Meldungen aus Spanien und Portugal

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    Feuer zerstört Bischofspalast auf Teneriffa


    Ein Feuer hat am Montag den architektonisch wertvollen Bischofspalast auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa zerstört. Das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert gehörte zum alten Stadtkern von La Laguna, der von der UN-Kulturorganisation UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden war. Wie die Bürgermeisterin der Stadt im Norden der kanarischen Insel, [...] Oramas, mitteilte, war das Gebäude nicht mehr zu retten.


    Das Feuer war möglicherweise durch einen Ofen ausgelöst worden. Die Flammen breiteten sich in dem überwiegend aus Holz gebauten Palast rasch aus. Der Bischofssitz galt - ebenso wie andere historischen Bauwerke in La Laguna - als ein Zeugnis der traditionellen Architektur auf den Kanaren, die die Spanier bei der Kolonisierung nach Lateinamerika brachten.



    Quelle: dpa / http://www.tagesspiegel.de/kultur/artikel_59926.asp



    Schade ums Gesbäude. Bin mal gespannt, ob es da eine Reko gibt.

  • Heute bei Spiegel-online:


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    Mitten in der spanischen Rioja-Region hat der kanadische Stararchitekt Frank Gehry sein neuestes Bauwerk platziert. Das metallisch-funkelnde Hotel, das an den Verschluss einer Weinflasche erinnern soll, erregt Aufsehen, ruft aber auch Kritiker auf den Plan. [...] Nicht jeder ist glücklich mit dem neuen Blickfang der Region. "Kritiker denken, der Bau sei überfrachtet, sie sehen keinen architektonischen Wert in der Struktur". [...] Im September nach drei Jahren Bauzeit fertig gestellt, belegt Gehrys Hotel, wie populär Designer-Architektur derzeit in Spanien ist. Santiago Calatravas Opernhaus in Valencia und Sir Richard Rogers' Flughafen in Madrid fordern Sehgewohnheiten genau so heraus wie Gehrys Guggenheim-Museum in Bilbao.


    http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,441203,00.html


    Die immer wieder beklagte Eiseskälte und Ich-Bezogenheit der Gesellschaft schlägt sich auch in der Architektur wieder. Wie werden uns zukünftige Archäologen bloß charakterisieren wenn sie "unsere" Hinterlassenschaften in ein paar hundert oder tausend Jahren ausbuddeln?

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Auja, fordert die Sehgewohnheiten heraus, Hauptsache es ärgert irgendjemand, dann ist der Künstler zufrieden - was für ein Anspruch.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

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    ...soll an die Form der vom Verschluss entfernten Metallfolie einer Weinflasche erinnern. (Zitat aus dem Video)


    Naja, es könnte aber auch an die Form der von einem Bütterken entfernten Metallfolie oder an einen Unfallwagen erinnern. Aber das ist ja Auslegungssache. :zwinkern:


    Was viel schlimmer ist, ist die Wirkung, die das Hotel inmitten dieser spanischen Landschaft hat. Alte Häuser, Kirchen, Bauernhöfe, die Weinberge und dann dieses Ding. Auffallen um jeden Preis.
    Gehrys Bauten am Medienhafen in Düsseldorf gefallen mir da besser. In dem Umfeld dort fallen sie nicht so aus dem Rahmen und sie sind zudem erheblich zurückhaltender gestaltet.

  • Ach, schon wieder so ein zerknuelltes Dach! :gg


    Dem Mann ist lange nichts Neues eingefallen. Auch ist Frank Gehry entschieden Amerikaner und kein Kanadier. Wie konnte dem Spiegel so ein Ausrutscher passieren? Tsk.

  • Gehry wurde 1929 in Toronto geboren, lebt seit 1947 in Kalifornien. Kanadier ist er zumindest von Geburt.

  • KOTZ!!!!!!!!!!!!!!!!

    Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...

  • Wie hat mal hier jemand so schön gesagt: Brandstiftung wäre eine Heldentat. Mehr ist dazu echt nicht mehr zu sagen. :übelkeit:

  • Endlich ist es soweit - das zentrale Auffanglager für modernistische Architekten um die 50 und Freunde der emotionslosen, rechtwinkligen Kubenarchitektur wird gebaut...


    Halt - nein - der Kreis ist auch erlaubt, denn Bauhaus = Quadrat, Dreieck, Kreis. *gähn*


    Für jedermann verständlich und passend für jedes in Planquadrate aufgeteilte Hirn...


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    Wer sich ein geradliniges, schnörkellos aus Kuben und Quadern zusammengesetztes Heim im Stil der Moderne errichtet, ist auf der sicheren Seite und hat den Vorwurf der Verkitschung nicht zu fürchten. Auch die Innenarchitektur der Reihenhäuser ist vorgegeben, komplett mit Eames-Sessel im Wohnzimmer.
    Rustikale Pseudoromantik ist der avisierten Klientel ein Graus


    http://www.manager-magazin.de/…ise/0,2828,631727,00.html
    Wer will schon Jugendstil? Reaktionäres Gedöns.

  • Architektur die mehr die Ratio anspricht denn die emotionale Seite. Das ist Bauhaus. Kalte Technokratenarchitektur für Raster-Hirne.

  • In sehr vielen Fällen nicht einmal mehr die Ratio, sondern vielmehr die Spekulatio.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








  • ein gelungenes (wohl verspätetes Beispiel) der Postmoderne, wäre die Postmoderne ähnlich gut verbreiteter umgesetzt worden, hätten viele hier im Forum wohl nicht so negative Assoziationen mit ihr.
    Was mich etwas stört, ist die willkürliche Assymetrie.

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

  • In der historischen Altstadt der baskischen Kleinstadt Bermeo sind bei einem Grossbrand mehrere Altstadthäuser zerstört worden.


    http://www.spiegel.de/panorama…afen-bermeo-a-893840.html

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Das idyllische Lissaboner Altstadtviertel "Alfama" und sein schier aussichtsloser Kampf gegen den touristischen Ausverkauf.


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    Noch leben hier alteingesessene Familien, die sich von der Gasse in enge Stuben mit laufenden Fernsehern blicken lassen, Topfpflanzen an den Haustüren pflegen und ihre Wäsche über den Köpfen der Passanten trocknen lassen. Oft leben aber nur noch alte Frauen und Männer in den Häusern, von deren Fassaden der Putz bröckelte. Vor Jahren begann schon die städtisch geförderte Instandhaltung. Immer mehr kommt auch Privatinitiative ins Spiel. Hinter erneuerten Fassaden «übernehmen» trendbewusste jüngere Dauerbewohner oder Touristen, die ein wachsendes Angebot an Unterkünften finden.


    http://www.nzz.ch/internationa…eine-fischfrauen-ld.81994

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.