München - außerhalb der Altstadt

  • Bei einem zwischen Nachkriegsbauten zerquetschten Gebäude in Milbertshofen wird nun geprüft, ob es unter Denkmalschutz gestellt wird, da der Besitzer den Abriss plant:

    https://www.abendzeitung-muenc…-milbertshofen-art-807059


    Die Formulierungen der Zeitung sind außerordentlich positiv für den Altbau und sehr negativ für die ihn umgebenden Nachkriegsbauten, was natürlich freut.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Im Münchner Norden, genauer in Schwabing-Freimann, wird für obdachlose Menschen ein Neubau namens "Übernachtungsschutz Lotte-Branz-Str." realisiert. Der Bau ist ok und stört nicht sonderlich.



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    Typologisch lehnt sich der Entwurf an Theodor Fischers Ledigenheim in der Bergmannstraße im Westend an, der 1927 im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet wurde. Dessen kammartige Struktur wird im Neubau so interpretiert, dass in den einzelnen Trakten die getrennte Unterbringung von Männern, Frauen und Familien erfolgt. Gleichzeitig entstehen dadurch unterschiedliche Freibereiche und Höfe.


    Wohnen für Obdachlose - Hild und K planen in München

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Der Siegerentwurf für das Gießinger Hospiz: https://www.sueddeutsche.de/mu…-giesing-neubau-1.5577521


    Etwas Grün wird leider mittlerweile stets als Begründung angebracht, obwohl es die Einfallslosigkeit von Gebäuden nicht kaschieren kann. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll, dass die Begrünung am Dach landet...

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll, dass die Begrünung am Dach landet...

    Kosmetik.


    Als ich das Bild sah, dachte ich zuerst, dass das ein Parkhaus sein soll. Mit einem albernen Gestänge in der Dachzone. Dann las ich Hospiz. :daumenunten:


  • In der Münchner Ludwigsvorstadt, genauer in der Schubertstr. 8, verfällt seit einigen Jahren das prachtvolle Neorenaissancegebäude von 1894/95. Hoffen wir, dass es bald zu einer Sanierung kommt.



    Quote

    Der Verfall des denkmalgeschützten Wohnhauses an der Schubertstraße 8 scheint erst einmal gestoppt zu sein, ein Ende des Leerstands ist aber noch nicht abzusehen. Seit fast anderthalb Jahrzehnten beschäftigt der Zustand des 127 Jahre alten Baus in der Ludwigsvorstadt die städtischen Behörden. Nun konnten sich deren Vertreter und Mitglieder des Bezirksausschusses vor Ort davon überzeugen, dass wenigstens das marode Dach bis August nachhaltig vor Wind und Wetter geschützt wird.


    Ob dann die geplante und genehmigte Innensanierung ab Herbst folgt, bleibt aber ungewiss angesichts offensichtlicher Finanzierungsprobleme und der Lage im Baugewerbe. Politiker, Verwaltungsmitarbeiter und Nachbarn zeigten sich vor Ort entsprechend erleichtert über die ersten Schritte, aber auch skeptisch, was die weitere Zukunft des Hauses angeht.



    Warum ein denkmalgeschütztes Haus verfällt




    512px-Schubertstr._8_Muenchen-2.jpg


    Schubertstr. 8 Muenchen-2

    Rufus46, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Im Westend will die Kirche ein Mietshaus aus dem 19. Jahrhundert abreißen und dafür einen Neubau errichten, in den nur Leute einziehen dürfen, die sich zu einem Leben ohne Auto bekennen: https://www.sueddeutsche.de/mu…rasse-lastenrad-1.5590353


    Ich sehe schon den nächsten fassadenbegrünten Einheitsbrei näher kommen. So desolat wirkt das Gebäude von außen auch gar nicht, vor allem nicht im Vergleich zu Ostdeutschen Verhältnissen.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Ich überlege gerade, welcher Aufstand folgen würde, wenn die Kirche verlangen würde, dass Mieter sich vertraglich auf den Verzicht z.B. homosexueller Handlungen verpflichten müssten. Oder die Mieter kein Smartphone besitzen dürfen. Oder dass die Mieter unterschreiben müssen, nie mit dem Flugzeug in Urlaub zu fahren...

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    So desolat wirkt das Gebäude von außen auch gar nicht, vor allem nicht im Vergleich zu Ostdeutschen Verhältnissen.

    Das wird es auch nicht sein. Aber hier wird eine Dekadenz zelebriert, bei der es einem die Sprache verschlägt. Das Virtue Signalling beherrscht die Amtskirche aus dem FF (siehe vergangener "Katholikentag"), aber eine behutsame Sanierung eines über 100 Jahren alten Gebäudes scheint nicht möglich, gleichzeitig will man die Bewohner dazu verpflichten, auf ein Auto zu verzichten, um das ganze ein wenig grüner erscheinen zu lassen, als es ist.

    Ist das rechtlich überhaupt zulässig? Was passiert eigentlich, wenn sich bei einem Hausbewohner die Lebensumstände ändern, und er zwingend auf ein Auto angewiesen ist? Vollkommen grotesk. Wäre nur interessant, wie das alte Haus im Ursprungszustand ausgesehen hat. Womöglich wäre der Aufschrei größer gewesen, wäre die Öffentlichkeit über diesen Ursprungszustand informiert worden.

  • Ist das rechtlich überhaupt zulässig?

    Nein, ist es nicht. Ein entsprechende Klausel wäre rechtswidrig. Es gab schon einmal einen analogen Fall, in dem das zuständige Gericht die entsprechende Klausel schlicht für unwirksam erklärt hat. Das müssten aber sowohl die Juristen der Kirche, als auch die des Bezirks wissen.
    Also: einfach einziehen und ein Auto anschaffen. Das kann einem niemand per Mietvertrag verbieten und die Wohnung kündigen können sie einem deswegen auch nicht.

  • Das einzige, was mir als einigermaßen nachvollziehbare Begründung für die Forderung auf Verzicht auf ein Auto einfällt, ist, dass meines Wissens jeder Neubau per bayerischem Gesetz (https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayGaV-ANL_1) eine bestimmte Anzahl an Parkplätzen für die Bewohner aufweisen muss, was in einer dichtbebauten Stadt nur mit Tiefgarage realisierbar ist. Vielleicht möchte die Kirche durch eine solche kategorische Verzichtserklärung dieses Gesetz umschiffen und den Bau einer Tiefgarage somit vermeiden. Aber das ist nur Spekulation meinerseits.

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Das einzige, was mir als einigermaßen nachvollziehbare Begründung für die Forderung auf Verzicht auf ein Auto einfällt, ist, dass meines Wissens jeder Neubau per bayerischem Gesetz (https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayGaV-ANL_1) eine bestimmte Anzahl an Parkplätzen für die Bewohner aufweisen muss, was in einer dichtbebauten Stadt nur mit Tiefgarage realisierbar ist. Vielleicht möchte die Kirche durch eine solche kategorische Verzichtserklärung dieses Gesetz umschiffen und den Bau einer Tiefgarage somit vermeiden. Aber das ist nur Spekulation meinerseits.

    Interessant. Wenn das so ist, dann würde ich als Vermieter vermutlich auch so eine Autoverzichts-Klausel in den Mietvertrag aufnehmen. :D

  • den Bau einer Tiefgarage ... vermeiden

    Das war auch mein Gedanke. Für wahrscheinlicher aber halte ich die Erklärung, sich mit modischen Ideen anzubiedern. Ich stelle mir gerade die Tiefgarage für die Lastenfahrräder vor...


    Wobei ich die Grundidee eigentlich gar nicht so falsch finde. Nicht wegen grün und Erderwärmung, sondern wegen der prinzipiellen Idee, ein Haus zu schaffen, wo Menschen mit einer bestimmten Lebensweise zusammenwohnen können. Aber das geht faktisch nicht und es widerspräche dem Grundsatz der Sozialbindung des Eigentums. Das Mietrecht unterliegt nicht dem Gedanken, die rechtlichen Bedingungen des Wohnens wären beliebig verhandelbar und Rechte der Mieter einfach so abdingbar. So ein Haus wäre dem normalen Wohnungsmarkt entzogen und die Mieter müssten auf Rechte verzichten, deren Verlust sie eines Tages vielleicht einmal schmerzlich bedauern.


    Treibender Gedanke scheint mir auch nicht zu sein, Menschen ein Lebensumfeld zu geben, das ihren persönlichen Wünschen entgegenkommt, sondern eine Sozialromantik, die glaubt, Autos wären seit der Erfindung des Lastenfahrrads obsolet. Und wenn es in diesem Haus brennt, kommt dann die Feuerwehr mit Fahrrädern zum Löschen?


    Ob es auch gut ankäme, wenn man sagt, man macht nur Mietverträge mit Indexklausel, die eine Mindestlaufzeit von 10 Jahren haben? Und dass die Mieter Kirchenmitglied sein müssen? Und dass sie niemanden heiraten dürfen, der einer anderen Konfession angehört? Unabhängig vom Mietrecht würde man sich damit eher nicht beliebt machen. Da wird der Sinn von der Sozialbindung des Eigentums plötzlich unübersehbar.

  • Gottseidank sind diese beiden historischen Gebäude nun gerettet (die Nr.6 hätt ich jetzt ned vermißt). Jedoch ist dies bloß ein kleiner Knochen den man uns hinwirft, die Wagnerstraße 1 und 3 (Schwabing) sind nach wie vor in akuter Gefahr, und für das Häuserl Tegernseer Landstraße 99 kommt wohl jede Hilfe zu spät - und des ist nur ein Bruchteil der Münchner Abrißkandidaten. rant:)

    Ich hab jetzt hier nichts neues mehr zur Wagnerstraße 1 gefunden, sie scheint aber saniert worden zu sein und zwar ziemlich gut:




    Hier sieht man den Vorzustand gut: https://www.merkur.de/lokales/…gegen-abriss-4509031.html



    Jetzt nochmal eine urheberrechtliche Frage: kann ich das Bild aus dem Merkur für unseren Instagram Account verwenden, wenn ich den Herkunftsort angebe.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Wunderbar, dass dieser Bau gerettet wurde! Und dann so geschmackvoll. :thumbup:

    Der Einsatz lohnt sich in München, da ist viel in Bewegung am Immobilienmarkt.

    Was die Bebilderung angeht, solltest du mE besser auf die Bürgerinitiative ProSchwabing / Denkmalnetz Bayern zurückgreifen (von denen das Bild im Merkur auch stammt). Die freuen sich garantiert über die Werbung und stellen das gern zur Verfügung. Wenn's schnell gehen soll kann man ihnen auch einfach Bescheid geben (statt zu fragen und ggf. länger auf Antwort zu warten), mit dem Hinweis, dass man das Bild bei Bedenken gern ersetzt und dies in bester Unterstützerabsicht weiterverbreitet. Was in Facebook und Co. ja ohnehin die ganze Zeit geschieht.

  • Wunderbar, dass dieser Bau gerettet wurde! Und dann so geschmackvoll. :thumbup:

    Der Einsatz lohnt sich in München, da ist viel in Bewegung am Immobilienmarkt.

    Was die Bebilderung angeht, solltest du mE besser auf die Bürgerinitiative ProSchwabing / Denkmalnetz Bayern zurückgreifen (von denen das Bild im Merkur auch stammt). Die freuen sich garantiert über die Werbung und stellen das gern zur Verfügung. Wenn's schnell gehen soll kann man ihnen auch einfach Bescheid geben (statt zu fragen und ggf. länger auf Antwort zu warten), mit dem Hinweis, dass man das Bild bei Bedenken gern ersetzt und dies in bester Unterstützerabsicht weiterverbreitet. Was in Facebook und Co. ja ohnehin die ganze Zeit geschieht.

    Es eilt noch nicht, dann frag ich einfach mal nach, vielen Dank :thumbsup:

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • VonSalza vielleicht könntest du noch als drittes Bild in dem Post das Haus aus der Ligsalzstraße aufnehmen, Vorzustand Wagnerstraße, aktueller Zustand, und dann noch als drittes Bild der Gründerzeitler Ligsalzstraße mit dem Hinweis, dass die Amtskirche ihn abreißen möchte, obwohl es zumindest äußerlich nicht viel bräuchte, um es wieder in ein Schmuckstück zu verwandeln. Ich finde es schaut dem Haus in der Wagnerstraße mit dem leicht hervorgehobenen Eck auch gar nicht mal so unähnlich...

  • VonSalza vielleicht könntest du noch als drittes Bild in dem Post das Haus aus der Ligsalzstraße aufnehmen, Vorzustand Wagnerstraße, aktueller Zustand, und dann noch als drittes Bild der Gründerzeitler Ligsalzstraße mit dem Hinweis, dass die Amtskirche ihn abreißen möchte, obwohl es zumindest äußerlich nicht viel bräuchte, um es wieder in ein Schmuckstück zu verwandeln. Ich finde es schaut dem Haus in der Wagnerstraße mit dem leicht hervorgehobenen Eck auch gar nicht mal so unähnlich...

    Das ist eine gute Idee, bloß hab ich von dem dann wieder kein eigenes Bild. Aber die Ähnlichkeit der Häuser ist wirklich groß.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Das ist eine gute Idee, bloß hab ich von dem dann wieder kein eigenes Bild. Aber die Ähnlichkeit der Häuser ist wirklich groß.

    Kann da ein Münchner Abhilfe schaffen?

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland