Berlin-Charlottenburg

  • Spreeone ist wirklich ein genialer Name, indem er an das wienerische Schmeone (Schmäh-ohne) erinnert.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • In der Lietzenburger Straße N°56 ist ein Nachkriegsbau abgerissen worden.


    Und so soll der Neubau aussehen: Primus AG


    Der Neubau Leibnizstraße/Mommsenstraße (Patzschke-Architekten) ist fertig und bezogen.




    Dieser Bau ist an der Wilmersdorfer Straße/Gerviniusstraße entstanden.


    Und noch kurz weiter an den Kaiserdamm zu den Neubauten an der Einmündung der Witzlebenstraße.


    Kaiserdamm N°117



    Kaiserdamm N°116/Witzlebenstraße N°1 (wiederum Patzschke-Architekten)

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

    Edited 2 times, last by Mantikor ().

  • Ich habe es hier schon mehrfach geschrieben und werde es nochmal tun: In puncto verbreiteter Architektur mit neuklassischen Elementen macht keine deutsche Stadt Berlin etwas vor. In allen anderen Städten ist diese Architektur bislang dem allerhöchsten Preissegment reserviert oder reiner Zufall, wenn es sich mal ergibt.


    In Berlin kann man glaube ich schon von einem punktuellen Trend sprechen, von dem, was Ihr hier so unermüdlich zeigt. V.a. dieses Gebiet in Kreuzberg gefällt mir gut, genauso wie die Bauten am Kaiserdamm oben. Es ist zwar weiß Gott nicht alles Gold, aber vor 15 Jahren hätten diese Häuser noch ganz anders, viel schlimmer ausgesehen. Interessanterweise ist der Nöfer in der Lietzenburger Straße sogar noch einer der schwächeren Neubauten aus meiner Sicht, obwohl ich diese "streamline"-Moderne sonst eigentlich sogar mag.


    Mal sehen, mit was der Thread von Petersburg sich gleich füllt.

  • Über Patzschke wird hier im Forum ja immer wieder mal hergezogen und seine Qualität kritisiert. Doch überall wo er baut, bereichert er aus meiner Sicht das Berliner Stadtbild mit seiner klassischen Moderne.

  • An der Wilmersdorfer Straße, der Haupt-Einkaufs-Meile von Charlottenburg ist ein ganzes Karree gebaut worden. Es zieht sich von der Wilmerdorfer Straße entlang der Zillestraße bis zur Gierkezeile. Ein Mix aus sog. zeitgenössischer Architektur und einem dem Mietshausstil der Gründerzeit angepassten Baustil. Ich denke einiges stammt aus dem Patschkebüro.


    Sehr schön finde ich den regen Wechsel aus Erkern, Balkonen und Fensterflächen


    Beginnend an der Wilmerdorfer Straße:



    An der Zillestraße:



    und in der Gierkezeile:


  • Hier plant Nöfer ein neues Bürogebäude an der Knesebeckstraße 62/63:


    Die Projektseite


    Nöfer




    die Fertigstellung ist nun für Frühjahr 2021 geplant.



    (C) Nöfer Architekten, Becken Holding GmbH

  • Ohne die grundsätzlich guten Ansätze (Gliederung der Fassade, große Fensterflächen, Erker, klassische / 20er Jahre-Gestaltung) kaputtreden zu wollen, aber Nöfer zitiert sich gefühlt seit Jahren selbst.


    Bei diesem Bau gefällt mir zudem die Unruhe des Baukörpers gar nicht; die Mittelachsen scheinen niedriger als die Seiten. Die mindestens drei Rücksprünge wirken auf mich fast zufällig. Durch die niedrige Geschosshöhe (in etwa gleich zum Nachkriegsbau links) wird viel verschenkt; mit einer Etage weniger wäre der Bau vermutlich deutlich angenehmer in seiner Wirkung.
    Zudem - hier werden zwei Bestandsgebäude überbaut. Durch die Breite des Neubaus wirkt die ohnehin monotone Straße noch langweiliger. Eine kleinteiligere Bebauung hätte mir hier besser gefallen, selbst, wenn diese "moderner" ausgefallen wäre.

  • Daß sich Nöfer selbst zitiert ("variiert" wäre allerdings treffender), ist ein großes Glück für Berlin- möge er sich in immer neuen Varianten noch 250 mal zitieren, so wie Ludwig Hoffmann es tat!