• Im Zusammenhang mit dem Neubau in der St.Annastraße durch den Immobilienanbieter Legat Living möchte ich noch auf ein paar weitere Projekte dieser Firma hinweisen, die mir zumindest teilweise durchaus als hochwertig erscheinen:


    Allen voran ein großer neuer Wohnblock in Schwabing an der Ecke Friedrichstraße / Franz-Joseph-Straße: anstelle eines großen Verwaltungsbaues (aktueller Zustand) entsteht ein, ich würde sagen, modernes, Art-Deco-angehauchtes und herrschaftliches Wohngebäude: http://www.legat-living.de/projects/schwabing/
    Toll!


    Dann ebenfalls ein Wohnhaus in der Trogerstraße 19 südlich der Prinzregentenstraße (bisheriger Zustand):
    https://www.taub-architekten.d…ightbox=dataItem-ifjc0jea
    http://www.legat-living.de/projects/trogerstrasse/
    https://www.bauwerk.de/de/objekt/t19


    Und schließlich der Umbau des denkmalgeschützten ehemaligen Frauengefängnisses am Mühlbach in der Au:
    http://www.legat-living.de/projects/haus-muehlbach/
    https://www.tz.de/muenchen/sta…wohn-komplex-8444362.html
    Es ist zwar sicher schade, dass dort wieder Luxuswohnungen reinkommen und nicht, wie in dem Artikel in der AZ beschrieben, der Verein "Bürger in sozialen Schwierigkeiten" (BISS) ein Hotel sowie eine Ausbildungsstätte für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen einrichten kann, aber immerhin hat das Gebäude einen neuen Zweck gefunden und wird nach langem Leerstand nicht abgerissen.

  • Danke LEONHARD für Deine ausführliche Beschreibung des Neubauprojektes in der St.-Anna-Straße. Ich bleibe dabei, der Neubauentwurf ist zu klotzig für die Umgebung und fügt sich nicht harmonisch genug in die gewachsene Struktur des Quartiers ein. Vor allem die Signalwirkung des Neubaus könnte ungewünschte Auswirkungen haben. Es ist zu befürchten, dass die kleinteilige Bebauung vor Ort nun weiteren Luxusimmobilien Platz macht. Auf dem ersten Blick sehen diese Luxusimmobilien (vor allem auf den Visualisierungen) akzeptabel aus. Sind diese dann erst einmal gebaut so sieht man dann meistens sehr wuchtige, "künstlich" daherkommende weiße Fassaden - kalt, ungemütlich und steril (s. z.B. das neue Quartier am Schinkelplatz in Berlin) - also genau das Gegenteil von dem, was man im Moment noch weitgehend rund um den St.-Anna-Platz vorfindet.

  • Ja, da hast du recht, wir werden sehen... ich wollte hauptsächlich klarstellen, dass der Platz, an dem der Neubau stehen wird, nicht der St.Anna-Platz ist und die jetzige direkte Umgebung auch nicht das Gelbe vom Ei ist, leider...

  • Das man auch in München noch in der Lage ist ästhetisch zu bauen, zeigt dieses Bauvorhaben in der Romanstraße (Nymphenburg, kurz vor Romanplatz)


    Nein ich bin nicht die Signatur.

    Ich sortiere hier nur den Buchstabensalat, den mein Besitzer hier eben fabriziert hat!


  • Wir bleiben im feinen und gediegenen Nymphenburg. Kein ungewohnter Anblick, gerade in Zeiten des Immobilienbooms. Trotzdem stimmt mich so etwas immer traurig.


    Hier in der Dall'Armistraße, in der sich auch einige denkmalgeschützte Bauwerke der Jahrhundertwende befinden; am bekanntesten das kürzlich sehr schön renovierte Dall'Armi-Bürgerheim vom Hans Grässel (http://www.sueddeutsche.de/mue…itter-und-edler-1.2436953)


    Traurig auch, dass im Hochpreissegment diese Architektur ausreicht.




    Angenehmer dagegen Dall'Armistraße 23 gegenüber aus dem 70er Jahren:

  • = Dall'Armistraße 24


    https://www.google.de/maps/@48…9.33t/data=!3m1!1e3?hl=de


    Der Altbau:
    https://s3-media1.fl.yelpcdn.c…qLZh1YWEwLbp9YjBnzA/o.jpg
    https://s3.eu-central-1.amazon…391/medium_G0EZWqF3Sw.jpg


    Der Neubau:
    https://www.immobilienscout24.…vdrdm/afe95b1815bc27ebcf7
    https://www.immobilienscout24.…dal-ami-str-24/60818.html


    1,7 Mio. EUR pro Wohnung, 10.000 EUR pro Quadratmeter, da hat das alte, nette Haus keine Chance. Schade, wieder ein netter Altbau weniger und eine Betonburg mehr.

  • Schade drum! Ein sehr sympatisches haus, ich mag diese einfachen Häuser die es ohne viel Dekor Schafen in mir ein Gefühl der Schönheit und Geborgenheit auszulösen, obwohl so einfach gebaut. Mal gespant was kommt, ich erwarte aber nichts oder was, was genau so hoch wie die Nachbarn ist und um ein fiel faches hässlicher.

  • Dazu passt der Spruch von Polt: "Was g'sund is des hoast ma saniert, oba g'sund is nur was sich rentiert." Traurig, dass dies auch 2017 noch gilt. Mit solchen Häusern stirbt das Urige, Eigentümliche, Vertraute einer Stadt.

  • Es ist jetzut zwar kein Vergleich mit der Schande wie man mit historischen Baudenkmälern umgeht, aber trotz alledem denke ich es gehört hier auch da zu:


    Das Trambahnhäuserl vom Romanplatz soll abgerissen werden - sicher, es ist nur ein schlichtes Bauwerk, aber es ist doch irgendwie zum Wahrzeichen vom Romanolatz geworden.Freilich müßt hier wieder einiges gerichtet werden und auch wenn die MVG es nicht mehr braucht - hier ließe sich vieles draus machen - vom Kulturzentrum bis hin zur Imbisbude....schade, München verliert mehr und mehr sein Antliz :daumenunten:


    Nein ich bin nicht die Signatur.

    Ich sortiere hier nur den Buchstabensalat, den mein Besitzer hier eben fabriziert hat!


  • Thalkirchner Straße/Ecke Brudermühlstraße


    Letzter Beitrag hierzu:
    München


    Bin dort heute mal wieder vorbeigekommen. Eine aktuelle Aufnahme:

    Naja, wesentlich besser als die Nachkriegsscheußlichkeit die vorher da gestanden ist - sehr gelungen die netten kleinen Eckerker - ansonsten....man hät mehr wagen können, gerade an diesem verkehrsreichen Knotenpunkt.


    Nein ich bin nicht die Signatur.

    Ich sortiere hier nur den Buchstabensalat, den mein Besitzer hier eben fabriziert hat!


  • Naja, wesentlich besser als die Nachkriegsscheußlichkeit die vorher da gestanden ist - sehr gelungen die netten kleinen Eckerker - ansonsten....man hät mehr wagen können, gerade an diesem verkehrsreichen Knotenpunkt.

    Besonders das klinische Weiß gereicht dem Neubau zum Nachteil, damit verpufft der Effekt des Spielerischen gleich wieder. Münchner Häuser sind normalerweise eher bunt mit heiteren Farben.

  • Ich halte diesen geplanten Neubau für eines der besten Projekte in München seit längerer Zeit und freue mich sehr darauf. Nur leider scheint es Probleme zu geben, wie in dem von Stephan oben verlinkten SZ-Artikel zu lesen ist, ich zitiere:


    "Ob dieser Zeitrahmen einzuhalten ist, bleibt angesichts des Votums des Bezirksausschusses Schwabing-West fraglich. Das Gremium hat den Bauantrag abgelehnt, in erster Linie aus optischen Gründen: "Die in den Plänen dargestellten Fassadenansichten würden in ein Neubaugebiet passen, aber auf keinen Fall an diese Stelle mitten in Schwabing." Der überwiegende Teil der Gebäude an der Friedrich- und Franz-Joseph-Straße verfüge über Satteldächer, der Neubau sei mit Flachdach geplant. "Besonders die Ansicht vom Habsburger Platz aus" widerspreche den Gebäudestrukturen der umliegenden Häuser. Nach Ansicht der Bürgervertreter ist der Neubau in der vorliegenden Planung ein Fall für die Stadtgestaltungskommission - eine Einschätzung, die Gerhard Landau überrascht."


    Da soll einer noch die Welt verstehen: die Form des Daches ist anscheinend wichtiger als die Gesamterscheinung, ich würde mir als Bezirksausschuss alle 10 Finger danach ablecken, so einen Entwurf vorgelegt zu bekommen! Eines der wenigen einigermaßen traditionellen Projekte wird kritisch beäugt und sogar abgelehnt, weil es kein Satteldach hat. So ein Schmarrn!


    Hier ein weiteres Zitat aus dem Artikel, in dem der Architekt sein Projekt beschreibt:


    "Landaus Team war sich "sicher, ein Gebäude zu entwickeln, das in die Umgebung passt", indem es bewusst Elemente der Nachbarhäuser aufgegriffen habe. Das Motiv des ausgestalteten Gebäudesockels mit Hochparterre etwa, für dessen Realisierung der Bauherr ein Stockwerk weniger in Kauf nimmt. Oder die Gliederung durch stehende, gerahmte Fenster und horizontale Stuckaturen, die sich so nicht nur in unmittelbarer Nachbarschaft, sondern in vielen Schwabinger Altbauten finden. Auch die großen Fenster im obersten Geschoss zitieren Atelierfenster, wie sie um die Jahrhundertwende prägend waren. "Wir haben hohe Raumhöhen, die Balkone sind halbe Loggien mit durchbrochenen Balustraden, und nach Westen weist der Neubau eine Ecküberhöhung auf, die mit dem gegenüberliegenden Haus von Sep Ruf korrespondiert." Auch das Flachdach mit Staffelgeschoss sei bewusst "als Anknüpfungspunkt" an Rufs Entwurf gewählt worden."


    Was viel Besseres könnte man heutzutage nicht erwarten!


    Weiß jemand, wie es mit der Sache weitergeht? Der SZ-Artikel ist immerhin ja schon vom November letzten Jahres.

  • Ich find das einfach nur schrecklich, schon wieder ein unstrukturierter, seelenloser Klotz ohne Dach und zur Krönung noch in weiß. Typisches "Investorenmaterial" Wäre wahrscheinlich genauso ohne Leben wie das vermutliche Vorbild, die Lenbach Gärten.
    Man kann nur hoffen, das im BA die Vernunft siegt.

  • Schau, so gehen die Meinungen auseinander :)
    Die Fassade ist durchaus gegliedert, ein mehrfach abgestuftes Traufgesims, Balkone mit verziertem Eisengeländer, Hochparterre mit abgesetzter Sockelzone, schönes Portal. Warum hängst du dich so sehr am Dach auf? Auch zu früheren Zeiten hat man das Dach gerne versteckt, so dass es flach aussah, siehe die ganzen Barockpalais mit Attika u.ä. Oder schau dir mal das klassizistische Palais Montgelas in München an (Promenadeplatz), das hat ein dem Haus Friedrich sehr ähnliches Dach im Mittelrisalit! (Link)
    Oder der Königsbau der Residenz! Wo siehst du da bitte das Dach, wenn du davorstehst?
    Ich will jetzt natürlich die baukünstlerische Qualität vom Haus Friedrich nicht mit diesen beiden bedeutenden Bauten gleichstellen, das wäre eindeutig viel zu viel der Ehre und völlig unangebracht, ich möchte nur zeigen, dass es auch zu früheren Zeiten durchaus schon Flachdächer in München gegeben hat.
    Die Farbe weiß mag vielleicht banal sein, ist aber aus guten Gründen weitverbreitet, auch bei Altbauten, es macht das Gebäude weniger massiv. Es gibt sicher filigranere Entwürfe, aber für ein heutiges großes Stadthaus mit Eigentumswohnungen ist das schon recht anständig, es hat eine elegante, ein bisschen klassische und großzügige Ausstrahlung, mehr kann man heutzutage kaum erwarten.


    Die Lenbachgärten finde ich zum größten Teil auch sehr gelungen, gerade der mittlere Teil gegenüber von St. Bonifaz und um die zentralen Gärten herum! Ich gehe da öfters durch und finde es wirklich schön! Es hat klassische Gestaltungselemente und ist sowohl elegant als auch gemütlich. Einige Eckbauten des Areals sind eher modern und blockhaft, vor allem der Teil beim Parkcafé, aber sonst ist das für mich eines der besten Bauprojekte Münchens der letzten 10 Jahre. Auch das benachbarte große Charles-Hotel hat durch den großen Schwung etwas Nobles.


    Aber wie gesagt, so gehen die Meinungen auseinander :-)