• Ich stelle mir vor wie in 700 800 Jahren die Leute davor stehen und den Kindern erzahlen, dass das Haus Ur-alt ist und man damals noch sehr, sehr primitif war... Vielleicht hat's sich schon mal so zu getragen! ablachen:)

  • Der Monopteros im Englischen Garten wird für 750 000 € saniert.


    Quote

    „Es sind umfassende Schönheitsreparaturen geplant, die jedoch auch dem Substanzerhalt des Bauwerks dienen“, teilte am Dienstag eine Sprecherin der bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung mit. Vor allem auf der Wetterseite ist der Rundtempel im griechischen Stil stark verwittert. Viele Malereien sind verblasst, der Kalkstein ist verschmutzt und porös. Außerdem soll der Grafittischutz verbessert werden.


    http://www.muenchen.tv/muenche…jahr-lang-saniert-120947/

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • À propos Theatinerkirche:


    hier ein interessanter Beitrag über die Restaurierung/Rekonstruktion des Lukas, welcher wiederum ein Teil der Rekonstruktion der Chorschranke ist:

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    Die Skulptur des Lukas in der Münchner Theatinerkirche wurde bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg fast vollkommen zerstört. Dank modernster Technik - dem 3D-Scan - kann sie nun nach über 70 Jahren wieder hergestellt werden.

    http://www.br.de/mediathek/vid…-theatinerkirche-100.html


    Zwei weitere Videos:
    https://www.youtube.com/watch?v=95QMb71J7DA
    https://www.youtube.com/watch?v=KKVuL6lEm9o

  • Quote

    Das Kleinhaus war erdgeschossig und um 1840/45 erbaut. Das Kutscherhaus wurde im Sommer 2011 abgerissen, nachdem es 2009 von der Denkmalliste gestrichen wurde. Begründet wurde dies von der Oberen Denkmalschutzbehörde mit baulichen Veränderungen, die allerdings schon vor der Aufnahme in die Denkmalliste vorgenommen wurden.


    Birkenau 12


    Soweit ich mich erinnere, hatten wir das hier noch nicht. Schon wieder vier Jahre her, insofern in memoriam.

  • Ich habe gestern aus dem Auto heraus gesehen, dass der entstuckte Altbau Schwanthalerstr. 72 fast vollständig abgerissen wurde:


    Link zu Google Maps


    Zugegeben, das Gebäude war zum Schluss alles andere als ansehnlich, dennoch finde ich es sehr schade, dass mitten in der Innenstadt noch solche alten Häuser verschwinden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Nachfolgebau besser wird.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ich habe gestern aus dem Auto heraus gesehen, dass der entstuckte Altbau Schwanthalerstr. 72 fast vollständig abgerissen wurde


    Ja, Ludwigsvorstadt ist sehr abreißfreudig - geh mal durch die Goethestraße, dorten sind auch zwei entstuckte Altbauten so wie ein netter kleiner Pavillion, was einst eine Wirtschaft war, inzwischen weggerissen worden. Gerade in der Schwanthalerstr. fällt ja ein Altbau nach dem andern :crying:

  • Die Goethestraße fiel mir da auch direkt als Vergleich ein!

    Lache nicht über jemanden, der einen Schritt zurück macht. Er könnte Anlauf nehmen.

  • Endlich, die lange Zeit des Wartens hat sich gelohnt:

    Quote

    Heilig Kreuz in München-Giesing
    Alte Kirche in neuem Glanz

    Schöne Bilderstrecke: http://www.br.de/radio/br-heim…uration-muenchen-100.html


    http://www.sueddeutsche.de/mue…raum-des-lichts-1.2703936


    Man hat tatsächlich darauf hingewirkt, störendes aus der Nachkriegszeit wieder zu entfernen bzw. abzumildern ("Neben dem Rückbau der aus dem Chorbereich unter die Vierung vorgezogenen Altarinsel für den Altar versus populum ist sicherlich der Ausbau der drei Glasgemäldefenster von Wilhelm Geyer von 1960[...]") Weitere Infos und Bilder: http://www.hl-kreuz-giesing.de/geschichte/page10/
    Bis auf die funktionalistischen, grobschlächtigen Leuchter eine sehr gelungen Renovierung. :smile:
    (Keine Selbstverständlichkeit in Zeiten, in dem der "Geist des II. Vatikanischen Konzils" noch immer dazu führt, historische Kirchen zu verschandeln und sechsstellige Summen für "renommierte" Berliner Architekten und deren esoterische Konzepte ("Das Atmen des Raums erfahrbar machen") rauszublasen und das auch noch von der Denkmalpflege kräftig unterstützt wird, wie hier in Linz http://www.dioezese-linz.at/ne…es-raums-erfahrbar-machen, aber das nur am Rande)

  • In der TZ war heute ein Artikel über abrissbedrohte Häuser in München:


    Link zur TZ


    Die sog. Eva-Braun-Villa in der Delphistraße 12 hat es schon getroffen, eine von sehr vielen kleinen Villen der Zwischenkriegszeit, die aktuell dem großen Reibach geopfert werden.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Wie gut erhalten ist München eigentlich? Sagen wir im Gegensatz zu Wien z.B., damit ich es in etwa vergleichen kann.


    Ich kenne leider nur die Bahnhofsgegend. Dort war ich zwar schon dutzende Male, aber leider nie weiter weg. Ich weiß, ich weiß…

  • Ich kenne Wien zwar nicht, finde München jedoch relativ gut erhalten. Im Altstadtbereich wurde viel wiederaufgebaut, es gibt aber noch richtig urige Ecken, andere Bereiche, vor allem Richtung Bahnhof, sind leider deutlich stärker überformt. Von den innerstädtischen Wohnvierteln sind bis auf die Ludwigs- und Maxvorstadt ebenfalls große Teile noch gut erhalten. Zudem kommen die für München charakteristischen riesigen Gartenstädte mit Einfamilienhäusern und kleinen Villen der Gründer- und Zwischenkriegszeit. Letztere werden jedoch seit einigen Jahren stark perforiert und mit Renditebunkern zugebaut. Es ist auf jeden Fall eine Stadt, die sich zu besichtigen lohnt.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Die sog. Eva-Braun-Villa in der Delphistraße 12


    Kleine Korrektur: Delpstraße


    Wie gut erhalten ist München eigentlich?


    Was den Altstadtbereich angeht, gut erhalten sind bzw. wiederhergestellt wurden die meisten Altstadtkirchen sowie die Residenz. Typische Altmünchner Bürgerhäuser gibt es im Altstadtbereich heute dagegen so gut wie keine mehr, dafür viel trostloser Nachkriegsschrott. Auch bei den Palais sind die meisten spätestens 1944 untergegangen. Am zentralen Marienplatz gibt es immerhin noch die beiden Rathäuser. Und mit dem Max-Joseph-Platz sowie dem Platzl mit dem Hofbräuhaus auch noch zwei recht annehmbare Plätze. Die Straßenzüge im Altstadtbereich sind dagegen praktisch allesamt mehr oder weniger von Unansehnlichem nach 1945 dominiert.


    Die Altstadt Wiens ist jedenfalls deutlich besser erhalten.

  • Ich finde auch, dass der Befund bei weitem zu trostlos ausgefallen ist. Dass Wien ungleich besser erhalten ist, steht außer Frage, aber dennoch sind die Müncher Bürgerhäuser keineswegs ausgerottet worden.
    Auch in der östlichen Altstadt um die Damenstiftstraße [seh grad, das ist das von Johan erwähnte Hackenviertel!] findet sich noch erstaunlich viel, zB


    https://www.google.at/search?q…5#imgrc=wqC_bA8esmPBsM%3A


    https://www.google.at/search?q…5#imgrc=l1IZQvJYmRTkXM%3A


    https://www.google.at/search?q…5#imgrc=Yww6yl4wfSZ70M%3A


    Es gibt sogar noch vereinzelte gotische Häuser und einen gotischen Innenhof.
    Die von Johan genannte Faulhaberstraße ist natürlich allererste Adresse und leider keineswegs typisch.
    Der Mingener Wiederaufbau ergibt kein einheitliches Bild. Teilweise inferior, als gälte es, Nürnberg und Würzburg Konkurrenz zu machen (Neuhauser Straße), teilweise ganz aktzeptabel (hackenviertel), teilweise exzellent (Kirchen, Ludwigs- Maximilliansstraße uU).
    Insgesamt ergibt die Stadt ein freundliches, angenehmes Bild - eine kleinere, lieblichere, etwas provinziellere, dafür aber leichtfertigere Schwester Wiens, deren Zerstörung zu den allergrößten angloamerikanischen Schandmalen zählt (was vielleicht keiner so beurteilen kann wie ein Wiener).

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

    Edited 4 times, last by ursus carpaticus ().

  • Wiederaufgebaut wurde in M praktisch so gut wie kein einziges Altmünchner Bürgerhaus, die paar wenigen die verloren im Altstadtbereich herumstehen und wie durch ein Wunder auch noch die 60er und 70er Jahre überlebt haben, kann man an zwei Händen abzählen. Typisch für die Altstadt waren Häuser wie der Weinstadl und das Cuvillieshaus in der Burgstraße oder das Sterneckerhaus beim Isartor. Von den Palais ist innen lediglich das über den Krieg gekommene Palais Holnstein erhalten geblieben, ein wenig bemüht hat man sich noch beim Palais Preying neben der Feldherrenhalle, dessen Treppenhaus wieder in alter Pracht erscheint.

  • Vor einiger Zeit gab es ja mal einen Strang zu den besten großstädtischen Ensembles. Und da wurde München sehr häufig genannt. Odeonsplatz, Max-Josef-Platz, Wittelsbacherplatz, Ludwigstraße, Maximilianstraße, Prinzregentenplatz, Königsplatz etc. strahlen in alter Pracht und sind in ihrer Häufung und Geschlossenheit in Deutschland einmalig. Auch wenn's mir vertraut ist; die Ludwigstraße von Nord nach Süd, zwischen Siegestor und Feldherrenhalle zu fahren, verursacht bei mir immer noch ein erhebendes Gefühl.


    Klar hat u. c. mit der Neuhauser Straße recht; dies gilt auch für den Marienplatz, mit Ausnahme der beiden Rathäuser. Komischerweise ist der meiste Andrang dort, wo München am wenigsten attraktiv ist. Karlsplatz (Stachus), Fußgängerzone. Aber auch in der Neuhauser Straße gibt es Schätze, wie die Michaelskriche, die Bürgersaalkirche.


    In den "guten" Gegenden verströmt München eine Eleganz, die in deutschen Großstädten selten zu finden ist.


    Mein vielleicht liebstes München ist das westliche Schwabing, so rund um den Kaiserplatz, da ich Jugendstil und Gründerzeit gerne mag und es dort viele geschlossen erhaltene Straßenzüge gibt.

  • Manche Aussagen hier irritieren mich. München ist eine städtische Schönheit, da kann es eigentlich keine zwei Meinungen geben. Ich bin - schon seit meiner Kindheit - häufig dort und habe auch Verwandte und Bekannte in München. Sicher gibt es herbe Verluste an schöner Architektur bzw. wird viel Schrott gebaut. Aber insgesamt gehört München zu den schönsten Städten, die ich kenne. Auch zu den schönsten Europas.


    Wer z.B. mehr über die zahlreichen, beeindruckenden Münchner Palais wissen will, empfehle ich als ersten Überblick die entsprechende Liste in Wikipedia:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Palais_in_München



    Es dürften wohl mehr als 20 erhaltene oder wiederaufgebaute sein . . .


    Ansonsten empfehle ich, einfach mal die Ludwigstraße vom Siegestor bis zur Feldherrnhalle zu gehen, anschließend am Max-Joseph-Platz vorbei zur Maximilianstraße - dort einen kurzen Abstecher rechts hinunter zum Platzl - dann am Maxmonument wieder rechts durch die Thierschstraße in Richtung Lukaskirche - und von da über Praterinsel und Wehrsteg in Richtung Deutsches Museum . . . wie herrlich!


    Nur eine von vielen Möglichkeiten, wie man sich die Stadt erschließen kann. Von Prinzregentenstraße, Brienner Straße, Königsplatz, Promenadeplatz, Lenbachplatz, Gärtnerplatz, Viktualienmarkt etc. etc. war bisher noch gar keine Rede . . .


    Sofern ich demnächst Zeit finde, werde ich mal ein paar Bilder einstellen . . .

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Die Maximilianstraße ist mir persönlich höchst unsympathisch, das liegt aber in diesem Fall nicht an der Bebauung. Die Ludwigstraße schätze ich von der Bebauung her dagegen überhaupt nicht, ich persönlich verabscheue diesen Münchner Klassizismus geradezu. So gerne würde ich aber mal die klassische München-Ansicht von der Ludwigskirche aus genießen. Den Münchner Jugendstil schätze ich auch sehr und inzwischen auch einige Gründerzeitgegenden, mit denen ich bis vor 10 Jahren nicht viel anfangen konnte, haben bei mir einen deutlichen Wertschätzungszuwachs erlebt, insbesondere Haidhausen und Neuhausen.