Das alte Dresden in Farbe

  • Mir ist schon klar, dass er das letzte Bild in seinem Beitrag meint. Es zeigt die Rudolf-Leonhardt-Straße im Hechtviertel. Das Eckhaus im Vordergrund wurde übrigens - wenn auch vereinfacht - wieder aufgebaut - im “Kommunismus

    Sicher? Ich seh ja auch, das Haus rechts mit den runden Balkonen hat große Ähnlichkeit. Und auch das Eckhaus an der Erlenstraße kann man verorten (ich glaub ja auch gern, dass das auf der anderen Seite der Erlenstraße mit Kuppel nur noch als Torso steht)


    https://www.google.com/maps/@5…aZsYhA!2e0!7i13312!8i6656


    Was mich aber stutzig macht:
    Zähle mal die Häuser ab dem Haus mit den runden Balkonen. Auf dem alten Bild wären es drei Häuser bis zur Erlenstraße. Heute dagegen sind es sechs! Das kann doch irgendwie nicht hinhauen.

  • es ist die Fritz-Reuter-Str. / Ecke Johann-Meyer-Str.

    Das passt schon deutlich besser. Und das das eigentlich total zerstörte Eckhaus wurde tatsächlich (vereinfacht) wieder aufgebaut.

  • Richtig, es ist die Reuterstraße. Da habe ich leider die Straßennamen verwechselt. Mein Fehler!

  • Ist aber auch am S-Bahnhof Bischofsplatz. Da hat sich bilderbuch bloß um 90 Grad geirrt. Es scheint sich zu lohnen, mal am Bischofsplatz auszusteigen. Da kann man wohl "das alte Dresden in Farbe" noch live erleben.

  • Eine weitere sehr beeindruckende KI-gestützte Restaurierung eines alten schwarz-weiß Films. Diesmal aus dem alten Dresden:


    Was für eine Perle diese Stadt war. Vorsicht, trotz der manchmal offensichtlichen Schwächen des Verfahrens ist das Schauen des Films ein sehr immersives Erlebnis mit Suchtfaktor und anschließendem, harten Absturz zurück in die heutige Realität. :zwinkern:


    Frohe Weihnachten!

  • Hm, also ehrlich...Ich verstehe diese selbstquälerische Einstellung bei vielen hier nicht so.

    Der Film zeigt zu 90 % Bauten und Situationen, die den Ruhm dieser Stadt ausmachten und die alle wieder da sind: Neumarkt mit Frauenkirche, Zwinger (!), Neustadt (ok, die noch nicht, aber die wird kommen), Schloß und Oper und Großer Garten.


    Mir tut das immer wieder ein bißchen weh, wenn man das alte Dresden so dermaßen hochjubelt und das heutige - ich rede von den Wahnsinns- Wiederaufbauleistungen - so hintenrunterfallen lässt. Auch das heutige Dresden ist (an den entscheidenden Stellen) wieder eine Perle (und ich verfechte nicht die Ostmoderne) und wird immer schöner.


    "Wiederaufbau schöner denn je" - Weidauer hatte recht :biggrin:- nur nicht in dem Sinne, wie er es meinte:


    - Die Oper hat anders als 1945 wieder ihre originale (!) Sempersche Ausmalung, ebenso die Frauenkirche

    .- Am Neumarkt wurden unzählige Verbauungen der Gründerzeit (siehe Palais Hoym!) rückgängig gemacht, Dachgaupen und Schornsteine wiederaufgesetzt

    - Im Schloss wurden die (u. a.) Paraderäume wieder in den fantastischen originalen Zustand von 1719 zurückversetzt, der herrliche Sgraffitenhof nebst Altan mit Fresken und die spektakuläre Schlosskapelle kommen wieder bzw. sind schon wieder da - anders als 1945


    Oktavian - RIP - hatte das vor langer Zeit hier auch schon einmal geschrieben

  • Quote

    Oktavian - RIP

    :blink: Das gilt aber nur online oder?


    Meine Absicht ist keinesfalls irgendwas am größtenteils großartigen Wiederaufbau zu schmälern, als ich in Dresden war, ist mir halt aufgefallen, dass man sich nicht allzuweit von den Highlights wegbewegen darf - oder manchmal einfach nur umdrehen darf -, ansonsten steht man in sozialistischer/modernistischer Ödnis.

  • Altmarkt wunderbares Rathaus und Gassen mit Altbauten, Neustädter Markt mit wunderbaren Rathaus (mein Reko Kandidat nr 1), Sophienkirche, Ferdinandplatz, Prager Strasse im alten Still, Neues Rathaus mit allen ursprünglichen schönen Fassade und Dächer Details, Carola Strasse, Gründerzeitler am Sachsenplatz und Georgen Strasse, die herrlichen Kirchen in der Johannstadt und dann noch Telegraphen Amt und Hauptpost. Grosser Garten mit Palais und Pavillions.

  • Das Erschütternde an diesem wunderbaren Filmdokument ist für mich weniger der Anblick des (vielerorts) verlorenen Stadtbildes. Es ist vielmehr die Sorglosigkeit, die Normalität, das Banale und Alltägliche dieser Zeit. Die ganz normalen Geräusche von Kindern, Arbeitern, Touristen, Autos, zwitschernden Vögeln und vorbei ratternden Straßenbahnen. Außer ein, zwei Hakenkreuzfahnen am Anfang ist von dem heraufziehenden Unheil nicht in Ansätzen etwas zu spüren: keine Soldaten, keine Polizisten, nirgendwo Uniformen. Alles wirkt friedlich, arglos, pittoresk. Und doch schwebt für mich als Zuschauer die kommende Katastrophe bereits über allem, und ich frage mich bei fast jeder Szene: Was wird mit all den vielen Menschen 9 Jahre später sein? All den Müttern, Kindern, Vätern, Großeltern, die wie im Traum ihre freie Zeit genießen? Wer von ihnen wird dann ausgebombt, traumatisiert, an irgendeiner Front sinnlos gefallen sein...? Das geht mir wirklich unter die Haut...

  • Ja, das hab ich mir auch gedacht. Der Film ist hinsichtlich der gezeigten Bauten ziemlich vernachlässigbar, kaum etwas, das man heute nicht mehr erleben kann. Es sind die Menschen, vor allem die einfachen, die hier gezeigt werden. Alleine der pfeifenrauchende Arbeiter, der sich des Zwingers erfreut. Heute sieht man dort nur Touristen wie mich. Diese Einheit von Stadt und Bewohner, das ist es was untergegangen ist. Aber nicht nur DD. Heute ist alles nur Kulisse, damals war es organisch verwoben mit etwas, das die "eigentliche Stadt" ausmachte.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Das ist das Portal der Schlosskapelle. Es stand bis 2004 links vom Johanneum und wurde im Zuge der Wiederherstellung des großen Schlosshofes dort wieder eingebaut. Einzelheiten dazu bei Wikipedia (nach Schlosskapelle (Dresden) suchen).