München

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    • MeisterEder wrote:

      Anbei ein paar Fotos der wunderschönen, aber zu entfernenden Bänke, sowie der räumlichen Gesamtsituation in St. Lukas:
      Warum tut man so etwas? Und wer sind die Auftraggeber? Ist hierfür nicht die Erzdiözese München/ Freising zuständig?
      Mit Ziegelsteinen kann man Fensterscheiben zerstören, mit Glas, Stahl und Beton ganze Städte.
    • MeisterEder wrote:

      Da es sich um eine evangelische Kirche handelt,
      Danke. Ich hatte bisher angenommen daß es sich dabei um ein katholisches Gebäude handel, da "sankt" für die Protestanten eher unüblich ist. Zwar beruhigt es mich nun daß es kein katholisches Gotteshaus getroffen hat bin aber anderweitig immer wieder sprachlos wie die Protestantische Kirche teilweise mit ihrem historischen Erbe umgeht.
      Mit Ziegelsteinen kann man Fensterscheiben zerstören, mit Glas, Stahl und Beton ganze Städte.
    • Henry H. wrote:

      Danke. Ich hatte bisher angenommen daß es sich dabei um ein katholisches Gebäude handel, da "sankt" für die Protestanten eher unüblich ist. Zwar beruhigt es mich nun daß es kein katholisches Gotteshaus getroffen hat bin aber anderweitig immer wieder sprachlos wie die Protestantische Kirche teilweise mit ihrem historischen Erbe umgeht.
      Es ist wirklich tragisch, was hier passiert.

      Zumal St. Lukas in München in mehrfacher Hinsicht ein Alleinstellungsmerkmal besitzt. Es ist ja nicht nur einer der wenigen, nahezu im Ursprungszustand erhaltenen Kirchenbauten des Historismus im Zentrum, sondern es ist auch - wie man auch an Henrys Irritation sehen kann - eine Besonderheit in religiöser Hinsicht: Im katholischen München ist diese evangelische Kirche eine Demonstration des protestantischen Selbstbewusstseins gewesen. Sie versteckt sich in keiner Weise hinter den katholischen Kirchen, sondern arbeitet mit den Mitteln einer protestantischen Ästhetik auf einem Niveau mit den übrigen Kirchen Münchens. Dieses Gesamtkunstwerk jetzt zu zerstören, ist geradezu krank.
    • Danke für die zustimmenden Bemerkungen. Ich hatte schon Sorge, ihr hier im Münchner Strang ignoriert den Bau vielleicht oder habt ihn schon ageschrieben. Ich bin Ostern in München und wollte mir eine schöne evangelische Kirche für die Osternacht suchen und musste erst entsetzt feststellen, dass die Ostern NICHTS mit diesem wunderbaren Kirchraum anfangen (zum Vergleich: Berliner Dom in der Osternacht, selbst meine nicht religiöse bessere Hälfte war tief bewegt) und dann noch das, was nun architektonisch bevorsteht..

      Übrigens: Auf den innenarchitektonischen Frevel brachte mich der Wikipedia-Artikel. Der sagt nämlich deutlich, was da Übles droht.
      "Die Qualität städtischen Bauens resultiert aus einer Generationen währenden, kollektiven Leistung." Hans Kollhoff
    • Ja, da gebe ich Dir recht @Chalco , diese Kirche wäre für die Osternacht wirklich prädesteniert gewesen. Ich bin selbst jetzt etwas überfragt ob die Protestanten in München die Osternacht begehen, in Berlin ist dies ja wohl häufiger der Fall. Aber vielleicht wäre es für Dich auch interessant die Osternacht in einer katholischen Kirche Münchens zu begehen? Da gibt es gerade in der Innenstadt sehr schöne Messen.

      LG
      Henry
      Mit Ziegelsteinen kann man Fensterscheiben zerstören, mit Glas, Stahl und Beton ganze Städte.
    • Ich bin heute auch noch einmal in St. Lukas gewesen. Außer dem "Zeitgeist" gibt es keinen Grund, diese Kirchenbänke zu vernichten.
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    • Ein kleiner Beitrag zur Rekonstruktion der Karyatiden der gelben Treppe der Residenz (Teil 1 von 3, die anderen 2 Teile sind noch nicht erschienen).

      Residenz Blog wrote:

      Gerechtigkeit und Beharrlichkeit für die Gelbe Treppe! – Teil 1

      Was sich auf den ersten Blick liest wie die Parole aus einer politischen Streitschrift, beschreibt in Wahrheit die anspruchsvolle Aufgabe, die unserem Bildhauer Benno Ortner übertragen wurde: Es handelt sich um die Neuschöpfung zweier verlorener Gipsskulpturen nach alten Vorbildern, ausgeführt und erzählt in drei Etappen.
      [...]
      schloesserblog.bayern.de/hinte…r-die-gelbe-treppe-teil-1

      Weitere Bilder von Ende Februar (unter anderem vom bereits teilweise wiederhergestellten Stuck) finden sich auf der Facebookseite der Schlösserverwaltung:
      facebook.com/permalink.php?id=…ory_fbid=2167934069919465
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Die seit vielen Jahren leerstehende und vor sich rumgammelnde ehem. Gaststätte "Zum Riedwirt" (sog. Dönerhaus) auf der Schwanthalerhöhe hat nun einen neuen Besitzer: tz.de/muenchen/stadt/doener-ha…en-besitzer-12291228.html Laut Artikel ist "ein zeitnaher Abriss vorgesehen" ...
      „Sollt ich einmal fallen nieder, so erbauet mich doch wieder!“ (Inschrift am Schwarzhäupterhaus in Riga)

      Nach Baden-Baden habe ich ohnedies immer eine Art Sehnsucht.
      Johannes Brahms (1833-1897)
    • Badner wrote:

      Ich könnte exemplarisch ein paar auswählte Häuser aus der Liste der gestrichenen Baudenkmäler fotografieren (z.B. diejenigen in der Herzogspitalstraße und Kardinal-Faulhaber-Straße in der Altstadt) und in diesen Strang einstellen. Allerdings komme ich frühestens Ende kommender Woche dazu. Wäre wirklich mal interessant zu sehen, wie sich diese Kandidaten (zumindest äußerlich) darstellen.
      Wie im März von mir angekündigt, habe ich ein paar ausgewählte Gebäude in der Münchner Altstadt fotografiert, die aus der Denkmalliste gestrichen wurden. Aus Zeitgründen komme ich leider erst jetzt dazu. Hier nochmal zur Info die damals verlinkte Liste aus dem Jahr 2009: landtag-bayern.de/www/ElanText…20Anfragen/16_0002567.pdf

      Es geht los mit einem Panoramabild der Kardinal-Faulhaber-Straße, eine der für mich schönsten Altstadt-Straßen mit Blick auf die Türme der Frauenkirche. Die Hausnummer 5 (gelbes Eckhaus) wurde laut Liste "aufgestockt und stark überformt", die Hausnummer 6 (grünes Haus rechts daneben) wiederum "aufgestockt und innen stark erneuert".


      Eine Detailaufnahme der Fassade von Hausnummer 6, man beachte die schöne Hausmadonna. Selbst in einer Großstadt wie München sind sie noch sehr häufig an historischen Fassaden anzutreffen. Mehr Details zur Geschichte von Nr. 6 hat der Nutzer Leonhard in diesem Beitrag sehr gut zusammengetragen.


      Es geht weiter im Tal, das sich östlich vom Alten Rathaus am Marienplatz bis vor die Mauern des Isartors erstreckt. Bei Hausnummer 6 (McDonald's) sind laut Liste "nur Reste der Fassade erhalten". Im Hintergrund ragt der Turm der im Inneren wunderbar rekonstruierten Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt empor.


      Ein paar Häuser weiter steht Hausnummer 16 (Sausalitos), das laut Liste "1967 neu erbaut" wurde. Insbesondere die Südseite des Tals, teilweise auch die Nordseite, ist mit einigen Abstrichen relativ gut erhalten oder wiederaufgebaut worden (wobei einige Häuser durchaus Sprossenfenster oder Sanierungen vertragen würden).


      (Alle Bilder von mir im März aufgenommen)
      „Sollt ich einmal fallen nieder, so erbauet mich doch wieder!“ (Inschrift am Schwarzhäupterhaus in Riga)

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      Johannes Brahms (1833-1897)
    • Rekonstruktion der Aussegnungshalle - Nordfriedhof

      Die Westfassade am Portal des Nordfriedhofs in Schwabing, soll originalgetreu restauriert/rekonstruiert werden. Fehlende Inschriften und Reliefs werden ergänzt. Dazu kehren wohl auch zwei Sphinx-Skulpturen zurück, die ursprünglich an den Seiten der Treppe standen. Die erste Figur wird gerade hergestellt.

      media-cdn.sueddeutsche.de/imag…260/1200x675?v=1555012205

      Hier sieht man ungefähr, wie das Portal, die "Aussegnungshalle", einmal ausgesehen hat:

      abendzeitung-muenchen.de/media…75eafaf5.original1024.jpg

      Der passende Zeitungsbericht:

      sueddeutsche.de/muenchen/muenc…ruktion-fassade-1.4491603
    • Da bin ich ja mal gespannt, ob wirklich nur die Westfassade am Portal rekonstruiert wird, oder auch der Turm, oder gar die gesamten Fassaden!

      In jedem Fall eine sehr erfreuliche Meldung. Man bedenke den kulturellen Kontext der ehemals "leuchtenden" Stadt München, namentlich wurde der Nordfriedhof schon in Thomas Manns "Tod in Venedig" genau beschrieben. Die entsprechende Passage zitiere ich für alle geneigten Mitforisten, die die entsprechende Literatur gerade nicht zur Hand haben:

      "Hinter den Zäunen der Steinmetzereien, wo zu Kauf stehende Kreuze, Gedächtnistafeln und Monumente ein zweites, unbehaustes Gräberfeld bilden, regte sich nichts, und das byzantinische Bauwerk der Aussegnungshalle gegenüber lag schweigend im Abglanz des scheidenden Tages.
      Ihre Stirnseite, mit griechischen Kreuzen und hieratischen Schildereien in lichten Farben geschmückt, weißt überdies symmetrisch angeordnete Inschriften in Goldlettern auf, ausgewählte, das jenseitige Leben betreffende Schriftworte, wie etwa: «Sie gehen ein in die Wohnung Gottes», oder «Das ewige Licht leuchte ihnen»; und der Wartende hatte während einiger Minuten eine ernste Zerstreuung darin gefunden, die Formeln abzulesen und sein geistiges Auge in ihrer durchscheinenden Mystik sich verlieren zu lassen, als er, aus seinen Träumereien zurückkehrend, im Portikus, oberhalb der beiden apokalyptischen Tiere, welche die Freitreppe bewachen, einen Mann bemerkte, dessen nicht ganz gewöhnliche Erscheinung seinen Gedanken eine völlig andere Richtung gab.“ - Thomas Mann, Tod in Venedig [zit. nach stadtspuerer.de/der-nordfriedh…edig-seinen-anfang-nimmt/]

      The post was edited 1 time, last by MeisterEder ().