München - außerhalb der Altstadt

  • Quote from Resurrectus

    Na ja das geht doch noch. Sieht jetzt halt wie ein typischer Nachkruiegsbau aus.


    Klar ist das Kritik auf recht hohem Niveau.


    Aber mich deprimiert es dennoch maßlos, weil es Mechanismen und Machtverhältnisse in der Branche aufzeigt, die meinem Gerechtigkeitsempfinden widersprechen.


    Wenn schon überkritisch, dann bitte bei jedem Bauprojekt und mit vorgetragenen Sachgründen. Hier scheint es mir so, als genügte es, dass eine Kommission ohne Einlassung zur Sache "Hü" sagt, und der klassisch planende Architekt muss übers Stöckchen springen.


    Dass derart oberflächliche und blumige Ansichten bzw. Einlassungen dann über das Stadtbild entscheiden, empfinde ich auch als undemokratisch, weil keine echte argumentative Sachauseinandersetzung möglich wird (an der die Herrschaften wsl auch gar nicht interessiert sind).

  • Aber mich deprimiert es dennoch maßlos, weil es Mechanismen und Machtverhältnisse in der Branche aufzeigt, die meinem Gerechtigkeitsempfinden widersprechen.

    Wenn schon überkritisch, dann bitte bei jedem Bauprojekt und mit vorgetragenen Sachgründen. Hier scheint es mir so, als genügte es, dass eine Kommission ohne Einlassung zur Sache "Hü" sagt, und der klassisch planende Architekt muss übers Stöckchen springen.

    Dass derart oberflächliche und blumige Ansichten bzw. Einlassungen dann über das Stadtbild entscheiden, empfinde ich auch als undemokratisch, weil keine echte argumentative Sachauseinandersetzung möglich wird (an der die Herrschaften wsl auch gar nicht interessiert sind).

    Beim Hbf hat man sich nicht so stark gemacht für eine Fassadengestaltung, da darf überdimensioniert werden ohne Ende. Insofern verstehe ich die Frage der Verhältnismäßigkeit gut.

  • Die Kritik des zu "Retrospektiven" und der gleichzeitige Verweis auf die Post am Goetheplatz ist auch inkohärent, stammt die Goethepost doch von 1932 und ist somit auch bald 100 Jahre alt. Es ist ganz klar die Ablehnung des klassischen Bauens an sich, nicht so sehr die Abneigung gegen Retrospektives, der Mann ist nicht ehrlich.

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Klar ist das Kritik auf recht hohem Niveau.

    Nein. Es geht hier nur um den Vergleich der beiden Entwürfe. Allein der Vorentwurf ist der Maßstab. Und daran gemessen ist das Ergebnis deprimierend. Wie Ressurection ric htig schrieb: ein Nachkriegsbau. In derlei scheint man hierzulande geradezu verbrunzt zu sein, um es auf gut niederösterreichisch zu sagen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Fatal ist vor allem die Signalwirkung die davon ausgeht und die, so glaube ich, von der Kommission auch durchaus beabsichtigt ist.
    Nämlich: "Liebe Kollegen, wenn ihr euch zukünftig solche Überarbeitungen ersparen wollt, dann verzichtet bitte direkt auf diesen klassischen Firlefanz!"

  • Eigentlich macht sich diese Gestaltungskommision entbehrlich. Schade, um's Geld... Wenn ohne sie etwas Besseres rauskommt, als mit ihr, ist sie sinnlos und die Signalwirkung, die Meister Eder ansprach, ist verheerend

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Stadtbild Deutschland hat rechtzeitig mit dem Architekturbüro Kontakt aufgenommen und angefragt, ob ein Vorstoß seitens unseres Vereines gewünscht wäre, um den Personen im Gestaltungsbeirat ihre eigene Subjektivität durch eine entsprechende Pressemitteilung vor Augen zu führen. Es wurde abgelehnt.

    In Zukunft sollten wir also unabhängig davon tätig werden, so schnell wie möglich.

  • Es sieht natürlich schlechter aus aber ganz ehrlich: ich hatte schlimmeres erwartet. Sicher eine Verbesserung zum jetzt-Zustand. Aber es ist schon schade um Erker, Gliederung und Zwerchhaus.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • In Zukunft sollten wir also unabhängig davon tätig werden, so schnell wie möglich.

    Ganz meiner Meinung Manuel!
    Es bringt wenig, wenn wir uns hier in unserer Filterblase zu Tode echauffieren.
    Vielmehr muss diese Diskussion in die Öffentlichkeit getragen werden.
    Pressearbeit, Pressearbeit, Pressearbeit,...

  • Dem stimme ich zu. Das Forum darf nicht nur als in sich geschlossener Raum für internen Austausch betrachtet werden, sondern sollte zunehmend auch als Vorzimmer und Beratungssaal für die argumentative Vorbereitung öffentlicher Überzeugungsarbeit genutzt werden.

  • In den Kommentaren gehen die Meinungen ja himmelweit auseinander. Ich für meinen Teil bin immer froh, wenn versucht wird Kunsthandwerk wieder zu etablieren in der Fassadengestaltung. Auf der Ebene ist Architekten Profilierung eher ein Schönheitstreiber, statt mit Baukörpersprache. Bei dieser kann man nur auffallen mit extrem unangepassten und unpraktischen Gestaltungsformen.

  • Der zehnte Leserkommentar brachte mich zum Schmunzeln:

    Quote

    das haus tätowiert, wie die unterarme vieler fussballer... die fensterscheiben verspiegelt, wie die sonnenbrillengläser der selbigen... da haben hild und seine mannschaft dem haus eine "angemessene" tracht verpasst... passt zu bayern, passt zu münchen...

  • BautzenFan


    Man ist ganz erstaunt, wie schön München noch 1953 war! Die ganzen städtebaulichen und architektonischen Grausamkeiten kamen dann in den 1960er bis 1970er Jahre erst. Ich war das letzte Mal vor ca 3 Jahren in München und war selbst verwundert, wie hässlich ich diese Stadt fand. Der Film aus dem Jahr 1953 zeigt, dass die Architekten aus einem Schwan ein hässliches Entlein machten. Aber auch die mittlerweile unzähligen architektonischen Geschmacksverirrungen werden irgednwann einmal udn hoffentlich durch bessere Architektur wieder esretzt werden.


    Hier auch noch ein Film, der sogar noch 12 Jahre vorher gedreht wurde und das sogar in Farbe - einfach nur traumhaft die damalige baulich noch intakte Stadt, wenn man sie mit dem heutigen Albtraum vergleicht:


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    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ach ja...

    Und dann gibt es auch noch Menschen die die Fehlgestaltung des Marienplatz durch Unter-Schutzstellung von Gebäuden wie dem Galeria Kaufhof dauerhaft zementieren wollen.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Exilwiener,Sie empfanden München als hässlich??:kopfschuetteln:

    Ja,in der Münchener Innenstadt sind inzwischen etliche unpassende Neubauten gebaut worden.Aber wenn man mal diese bewusst beiläufig nur wahrnimmt,ist München wie ich finde,trotzdem immer noch eine architektonisch schöne und interessante Metropole. :smile::foto:

  • Ich stimme zwar zu, dass nach dem Anfangs recht guten Wiederaufbau, der sich in Bezug auf Kirchen und Schlösser ja auch noch weiter zog, vieles schrecklichst falsch gemacht worden ist, aber hässlich ist München nun wirklich nicht. Allein die Ludwigsstraße, die Maximiliansstraße, das? Platzl und der Odeonsplatz sind wundervolle Orte. Und es gibt noch genug weitere, die leider oft auch gon schrecklichen Nachkriegsbauten verschlechtert werden, wie der Stachus.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Heute ist das Problem eher, dass München schöne Altbausubstanz wegreißt und durch hässliche Neubauten ersetzt und so intakte Viertel zerstückelt und marginalisiert.

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