München

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    • tolle Arbeit Sybaris! wo man auch recht fündig wird, ist auf diversen Ansichtskartenanbietern, allerdings ist die Suche mühsamer:
      ansichtskartenversand.com/
      akpool.de/kategorien/5836-ansichtskarten-kreis-muenchen
      delcampe.net/de/sammlerobjekte…utschland/muenchen/search

      Hier schon mal eine vom Bahnhof mit Vorplatz:
      delcampe.net/de/sammlerobjekte…nbahn-1910-581853634.html
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Es ist mit der modernen Architektur oft irgendwie dasselbe, was ich beruflich mit Grafik-Designern erlebe: da wird andauernd das "neue Schlichte" bemüht - alles ganz einfach, übersichtlich, spartanisch.

      Man sehe sich nur die Optik von Windows 10 an - da weiß man oft nicht einmal mehr, was man anklicken kann und was nicht... Dazu kommt noch, dass man andauernd irgendwelche Affentänze am Touch-Screen vollführen muss, weil alles so schlicht ist, dass man nicht einmal irgendwo einen Button findet...

      Ich werde allerdings das Gefühl nicht los, dass es in vielen Fällen Einfallslosigkeit und mangelnder Mut ist, der solche "Designs" hervorbringt. Alles muss "konform" sein, nicht angreifbar...
      Aber irgendwie denke ich, dass Charakter durch das Besondere kommt, nicht durch Anpassung - nicht nur in Architektur und Grafik-Design...
    • Hallo Thommystyle,

      danke für das Kompliment!

      Ja, der Bahnhof selbst ist inzwischen gar nicht mehr das Problem. Mittlerweile habe ich an die 100 Fotos vom Gebäude. Danke aber für die Links - zwei kannte ich noch nicht. (Pinterest.de ist auch eine recht brauchbare Quelle.)

      Aber durch den Anschubser von Leonhard habe ich jetzt mit dem Stadtarchiv eine ausgeprochen reichhaltige Quelle...
    • Weil ich gerade wieder am "Sondieren" bin...
      Eine Frage, die mich schon länger umtreibt...:

      Waren 1900 in München die meisten Gebäude grau? Nachdem es ja fast nur schwarz-weiß Fotos gibt, könnte man den Eindruck haben... Aber dummerweise sind auf schwarz-weiß Fotos alle Farben grau...

      Wie war das damals? Gab es kräftige Farben? Oder eher Natur-/Erd-Farben? Wurde damals regelmäßig renoviert (und damit neu gestrichen)? Wurde überhaupt gestrichen?
      Nachdem damals wohl noch größtenteils mit Kohle geheizt wurde (das legen die vielen Schornsteine auf den Dächern nahe), dürfte sich der Staub auch auf den Fassaden niedergeschlagen haben...

      Wenn ich mir ältere Gebäude in Wien (oder auch in Schwabing) anschaue, dann haben die heute meist Pastellfarben...

      Bei meinem Bahnhof z.B. habe ich den Eindruck, dass meine Farben "zu bunt" sind. Waren die gedeckter? Nachdem das Gebäude aus Ziegeln gebaut wurde, würde ich annehmen, dass es keine "gefärbten" oder angemalten Ziegel waren, sondern Ziegeln aus verschiedenen Tonsorten, die dann den farblichen Rot- und Gelb- (bzw. Ocker-?)ton ergaben...?

      Nach den Grautönen auf den Fotos habe ich auch den Eindruck, dass die Originalfarben (rot/gelb) deutlich dunkler waren.

      Die Ornamentik an der Fassade des HBFs (Torbögen, Fensterumrahmungen, Skulpturen usw.) war wohl Sandstein - daher wohl ein sehr blasses Gelb bzw. Orange?

      Vielleicht kann ja jemand, der damals schon gelebt hat, Auskunft geben... ;)
    • Die Frage nach den historischen Farben der Münchner Gebäude ist nicht ganz einfach zu beantworten.
      Wie du sicher weißt, wurde in München bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ausschließlich mit Ziegelsteinen gebaut, Naturstein gab's nur für einzelne Zierelemente wie z.B. Hausportale, Brüstungen oder ähnliches. Die Ziegelmauern wurden dann verputzt und gestrichen. Zur Renaissance- und Barockzeit waren die Häuser meistens relativ bunt, entweder mit Malereien oder in der Barock- und Rokokozeit mit Stuckaturen versehen, die farblich von der Fassade abgesetzt waren (ein Beispiel dafür wäre das Palais Preysing in der Residenzstraße). Im 19. Jahrhundert wurden, im Zuge des gewandelten Geschmacks in Richtung klassizistischer "Simplizität", aber wahrscheinlich auch aus Bequemlichkeit, die Fassaden zunehmend monochrom gestrichen, meistens in Grau- und Ockertönen, die aber auch ins grünliche und pastellfarbene gehen konnten. Von daher, glaube ich, liegst du mit deiner Vermutung, dass es sich insgesamt um "Natur-/Erd-Farben" handelte, schon richtig. Verschmutzung durch Ruß hat sicher auch eine große Rolle gespielt und ganz sicher hat man die Gebäude nicht regelmäßig renoviert und so "aseptisch" sauber gehalten wie heute ;) das kann man auch recht deutlich auf den alten Fotos erkennen, dass die Häuser damals wesentlich mehr Patina hatten als heute (eine Sache, die mir heutzutage sehr abgeht...)
      Für die Beantwortung deiner Frage können auch einige Gemälde aus dem 19. Jhdt dienlich sein, welche Häuseransichten in Farbe darstellen, so z.B. von Domenico Quaglio (z.B. Residenzstraße, Nordseite Residenz, Alte Reitschule, Viktualienmarkt), Heinrich Adam (Neuhauser Straße, Max-Joseph-Platz, Isartor, Ludwigsbrücke), Ferdinand Jodl (Tal, Promenadestraße), Carl August Lebschée (Schwabinger Tor, Palais Törring-Seefeld). Das wären allesamt Maler aus der ersten Hälfte des 19. Jhdts, bzgl. gemalten Ansichten um 1900 kannst du bei den verschiedenen Postkartenanbietern schauen, die dir thommystyle bereits genannt hat, hier nur einige schnelle Beispiele: Lenbachplatz, Odeonsplatz, Platzl, Künstlerhaus & Synagoge, Blick vom Maximilianeum.
    • Hallo Leonhard,

      danke wieder mal für deine ausführliche Antwort!

      Ja, die kolorierten Postkarten kenne ich. Ich habe sogar noch ein paar mehr und genaugenommen habe ich sogar die aktuellen Farben von dort genommen. Aber noch genauer genommen haben mich genau diese Postkarten irritiert.
      Bei einigen von denen scheint eher die Euphorie über bunte Fotos die Farbgestaltung geprägt zu haben und die Farben sind z.T. doch recht unterschiedlich...
      Deswegen meine Fragen.

      Vermutlich ist aber mein Wunsch nach einer möglichst realistischen Farbgestaltung so gar nicht möglich - zum Einen, weil die Farben sich immer wieder auch gewandelt haben (durch Anstrich oder "Patina") und zum Anderen, weil man es schlicht und einfach nicht mehr herausfinden wird...

      Danke auch für die ganzen Links!
    • Hallo Sybaris,

      bzgl. der Farben der Postkarten gebe ich dir recht; allerdings ist das erste von mir gepostete Bild keine Postkarte, sondern eine Lithografie; die Farben dürften also authentischer als auf den nach Aufmerksamkeit heischenden Postkarten sein.

      Das ist allerdings wirklich der falsche Thread; könnte vielleicht freundlicherweise einer der Moderatoren diese paar Posts in den Thread von Sybaris verschieben? Das wäre nett, danke!
    • Ich würde sagen, das erste Bild zeigt einen kolorierten Holzstich, das zweite einen kolorierten Lichtdruck, erst das dritte ist eine klassische Lithographie in AK-Format.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • tz wrote:

      "Ein Stück Heimat bewahren“
      Gut Freiham: Das passiert mit dem denkmalgeschützten Ensemble

      Augustiner und die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung haben die Pläne für das Gut Freiham konkretisiert. Bis spätestens 2023 soll das Ensemble in neuem Glanz erscheinen.

      München - Wer an den alten Gebäuden des Guts Freiham entlanggeht, der kann zwei Dinge mit eigenen Augen sehen: Potenzial und viel Arbeit. Die Augustiner Brauerei und die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, welchen das Gut seit rund vier Jahren gehört, haben sich dieser Herausforderung angenommen. „Wir wollen hier das Dorf des 19. Jahrhunderts wieder aufleben lassen“, sagt Catherine Demeter, erster Vorstand der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung.
      [...]
      tz.de/muenchen/stadt/aubing-lo…le-im-westen-9951791.html


      merkur wrote:

      Alles auf Anfang
      Sanierungspläne: Wie Gut Freiham aussehen soll

      München - Zurück zum Dorf: Die neuen Besitzer von Gut Freiham haben ihre Sanierungspläne vorgestellt.

      Alles auf Anfang. Das Gut Freiham hat in den vergangenen Jahren eine bewegte Geschichte erlebt. Diverse Besitzer wollten die fast 900 Jahre alte Schwaige in jüngster Zeit ausbauen, umbauen oder gleich ganz neu bauen. Jetzt haben die aktuellen Eigentümer ihre Pläne vorgestellt: Demnach soll das Gut Freiham wieder zu einem historischen Kleinod werden …

      Das haben die Besitzer – die Haberland-Wagner-Stiftung und die mit ihr verbandelte Augustiner-Bräu Wagner KG, nun bekanntgegeben. „Wir wollen ein Dorf des 21. Jahrhunderts schaffen“, sagt Catherine Demeter, Vorsitzende der Stiftung. Es soll ein lebendiges Dorf werden und kein statisches Freilichtmuseum. „Schöner, als es einmal war.“ Eine Oase für die Münchner – vor allem für die einmal 20.000 Menschen im neuen Stadtteil Freiham im Münchner Westen.
      [...]
      merkur.de/lokales/muenchen/aub…ussehen-soll-6860362.html
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Kini-Denkmal

      Bin mir nicht sicher, ob wir die Meldung schon irgendwo hatten.

      Auf der Corneliusbrücke soll es bald wieder ein Denkmal für König Ludwig II geben. Leider wird das historische Denkmal aber nicht wieder aufgebaut. Es sei zu teuer und aus statischen Gründen schwer umsetzbar. Komischerweise stand das Denkmal aber früher schon auf der Brücke. Haben die Statiker damals einfach mehr auf dem Kasten gehabt? :whistling:

      Nun soll es eben ein neues Denkmal in Ruinenoptik werden. Mit einem abgebrochenen König Ludwig II. Darauf bin ich schon sehr gespannt.

      abendzeitung-muenchen.de/inhal…6e-8563-020c864ff6ae.html

      abendzeitung-muenchen.de/inhal…65-a1b4-a4b898b3564e.html
    • Zitate aus den Artikeln:

      Diese Reaktion war zu erwarten.
      Kritik kam hingegen von den Stadtrats-Grünen. München habe schon genug Denkmäler für Monarchen, argumentierten sie im Stadtrat. Grünen-Fraktionschef Florian Roth sagte: "Ludwig mag kein Kriegstreiber und kein Gewaltherrscher gewesen sein, aber das Wohlergehen seines Volkes war ihm doch weit weniger wichtig als die verschwenderische Verwirklichung seiner romantischen Fantasien."

      Das indes klingt mir eher gruselig.
      Erste Skizzen zeigen ein Denkmal in Ruinen-Optik, mit verfallenen Säulen und einer unten abgebrochenen Kini-Statue auf einem Sockel.

      Vielleicht doch besser einfach die momentane Büste lassen? Es gibt doch schon zahlreiche Ludwig-Denkmale in Bayern, auch in München (siehe hier). Die jetzige Büste ist doch auch ganz nett. (siehe hier) Ich finde das Vorhaben eher überflüssig. Wenn es eine richtige Rekonstruktion würde, würde ich noch zustimmen. Wenn da ein komisches Ruinen-Bruchstück-Kunstwerk herauskommen soll, sage ich mal "Nein".
    • Wenn es gut gemacht ist, kann es auch in "Ruinenoptik" ganz gut aussehen. Der jetzige, "Isarbalkon" genannte Bereich, wo das Denkmal darauf stand, wirkt momentan eher nicht einladend (einfach mal googeln). Wenn dieser Bereich in dem Zuge wieder hergerichtet wird, ist auch schon etwas gewonnen.

      Eine komplette Rekonstruktion wäre aber natürlich wünschenswert.
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • Vorbild Berlin: Warum wird in München nicht historisch gebaut?

      Ein interessanter Artikel zu München.

      abendzeitung-muenchen.de/inhal…12-bd1c-81b68dabf231.html

      Aussage eines Herrn Mathias Pfeil, vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege:

      Abendzeitung wrote:

      (...) Er sieht auch den Neuaufbau des Berliner Stadtschlosses sehr kritisch: "Das ist eigentlich auch keine Rekonstruktion, sondern ein unglaubwürdiger Zwitter zwischen Rekonstruktion und Neubau." Pfeil hat einen Lehrauftrag an der Technischen Universität, wo das Thema ihn und seine Studenten auch oft beschäftige. "Das bringt oft eine sehr gemischte Meinung unter meinen Studenten hervor", so Pfeil (...)
      Richtig! Das ist keine Rekonstruktion, sondern leider nur eine von Modernisten aufgezwungene Kompromiss-Teilrekonstruktion.