• Nach dem 2. Weltkrieg wurden fast alle bedeutenden Gebäude wiederaufgebaut, ist aber schon mehr als 20-30 Jahre her. Für die letzte Zeit gibt es wenige Beispiele, was u.a. daran liegt dass unser OB Ude sich bei jedem hässlichen Kasten der in der Innenstatd gebaut wird, freut dass es weder eine Rekonstruktion noch ein traditioneller Bau ist.
    Als eines der wenige Gebäude könnte ich nur die Schrannenhalle nennen oder die Villa Mann.
    Als bestes Beispiel würde ich den Wiederaufbau der Residenz nennen, der kurz nach dem 2. Wk begonnen wurde und erst vor ein paar Jahren abgeschlossen wurden.
    Der Kaisersaal der Residenz (http://www.gen.heinz-wember.de/wittelsbacher/pics/Kaisersaal.htm) von 1611 wurde rekonstruiert, obwhl er bereits vor um 1800 nicht mehr existierte. Heute wird dieser Saal bei vielen ANlässen von der Staatsregierung genutzt.

  • @ PB: Meines Wissens wurde z.B. der Wintergarten oder die Hofkapelle noch nicht rekonstruiert...

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Offiziel hat Faltlhauser (bayerischer Finanzminister, Herr der bayerischen Schlösser und Seen) den Wiederaufbau der Residenz für beendet erlärt. Die Dekoration der Hofkirche wird nicht rekonstruiert, das Mauerwek ist aber wiederhergestellt. Der Wintergarten war ja nur kurzzeitig in Benutzung (glaub Max II und Ludwig II) und wird nicht wiederaufgebaut.
    Die heutige Residenz ist ja nicht die Kopie des Vorkriegzustandes. Stattdessen wurden einige ältere Teile wiederaufgebaut (wie der erwähnte Kaisersaal), andere wurden verändert wieder aufgebaut (Trhonsaal(Herkulessaal), eine Elemente wurden komplett neu gebaut (Spanisches Institut).

  • Also erst mal hallo, denn ich bin seit heute neu hier.


    Wurden nicht mehrere Gebäude der Maximilianstraße erst in den letzten 20 Jahren rekonstruiert?
    In der München-Gallerie ist, glaube ich, sogar davon die Rede.

  • Reinhold
    Erstmal Herzlich Willkommen im Forum!
    Ich dachte auch, ich hätte etwas von Rekos in der Maximilianstrasse gehört...


    @pb@thommystyle
    Wisst ihr da näheres?

  • 2005 hat man ein im Krieg zur Hälfte zerstörtes Gebäude auf Höhe des Marstallplatzes rekonstruiert, dabei aber den erhaltenen Teil entkernt. Auch wurde nur die Fassade zur Maximilianstraße hin rekonstruiert, die Rückseite wurde in Glas gestaltet (fast so schön wie beim Verkehrsministerium).
    Habe letztes Jahr ein paar Bilder davon gemacht, werde sie in Kürze hochladen.

  • Hier die Bilder:
    Das neue Gebäude von der Maximilianstraße aus:

    Die Rückseite zum Marstallplatz ist mit Glas "verschönert" worden:

    Der Marstall am Marstallplatz:

    Neubau zwischen besagtem Haus an der Maximilanstraße und dem Marstallplatz:


    Ganz in der Nähe befinden sich ein gelungener Neubauten. Das Spanische Institut (mit roter Fahne) am Marstallplatz , das sich perfekt an die Umgebung anpasst:

    Man vergleiche im Hintergrund einen Flügel der Residenz

  • Fehlt beim Marstall das Dach oder irgendwas über dem Portal? Irgendwie wirkt das auf mich unproportional...
    Von wann ist denn das Span. Institut? Sieht echt gut aus.

  • Diese Rückseite ist wohl eine typische "Denkmalschutzlösung"... - aber insgesamt hat sich die Kontrastitis in München zum Glück nicht so oft manifestiert wie in Berlin; in Seitenstraßen kann man gerade noch damit leben.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Zwar sind den Bauherren zur Rekonstruktion der Fassade an der Maximiliansstraße gezwungen worden, doch wurde soweit ich weiß der bestehende Teil des Gebäudes entkernt, obwohl noch orginal erhalten, und am Marstallplatz hat man den Architekten freien Lauf gelassen (wie man sieht); Man wollte einen "urbanen Platz" schaffen, doch ist in meinen Augen genau das Gegenteil erreicht worden; ein hoher Preis für die Fassadenreko an der Maximilianstraße :(

  • @pb@thommystyle
    Danke für die Bilder und Anmerkungen! Schon wieder was dazugelernt, ich dachte immer, das wären Komplettrekos...


    Aber insgesamt bin ich ein bisschen überrascht: Gab es denn im München der letzten Jahrzehnte in der Tat keine Reko darüberhinaus?
    München hatte für mich als Nürnberger fast immer ein wenig Vorbildcharakter diesbezüglich ...


    In Nürnberg gab es in den letzten Jahrzehnten ja leider keine einzige Rekonstruktion - obwohl es innerhalb der Altstadt fast egal wäre, welches Gebäude man auswählt... ein "Treffer" ist da fast vorprogrammiert.

  • War denn von diesem Bürklein-Palais an der Maximilianstraße tatsächlich noch etwas nennenswertes erhalten? Ich kann mich von früheren Besuchen in München erinnern, daß dort ein ganz flacher Behelfsbau aus der Nachkriegszeit stand, wie es ihn auch heute noch in manchen deutschen Städten gibt. Ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob dieser Bau die gesamte Breite der Baulücke ausgefüllt hat oder nicht...

  • Die Akademie der bildenden Künste (erbaut 1876 von Gottfried von Neureuther) in München wird restauriert. Bis zur 200-Jahr-Feier 2008 soll das Gebäude "in seiner ganzen Pracht" wieder erstrahlen.


    Der Wiederaufbau nach dem Krieg wurde von Sparsamkeit diktiert, deshalb wurden die ursprünglich gewölbten französischen Dächer durch flache Dächer ersetzt.


    Was ich nirgendwo erfahren konnte ist, ob die Dächer in den Originalzustand zurückversetzt werden, oder ob die Sanierungs- und
    Restaurierungsarbeiten sich nur auf das bereits vorhandene beziehen.


    Für alle Freunde des "spannenden Kontrastes" habe ich noch was:


    Der Erweiterungsbau der Kunstakademie (Eröffnung war am 26.10.2005) von "Coop Himmelblau" stellt "den denkbar größten Kontrast zum Hauptgebäude aus dem Jahr 1876 her". Die Baukosten von 19,7 Mio. € konnten erst mit Hilfe einer eigens gegründeten "Stiftung Kunstakademie" aufgebracht werden. Laut Akademiedirektor Ben Willikens besticht das Gebäude durch "heiteren Dekonstruktvismus und anarchische Präzision".


    "Das Entwurfskonzept von COOP HIMMELB(L)AU basiert auf der Idee der Transformation der drei vorgefundenen unterschiedlichen stadträumlichen Systeme - des achsialen Systems Leopoldstraße/Akademiestraße mit seinen repräsentativen Bauten, der gewachsenen Struktur von Schwabing mit ihrer kleinräumlichen, differenzierten Bebauung sowie der Grünräume Leopoldpark und Akademiegarten mit ihren historischen und geschützten Baumbeständen."


    Altbau:



    http://www.monacomedia.de/muenchenwiki/index.php/Bild:Adbk.jpg\r
    http://www.monacomedia.de/muenchenwiki/ ... d:Adbk.jpg


    Neubau:



    http://www.ibks-ing.de/pro_akademie.html\r
    http://www.ibks-ing.de/pro_akademie.html


    http://db.nextroom.at/building_article.php?building_id=41&article_id=3597\r
    db.nextroom.at/building_article. ... le_id=3597
    http://www.ganzmuenchen.de/artculture/architektur/muenchen/akademie_der_\r
    http://www.ganzmuenchen.de/artculture/a ... demie_der_
    bildenden_kuenste/erweiterungsbau_coop_lichtblau.html

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • ...um Gottes Willen!!!!!!!1 Ja ist denn jeglisches Gespür für Schönheit und Ästhetik verlorengegangen???? Wie kann man nur so ein Monstrum erstellen?????

    Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...

  • Laut Süddeutscher Zeitung bedingt die recht eigenwillige Außenform auch gewisse Abstriche bei der Nutzung im Inneren - beispielsweise sind die Lichtverhältnisse in manchen Räumen sehr ungünstig, so daß nur mit Kunstlicht gearbeitet werden kann, und es gibt tatsächlich zwei "Räume", die nicht nur fensterlos sind, sondern auch den recht eigenwilligen Zuschnitt von 2 Metern Länge und 40 cm Breite aufweisen :gg:

  • Quote from "GanskeStortSett"

    ..., und es gibt tatsächlich zwei "Räume", die nicht nur fensterlos sind, sondern auch den recht eigenwilligen Zuschnitt von 2 Metern Länge und 40 cm Breite aufweisen :gg:


    Wenn Himmelblau konsequent gewesen wäre, hätte er ausschließlich
    solche Räume für den Erweiterungsbau vorgesehen ! Außerdem
    hätte er nicht in die Höhe bauen sollen, sondern in die Tiefe - unter die
    Erde. Damit wir seine Kiste nicht sehen müssen.
    Das traut er sich nicht, weil er nur eine visionslose Mitläuferarchitektur
    entwickeln kann. Er ist zu bemitleiden. :schlafen:

  • Man will sich wiedermal mit einem prominenten Namen schmücken und läßt sich gestapelten Schrott vor die Nase setzen.
    Provinz!