• Das ist ein Kunstwerk? Ich dachte, es wäre ein Fahrradparkhaus, das nach einem Sturm/Erdrutsch/Verkehrsunfall in Schieflage geraten ist.

  • Sowas hätte uns auch als Einheitsdenkmal in Berlin blühen können, so als Symbol einer überwundenen Mauer oder so. Daher haben wir mit einer goldenen Wippe noch Glück, bis auf den geplanten Standort.

  • Der "Künstler" hat sicherlich ein paar Aktien bei Stahlkönig oder so oder hält Anteile daran. Nicht dumm! Die doofen Stadtpolitiker lassen sich wirklich ALLES aufdrücken, damit sie des Kaisers neuen Kleidern huldigen können - sie sind ja auch hipp ;-).

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Der "Künstler" hat sicherlich ein paar Aktien bei Stahlkönig oder so oder hält Anteile daran. Nicht dumm! Die doofen Stadtpolitiker lassen sich wirklich ALLES aufdrücken, damit sie des Kaisers neuen Kleidern huldigen können - sie sind ja auch hipp ;-).

    Dem rot-grünen Stadtrat unter Ude muß es ja wohl gefallen haben, eben so wie den pfuschig getünchten U Bahnhof "Messestadt West". Hier wurden die nackten Betonwände einfach mal mit (offensichtlich nicht ausreichender ) roter Farbe bemalt.

  • Tolle Meldung aus München: Das westlich vom Stachus in der Schützenstraße 11 gelegene Hotel Excelsior erhält infolge der anstehenden Sanierung seine originale Gründerzeit-Optik zurück, welche derzeit noch unter einer 50er Jahre Fassade schlummert. :applaus: (siehe auch Fotostrecke)


    Quote

    Am Blech hat’s gelegen. Diesem nämlich – und natürlich viel, viel Glück – war’s zu verdanken, dass das Excelsior als eines der ganz wenigen Münchner Hotels den Krieg fast unbeschadet überstanden hat. "Dadurch haben die Bomben das Dach nicht durchschlagen", weiß Carl Geisel. Kein Zweifel, es muss ein verdammt gutes Blech gewesen sein. Das Gründerzeit-Flair kehrt nun also wieder zurück – gar nicht mal rekonstruiert, sondern noch original vorhanden, eben unter besagter 50er-Fassade, was derzeit freigelegt und ergänzt wird: hübsche Bögen und Ornamente in Sandstein-Optik. Was aber so auch nicht stimmt, handelt es sich doch "nur" um einen strukturierten Sichtbeton. War billiger als Naturstein. Schon damals.


    Geisels Hotel-Imperium: Zurück in die Zukunft

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Das sind ja super Nachrichten. Allein wenn man diese Maßnahme bei 50 Prozent ähnlicher Objekte in Deutschland durchführen würde, wäre die Wirkung der deutschen Innenstädte eine ganz andere.


    Weiß man denn, wie der Bau früher einmal aussah?

  • Das stimmt wohl, ein Highlight scheint der Bau jetzt nicht gewesen zu sein.


    Traurigerweise sind aber selbst drittklassige Gründerzeithäuser noch immer besser als fast alles was heute gebaut wird. Daher freue ich mich erstens, dass wir hier die Chance haben, auch mal ein etwas spartanischeres Gebäude wieder zu sehen, aber noch mehr bin ich erleichtert, dass uns eine weitere moderne Katastrophe erspart bleibt!

  • Schade, dass aus München nur sporadisch berichtet wird...


    1.) Ein ausführliches Gespräch mit dem Generalkonservator Mathias Pfeil über Stadtentwicklung und Denkmalschutz in München:
    Denkmalpfleger: „Münchens Erscheinungsbild ist in Gefahr“ - Merkur


    2.) Der Hugendubel am Marienplatz ist von den Gerüsten befreit worden:
    Bild 1 - Bild 2 - Bild 3 - Bild 4 - Bild 5

    Marienplatz: Fassade des "Hugendubel-Hauses" ist wieder sichtbar - muenchen.de
    Eine verpasste Gelegenheit zur Verbesserung des Erscheinungsbildes des Marienplatzes. sad:)

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

    Edited once, last by Mantikor ().

  • Eine verpasste Gelegenheit zur Verbesserung des Erscheinungsbildes des Marienplatzes.

    Kann ich nicht so sehen. Ist doch - endlich und gottseidank nach dem schlimmen Vorgänger - eine klassisch-schlichte, angenehm zurückhaltende Fassade geworden, die sich sehr gut einfügt.
    Wie hätte es denn deiner Meinung nach werden sollen/müssen? Historistisch?

  • naja die Fassade schmerzt nicht mehr ganz so wie der unglaubliche 90er-Gewerbegebiets-Schrott, mit dem man die Fassade vorher malträtierte, aber im Vergleich zu der originalen 50er Jahre Fassade mit der Bemalung ist die jetzige Lösung doch recht fad. Vor allem wenn man bedenkt, dass man sich an Münchens wichtigsten Platz befindet, gegenüber vom Rathaus. Aber in München muss man um alles, was kein Fassaden-Total-Unfall ist, schon froh sein.


    Hier noch ein Artikel mit Bildstrecke, die auch die originale 50er Jahre Fassade zeigt und den Vorkriegszustand.
    http://www.abendzeitung-muench…ed-89d7-b69a37bc4efd.html

  • Wie hätte es denn deiner Meinung nach werden sollen/müssen? Historistisch?

    Ja, gerne. Zum Beispiel in Form einer stilistischen Annäherung an das Haus nebenan. Oder ein Zitat des Rokoko-Baus schräg gegenüber.
    Oder eine Fassade wie bei diesem Bau. Oder meinetwegen auch so klassizistisch einfach wie hier.
    Eine Verbesserung sehe ich in der neuen Verkleidung überwiegend nicht - eher eine Fortsetzung der Nachkriegstristesse und der "guten Stube" Münchens nicht angemessen.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ich bin auch ziemlich enttäuscht... die neue Fassade ist im Endeffekt genauso fad und nichtssagend wie die Nachkriegsbauten daneben.


    Man hätte z.B. das ursprüngliche gotische Haus mit dem charakteristischen Schräggiebel und dem hübschen Turm rekonstruieren können, welches sogar recht viele wirtschaftlich verwertbare Etagen gehabt hätte, wenn man z.B. die spitz zulaufenden Lauben über dem Erdgeschoß etwas vergrößert hätte und als zusätzliche Etage benützt hätte. Außerdem hätte es durch die glatte Putzfassade vielleicht sogar den kühlen Modernisten gefallen können...



    Den historistischen Nachfolgerbau aus der Gründerzeit zu rekonstruieren, hätte sicherlich nicht sehr viele Freunde gefunden, da er damals schon nicht so gut zu den anderen Häusern gepasst hat:



    Den Bau aus den Fünfzigerjahren (siehe hier) find ich jetzt auch nicht so toll...



    Am liebsten wäre mir gewesen, man hätte statt auf den Palazzo dei diamanti in Ferrara, der mit München nichts zu tun hat, auf einen Münchner Baustil Bezug genommen und hätte so wieder etwas Lokales und Identitätsstiftendes geschaffen, so wie z.B. von Vulgow vorgeschlagen. Man hätte sehr gut das Haus gegenüber (Marienplatz 21) imitieren können und so ein repräsentatives, in sich symmetrisches Gegenstück zum Rathaus mit Blick zur Peterskirche schaffen können. Aber der Sinn für Stadtbaukunst scheint den heutigen Planern abhanden gekommen zu sein - jeder baut nur mehr für sich und das nur nach dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Verwertbarkeit.


    Vertane Chance.


    P.S. Ferrara ist im Zentrum eine hübsche Stadt und der Palazzo dei diamanti ein großartiges Bauwerk! Aber er hat erstens wie oben geschrieben nichts mit München zu tun und zweitens ist die Imitierung der Fassadengestaltung am Hugendubel auch noch armselig gemacht, sie beschränkt sich auf die Hausecken und die Säulen im Erdgeschoß und sieht eher aus wie ein aufgeklebter Nietengürtel... völlig uninspiriert.

  • Die Überreste der Südseite des Marienplatzes wurden ja spätestens Ende der 60er/ Anfang der 70er Jahre abgetragen, um den Platz zu vergrößern und die Platzkante um mehrere Meter nach Süden zu versetzen. Daher finden sich hier nur Neubauten aus dieser Zeit. Möglicherweise wird sich ja der eine oder andere Hausbesitzer bei Renovierungsarbeiten in den kommenden Jahren (oder Jahrzehnten) wieder mehr an der historischen oder zumindest traditionellen Fassadengestalung orientieren.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt...