Dresden - gründerzeitliche Eckgebäude und Kopfbauten

  • Da ich ein großer Fan dieser repräsentativen und stadtbildprägenden bürgerlichen Bauten bin, diese Dinger aber überall in der Stadt verstreut stehen, setze ich hier mal diesen Thread, um den Bestand zu dokumentieren
    mit dem Ziel der laufenden Ergänzung



    Könneritzstraße, am Bf.Mitte (Wilsdruffer Vorstadt)



    Schweriner Str., Wettiner Platz (Wilsdruffer Vorstadt)



    Bautzener/ Ecke Rothenburger Str. (Neustadt)



    Glacisstr./Tieckstr. (Neustadt)



    Glacisstr./Tieckstr. gegenüber (Neustadt)



    Martin-Luther-Platz (Neustadt)



    Martin-Luther-Platz (Neustadt)



    Lockwitzer Str. (Strehlen)



    Borsbergstr./Krenkelstr. (Striesen)



    Körnerplatz (Loschwitz)



    Friedrich-Wieck-Str. (Loschwitz)



    Schillerplatz (Blasewitz)



    Naumannstr. (Blasewitz)



    Eckgebäude am Blauen Wunder (Blasewitz)



    Leipziger Str./Alexander-Puschkin-Platz (Pieschen)



    Trachenberger Platz (Trachenberge)



    Großenhainer Str./Heidestr. (Trachenberge)



    Großenhainer Str./Dorothea-Erxleben-Str. (Trachenberge/Wilder Mann)



    Leipziger Str./Alttrachau (Am Goldenen Lamm) (Trachau)


    Das soll für's erste genügen.
    Vielleicht ergänzt der eine oder andere seine Fotos.
    In Löbtau, Plauen usw. steht ja auch noch einiges

  • Miwori,


    Schöner dann Schön, diese bürgerliche Wohnpalästen!!! Ein Dutzend von ca 600 (?) haben es bis heute überlebt: nur 2 % ???


    Habe soeben das Buch Michael Schmidts gekauft über die Städtebauliche Entwicklung Dresdens 1870-1914.
    Dieses Buch zeigt wie ungeheuer eindrucksvoll damals gebaut wurde: fast machinell wurden die Wohnburgen abgeliefert. sehr geschickt wurden die noch junge Bäume in Alleen und Plätze dazu gepflanzt.


    Habe leider keinen Bilder derselben Blocks mitte 40-er Jahren, wann die Bäumen schon erwachsen waren und viel mehr Grün die Alleen und Plätze schmuckten.


    Unterschiedlich von Berlin zeigen Luftbilder das die Innenhöfe der geschlossen Wohnblocks aufgelockert und offen sind. In Berlin wurden Hinterhöfen fast ohne Ausnahme eingefügt. In Dresden war das Wohnen offenbar von höhere Qualität.


    Sehr schöne Häusser standen an die durhgangsstrassen besonders der Kopfbauten waren sehr eindrucksvoll (sehe Bild Ecke Bautzenerstrasse).


  • Bei diesem Gebäude kam bei mir eine direkte Assoziation mit dem Kaiserpalast auf. Die vorspringenden Runderker die Kuppel, die Farbe, die Lage des Gebäudes am Foto usw.


    Klar, der Kaiserpalast, der wohl eines der schönsten Gründerzeithäuser europaweit war, wäre bei Deiner Fotodoku auch dabei gewesen, wenn er nicht schon beseitigt worden wäre...


    ...und das Viktoriahaus ebenso.


    Wer weiß, vielleicht spricht man bald wieder von einer neuen Gründerzeit?

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich finde, wir sollten uns auch mal über das freuen, was wir haben und nicht so sehr dem Verlorenen nachtrauern.


    Und das, was wir haben, sind große, erstaunlich homogene Viertel von Trachau bis Tolkewitz, die weil sie von der 60er/70er-Jahre Modernisierungswellen Westdeutschlands verschont blieben, nun mit viel Einsatz wieder äußerlich originalgetreu hergestellt sind und im Inneren allen Wohnkomfort des 21.Jahrhunderts bieten!

  • Bei dem einem Bild fällt mir ein wie unglaublich schade ich es finde das Markisen als Sonnenschutz so aus der Mode gekommen sind. Erstaunlich das die an dem einen Haus erhalten (?) oder neu angebracht wurden.

  • Quote from "uaj36"

    Unterschiedlich von Berlin zeigen Luftbilder das die Innenhöfe der geschlossen Wohnblocks aufgelockert und offen sind.


    In der Tat scheint es große Unterschiede zwischen Berliner und Dresdner Gründerzeitbebauung gegeben zu haben. In Berlin hat man oft viel dichter gebaut und mehrere verwinkelte Anbauten rückseitig zur Straßenfront angeschlossen, die, je weiter weg sie von der Straße lagen, immer banaler wurden...bis sie schließlich nur noch als Bruchbuden bezeichnet werden konnten, wo die Ärmsten der Armen hausen mussten. In Dresden hingegen schien alles viel offener (Striesen) oder in Blockrandbebauung (äußere Neustadt) mit üppigen grünen Innenhöfen gebaut worden zu sein. Ich glaube, es gab schon damals in Dresden allgemein weniger Armut als in Berlin.


    Jedoch scheint es in Dresden wenig Jugendstilbauten gegeben zu haben. Für mich als Freund des Jugendstils bedauerlich. Die auf den Bildern gezeigten Gebäude wirken insgesamt doch ein wenig streng und bieder.

  • Miwori
    Geniale Idee, die schon längst hätte umgesetzt sein müssen. Gerade in Dresden sind die Eckgebäude (ausgenommen die Villen) die wahren Rosinen. Mir fiel schon als Kind auf, dass es in Dresden eigentlich gar keine Eckgebäüde gibt, sondern jede Kreuzung flankiert wird von diesen "abgeschnittenen" Ecken.


    Quote

    Jedoch scheint es in Dresden wenig Jugendstilbauten gegeben zu haben. Für mich als Freund des Jugendstils bedauerlich. Die auf den Bildern gezeigten Gebäude wirken insgesamt doch ein wenig streng und bieder.


    Das ist richtig man sah diesen Stil damals als unpassend für Dresden an. Aber ich sage nur Kaisercafe, Christuskirche und die Innengestaltung der Kreuzkirche...

  • Vielen Dank für die wunderschönen Bilder. Auch ich bin ein großer Fan der wilhelmistischen Bauära und freue mich immer wieder, dass es noch Städte gibt, die diese in zahlreicher Form erhalten und pflegen...

    Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...

  • Ich hatte letztes Jahr einen Rundgang durch Löbtau-Nord unternommen und seinerzeit auch schon Bilder in den "Das alte DD außerhalb des Zentrums" Thread gestellt (dort hatte ich auch Aufnahmen aus Löbtau-Süd, Bonhoefer Platz). Hier aber nochmals die Eckbauten aus Löbtau-Nord:


    Ecke Kesselsdorfer-/Rudolf-Renner-Str.


    und gegenüber:


    Kesselsdorfer-/Wernerstr.:


    Wo genau dieses Gebäude steht, weiß ich nicht mehr, evtl. Grumbacher Str.


    Im Vordergrund die R. Renner Str. (ob über dem Runderker mal eine Haube existierte?)

  • wunderbare fotos, allesamt genial. die liste der stadtteile, in denen wunderbare eckhäuser zu bestaunen sind, ist unendlich lang. z. b. füge ich noch die vororte plauen, münchner und bayrisches viertel (um nürnberger straße), strehlen, tolkewitz, bad weißer hirsch und die gegend um bergstraße bis zur nöthnitzer straße.

  • Das Buch von Michael Schmidt zeigt die ehemalig schönste Gründerzeitbauten Dresdens an die 4 schönste Plätze:


    1) Sachsenplatz (am reichsten dekoriert mit zierliche Ecktürme!!)
    2) Postplatz (mit Telegrafen Amt, Postdirektion, Sophienkirche)
    3) Albertplatz (mit imposantes Jugendstill Wohnblock)
    4) Fürstenplatz


    Finde die Lukas Kirche im Südteil der Stadt, besonders die Spitze, sehr imposant. Dann Zentral-heather, Viktoria Haus und Kaiser Palast.


    Daneben gab es einige eindrucksvollen Justiz Gebäuden, Kauf/Warenhäuser, Schulen und Universitätsgebäuden.


    Wenn es nach der Innenstadt überhaupt noch einmal zu Rekonstruktionsarbeiten kommt dann bitte die obengenannte Ensembles.

  • Quote from "spacecowboy"

    Jedoch scheint es in Dresden wenig Jugendstilbauten gegeben zu haben. Für mich als Freund des Jugendstils bedauerlich. Die auf den Bildern gezeigten Gebäude wirken insgesamt doch ein wenig streng und bieder.


    Es gibt in Dresden ein wunderschönes Jugendstilviertel und zwar in Striesen.
    Dort machen auch Stadtrundfahrten halt. Also einfach mal im Sommer hierherkommen und eine Stadtrundfahrt machen. Lohnt sich sehr.Hier ein Bild des Artushofs,eines der Gebäude dort:
    http://www.bookings.net/images/hotel/max300/245/245597.jpg


    Am Albertplatz,dort wo jetzt der Nudelturm steht,stand bis 1945 ein fantastischer Jugenstilbau:
    http://80.243.55.93/DATEN/003999/3464Dresden1920.jpg


    Leider wurde er wie auch das Alberttheater wegen seinen Bombenschäden abgerissen :(


    Woher kommt eigentlich der Begriff "Dresdner Ecke"? Hat das was mit der Einmaligkeit von Dresdner Kopfbauten zu tun?

  • @Dirk: wunderbares Echgebäude. Ich wusste nicht das es diese noch gab!!!


    @ Henri: weisst du wer der Architekt dieses prachtvollen Jugenstill gebäudes war??? Die Jugenstill ist auch unter eine andere Nahme bekannt. Wer weiss diese Nahme? Es gibt ein Architekturbuch mit dieses sehr schönen Jugendstillgebäude auf die Aussenseite.


    Dieses Gebäude und das Theater finde ich die grösste Verluste in der Neustadt, zusammen mit Neustädter Rathaus und die Häuserzeilen neben der Carola-strasse (Postgebäude mit wuchter dachturm???).


    Wer hat Bilder von diese Häuserzeilen??


    Die Neustadt hat auch schmerzlich unter den Bomben gelitten. Die Amerikaner sind nach dem grossen Schlag noch einmal speziel nach die Neustadt geflogen um auch diesen letzten Teil auszuradieren.
    Wie gründlich sie das alles gemacht haben. Bomber Harris war genau so ein fanatiker wie Hitler. Hatte glücklicherweise nur etwas weniger macht.

  • Quote from "uaoj36"

    @ Henri: weisst du wer der Architekt dieses prachtvollen Jugenstill gebäudes war???


    Die Neustadt hat auch schmerzlich unter den Bomben gelitten. Die Amerikaner sind nach dem grossen Schlag noch einmal speziel nach die Neustadt geflogen um auch diesen letzten Teil auszuradieren.
    Wie gründlich sie das alles gemacht haben. Bomber Harris war genau so ein fanatiker wie Hitler. Hatte glücklicherweise nur etwas weniger macht.


    Nein weiß ich leider nicht. Ich weiß nur das der Artesische Brunnen davor,welcher jetzt immer noch dort steht, von Hans Erlwein ist.


    http://www.cityguide-dresden.d…/images/albertplatz11.jpg


    Arthur Harris wollte Rache nehmen für London und Coventry. Hat er ja gründlich getan in Deutschland. Wenn man überlegt das das Englische Königshaus mit dem Deutschen Kaiserhaus verwand war und was man sich gegenseitig in beiden Weltkriegen angetan hat, kann ich nur mit dem Kopf schütteln :klaresnein:
    Die Teile in der Neustadt die zerstört wurden,lagen auch mit im zu bombardierenden Dreieck ausgehend vom Stadion im Ostragehege.


    Wie auch immer - Dresden hat sein Armageddon erlebt, ist wieder auferstanden und steht weiter auf. Anders als früher aber immer noch einzigartig.


    Thema Kopfbauten,hier einer vom Schillerplatz:
    http://www.eibs.de/leistungen/pt/projekt1/2.jpg


    Und noch ein Jugendstilhaus Nähe Schillerplatz auf der Berggartenstraße:
    http://www.praxis-dr-paessler.de/kontakt/praxis_foto.jpg


    und ein sehr schönes in DD-Plauen:
    http://p.vtourist.com/1199253-Travel_Picture-Dresden.jpg

  • @ Henry: wieder unerwartete schöne Eck (Kopf)bauten am Schillerplatz.
    Ich finde das die Bombardements wenigstens doch noch sehr viel Schönes stehen gelassen haben.
    Die Vernichtungsgrad für ganz Dresden (35-40% der Oberfläche) lag niedriger dann einige andere Grosstädten. Kaum zu fassen wenn die ganze Innenstadt, alle Gründerzeitviertel daneben bis zu 2 kiliometer entfernt nach Osten fast total vernichtet wurden.
    Und auch in diesen schwerstens getroffen Gebiet haben einige Häuser die Feuersturm durchstanden!!! Leider wurden die später doch noch abgeräumt.


    Zum Kopfbauten: ich finde das Dresden hier noch vieles zu bieten hat. War in Berlin und sah dort wesentlich weniger schöne Kopfbauten. Die meisten wurden da leider "verstümelt" statt in alter glanz rekonstruiert!!


    Es gibt aber ein schönes Haus an der Spree (Nordufer) in der Nähe der Friedrichstrasse das auf Bilder der 90-er Jahren und von 2006 aber doch wieder mit einem ganzen Eckturm in ursprünglichen Formen und Material ergänzt wurde!!!!
    Das sind nur ganz kleine "Wunder" aber trotzdem gibt es diese!


  • Bei diesem Gebäude kam bei mir eine direkte Assoziation mit dem Kaiserpalast auf. [...]


    Etwas "off topic", aber für einige vielleicht doch von Interesse: Der DEFA-Zweiteiler "Ernst Thälmann" von 1954 wurde zu großen Teilen in Dresdens Äußerer und Innerer Neustadt gedreht (Bischofsplatz, Kamenzer Straße, Luisenstraße, Neustädter Bahnhof, Rähnitzgasse etc). In Teil 1 des Films auf YouTube, gegen 1:22:20, findet sich eine Sequenz, die an der Kreuzung Bautzner/Rothenburger Straße gefilmt wurde und auch dieses Gebäude zeigt.


    Ernst Thälmann - Erster Film - Sohn seiner Klasse - Spielfilm_2.mp4


    Nein nein, keine Sorge, ich bin kommunistischer Umtriebe völlig unverdächtig :biggrin: Für Dresdner ist der Film von 1954 ein nettes Suchspiel!

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  • Auch ich habe mir vor einiger Zeit mit großem Vergnügen den aus heutiger Sicht recht skurrilen "Sohn seiner Klasse" reingezogen und war ob der Dresden-Aufnahmen ziemlich fasziniert. In einer anderen Einstellung (über den Dächern der Stadt) kann man sogar noch die Ruine der bis 1855 im lombardischen Stil errichteten katholischen Pfarrkirche St. Franziskus Xaverius am Albertplatz erkennen.

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe