Paris - Von Seine bis St Germain und Place des Vosges - Allgemeines

  • Jetzt gehen wir weiter zum Ende...


    Dann ist mein Paris-tour fertig. Ich eröffne die Diskussion, falls jemand Paris diskutieren will.











  • Erstmal: Tolle Fotos, technische Dinge wurden ja schon angemerkt.


    Eine Diskussion? Nicht möglich. Ich war leider 1999 das letzte Mal da, Paris steht also irgendwann wieder an.


    Wahrscheinlich DIE Stadt der Welt, vor London, Rom, Prag etc.


    Definitiv die schönste Metropole auf diesem Planeten, kleinere Städte mögen schmucker sein, aber nicht derart urban wie Paris.


    Der einfache Schmuck, das triste grau - und doch ist diese Stadt herrlich.

  • Einfach herrlich, absolut gelungene Eindrücke einer traumhaften Stadt.


    Ich dachte immer, dass siese riesigen Schornsteinaufbauten ein typisch englisches Phänomen sind (habe sie bisher nur in London gesehen).


    Weiß jemand, ob es sowas auch in Berlin vor der Zerstörung gegeben hat/noch gibt?

  • Quote from "Novaearion"

    Der einfache Schmuck, das triste grau - und doch ist diese Stadt herrlich.


    Ein bisschen Farbe hatte ja Paris nicht böses getan. Man wird ein bisschen Müde von alle grosse graue Gebäuden. Am sclimmsten (und manchmal auch hässlich) ist Avenue des Champs-Élysées mischung von Hausmann bauten und Beton/Investment-kram.


    Trotzdem ist die Strecke am Seine eine die schönste Stadtpartien ein Europäische Stadt bieten kann. Dazu kann mann auch sehr gut und sehr teuer in Paris essen.

  • Wenn ich mir die Bilder von Paris ansehe, dann erfreue ich mich an der Vielfalt europäischer Baukunst. Man kann von Glück sprechen, dass diese Stadt im Krieg nicht zerstört wurde. Im Gegensatz zu einigen Teilen in London, die anschließend wirklich hässlich bebaut worden sind.


    Exkurs:


    Was mir auch auffällt, ist, dass die Nationen, die nicht mit ihren Traditionen nach ´45 gebrochen haben, bei offiziellen Anlässen ihre Soldaten in traditionellen-historischen Uniformen auftreten lassen (und nicht nur auf Monarchien beschränkt sind):




    Na gut, werden da einige sagen, die anderen haben ja auch noch ihre historischen Repräsenationsgebäude, zu denen diese Uniformen auch passen. Tatsächlich oder nur ein Vorwand? Unsere Politiker würden den Vorschlag, für offizielle Anlässe "traditionelle Uniformen" wieder einzuführen mit dem "Argument" vom Tisch fegen: "Wir wollen doch keinen Kostümfilm drehen". Andrerseits, was haben die Tschechen gemacht: Einen Kostümbildner beauftragt, die Prager Burgwache neu einzukleiden und die Soldaten in Phantasieuniformen die täglichen Wachablösen vornehmen zu lassen...


    Für Wien, Budapest, Berlin, Dresden usw. bräuchte man nicht einmal neue Uniformen ausphantasieren. Es gibt sie schon längst und man müsste die Schnitte nur aus den Schränken holen. Es hätte schon etwas, wenn ich da an die Trabantenleibgarde vor Schönbrunn denken würde...


    Momentan sind am Wochenende einmal nur die
    "Hoch- und Deutschmeister" (viertletztes Bild ganz unten - extrem super diese 360-Grad Ansicht!)
    in der Wiener Hofburg - zur Freude der Touristen und Wiener

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)




  • Dem schließe ich mich an, auch wenn ich ansonsten kein Freund Frankreichs bin. Aber selbst in meinen Augen ist Paris schlicht und einfach die eindrucks- und kulturvollste Stadt der Erde, vor allen anderen historischen Metropolen, die oft genug nur Abbilder von Paris sind. Die eigentliche Hauptstadt des Weltkreises Europa.

    Nein, die werden gedünstet

  • Hoffentlich wird niemand jetzt böse auf mich. Aber ich finde Städte wie Prag und S:t Petersburg teilweiss wirklich schöner als Paris. Ich finde zum beispiel auch dass die Gassen in Stockholm auch hübscher ist als die in Paris.


    Aber zum Thema: Paris ist von enormes Städisches bedeutung. Eigentlich ist auch ganz intressant mit Klischees wie Paris des Nordens oder Venedig des Ostens. Es zeigt ja uns eine Archetypsiche art zu Bauen. Und auch welche Ideale dass wurde vermittelt. In Mittelalter waren zum beispiel Lübeck in nördliche Raum von Bedeutung und heute ist wahrscheinlich New York die wichtigste Referenzpunkt....

  • Wobei Lübeck wiederum nur für einen Teil Europas "Blaupause" gewesen ist, Paris aber Standards für alles Europäische gesetzt hat. Mit "europäisch" meine ich weniger den Kontinent an sich, sondern die (west)uropäische Bestimmtheit weiter Teile des Erdballs.


    Paris hat hier mehr mit Washington, dem alten Buenos Aires und manchen Planstädten des heutigen China gemein als mit Lübeck oder nur Straßburg. :o

    Nein, die werden gedünstet

  • Bei diesem Gebäudeteil mit der Aufschrift Hotel Michelet Odeon, das sieht ja fast wie ein historisierender Anbau aus. Aber ist wohl nur renoviert?
    Und wieder fällt auf, wie schlicht doch eigentlich viele Häuser im Vergleich zu deutschen Altbauten sind, man schaue sich mal im selben Bild das Gebäude rechts an. Vor dem Hintergrund finde ich es doppelt schmerzhaft, was hier passiert ist und leider immer noch manchmal passiert.
    Toll ist natürlich diese klare, geometrische Anordnung der Straßenzüge(sternförmig ähnlich wie bei Eiskristallen)


    Dazu kann ich nur sagen, das paris zum größten Teil einer Reißbrettstadt ist:


    Die Hausmannisierung:


    Veränderungen im Stadtbild von Paris


    Paris "verkümmert" - die Könige sind an der Loire
    Über Jahrhunderte gab es in der Hauptstadt Paris nur enge Straßen und Häuser mit sehr ungesunden Wohnbedingungen. Die Könige residierten schon seit 1666 nicht mehr in Paris.
    Doch auch schon vor dieser Zeit standen die Pariser Residenzen meistens leer.
    Die Könige wohnten an der Loire. Sie kamen selten nach Paris und zeigten daher für die bauliche Entwicklung und Verbesserung der Stadt wenig Interesse.


    Beginn einer Verbesserung durch Napoleon
    Unter Napoleon I. wurde die Stadt neu gestaltet. Es wurden z.B. breite Straßen angelegt. Doch wegen der fortwährenden Kriege schritt das Erneuerungsprogramm nicht sehr weit fort.
    Die nachfolgenden Könige führten die Entwicklung etwas weiter.


    Das gigantische Bauprogramm: Die Hausmannisierung von Paris
    Die großen Änderungen im Pariser Stadtbild kamen in der 2. Hälfte des 19. Jhs., als Napoleon der III. im Dezember 1852 Kaiser wurde.
    Er ernannte im Juni 1853 Georges-Eugene Hausmann zum Präfekten der Seine.
    Haussmann (1809 bis 1891) gestaltete die Stadt in einem gigantischen Bauprogramm energisch um.
    Er schuf Platz, gab dem engen Paris Licht, Luft und Raum, verdrängte dabei jedoch die Arbeiter aus der Stadt, deren Einkommen für Mieten der neuen Häuser nicht ausreichte.
    Das Stadtbild von Paris erhielt einen Charakter der auf Großzügigkeit und Grandiosität angelegt war.
    1860 wurde die Stadt durch die Eingemeindung von 8 Vororten vergrößert. Im Zuge dieser Veränderungen wurde das mittelalterliche und z.T. pitoreske Paris zerstört und auch einige Adelspaläste wurden Opfer der Umgestaltung.


    Finanziell übernommen - die Kritik an dem Bauprojekt
    Nach den ersten beiden Umbauphasen des gewaltigen Projektes, die riesige finanzielle Summen verschlangen, wurde die Kritik der Minister an Hausmann immer lauter.
    1870 verlor er nach 17järiger Tätigkeit seinen Posten.
    Nach seiner Entlassung wurde das Bauprogramm in den wesentlichen Zügen weitergeführt, allerdings wurde versucht das Alte nicht mehr so zu zerstören. Daher sind einige ältere Häuser auf der Insel Cite stehengeblieben und die Rue Bonaparte wurde nicht, wie ursprünglich geplant, bis zur Seine durchgebrochen.


    Das Erscheinungsbild, das heute den Charakter der Stadt Paris widerspiegelt, ist also nicht das einer organisch gewachsenen Stadt, sondern ist hauptsächlich durch die baulichen und planerischen Eingriffe geprägt, insbesondere durch die von Haussmann.

  • Ich denke, die jüngere Geschichte Paris' ist hier im Forum recht bekannt.
    Sie beweist vor allem, daß diese auf Kritik geäußerten Ausflüchte heutiger Stadtplaner und Architekten von der "gewachsenen Stadt", die man nicht einfach ersetzen könne, eben nur solche sind. Der Stadtumbau Haussmanns war, wie du richtig gesagt hast, am Reißbrett geplant und wurde zügig umgesetzt.
    Auch die heimeligen Gründerzeitviertel hierzulande wurden wohl häufig als komplette Neubauviertel aus dem Boden gestampft, wenn man die nahe beieinanderliegenden Jahreszahlen an den Blöcken sieht. Der Unterschied ist einfach, daß die eine Planung eine lebendige Stadt schafft und die andere nicht. Nebenbei sind die Leute vielleicht auch weniger gesellig geworden.
    Aus einem von Brachen durchsetzten, ausgedünnten Viertel von geringer Urbanität wird wahrscheinlich in 100 Jahren kein gewachsenes Stadtviertel von damaliger Qualität. Daß mittlerweile über 50 Jahre nicht reichen, hat man ja bereits bewiesen.

  • Was ich damit sagen wollte ist, das dafür das zum Teil Mittelalterliche Paris geopfert wurde! Das muss doch ein Schock für die Traditionalisten hier sein!? Ausserdem ist der Umbau nur rein repräsentativer Natur gewesen! Hinter den Prachtfassaden erstrecken sich oftmals dunkle und stickige Hinterhöfe!

  • Wer sagt denn, daß es hier nur Traditionalisten gibt? Ich bin jedenfalls keiner.
    Rein repräsentativ war der Umbau auch nicht; u.a. wurde die Kanalisation geschaffen und die breiten Magistralen konnten nicht mehr so einfach durch Barrikaden versperrt werden.
    Außerdem waren solche "Gängeviertel" nun wirklich teilweise verlotterte Ansammlungen von Bruchbuden. Persönlich mag ich diese mittelalterlichen Hänsel-und-Gretel-Häuser mit den niedrigen Decken sowieso nicht so sonderlich, lieber größer, höher, schöner. Genau das brachten die Bauwerke des 19. Jahrhunderts; einen klaren Fortschritt, von dem man dann im 20. Jahrhundert nur noch selten reden konnte.

  • *kicher*



    Ich finde das Ergebnis dieser "Internationalisierung", vielleicht war es DIE Internationalisierung schlechthin, für Paris und Frankreich hervorragend. Nicht nur eine Stadt wurde hiermit völlig neugeschaffen, sondern eine im Mittelalter mitsamt anderen (England, Deutschland, Polen, Rußland) entstandene Nation formte sich um zu einem weltweiten Empire - und begann sich damit selbst seiner Wurzeln zu berauben. Peripherie und Zentrum gleichermaßen. Größer, höher, schöner; mit denselben Assecoires rund um den Erdball. Das, was später die Weiße Moderne anrichten sollte; gesichtslose Hochhausblöcke frei nach Corbusier, halte ich trotz der stilistischen und ästhetischen Unterschiede für einen ähnlichen Ausdruck einer neuentstandenen, bis zu einem gewissen Grad irreversiblen "Weltkultur". Wir nennen es heute Globalisierung.


    In Deutschland hat es nur eine Handvoll Städte derartig erwischt; Berlin, Wiesbaden, München, Magdeburg, Hamburg - in Anbetracht einiger hundert Alternativen, klein oder groß, kann man drüber froh sein. Selbst über die kubistischen Scheußlichkeiten ab 1920 bzw. 1945. Diese kann bereits zum Zeitpunkt des Entstehens als Wegwerfarchitektur gelten und ihre Vergänglichkeit ist in der Zeit beschlossen(und ihre Patina sieht nicht altehrwürdig oder romantisch, sondern allenfalls depremierend aus) - die Gründerzeitbauten dagegen enthalten noch einen gewissen Geist, der sie für viele Menschen erhaltenswert macht, egal wie ihr Zustand auch sein mag. Noch heute sehnt man sich in Dresden heimlich nach dem Kaiserpalast; und wäre Paris bombardiert worden, so würden die Franzosen keine Fragen hinsichtlich Wert oder Unwert der Neostile stellen, sondern zumindest ihre Grand Places und Boulevards längst rekonstruiert haben.

    Nein, die werden gedünstet

  • Was mich in Paris fehlt ist irgendwie ein Kern. Eine sogenannte Altstadtkern, dass früher war um die Notre Dame. (Das war ja die Altstadt-viertel.) Es waren ein Gassengewirr von Fachwerk-häuser nicht anders als in Rouen. Aber heute ist alles grosse klotzige Bauten...

  • Das finde ich grade interessant an paris dass es nich DEN Kern gibt, das macht die stadt für mich viel großstädtischer, oder weltstädtischer oder wie mans nennen mag. Fachwerkhäuser und ähnliches findet man ja trotzdem noch über die stadt verteilt.

  • Und gleichzeitig ein bisschen Identitetenlos...


    Ich weiss nicht falls ich finde das Wort Weltstadt überhaupt so positiv. Und oft finde ich dass Grosstädte fehlt sehr viel an charm..


    ...dass ist aber nur mein Geschmack.......