• Das Projekt beginnt mir immer mehr zu gefallen, während das erste Bild noch recht eintönig bis langweilig wirkt, scheint der Rest doch sehr abwechlungsreich. Jugendstil, Art Deco, 20er Jahre Wohnungsbau und 50 er Jahre gelungen in die heutige Zeit interpretiert. Besonders hats mir natürlich auch das Hotel angetan, das wirkt richtig großstädtisch, auch wenns eine Etage weniger auch getan hätte.


    Wir sollten zwar weiterhin kritisch sein, doch insgesamt geht die Architektur in Deutschland in die richtige Richtung (auch wenn die Stömung noch in ihren Anfängen steckt), weiter so!

  • Was für den deutschen Wohnungsneubau absolut keine Selbstverständlichkeit ist, ist die hohe Qualitätsanmutung der verwendeten Materialien bei den Lenbachgärten. Bravo, aber die Preise für die Wohnungen sind bestimmt für halbwegs Gutverdienende kaum erschwinglich. Oder?

  • Quote from "spacecowboy"

    ...aber die Preise für die Wohnungen sind bestimmt für halbwegs Gutverdienende kaum erschwinglich. Oder?


    In der Tat. Auf Seite 2 hatte ich das Projekt zum ersten mal vorgestellt und damals geschrieben, dass die Preise angeblich bei 6000-11000 Euro pro qm liegen sollen. Die Zahlen könnten durchaus realistisch sein.

  • D.h. konkret, man muss für eine 100-qm-Wohnung zwischen 600000 und 1,1 Mio Euro berappen. Das ist wie in Frankfurt: wenige, die jenseits von gut und böse verdienen, treiben die Immobilienpreise nach oben, die sich sonst keiner mehr leisten kann. Selbst für gutverdienende Angestellte bei McKinsey oder KPMG, die 5000, 6000 Euro jeden Monat netto nach Hause bringen, sind solche Preise unerschwinglich. Ganz zu schweigen von Otto-Normalo, der zieht entweder weit ins Umland rein, wenn er ordentlich wohnen will, oder zieht in triste Vor- und Zwischenstädte.


    Eins ist klar: bei diesen Preisen werden auch hier Familien mit Kindern nicht einziehen...!

  • ...eines dürfte aber auch klar sein. Leute mit wenig Geld haben noch nie einen großen Anteil am kulturellen Ausbau eines Landes gehabt. Die schönen Bauwerke, Kunstwerke etc. sind nur Dank wohlhabender Leute entstanden und so ist es auch heute. Glauben Sie wirklich, für Otto-Normalo würde man so einen Aufwand am Bau betreiben?

    Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...

  • 1. sind für mich die Lenbachgärten in erster Linie stinknormale Wohnhäuser und keine Zeugnisse von Hochkultur (vergisst man vielleicht schnell, wenn man sonst die Qualität im deutschen Wohnungsbau sieht).


    2. liegt es mir fern, eine Bresche für "Leute mit wenig Geld" zu schlagen, kritisiere jedoch, dass solche Preise absolut unverhältnismäßig sind. Wer kauft deiner Meinung nach diese Wohnungen, wohl doch nicht mal die Münchner Schickeria.


    3. darfst du mich gerne duzen, auch wenn wir geteilter Meinung sind. :zwinkern:

  • In München - Neuhausen baut derzeit die BAYWOBAU mehrere Wohnhäuser in "klassisch-traditioneller Architektursprache". Verantwortliche Architekten sind Jürgen und Rüdiger Patzschke. Bauliche Voraussetzungen waren unter anderem:


    Quote

    • Ausgewählte Materialien, z. B. einheimische Hölzer und umweltschonende Mineralfarben, bürgen für gute Funktion und lange Lebensdauer.
    • Umwelt- und naturverträgliche Baustoffe sorgen für ein gesundes Wohnklima. So verwenden wir Ziegel für alle Außen- und Innenwände.
    • Modern Bauen heißt auch ökologisch Bauen. Selbstverständlich bauen wir nach der neuen Energiespar-Verordnung


    Interessant sind folgende Überlegungen:



    http://www.baywobau.de/muenche…chgarten-neuhausen-2.html
    http://www.baywobau.de/muenche…itektenteam-patschke.html
    http://www.baywobau.de/muenche…arten-neuhausen/lage.html
    http://www.baywobau.de/muenche…-neuhausen/ansichten.html
    http://www.baywobau.de/muenche…en/wohnungsbeispiele.html

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Wie meinst du das? Sind dir die Häuser nicht traditionell genug? Hälst du den Text für Werbe-Blabla?

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Die Häuser sind nichts besonders herausragendes. Das ist seit 3-4 Jahren die allgemeine Standardlösung für mittelstark verdichtete Wohngebäude am Innenstadtrand von Großstädten.
    Die Problemparameter sind dabei:
    1) Ein verhältnismäig teurer Baugrund, den man nicht (mehr) wirtschaftlich vernünftig mit Einfamilienhäusrn bebauen kann, weil man für das gleiche Geld 15 Autominuten weiter stadtauswärts eine echte Villa anstatt eines EFHs bekommt.
    2) Das Scheitern der großen Nachkriegs-Mehrfamilienhausbauten. Sei es nun Plattenbau oder die etwas höherwertige Betonskelett/Ziegelfassadenbauweise aus den 1980ern und frühen 1990ern. Nach 10-15 Jahren waren die nicht mehr sonderlich attraktiv, das schreckt hetige Käufer von ETWs ab.
    3) Gewinnmaximierung für den Bauträger. Die Einzelbauten stehen so dicht beieinander, dass man sich gegenseitig in die Wohnung guckt. Bäumepflanzen als Sichtschutz wird durch Tiefgaragen und andere Infrastruktur verhindert.


    Sonderlich klassisch sehen die Häuser tatsächlich nicht aus. Niedrige Deckenhöhe, bodentiefe Fenster - der aktuelle Trend. Die Rückbauten von Plattenbau in Ostdeutschland kommen oft zu einem ganz ähnlichem Ergebnis.

  • Quote from "Stadtmensch"

    Sonderlich klassisch sehen die Häuser tatsächlich nicht aus. Niedrige Deckenhöhe, bodentiefe Fenster - der aktuelle Trend. Die Rückbauten von Plattenbau in Ostdeutschland kommen oft zu einem ganz ähnlichem Ergebnis.


    Ganz genau! Hätte mich jemand allein anhand der Bilder nach der Bauzeit gefragt, hätte ich auf renovierten und leicht umgebauten Siedlungswohnbau der 20er/30er getippt. Nichts besonderes also - da ist man von den Patzschkes im Villensektor besseres gewöhnt.


    PS: Täusche ich mich, oder wurde das Projekt nicht bereits an anderer Stelle besprochen?

  • Quote from "Harmonica"

    Hätte mich jemand allein anhand der Bilder nach der Bauzeit gefragt, hätte ich auf renovierten und leicht umgebauten Siedlungswohnbau der 20er/30er getippt.


    Auf genau diese Epoche hatte ich auch spontan beim Betrachten der Skizzen getippt. Sei gegrüßt, Bruder im Geiste! :zwinkern:


    Allein schon die Flachdächer widersprechen doch der sonstigen patzschkeschen Formensprache, die sich an die Kaiserzeit anlehnt und nicht an die Architektur der Weimarer Republik.


    @ Jürgen & Rüdiger P. aus B.


    Das könnt Ihr besser! (Wobei man aber auch zugeben sollte, daß es viele Kollegen weitaus schlechter machen...)


    Quote

    Die Exclusivität der Anlage findet ihren Ausdruck


    Und dann auch noch Schnösel-Legasthenie im Werbetext... :zwinkern:

  • Abseits aller Sprachfragen: Ich finde die Entwürfe auch ziemlich langweilig. Das können die besser!

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • ich finde diesen klassischen 30er jahre stil eigentlich ganz angenehm.
    wie immer auch eine frage des umfeldes, daher verstehe ich gar nicht, wie man dies überhaupt sinnvoll beurteilen kann, ohne die stadtsituation im umfeld gesehen zu haben. wenn drumherum ähnliche oder eher modernistische bebauung steht, macht es doch sicher sinn.


    und hässlich ist es ja nun aber auch nicht.

  • Einem Spiegel-Artikel nach wird das Olympia-Dorf in München abgerissen weil es zu marode ist um es zu sanieren. "Eine Sanierung der vor 36 Jahren erbauten Bungalow-Siedlung kam nicht in Frage. Die Schäden an Dächern, Wasserleitungen und der Dämmung sind zu groß geworden. Doch weil das Dorf unter Ensembleschutz steht, wird der Neubau dem alten Dorf sehr ähnlich sehen. Anfang September wurde mit dem Abriss der 800 Bungalows begonnen, die letzten Bewohner müssen bis zum April 2008 ausgezogen sein. Die Hochhäuser bleiben stehen."


    "Das neue Dorf soll ähnlich aussehen - doch die studentischen Bewohner bangen um die Dorfidylle. Schon bei der Abriss-Party kam es zu Krawallen."


    Dummes Pack!


    http://www.spiegel.de/unispieg…bar/0,1518,507571,00.html
    olympiadorf.de
    http://www.olydorf.mhn.de/
    Olympiadorf München
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/897/126699/
    http://www.wikio.de/deutschland/bayern/munchen/olympiadorf
    http://de.wikipedia.org/wiki/Olympiastadion_(M%C3%BCnchen)

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)