Dresdner Bausituation

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    Mal ne Frage an die Bauexperten: ist es eigentlich ratsam, bei den derzeitig herrschenden Temperaturen (tags nicht über 0, nachts unter -10 °C) Dachstühle zu versetzen (VVK)? Oder ist Holz da - im Gegensatz zum flüssigen Beton und Mörtel - nicht so empfindlich? Man sieht, dass Haus Rampische Straße 5 nicht weitergebaut wird; vermutlich aus diesem Grund.


    Bei Holz-/ Stahlverbindungen sehe ich da keine Probleme, das sind "trockene" Verbindungen". Betoniert werden kann bis etwa -5 °C, da der Beton beim Abbinden, das ja ein chemischer Prozess ist, selbst Wärme abgiebt. Mauern ist bei Frost allerdings nicht ratsam, der Mörtel gefriert schneller, als dass er abbindet, und bindet dann erst nach Aussetzen des Frostes. Dann hat man u. U. schon mehrere Schichten gemauert, und in den unteren Steinreihen wird beim Auftauen durch das Gewicht der Steine der zunächst wieder flüssig werdende Mörtel herausgedrückt, die Folge wären Geometrieabweichungen der Bauteile.
    Unabhängig davon finde ich es eine Zumutung für jeden Handwerker, ohne größere Not bei so extremen Bedingungen arbeiten zu müssen... Insgesamt wundere ich mich über die Zeitplanung, gewöhnlich ist man bestrebt, Neubauten bis zum Herbst "unter Dach und Fach" zu bekommen...

    Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...

  • Hannoveraner, danke einmal wieder für deine kompetenten Antworten. Ich dachte bisher, Beton dürfte nur bis zum Nullpunkt gegossen werden. Aber bei diesem Material gibt es ständig Weiterentwicklungen...


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    Nach einem Monat gibt es von mir wieder einen Baubericht bei strahlend blauem Himmel vom Hauptbahnhof und dem Neumarkt.


    Zuerst der Hauptbahnhof. Hier wartet die Kuppel der Osthalle auf die Verkleidung, ebenso wie die beiden Ecktürmchen (die wohl als Ablufttürme dienen sollen), die komplett aus Beton gegossen wurden und nach Abnahme des Baugerüstes etwas verloren im Raum stehen.






    Kommen wir zum Neumarkt. Zuerst eine Gesamtansicht der Dachgeschosse des Prisco-Areals zum Neumarkt, mit dem GHND-Pavillon im Vordergrund:




    Augustusstraße:


    An der Frauenkirche:




    Seit Tagen und Wochen warte ich nun auf die "Rückkehr des Königs" Albert auf seinen Sockel vor dem HdS. Die Granit(?)-Platten des Sockels wurden abgeschlagen, nachdem sie doch erst im letzten Jahr montiert wurden. Die derzeitige Situation verspricht also keine allzuschnelle Rückkehr der Statue.




    Ansichten der Arbeiten der Erdgeschosszone am Hotel de Saxe:





    Die Tiefgarageneinfahrt ist nun auch frei von Sichtbeton - alles wurde überpinselt:



    Und hier noch einige Ansichten der VVK-Baustelle:





  • Herzlichen Dank.


    "Zuerst eine Gesamtansicht der Dachgeschosse des Prisco-Areals zum Neumarkt"


    Ich weiß nicht so recht, aber irgendwie sieht dieses Schornstein- und Gauben-Defilee nicht optimal aus.


    "Die Tiefgarageneinfahrt ist nun auch frei von Sichtbeton"


    Eine Verbesserung, aber hässlich bleibt's.


    "Und hier noch einige Ansichten der VVK-Baustelle"


    Darauf kann man sich wirklich freuen. :)

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Bei dem König Albert Denkmal hatte ich vor längerer Zeit schon einmal festgestellt, daß der Sockel (im Vergleich zu alten Aufnahmen) um 45 Grad gedreht aufgebaut wurde. Anscheinend hat man das jetzt gemerkt und baut den Sockel um. Sieht ganz nach einem Schildbürgerstreich aus.


    Beim Q1 bin ich mal gespannt, ob auf die runde Ecke des Hotels noch das schmiedeeiserne Gitter kommt, das gäbe der etwas monotonen Abfolge der Schornsteine einen besonderen Akzent.

  • Danke Harmonica für die tollen Bilder.


    Quote

    "Die Tiefgarageneinfahrt ist nun auch frei von Sichtbeton"


    Eine Verbesserung, aber hässlich bleibt's.


    Diese Kröte schluckt man doch gerne, wenn dafür der Neumarkt ohne parkende Autos bleibt!

  • Aus der heutigen SZ (in der auch noch was zum Schütz-Haus steht - wissenswert? Kindvon2dresdnern?) zum Sockel:


    Quote

    Ihnen fiel auf, dass der Sockel für das Friedrich-August-Denkmal erst stand und dann wieder entfernt war. Es mussten noch Korrekturen am Standort vorgenommen werden, so der zuständige Bauträger des Hotelkomplexes, damit das Denkmal dann am 31. März einen sicheren Platz hat.



    Ups, und gerade merke ich, dass ich gestern unsere Könige durcheinandergebracht habe. Der Sockel gehört natürlich Friedrich August II. und nicht König Albert.



    Antiquitus


    Was stört dich an den Schornsteinen und Gauben? Die regelmäßige Anordnung? Die Anzahl der Gauben? Da scheinbar der Ursprungszustand rekonstruiert wurde, ist die Gaubenanzahl anders als man es von den Fotos vor 45 her kennt. Abwarten, ob das Geländer kommt und dann lieber den Gesamteindruck nach Abnahme der Planen beurteilen.

  • König Friedrich-August II (1797-1854) war der Onkel von König Albert.
    Er ist bei einem Kutschen-Unfall im Tirol tödlich verunglückt.

  • "Abwarten, ob das Geländer kommt und dann lieber den Gesamteindruck nach Abnahme der Planen beurteilen."


    Das stimmt allerdings.
    Bislang wirken die Schornsteine und Gauben so unruhig, höckrig und etwas unpassend. Aber mal sehen...

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
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  • Quote from "Harmonica"

    Aus der heutigen SZ (in der auch noch was zum Schütz-Haus steht - wissenswert? Kindvon2dresdnern?) zum Sockel:


    :? Sorry aber das einzige, was ich fand war bezüglich der schon bekannten Verkäufe:


    Quote

    ...Die Stadt und die Woba Dresden haben jetzt ein Neumarkt-Grundstück an der Kleinen Kirchgasse verkauft. Für das als Quartier V/2 bezeichnete Areal zahlt das Martinshof Diakoniewerk aus Rothenburg in Sachsen rund 3,7 Millionen Euro. Es will die Leitbauten Heinrich-Schütz-Haus und Köhlersches Haus errichten. Der Käufer ist seit mehr als 100 Jahren in dem Oberlausitzkreis diakonisch tätig. Geplant ist eine Seniorenresidenz mit etwa 50 edlen Wohnungen, aber auch Gastronomie- und Wellnessangeboten. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein und ist abhängig von archäologischen Grabungen, deren Ergebnisse den Bau beeinflussen können.


    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1079623

  • Ahh, jetzt habschs :zwinkern:


    Quote

    Neumarkt. Das Rentner-Ehepaar Busch aus Coschütz verfolgt aufmerksam das Baugeschehen am Neumarkt. Ihnen fiel auf, dass der Sockel für das Friedrich-August-Denkmal erst stand und dann wieder entfernt war. Es mussten noch Korrekturen am Standort vorgenommen werden, so der zuständige Bauträger des Hotelkomplexes, damit das Denkmal dann am 31. März einen sicheren Platz hat.


    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1079763\r
    http://www.sz-online.de/nachrichten/art ... id=1079763


    Mehr steht nicht drinne!

  • Quote from "Kindvon2dresdnern"

    :? Sorry aber das einzige, was ich fand war bezüglich der schon bekannten Verkäufe:


    ...



    Ja, das war glaube ich auch was ich suchte. Wohl nur eine kleine Notiz.




    Ich habe jetzt Bilder von einem Neubau eines Altenheimes, dem "Seniorenzentrum Bürgerwiese", etwa auf halbem Weg zwischen Prager Str. und Großer Garten gelegen. Entgegen der unsäglich hässlichen Klötzchenarchitektur kürzlicher Neubauten dieser Art in Dresden (Commeniusplatz und Weißkopf-Platz in Plauen), besticht dieses Gebäude durch mehr architektonischen Einfallsreichtum. Sogar Ornamentik in Form von gemalten Blumenmustern ist vorhanden.






  • Scheint aber immer noch Zeilen- statt Blockrandbebauung zu sein, sonst aber wirklich ganz nett wenn auch noch weit entfernt von der Qualität gründerzeitlicher Architektur.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Endspurt im Erlweinspeicher


    Am 15. Mai will Betreiber Maritim das Kongresshotel eröffnen.


    Quote

    Direkt am Lift in der zweiten Etage verlegen Handwerker goldglänzende Steinplatten aus dem vorderindischen Kaschmir. „Bloß gut, dass das jetzt klappt. Die Schiffsladung mit den fünf Containern voller Steine war beim Zwischenstopp in Südafrika erst einmal verloren gegangen, ein logistisches Problem“, plaudert Hoteldirektor Gerhard Riegger. In den Gängen sind die Teppichböden verlegt, in den angrenzenden Zimmern und Suiten werden hinter 120 Kilogramm schweren Türen gerade die Möbel aufgebaut.


    Am 15. Mai will er um elf Uhr sein Hotel aufschließen. [...]


    Von der großen Hotelhalle, die unter dem Glasdach einen Blick auf die neun Stockwerke des ehemaligen Speichergebäudes gewährt, geht es zur Piano-Bar. Klein und intim wirkt hier der runde Tanzboden. Er ist wie die Decke in einem dunklen Weinrot gehalten. „Die Verträge mit Pianisten beispielsweise aus Schottland, den Philippinen und Kanada haben wir schon für das erste Jahr vereinbart. Monatlich soll das Programm wechseln“, sagt Riegger. Auch die beiden kleinen Läden und das Friseurgeschäft hat er vermietet. Im Untergeschoss bauen Handwerker gerade Saunen und Dampfbad sowie das sechs mal zwölf Meter große Schwimmbecken aus. Darüber gibt es übrigens einen Sternenhimmel.


    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1083126\r
    http://www.sz-online.de/nachrichten/art ... id=1083126


    Hier noch 2 Bilder:


    http://www.sz-online.de/bilder/2006_02/gr_1083126_3.jpg\r
    http://www.sz-online.de/bilder/2006_02/gr_1083126_3.jpg


    http://www.sz-online.de/bilder/2006_02/gr_1083126_4.jpg\r
    http://www.sz-online.de/bilder/2006_02/gr_1083126_4.jpg
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  • Und dann noch etwas für die, die mal ihre Meinung zum Dresdner Baugeschehen loswerden wollen:


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    Bettina Klemm erwartet Dienstag von 10 bis 12 Uhr Ihren Anruf unter: 48 64 22 55
    Haben Sie Fragen zum aktuellen Geschehen in Dresden? Anregungen? Wollen Sie einfach mal Ihre Meinung loswerden? Oder jemandem danken? Wir versuchen, Ihnen zu helfen.
    mailto:klemm.bettina@dd-v.de">klemm.bettina@dd-v.de

  • "Ich habe jetzt Bilder von einem Neubau eines Altenheimes, dem "Seniorenzentrum Bürgerwiese", etwa auf halbem Weg zwischen Prager Str. und Großer Garten gelegen. Entgegen der unsäglich hässlichen Klötzchenarchitektur kürzlicher Neubauten dieser Art in Dresden (Commeniusplatz und Weißkopf-Platz in Plauen), besticht dieses Gebäude durch mehr architektonischen Einfallsreichtum. Sogar Ornamentik in Form von gemalten Blumenmustern ist vorhanden. "


    Gar nicht so schlecht, wenn man zudem bedenkt, dass das Wetter mies war und die Umgebung noch Baustelle ist.
    Aber zum einen fehlt mal wieder eine anständige Sprossung und zum anderen mag ich diese ausgehölten Löcher an Ecken nicht (trotz der (schlichten) Säule).

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Das Altersheim wirkt vom Stil her zwar eher, wie eine Farienanlage am Mittelmeer, aber an sich, so als Lückenfüller in einer Blockrandbebauung ist das absolut ausreichend!

  • In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen (siehe Neumarkt-Thread und aktuelle Bilderserie auf neumarkt-dresden.de) hier zwei Bilder vom heutigen späten Nachmittag zum Abriss der Keller auf dem Grundstück "An der Frauenkirche 16/17". Wie Thomas Kantschew schreibt, sollen die Steine aber im Neubau integriert werden - ob sie dann dort auch an gleicher Stelle liegen werden und wie sich das Gewölbe dann präsentieren wird, bleibt abzuwarten.





    Erfreulicherweise ist Friedrich Augusts Sockel wieder zusammengesetzt, jetzt fehlt nur noch die Statue: