. Den hätte ich so auch in 2 Minuten auf ein Stück Papier malen können - ich glaub ich hab den Beruf verfehlt.


    Das Gebäude der Dresdner Bank ist ja leider das einzigste Gründerzeit-Gebäude im Zentrum (vom Rathaus als Solitärbau mal abgesehen) und steht somit recht einsam in der Gegend rum. Von dem ganzen geschlossenen Ensemble ist nix mehr da - traurig. :weinen:
    Auch das großartige Bismark-Denkmal, welches davor stand, wurde ja nach dem Krieg abgerissen. :weinen:


    Quote

    Letztendlich sind mir alle Flachdächer, Betonbauweisen und ahistorische Fassaden egal, solange nur das GH nicht gebaut wird!


    Zustimmung, denn egal wie gut alle anderen Bauten sind, das GH würde alles andere am Platz regelrecht erschlagen - es drängt sich optisch und auch lagemäßig in den Vordergrund und beherrscht somit jede Ansicht auf den Platz.

    Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.


    Oscar Wilde (1854-1900)

  • @Allen.


    Wir reden hier lächerlich über "5 Minuten Architektur", aber leider stimmt dass auch......eine Kube ist in Sekunden gezeichnet, also mit CAD in 1 Sekunde da, die Fenster mit regelmässigen Abständen in ein Flach einzeichnen kostet auch 1 Sekunde. Dann soll noch der Platz der Eingangstüren angegeben werden und die Farbe, Materialen der Aussenseite/Dach gewählt werden. Dach ist Flach, Schräg oder Staffelgeschoss (mehr Varianten gibt es heute nicht). Das alles kostet mit einige Erfahrung ungefähr 5 Minuten (inklussive einige Korrekturen, Verschiebungen der Türen, Fenster). Default sind eingestellt: Flaches Dach, Sprossenlose Fenster usw.


    Die heutige Komputer-programme für Architektur lieferen einfach 1000 standard Entwürfe, die können angepasst und angeboten werden beim Wettbewerb. So einfach ist es eigentlich!!!


    Klar. Was machen denn Architekten während die 5 bis 6 Jahre lange Studium? Kneipe-Besuch, Auslandreisen machen, CAD-kursen.

  • Quote from "Bert"

    Hallo zusammen,


    auf http://www.frauenkirche.de/webcam">http://www.frauenkirche.de/webcam könnt Ihr sehen, dass beim QIII jetzt wie bei den Quartieren Q1 und VVK Planen mit den Fassaden angebracht werden.
    Bert


    Schade, das Bild vermittelt den Eindruck, das Eckhaus würde tatsächlich mit der originalen (und nicht mit der gespiegelten) Fassade gebaut, da nur der "richtige" Teil als Fassadennachbildung zu sehen ist. Aber die wollen nur mit Werbung die Kasse etwas aufbessern... :(

  • Quote from "Mjölnir"

    Einzigste


    Autsch! ;)

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • @ Schloßgespenst


    warum denn schon wieder so negativ. Gegen die Werbung ist temporär doch nichts einzuwenden. Wird heute überall so gemacht. Und was die Fassadenspiegelung angeht, hätte ich mir auch den originalen Zustand gewünscht, aber Dietze hat mit der verdoppelten Fassade eine weitere moderne Fassade verhindert. Außerdem hätte alles wesentlich schlimmer kommen können. Man sollte sich bei allen Problemen erst mal freuen statt immer alles schlecht zu reden. Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass so etwas möglich wäre.

  • Quote from "Wissen.de"


    ...aber Dietze hat mit der verdoppelten Fassade eine weitere moderne Fassade verhindert.


    Ist die Frage, was besser wäre. Mir wäre eine historisch korrekte Reko und ein moderner Kompromiss lieber als eine ahistorische Phantasieschöpfung. Denn die moderne Fassade hätte man u. Umständen mal ersetzt - aber so?

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Booni schrieb:

    Quote

    Ist die Frage, was besser wäre. Mir wäre eine historisch korrekte Reko und ein moderner Kompromiss lieber als eine ahistorische Phantasieschöpfung. Denn die moderne Fassade hätte man u. Umständen mal ersetzt - aber so?


    Alles ist mir lieber als moderne Kompromisse... :zwinkern:

  • @ Booni


    als ob dir die Böttcher Fassade lieber gewesen wäre. Diese Negativstimmung ist echt nervig. Das Gewandhaus wäre wirklich schlimm. Wenn man da meckert, kann ich das gut verstehen. Aber lieber eine doppelte Fassade als eine Glaswand. Und auch wenn man sich über Beton, Flachdächer etc. sicher aufregen kann. Man sollte auch mal das sehen, was erreicht wurde. Und das ist ne ganze Menge.

  • Tja.. Ansichtssache... mir wäre die Böttcherfassade lieber gewesen. Aber maybe, ich versuche hier nicht zu überzeugen, zumal es eh schon zu spät ist. Die Hausverdoppelung wird bei mir allerdings keine Akzeptanz finden.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Das ist doch nicht dein Ernst. Historisch betrachtet waren solche Veränderungen doch alltäglich. Häuser werden aufgestockt (siehe Haus Zur Glocke), Dächer abgerissen und neu gebaut (Rampische Gasse 1) oder es wurden ganze Häuser zusammengelegt (Hotel de Saxe). Wo ist denn das Problem. Diese pendantische Unnachgiebigkeit ist doch weltfremd. Immer wird alles kritisiert und wenn das eine erreicht wurde wird wieder etwas gefunden über das man sich künstlich aufregen kann. Es bisschen mehr Realitätsnähe täte manchen hier gut. :lachen:

  • Uh! Was muss ich da sehen! Nicht noch eine moderne Fassade!


    Ich hoffe das ist nur ein Fehler oder so... :weinen:


    Edit:
    Kein Grund zur Sorge. Habe mir nochmal die Fassade im Rohbau angesehen. Diese Eine moderne Fassade kann gar nicht an dieser Stelle entstehen. Ist nur für die Doppelfenster gedacht! :-)

  • Ist sicher nur ein Fehler. Soweit ich mich recht erinnere sind unter der Plane 4 gleichgroße Doppelfensterreihen bis zu dem Vorsprung zum nächsten Haus,d.h. die 5reihige modern angepaßte Fassade würde gar nicht dahin passen.


    Wer ganz sicher gehen möchte,kann ja hier mailto:baywobau.dd@t-online.de">baywobau.dd@t-online.de mal nachfragen.


    Nachtrag: Ich stimme voll überein mit den letzten Beiträgen von Wissen.de. Wer hätte vor 10-20 Jahren zu träumen gewagt was heute am Neumarkt in Realität passiert? Ich nicht. Man muß immer zu Kompromissen bereit sein.