Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!
  • Da versucht man auf der einen Seite, die Bausünden der 1950er, -60er und-70er Jahre stückweise zu beseitigen. Und auf der anderen Seite kommen immer wieder neue Bausünden nach.

    Mit dem Unterschied, dass viele der neuen Bausünden schlimmer sind als die alten Sünden der 50er- bis 70er-Jahre. Gerne reißt man mittlerweile auch ab, was erst in den 80er-Jahern gebaut wurde. Vor allem von Banken und der öffentlichen Hand, denn die müssen das Geld ja nicht selber erwirtschaften.

  • Ja, es ist so, es kommt meistens nichts Besseres nach. Die letzten Jahre denke ich oft beim Anblick so mancher Neubauten, dass es hässlicher nun wirklich nicht mehr geht, aber nein, es werden immer noch hässlichere Horrer-Häuser gebaut, wir schaffen das!

  • Eine Baumasse aus Sichtbeton und ohne Fenster. Da frage ich mich, ob ich es tatsächlich mit erwachsenen Menschen zu tun habe, die weiter denken können, als von 12:00 Uhr bis Mittag. Wie abgestumpft muss man eigentlich sein, um so etwas gut zu finden?!


    Der krasse Gegensatz ist gewollt. - Wer sind diese Jurymitglieder, daß sie die Macht haben, über die Köpfe der gesamten Bevölkerung zu entscheiden? Eine Hand voll Personen mit Geschmacksverkalkung. Denen gefällt die Schreckensarchitektur. Doch was ist mit den restlichen 80 - 90% der Gesellschaft, der dieser Müll wahrscheinlich nicht gefällt?


    Das ganze System und die Idee der Preisverleihung über eine "Expertenjury", gehört endlich abgeschafft oder verändert.

    Mir sagte mal eine junge Kunsthochschülerin, dass es nicht darum ginge, irgendwelche schönen Bilder zu malen; das hätten schon zu viele gemacht. Es ginge darum, auf den Szene-Diskurs einzugehen. Dieses Bild trifft sowohl für die Kunst- wie die Architekten-Szene zu. Eigentlich für den ganzen kulturellen Eliten-Überbau. Diese Leute leben in einer wohlsubventionierten oder anderweitig begünstigten Käseglocke. Echte Diskussion findet nur intern, also innerhalb der Szene statt. Die Leute da draußen, diese von Dir erwähnten 90%, sind für diese "Kultur-Elite" entweder völlig uninteressante Tölpel, die man einfach ignorieren kann. Oder sie sind gar eine latent dumpfe bedrohliche Masse, der mit den Mitteln der Kultur Einhalt geboten werden muss, damit sie nicht zu sehr aufmuckt. Auch hier findet der kalte Bürgerkrieg zwischen "unten" und "oben" statt.

  • Der Neubau in der Herzogstrasse 49 schreitet voran und steht kurz vor seiner Fertigstellung. Ich finde ein sehr gelungener Neubau.


    Zum Vergleich nochmal die Ausgangssituation:


    http://www.abendzeitung-muench…1e-9ef1-92201a12aabe.html


    Hier noch ein paar Informationen zum Bauträger:


    http://www.linsmayerprojekte.d…lle-projekte#herzogstr-49


    Über den Baufortschritt hatte ich schon in Beitrag 934 berichtet.


    Und zum Schluss noch ein paar Fotos:





  • Es ist zwar nur meine Meinung, aber das einzige gelungene an dem Neubau ist das Dach, welches sogar noch dazu verhunzt wurde.
    Ich glaube, langsam sollte man sich damit anfreunden, dass 99 % der Bauten nach 1945 bzw. noch Bauten, die in der Zukunft folgen, nie mehr die Ausstrahlung eines Altbaus erreichen werden ...
    :crying::weinenstroemen:

  • Die DDR-Platte ist wiederauferstanden.

    In dubio pro reko


    Die Deutschen sind ein Volk, das auf die Regierung hört. Die Franzosen sind ein Volk, auf das die Regierung hört.

  • Also das Haus ist nicht viel größer als die Umgebung, ist nicht langweilig gefärbt, besitzt keine übertriebenen Glasfronten und es wurde sogar ein Risalit eingebaut. Ich finde das Haus gelungen.
    Nur das Freischweben der Balkone ist gewöhnungsbedürftig.

  • Der Neubau in der Herzogstrasse 49 schreitet voran und steht kurz vor seiner Fertigstellung. Ich finde ein sehr gelungener Neubau.

    Naja, ich kann diesen neuen Kommerzbunker jetzt ned sehr viel abgewinnen...des oide Haus hat mir da besser gefallen.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Ich weiß nicht, was einen daran an Plattenbau erinnern soll. Auch ich sehe es wie Obsolet. Ein bisschen viele und zu große Fenster, aber mei halt.

  • Hier noch ein paar Informationen zum Bauträger:


    linsmayerprojekte.de/aktuelle-projekte#herzogstr-49

    Nach dem Bildern aus der Bauphase ist es eher Betonbunker als Plattenbau.


    Dort heißt es nur:
    "Abbruch Bestand und Neubau eines Wohnhauses mit Tiefgarage"


    Ich kann mich nicht erinnern, dass Plattenbauten aus der Nachkriegszeit Tiefgaragen hatten.




    Da gibt es aber auch 4 unterschiedliche Ebenen:
    Erdgeschoss, 1. Obergeschoss, einen Mittelteil und ein zweigeschossiges Dach, das sich zwar als Flachdach entpuppt, aber bei alltäglichem, ungenaueren Hinsehen ein Spitzdach ist.


    Ich wollte nur zeigen, dass es mir bei Plattenbauten nicht bekannt ist, dass es so viele verschieden aussehende Etagen gibt. Weiter gibt es bei diesem Beispiel noch ein Gestaltungselement an der Straßenkreuzung rechts oben am Dach, wo der Mittelteil etwas nach oben ragt und es eine Art Plattform gibt. Und mir ist es fremd, dass bei Plattenbauten mit Dachziegeln gearbeitet wurde.


    Vielleicht erinnert die Fenstersprossung und die Form der Fenster von der Herzogstraße in München an einen Plattenbau, aber sonst nichts.

  • Noch nicht einmal das erinnert mich an den Plattenbau. Die Vorstellung von einem Plattenbau hat mit dem Neubau Herzogstraße 49 für mich absolut überhaupt gar nichts gemeinsam.

    Es ist kein Plattenbau, "Plattenbau" ist einfach nur zu einem Begriff für alles geworden, was schlecht ist.


    Ganz ehrlich, der Neubau ist gerade noch "ok". Das liegt wahrscheinlich hauptsächlich am Dach, was das einzige ist, was irgendwie eben "Ok" ist und dadurch das ganze Gebäude irgendwie "ok" macht. Ich hätte es besser gefunden, wenn man den Altbau behalten hätte und hier eine Fassadenrekonstruktion gemacht hätte.


    In Deutschland gibt es wirklich eine Rekonstruktions-Kultur, die es hier in Österreich nicht gibt. Dadurch leihen sich viele Neubauten auch Elemente von Altbauten ab. Ich muss sagen, ich finde das eigentlich recht gefährlich für den tatsächlich alten Bestand, da dann das Risiko besteht, dass Altbauten durch pseudo-alte Häuser und Disneylandarchitektur ersetzt werden und man es als in Ordnung empfindet, oder "mehr in Ordnung" empfindet, als wenn es ein total moderner Klotz wäre. Sprich: Die Stimme gegen den Abriss von (manchen) Altbauten wird leiser … SEHR gefährlich! – merkt euch meine Worte in 10 Jahren dann.

  • München - Thalkirchner Straße/Ecke Brudermühlstraße


    Studentenwohnheim nach umstrittenem Entwurf wird nach jahrelangem Tauziehen nun doch gebaut

    Es ist sicherlich gefälliger als des was da zuvor gestanden ist, man hätt aber mehr daraus machen können.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer


  • Leider entspricht der Bau nicht mehr der Abbildung im verlinkten Zeitungsbericht. Man hat den Entwurf ja bereits vor Jahren "glattgebügelt". Das Dach ist nun platt und die Erker sind flacher.


    Das ist der Entwurf, nach dem gebaut wird: http://abload.de/img/studentenheim_untersevvuno.jpg


    Ich bin sehr gespannt, wie das am Ende, mit dem Betondach, aussieht.

  • Interessant, was ein bisschen Farbe ausmacht. Vorher - für mich - in der Wirkung ´gemütlich-süddeutsch´, jetzt ´hanseatisch-kalt´.

  • Hat mir vorher vom Farbton her besser gefallen. Aber so oder so sieht das Gebäude sehr passabel und ansehnlich aus. Eines der wenigen brauchbaren und denkmalschutzwürdigen der nach 1945 entstandenen Gebäude in M.