• Hat man die Nieten und Schraube vergessen, oder wieso fällt das Teil schon auseinander? Ein ohnehin verkorkste Fußgängerzone würde das Teil ja vielleicht noch irgendwie aufwerten, aber als Anbau für so einen Bau...Es ist doch wirklich unglaublich... :gehtsnoch:

  • Das absurde an diesem Entwurf ist ja, daß er den Bedürfnissen der Studierenden überhaupt nicht Rechnung trägt, da ein Großteil des umbauten Raums überhaupt nicht nutzbar ist, sondern für den verglasten Mittelteil "genutzt" wird - gewissermaßen einfach umbaute Luft.


    Vom Konzept her also fast ähnlich wie das Dresdner Kristallkino, wo das Kristall ja eigentlich auch bis auf einen Aufgang und eine Art von aufgehängter Plattform völlig leer und letztlich nutzlos ist (und im Winter eiskalt, wie ich schon selbst im Dezember feststellen konnte), während die gesamten nutzbaren Räume in den angrenzenden Betonklotz ausgelagert wurden.

  • Wenn der Kasten unnütz ist, besteht zumindest die hoffnung, dass er zeitnah wieder abgerissen und durch einen praktischeren und schöneren bau ersetzt wird...

    "... es allen Recht zu machen, ist eine Kunst, die niemand kann..." (Goethe)

  • Das Ding sieht zwar furchtbar aus, aber es ist politisch korrekt, darum muss es nach dem Selbstverständnis der Meinungsbildner dieses "Landes" gebaut werden. Nicht dass irgendjemand je auf die Idee käme, dieses "Land" sei nicht modern (also reaktionär und rückwärtsgewandt).

  • Ich fürchte, soweit denken die architekten nicht, sonst würden sie nämlich den Unsinn dieser These erkennen... Ich unterstelle architekten jetzt mal ein gewisses Maß an Intelligenz, mindestens soviel, dass es ausreicht, sich durchs Abitur zu mogeln...

    "... es allen Recht zu machen, ist eine Kunst, die niemand kann..." (Goethe)

  • Ein für mein Demokratieverständnis unerhörter Vorgang zeichnet sich in diesen Tagen in München ab.



    So gehen unsere Politiker mit dem Willen des Volkes um. Parallelen zur Dresdner Situation? :augenrollen:

  • in der Tat ist eine solche Kleinkariertheit wenig nachvollziehbar, die Bevölkerung hat doch entschieden;
    sie hätten wenigstens die ursprüngliche Frist einhalten hätten können;


    Quote

    * Die Höhenbeschränkung wird abgeschafft. Ein absolutes Höhenlimit soll es nicht mehr geben, stattdessen muss über die zulässige Höhe jeweils in Abhängigkeit vom städtebaulichen Kontext entschieden werden.


    Ha, ha ... selten so gelacht ... und wer entscheidet über die zulässige Höhe? der Stadtrat, also der Gegner des Volksbegehrens :x


    Quote

    * Der Bürgerentscheid war und ist rechtlich sehr fraglich und wäre in den meisten Bundesländern nicht einmal zulässig gewesen.


    was ist denn das für ein Argument?
    1. wird Bayern nicht umsonst als einer der Musterstaaten in Sachen direkter Demokratie sogar im Ausland anerkannt
    und
    2. nur weil es in anderen Bundesländern nicht zulässig gewesen wäre, soll es hier in Frage gestellt werden?
    Wo ist denn da die Logik und der föderale Gedanke? :?


    Quote

    * Die Initiatoren des Bürgerentscheids benutzten verzerrte und unwahre Aussagen, um die Bürger gezielt zu beeinflussen.


    Nur soviel: Wer im Glashaus sitzt...


    schade das bei uns so mit Demokratie im engsten Sinne umgegangen wird :(

  • Ich freue mich ehrlich gesagt dafür. Einige Hochhäuser die zusammen einen Cluster bilden, sind für mich gute Beispiele moderner Architektur.
    Vorrausgesetzt die Hochhäuser sehen gut aus, der Highlight Tower zum Beispiel begeistert mich. Es sind zwar auch nur Glasfassade, aber hohe Gebäude faszinieren mich.


    Erinnert mich ein bisschen an La Defense in Paris, was ich als gelungen und auf jeden Fall aufwertend finde.


    Außerdem war es das Ergebnis 49/51 %


    Quote

    Die Initiatoren des Bürgerentscheids benutzten verzerrte und unwahre Aussagen, um die Bürger gezielt zu beeinflussen.


    Quote

    Es soll untersucht werden, welche Hochhausstandorte zu Ensenbles ausgebaut werden sollen und wie mit vorhandenen Ensembles umzugehen ist.


    Es geht um Ensembles, nicht um Stadtbild zerreissende Hochhäuser



    Hier ein Bild mit Fernwirkung, mir gefällt das irgendwie, dieses Hochhaus im Hintergrund.


    http://www.muenchen-guenstige-…r_leopoldstrasse_bild.jpg

  • Naja, wie man's nimmt. Ich finde Hochhäuser störend und (besonders wenn man drunter steht) sehr bedrückend.
    Und ich denke es ist erträglicher für Hochhausfans wenn man keine baut als für Hochhaushasser wenn man welche baut. Auf deinem Bild die HH's im Hintergrund wirken wie eine dunkle bedrohliche Wolke... keineswegs schön... finde ich jedenfalls.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Quote from "Booni"

    Naja, wie man's nimmt. Ich finde Hochhäuser störend und (besonders wenn man drunter steht) sehr bedrückend.
    Und ich denke es ist erträglicher für Hochhausfans wenn man keine baut als für Hochhaushasser wenn man welche baut. Auf deinem Bild die HH's im Hintergrund wirken wie eine dunkle bedrohliche Wolke... keineswegs schön... finde ich jedenfalls.


    Dem kann ich nur zustimmen. Und danke für gerade dieses Bild, denn es zeigt, dass Hochhäuser überhaupt nicht nach München passen. München hat doch durch gelungenen Wiederaufbau seine alte Stadtstruktur wiedergewonnen und die wird durch Hochhauscluster zerstört. Denn sie beeinträchtigen die Essemblewirkung und ändern den Charakter einer Stadt. Muss man denn krampfhaft in jede Stadt Hochhäuser klatschen, nur weil sie gerade IN sind? Wieso umstellt man dann nicht auch Florenz oder Venedig mit Hochhäusern?
    Und egal wie knapp der Bürgereintscheid ausging, für sind Bürgerentscheide das höchste Gut in einer Demokratie und daran darf nicht gerüttelt werden.

  • Ich kann euch verstehen. Allerdings finde ich, dass es ein gelungener (!) Hochhauscluster auch etwas wie Wirtschaftskraft ausstrahlt und für mich eine Ergänzung zu einer klassischen Bebauung darstellt. Man muss klassische und Hochhausbebauung bloss trennen und nicht mischen.

  • Hochhäuser sind ambivalent. Eine langweilige Stadt können sie durchaus aufwerten, wenn sie ansprechend gestaltet sind. Das trifft aber für die meisten Hochhäuser nicht zu. Aus der Ferne beeindruckend durch ihre Höhe, erscheinen sie aus der Nähe kalt und steril. Verschattete Straßenschluchten wirken z. B. in Frankfurt düster und wenig einladend. Ist es übrigens nicht bemerkenswert, dass in New York der beliebteste Wolkenkratzer das Chrysler Building mit seinen expressionistischen Ornamenten und seiner phantasievollen Dachspitze ist? Keines der vielen Hochhäuser der Moderne schneidet dort so gut ab wie dieses Art-Deco-Gebäude, das aus orthodox-modernistischer Sicht eigentlich Kitsch ist. Selbst Helmut Jahn hat mit dem Frankfurter Messeturm zwar im Umriss Art-Deco zitiert, aber natürlich alle Ornamente weggelassen.


    Städte wie München mit einem wertvollen und unverwechselbaren Stadtbild gehen große Risiken ein mit so massiven Eingriffen wie dem Bau von Hochhäusern, selbst wenn man sie in Clustern bündelt. Natürlich verbindet man mit ihnen auch Wirtschaftskraft und Weltoffenheit, aber Hochhäuser stehen genauso für eine globale Wirtschaftsmacht, die immer mehr kulturelle Besonderheiten nivelliert und keine anderen Werte mehr kennt als Shareholder Value und hohe Abfindungen für Vorstandschefs...
    New York downtown is everywhere... :!:

  • Quote

    Hier ein Bild mit Fernwirkung, mir gefällt das irgendwie, dieses Hochhaus im Hintergrund.


    http://www.muenchen-guenstige-…r_leopoldstrasse_bild.jpg


    Also diesem Bild kann ich überhaupt nichts abgewinnen.
    Eigentlich sieht der Kontrast von historischer Bebauung und modernistischem HH nie gut aus. Ich bevorzuge Dinge, die passen.
    Wenn schon HH in traditioneller Umgebung, dann bitte auch ein solches HH (die ersten Art-Deco-HH waren teilweise wirklich gelungen), und wenn schon modernistische HH, dann auch nur in einer solchen Umgebung. Aber bitte nicht noch mehr von diesen ästhetischen Widersprüchen.


    Die Äußerungen der Stadtbaurätin sind eine Kampfansage an das historische und traditionelle München.
    Noch gehört München nicht wegen, sondern trotz modernistischen Stadtumbaus zu den schöneren Städten Deutschlands, aber solche Ideologen wie die Stadtbaurätin werden das schon noch schaffen, dass München irgendwann aussieht wie Essen.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Zum Verkehrsministerium muß ich unbedingt was sagen:
    Wertvollste Informationen findet man in "Schleich: Die zweite Zerstörung Münchens", auch drei Bilder von der Kuppel, wenn ich mich recht erinnere.
    Schleich schreibt, dass die Kuppel wie die der Wiener Paulskirche oval war, und daher auf den Betrachter je nach Blickwinkel schlank oder breit wirkte. Der Wiederaufbau des Verkehrsministeriums und die Kosten des Abrisses hätten sich exakt die Waage gehalten. Man entschied sich für den Abriss allein aus Gründen der FUNKTIONALITÄT.
    Das Verkehrsministerium sei längst ein Wahrzeichen der Stadt geworden und dadurch, dass es neben der Einfahrt zum Hauptbahnhof stand, wußte der Münchner / Tourist beim Erblicken des Turms vom Zug aus: "Jetzt bin ich in München"! Eine 90 Jähringe Frau, die ich selbst kenne, hat mir das bestätigt, dass sie regelrecht verwirrt war, als sie später in München ankam und beim Einfahren in den Bahnhof die Kuppel nicht mehr fand.
    Von daher vermisse ich das Verkehrsministerium mehr als alle anderen verschwundenen Münchner Gebäude, also etwa die Herzog Max Burg oder die Neue Pinakothek.

  • Ich werde jetzt recht traurig.
    Kosten waren gleich aber die Funktionalität war entscheidend, obwohl fast jeder sich auf die Kuppel orientiert hatte und sich auch noch öfters verwunderte warum die Kuppel aus verschiedene Blickwinkel immer anders aussah. Das nenne ich grossartig!!!!
    Jezt verstehe auch ich das die Kuppel auf so viele Bilder von nach dem Krieg über das sehr schwer zerstörte München herausragte und schlank oder breit augt.
    Macht der Verlust dieses markanten und interessanten Gebäude noch schmerzlicher!!!
    Dasselbe Gefühl habe ich zu Berliner Dom, der jetzt sehr PLUMP augt und auf alte Bilder sehr schlank scheint.


    Deutschland war früher ein Paradis für Liebhaber von wuchtigen imposanten Gebäuden. Nach dem Krieg wurde fast jeder von dieser Giganten gejagt und abgeschossen. FUNKTIONALITÄT war entscheidend!!!


    Die grosste Opfer der Baukunst:


    - Verkehrsministerium in München (nr 1??);
    - Justizpalast Magdeburg (nr 1 oder 2?);
    -
    - Neue Reichskanzlei Berlin (nr 3?)
    - ...
    - Karstadt Gebäude an der Hermansplatz Berlin
    - ?
    - Börse Berlin
    -
    -
    - Turmhaus Krupp an der Altendorfer Strasse in Essen (nr 20-30);


    Habe die Verloren Architektur wegen der Krieg studiert aber es soll jetzt endlich ein grosses und dickes Buch erscheinen über der Verloren Architektur von NACH dem Krieg.


    Rob

  • In der letzten Woche habe ich einen Raum der alten Königlichen Glyptothek am Computer rekonstruiert.
    Es gibt zwar viel Material über die Glyptothek, allerdings widerspricht es sich häufig. Daher war die Rekonstruktion sehr zeitaufwenidg (~40 Stunden.
    Ausgewählt habe ich den "Äginetensaal", den 3 Saal im urpsprülichen Rundgang. Hier waren - wie der Name schon verrät - die Giebelfiguren des Äginatempels auf Aphaia ausgtestellt - einem der Höhepunkte der Glyptothek.
    Hier ein Bild der Ägineten im ergänzten Zustand, so wie sie bis 1939 ausgestellt waren:


    und die beiden Giebel heute:



    Die Wände des Saales waren mit grünem Stuckmarmor verziert, die Decke war mit Goldornamenten versehen, An der Westwand war eine Rekonstruktion des Äginatempels angebracht.


    So schaut der Saal heute aus:


    eine selten Farbzeichnung zeigt den Apollo- und Bacchussaal, die ähnlich wie der Äginetensaal gestaltet war


    Nun zur Reko:


    Fußbonden


    Foto und rekonstruktion:






    Die Rekomnstruktion des Saal ist noch nicht vollendet. Zum einen müßen noch einige Dekorationen der Decke verändert werden, zum anderen überlege ich wie und ob ich die Ausstellungsstücke in die Rekonstruktion integriere.

  • Wäre es eigentlich möglich, die Innenräume anhand des vorhandenen Materials zu rekonstruieren? Wenn ja würde ich da stark für plädoyieren, schließlich ist diese ja künstlerisch nicht ganz unbedeutend und bevor sie in Vergessenheit gerät...

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Glückwunsch und viel Erfolg für die virtuelle Rekonstruktion der Glyptothek! Die großartigen Innenräume waren einer der Höhepunkte des Klassizismus in Deutschland. Dazu trugen die prächtigen Farben ganz entscheidend bei. Dagegen ist die heutige langweilig graue Nachkriegstristesse vielmehr Nachhall eines völlig veralteten Bilds antiker Kunstauffassung. Der verhängnisvolle Irrtum von Winckelmann über die angebliche "edle Einfalt, stille Größe" der Antike wirkt bis heute nach in puristisch öder (Museums-)Architektur. Klenze und Cornelius waren mit ihrer Formen- und Farbenfülle viel näher am Lebensgefühl (nicht nur) der Antike.


    Wie geschickt sich Klenzes Museumsarchitektur mit den ausgestellten Objekten zu einem Gesamtkunstwerk von hohem Erlebniswert verbindet sieht man heute in der Neuen Eremitage in Sankt Petersburg, einem der schönsten Museen der Welt.


    The State Hermitage Museum: Virtual Tour


    Auf der Website gibt es einen virtuellen Rundgang mit vielen Bildern durch Klenzes Petersburger Museumsräume, die teilweise an die Glyptothek erinnern, z. B. Raum 25, gallery of the history of ancient painting.