Wiederaufbau des Palais Thurn und Taxis

  • Wenn man bedenkt, wie viel jetzt die Reko kostet (wenn auch nicht die Stadt), ist es wirklich ironisch...


    Schön, dass es jetzt aufs Ende hinzugehen scheint. Hat man die originale Fassade denn weitgehend eingelagert oder sind es nur Einzelteile?

  • Benni


    Also, es standen ja bis vor Baubeginn von dem Palais nur noch die beiden Kopfbauten zum Innenhof. Ich denke, daß man deren Fassadenelemente komplett eingelagert haben müßte. Vom Rest des Gebäudes dürften allenfalls noch wenige Fragmente im Archiv vorhanden sein. Genauere Details kann ich nicht mitteilen, aber ich denke, das Palais dürfte ein ähnlicher Mix aus neuen Bauteilen und einigen Reststeinen werden wie manche Bauten am Dresdner Neumarkt.

  • Im Innenhof des Gebäudes (punktsicher gelandet :augenrollen:) war eine 4 Tonnen-Luftmine explodiert - entsprechend wenig war vom Gebäude übrig geblieben. Was stehen blieb, war in der Struktur massiv geschädigt, den Rest haben Brandbomben erledigt. Nicht dass das ein Argument gegen Rekonstruktion gewesen wäre, beim Goethehaus gab's ja auch nur noch rauchende Trümmer, aber der wahre Grund für den Abriss wurde ja schon benannt...

  • Vielleicht noch eine Ergänzung zu den Spolien des Palais Thurn und Taxis.


    Noch 1961 wurden offenbar erhaltene Spolien des Palais einfach zur Verschrottung weggegeben.
    Lese hier:
    http://www.rhein-main.net/sixc…il.php/rmn01.c.5050555.de


    In „wikipedia“ habe ich zudem gelesen, daß die historisch wertvollen und erhaltenen Natursteinfassadensteine der für die Rekonstruktion abgebrochenen Kopfbauten demontiert und in Sachsen eingelagert wurden. Ich weiß nicht, ob die Angabe stimmt. Wenn ja, wäre es eine aber neue Albernheit in puncto Ökologie und Verkehrsvermeidung.

  • Wenn man dabei die Steine auch restauriert hat, würde es durchaus Sinn machen. Ich kann mir vorstellen, dass man grade in Dresden seit dem Wiederaufbau der Frauenkirche Erfahrung in der Steinreparatur hat.

    Was sagt sie uns für Unsinn vor?
    Es wird mir gleich der Kopf zerbrechen.
    Mich dünkt, ich hör’ ein ganzes Chor
    Von hundert tausend Narren sprechen.

    Goethe, Faust I

  • Quote from "Philipp Groß"

    Wenn man dabei die Steine auch restauriert hat, würde es durchaus Sinn machen. Ich kann mir vorstellen, dass man grade in Dresden seit dem Wiederaufbau der Frauenkirche Erfahrung in der Steinreparatur hat.


    Die Steine wurden tatsächlich sogar in Dresden bzw. in den SSW Pirna restauriert!!!

  • Quote from "Oktavian"

    Die Steine wurden tatsächlich sogar in Dresden bzw. in den SSW Pirna restauriert!!!


    Und warum sehen die dann so aus, als hätte man sie gerade erst aus dem Feuer gezogen? Auf dem Bild sieht man auch, daß bei einem ´n Stück abgeplatzt ist. Soll damit die "wahre" Geschichte erhalten bleiben? :augenrollen:

  • Die bleibt eh erhalten, da es nur eine verkleinerte Teilrekonstruktion ist. Stein hin oder her.

  • Die Fassadenarbeiten beim Thurn und Taxis Palais gehen schnell voran.
    Blick von der Eschenheimer Straße:




    Ein kleiner Bereich wurde sogar schon verputzt. Fertig wird das Ganze dann etwa so aussehen:



    An der von der Eschenheimer Straße abgewandten Seite wird der Sandsteinanteil viel höher sein.
    Darauf bin ich am meisten gespannt:


  • Konnte man erkennen, ob die Sprossung der Fenster echt oder nur Baumarkt-Aufklebeware ist?

  • Leider konnte ich nicht näher an die Fenster heran. Es handelt sich um eine Tele-Aufnahme.
    Somit kann ich Deine Frage nicht 100%ig beantworten, RMA.


    Unten ist aber noch einmal ein Bildausschnitt in höherer Auflösung zu sehen.
    Für mich sieht das eindeutig nach "echter" Sprossung aus.


  • Danke für die Antwort, das sieht wirklich gut bzw. echt aus. Schließlich erlauben Details wie diese auch erste Rückschlüsse darauf, wie ernst man es mit dem Projekt meint - gerade bei der bevorstehenden Rekonstruktion einiger Innenräume eine wichtige Frage.

  • Quote

    Palais Quartier
    Ein Richtspruch für vier Gebäude - [...] Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) sprach auf dem Richtfest von einer „Verwirklichung der Zukunft im Heute“, die das Ensemble architektonisch ihrer Ansicht nach bedeute. Die Architektur der vier Gebäudeteile – neben dem Einkaufszentrum entstehen ein 135 Meter hoher Büro- und ein 96 Meter hoher Hotelturm sowie das rekonstruierte Thurn-und-Taxis-Palais – sei zunächst „nur schwer zu begreifen“ gewesen. Heute empfinde sie aber „Begeisterung für das Ensemble“. Frankfurt sei eine lebendige, sich in der Architektur widerspiegelnde Stadt. „Internationale Architekten senden hier Signale in den Himmel.“ Da man die Geschichte nicht vergessen dürfe, freue sie sich besonders über die Rekonstruktion des Palais. Roth erinnerte auch an die rund zehn Jahre währende Geschichte des Projekts und die schwierige Verkehrserschließung. Nach Angaben von Flesch liegt das Projekt „ziemlich gut im Zeitplan“. Die Eröffnung des Einkaufszentrums ist für den 26. Februar festgesetzt. Die übrigen Gebäude sollen im Herbst 2009 fertig sein. Flesch bezeichnet das knapp eine Milliarde Euro teure Projekt als von „europäischer Bedeutung“. In Anspielung auf die lange Bauzeit – die Grundsteinlegung war vor drei Jahren – sagte er: „Gut Ding will Weile haben.“ Alles in allem handele es sich um eine „Erfolgsstory“. [...] Der Büroturm ist zu einem Drittel angeblich an den niederländischen Bankenkonzern ABN Amro vermietet. Das rekonstruierte Thurn-und-Taxis-Palais, das schon weitgehend an Edelboutiquen vermietet ist, steht bereits im Rohbau. Das Einkaufzentrum ist zu etwa 80 Prozent vermietet. Es ist laut Bouwfonds gelungen, etliche Einzelhändler anzuziehen, die bisher nicht mit einer eigenen Filiale auf der Zeil vertreten sind, darunter die Textilmarken Pepe Jeans London, Quicksilver und Hilfinger sowie den Uhrenhersteller Fossil. Die Spitzenmiete beträgt 485 Euro pro Quadratmeter im Monat. Für das 5-Sterne-Hotel sei immer noch kein Betreiber gefunden.


    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~E9241C68866C84D22805732002957FB7F~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\r
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2 ... ss_aktuell

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Quote from "RMA"

    Im Innenhof des Gebäudes war eine 4 Tonnen-Luftmine explodiert - entsprechend wenig war vom Gebäude übrig geblieben. Was stehen blieb, war in der Struktur massiv geschädigt, den Rest haben Brandbomben erledigt. Nicht dass das ein Argument gegen Rekonstruktion gewesen wäre, beim Goethehaus gab's ja auch nur noch rauchende Trümmer,


    ...wobei man betonen sollte, daß vom Palais (genau wie von der Alten Stadtbibliothek)
    weitaus mehr stehengeblieben war als rauchende Trümmer, wie man
    auf diesem Bild erkennen kann - mehr als von so manchem später wieder aufgebauten Gebäude.

  • Auf dem Bild scheint das Palais gesichert zu sein und für den Wiederaufbau vorgesehen.

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Ich habe mal eine Frage an die Teilnehmer dieses Forums. Vielleicht kann mir einer helfen:
    Vor einigen Jahren erschien ein Artikel in der "Zeit" über die Fragmente des Thurn und Taxis-Gebäudes, die in einem Wald in der Nähe des Frankfurter Flughafens liegen. Darin meine ich gelesen zu haben, dass die Gebäudestücke schon vor dem Krieg dahin gebracht wurden, d. h. es wurde schon vorher zerstört. Ist da was wahres dran bzw. werden diese Stücke beim jetzigen Wiederaufbau verwendet?

    Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...

  • Quote from "memet"

    Ich habe mal eine Frage an die Teilnehmer dieses Forums. Vielleicht kann mir einer helfen:
    Vor einigen Jahren erschien ein Artikel in der "Zeit" über die Fragmente des Thurn und Taxis-Gebäudes, die in einem Wald in der Nähe des Frankfurter Flughafens liegen. Darin meine ich gelesen zu haben, dass die Gebäudestücke schon vor dem Krieg dahin gebracht wurden, d. h. es wurde schon vorher zerstört. Ist da was wahres dran bzw. werden diese Stücke beim jetzigen Wiederaufbau verwendet?


    Guck mal hier:


    http://www.architekturforum.net/viewtopic.php?t=1298\r
    http://www.architekturforum.net/viewtopic.php?t=1298