München - außerhalb der Altstadt

  • Vielleicht nur ein „Nebenkriegsschauplatz“: Die Eisenbahnbrücke über die Münchner Lindwurmstraße.


    Sie ist rund 100 Jahre alt und wird seit Jahren durch zusätzliche, provisorische Stützen und Pfeiler gehalten.


    Da München HBF ein Kopfbahnhof ist müssen sämtliche Züge nach München-Ost (und weiter nach Salzburg-Wien- Budapest, bzw. Rosenheim-Innsbruck-Brenner) über diese Brücke, die dementsprechend Tag (Personenverkehr) und Nacht (Güterzugverkehr) enorm frequentiert ist.


    Nun wird ein Neubau unumgänglich. Lokalpolitiker setzen sich dafür ein, dass das filigrane Brückengeländer saniert und hoffentlich in die neue Brücke integriert wird.

    Ist man Vorort erkennt man übrigens im Geländer auch einen „Lindwurm“, der den Bezug zum Straßennamen herstellt.


    Eisenbahnbrücke Lindwurmstraße


    Noch ein älterer Link zum selben Thema. Der Link ist mir deshalb wichtig, weil es ein Photo gibt, das die Brücke vor dem wunderschönen Lindwurmhof zeigt, eines der zahlreichen Meisterwerke von Franz Rank.


    (In meiner Bildstrecke Schulgebäude in München gibt es ein Werk von Franz Rank, nämlich die Gebäude der Maria-Ward-Realschule und des gleichnamigen Gymnasiums).


    Hier nun der Link:


    Lindwurmbrücke und -hof


    Eine Anmerkung noch. Absolut unverständlich und absolut unverzeihlich ist der rückwärtige Betonanbau, der -wie ich vermute- Ende der 70er Jahre an den Lindwurmhof gesetzt wurde und damit eine Seite des Baus komplett verdeckt hat. Was denkt man sich als Architekt eines solchen brutalen, banalen Gebäudes, wenn man dafür ein solches Kunstwerk unsichtbar macht und teils zerstört.

  • Snork

    Changed the title of the thread from “München” to “München - außerhalb der Altstadt”.
  • Münchner Kindl Brauerei


    Dieter Sailer, einer Familie mit längerer Brautradition entsprungen, bringt die Münchner Kindl Brauerei zurück. 1869 gegründet, fusionierte sie 1905 mit der Unionsbräu und diese wiederum 1921 zur heutigen Löwenbräu. Sailer sicherte sich die Namensrechte und errichtet aktuell auf dem Grundstück Tegernseer Landstraße 337, Stadtbezirk Giesing, ein neues Brauereigebäude inklusive Gastronomie.

    Das Grundstück beherbergte seit 1971 eine Tankstelle nur für US-Streitkräfte und bot für diese Waren aus den USA an. Inzwischen ist diese abgerissen.


    Die neue Brauerei soll 2023 in Betrieb gehen, circa 12.000 Hektoliter Bier im Jahr produzieren und jederzeit ohne Anmeldung besichtigt werden können. Zu sehen sein wird auch eine historische Dampfmaschine, die zusammen mit anderen Maschinen aus Wärme "Kälte" erzeugt.





    https://www.kindlbier.de/

  • Diese Nutzungskonzept der gläsernen Manufaktur hat es offensichtlich ermöglicht mehr Geld in die Architektur zu stecken. Gut so.

  • Ich denke auch, dass es sich nur um eine Aufstockung handelt. Der Risalit links, die beiden näher zusammen gerückten mittleren Fensteraxen und die nun über die Dachflächen hinausragenden dicken Brandmauern sprechen dafür.

  • Laut Sitzungsprotokoll des Bezirksausschusses handelt es sich um einen kompletten Neubau. Habe eben beim googlen noch einen Hinweis im DAF gefunden, demnach derzeit Abbruchmaßnahmen stattfinden.

    Aber wer weiß...:saint:

  • Sanierung der Glyptothek abgeschlossen


    19. Dezember 2021

    • Arbeiten nach drei Jahren Bauzeit erfolgreich beendet
    • Wiederherstellung der ursprünglichen Fassade
    • Innenräume für Besucher bereits seit März wieder geöffnet

    Die Glyptothek erstrahlt wieder in voller Pracht: Nach einer umfassenden Sanierung sind nun auch die Restarbeiten an Fassade und Außenanlagen abgeschlossen. Die Innenräume sind bereits seit März wieder für Besucher geöffnet. Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer ist vom Ergebnis begeistert: „Damit steht einer der bedeutendsten Museumsbauten des frühen 19. Jahrhunderts für griechische und römische Skulpturen wieder vollumfänglich der Öffentlichkeit zur Verfügung. Mit einer Bauzeit von knapp drei Jahren und einem Gesamtbudget von 17 Millionen Euro ist das Projekt im Kosten- und Zeitrahmen geblieben und damit beispielgebend für eine gelungene Museumssanierung. Mein herzlicher Dank gilt dem Staatlichen Bauamt München 1, den beteiligten Baufirmen und Büros.“


    Die Baumaßnahmen für die Sanierung liefen seit Anfang 2019. Der Entwurf stammte aus der Feder der Architekten des Staatlichen Bauamts München 1. Die Ausführungsplanung und Bauleitung lagen beim Architekturbüro Andreas Hlawaczek. „Wir haben besonders viel Wert darauf gelegt, die Fassade, die in der Nachkriegszeit nur notdürftig repariert worden war, gemäß den Originalplänen wiederherzustellen. Damit kommt die klassizistische Architektur wieder richtig zur Geltung“, betont Bauministerin Schreyer. Für die Konzeption der Restaurierungsarbeiten an der Fassade war das Planungsbüro Dr. Pfanner zuständig. Während die noch sichtbaren Spuren des zweiten Weltkriegs an der Fassade als „Zeitzeugen“ am Haus belassen werden, wurde der im Laufe der Jahre entfallene Fassadenschmuck in Teilbereichen wiederhergestellt. Außerdem erhielten die seitlichen Putzfassaden ihre Anmutung eines Natursteinmauerwerks zurück. Auf der Nordseite wurde der einstige Königseingang aufgewertet und dient heute als rollstuhlgerechter Zugang des Museums.


    Auch im Innenbereich hat sich einiges verändert: Eine besondere Herausforderung war es für das Architekturbüro Andreas Hlawaczek, das hochwertige Sichtmauerwerk in den Ausstellungssälen zu bewahren. Außerdem wurden 45.000 Meter Kabel und Leitungen neu verlegt, um Sicherheitstechnik und Beleuchtung zu modernisieren. Der Schließfach- und Toilettenbereich im Untergeschoss wurde vollständig umgestaltet und besitzt nun eine dem Bauwerk angemessene Großzügigkeit.


    Kunstminister Bernd Sibler betont: „Die Glyptothek zählt mit ihrer Skulpturensammlung von Weltrang zu den international führenden Museen für antike Kunst. Dabei ist nicht nur die weltbekannte Skulpturenkunst ein Highlight, sondern gleichermaßen der klassizistische Museumsbau selbst. Ich freue mich daher sehr, dass Münchens ältestes Museum durch die erfolgreiche Sanierung wieder in seinem vollen Glanz erstrahlt. So können auch die kommenden Generationen die Meisterwerke antiker Bildhauerkunst in außergewöhnlicher Atmosphäre erleben.“


    Die Glyptothek, deren Hauptfassade einem griechischen Tempel nachempfunden ist, wurde von 1816 bis 1830 nach den Plänen des Architekten Leo von Klenze im Auftrag des bayerischen Königs errichtet und diente als Ausstellungsgebäude für dessen Sammlung griechischer und römischer Skulpturen. Nachdem wichtige Teile des Gebäudes bei Bombenangriffen im Jahre 1944 stark beschädigt wurden, wurde der Bau ab dem Jahr 1967 durch den Architekten Josef Wiedemann im Inneren neu konzipiert. Die darauffolgenden 45 Jahre intensiver Nutzung führten zu einem Verschleiß bei der Gebäudetechnik. Auch an der Fassade waren die Jahre seit dem Wiederaufbau nicht ohne Spuren vorübergegangen, weshalb eine umfassende Sanierung notwendig war.


    Quelle: Bayerische Staatsregierung


    Weitere Infos und Bilder: Bayerisches Bauministerium

  • Der auffallendste Unterschied im Vergleich zum Zustand vor der Renovierung dürften die Akroterien sein, die jetzt wieder auf dem Hauptgesims reihum verlaufen:


    Zustand vor der Renovierung: Link

    Zustand nach der Renovierung: Link


    Außerdem sind die Giebelskulpturen komplettiert worden, rechts fehlten drei Vasen.


    Ist insgesamt sehr fein geworden! Ich bin auch froh, dass die Baustelle wieder weg ist, im Sommer ist es immer schön, sich nach einem heißen Tag auf die warmen Stufen zu setzen, der Tangomusik vor der gegenüberliegenden Antikensammlung zu lauschen und den Abend zu genießen - ein wunderbar urbaner Ort.

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Mir gefällt die sanierte Glyptothek auch sehr gut, besonders die rekonstruierten Ornamente! Jetzt noch die störende Straße weg, und der Königsplatz wäre perfekt.

  • Ich finde, dass die Antikensammlung mit ihrer leider größtenteils schmucklosen Fassade auch mal wieder hergerichtet gehört. Die hat für mich bereits zuvor einen runtergekommeneren Eindruck gemacht.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Mir gefällt die sanierte Glyptothek auch sehr gut, besonders die rekonstruierten Ornamente! Jetzt noch die störende Straße weg, und der Königsplatz wäre perfekt.

    Wäre er leider nicht, weil das NS-Dokumentationszentrum baulich doch sehr stört... O-Ton Nerdinger damals: "Aber das Gebäude duckt sich nicht weg. Im Gegenteil: es stört."

    Wenigstens gibt er's zu...

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Ich finde, dass die Antikensammlung mit ihrer leider größtenteils schmucklosen Fassade auch mal wieder hergerichtet gehört. Die hat für mich bereits zuvor einen runtergekommeneren Eindruck gemacht.

    Nicht nur die Antikensammlungen (außen und innen), auch die Propyläen (innen) schauen recht greislig aus und gehören dringend saniert.

  • Eine in meinen Augen ganz gut gelungene Renovierung eines Altbaus am Gollierplatz (Stadtbezirk Schwanthalerhöhe) in München:






    Beim unteren Bild bitte ich auch um Beachtung des schönen rechten Nachbargebäudes.


    Hier das Gebäude vor der Renovierung

  • Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung zum Verfall eines Prachtbaus in der Nähe der Theresienwiese (Schubertstraße 8).


    Der Artikel ist hinter der Bezahlschranke, aber

    zumindest ist ein Photo des jetzigen Zustandes

    zu sehen.


    Hier Ansichten des Gebäudes aus Wikimedia Commons vor der „Sanierung“. Die Photos sind aus dem Jahr 2010. Allerdings sah das Gebäude vor ca. 5 Jahren noch so aus, also mit Stuck und schönen Ornamenten versehen, und bewohnt, bis plötzlich Gerüste aufgebaut wurden, die eigentlich auf eine Renovierung hindeuteten. Statt- dessen wurde aus diesem Gebäude ein Sanierungsfall gemacht.


    Erbaut wurde das Haus übrigens 1894-95 vom Architekten Wilhelm Spannagel.


    Abgesehen vom architektonischen Schaden fehlt seit Jahren auch der Wohnraum, den dieses wunderschöne Haus geboten hat.





  • (...) Allerdings sah das Gebäude vor ca. 5 Jahren noch so aus, also mit Stuck und schönen Ornamenten versehen, ... (...)

    Der Stuck ist ja scheinbar/hoffentlich noch dran. Nur gegen das Herunterfallen geschützt.


    (...) Der Eigentümer will es verkaufen - für 50 Millionen Euro. (...)

    Der Eigentümer soll das Gebäude erst vorbildlich restaurieren. Dann kann man über den Preis reden.


    Gibt es nicht mittlerweile eine Pflicht zur Sanierung für Hauseigentümer? Ich hatte da so etwas aufgeschnappt.


    In solchen Fällen sollte es eher eine Enteignung geben.


    Doch leider ist zu befürchten, daß sich kein Käufer findet und das Haus weiter verfällt. Bis es am Ende, wegen Unzumutbarkeit einer Sanierung, abgerissen wird. Wenn es noch ein großes Grundstück dazu gibt, wird es dann maximal zugebaut. Das hatten wir ja schon öfter.

  • 50 Millionen? Mit einer stark sanierungsbedürftigen Halbruine, die erst mal Kosten verursacht? Die Münchner Grundstückspreise hin und her. Der Typ sollte sich mal besser ärztlich untersuchen lassen. Es könnte sich um eine Infektion mit dem Geldgier-Virus handeln. Der steht im Verdacht, unrealistisches Anspruchsdenken zu fördern. Womöglich aber kann man sich dagegen impfen lassen.