• Der Laufer Torturm wird für rund 1,7 Mio. € saniert, auch mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.



    Quote

    „Der mächtige Eindruck des Turms wird ebenso wie seine Gestalt komplett erhalten bleiben. Dabei handeln wir nachhaltig, indem wir die Schadensursachen so weit wie möglich diagnostizieren, um Schadensprozessen entsprechend begegnen zu können. Die eingesetzten Stoffe und Materialien werden auf den historischen Bestand abgestimmt. Nicht zuletzt soll der Turm wieder eindeutig als zentrales Element der Nürnberger Stadtbefestigung wahrgenommen werden“, erklärt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich.


    Der Laufer Torturm wird saniert



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    Laufertorturm

    Aarp65, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Thema Tourismus: Gibt es eigentlich eine Studie, die zeigt, welches touristische Potenzial Nürnberg hat und ausschöpfen könnte?


    Wenn man eine solche Studie hernähme und um den Faktor Stadtbild-Verbesserungen ergänzt, das wäre mal spannend. Also die Frage "wie sehr können Verbesserungen im Stadtbild zu einem erhöhten Aufkommen an Besuchern und Umsätzen beitragen". Das wäre für Nürnberg bestimmt ein gewaltiger Hebel. :)

  • Jesus Maria!

    Ich komme gerade aus Nürnberg und fuhr die Ringstraße entlang.


    Schockierend was sich neu auftürmt.






    Es handelt sich um das Quartier Tafel.


    Aus dem Architekturblatt heißt es:


    "Ein positives Beispiel, wie städtebaulich schnell und zugleich architektonisch ansprechend auf die Wohnungsnot in den großen Ballungsgebieten reagiert werden kann: die Wohnbebauung auf dem Tafelgelände Nürnberg. Die ästhetische Gebäudefassade in Sandwichbauweise wird dabei mit der Fassadenbefestigung Schöck Isolink ausgeführt und dadurch gleichzeitig thermisch getrennt.

    Ende 2015 schnürte die Stadt Nürnberg mit dem „Sonderprogramm Wohnungsbau“ ein Paket an städtischen Flächen, auf denen in einem kurzen Zeitraum etwa 1.800 Wohnungen entstehen sollen, davon circa 50 bis 60 Prozent geförderter Wohnraum. "


    Die Architektin Juliane Zopfy erklärt: „Wir haben einen Weg gewählt zwischen seriell, günstig und schnell, aber dennoch gestalterisch ansprechend. So sind die Bäder beispielsweise ganze Fertigzellen: Sobald eine Decke betoniert und die tragenden Wände aufgestellt sind, wird sie für jede Wohnung mit dem Kran direkt eingeflogen.“ Bei der Ästhetik haben die Architekten sehr viel experimentiert, denn sie wollten nicht, dass der Bau von der Optik als Betonklotz oder zu monoton wahrgenommen wird. „Daher haben wir uns gegen durchgehenden Sichtbetonbau und für die Sandwichbauweise entschieden, mit der wir in unserem Büro schon gute Erfahrungen gemacht haben"


    PS. erbse

    Wir behandelten das Thema Tourismus schon Mal. Ob man damit ein Blumentopf gewinnen kann? Nürnbergs Bettenauslastung ist wohl sehr gut. Es handelt sich auch um viele Messebesucher.

    Friedlich, Freundlich, Frei ¯\_(ツ)_/¯

  • Ist das der Endzustand der Fassade? Unglaublich. Hier überhaupt noch von sowas wie "gestalterisch ansprechend" zu sprechen... in der Form ist das wie der schlimmste Alptraum aus den 70ern. Der Slum von morgen.


    Vielleicht täuscht der Eindruck ja, und bei schönem Wetter oder auf der anderen Seite sieht es besser aus, aber richtig glauben kann man das nicht. Die neuen seriellen Berliner Schulbauten sind dagegen ein Traum.

  • Ist das der Endzustand der Fassade?

    Müsste sich ableitend der Marmorierung und der sonstigen Fassaden in Sichtbeton auch um Beton im Sandwich handeln. Insofern ja, das bleibt so. Bis die Alterung einsetzt ;)

    tafelgelaende7.jpeg

    Ganz interessant finde ich, dass die Architekten heute durch ihren überregionalen Einsatz gar nicht mehr so sehr darauf achten müssen, wie etwas dann real wirkt. So wirkt die Aufnahme der Architekten deutlich wertiger:

    quartier-tafel-03_bearb.jpg


    Man meint hier fast, dass teurere Faserplatten verwendet wurden, die diesen hohen Glanz aufweisen. Dies scheint ja in der Realität nicht so zu erscheinen. Das Bild der Architekten wurde bearbeitet, unklar, was daran gemacht wurde.

  • Faserplatte hin und her. Das sieht aus wie eines der schlimmsten 70er-Jahre-Ghettos. Und es dürfte durch Graffiti und Verwahrlosung auch schnell deren optischen Standard erreichen.

  • Die Experimente gingen offensichtlich schief. Das ist Architektur wie aus einer Dystopie. Die Verantwortlichen sollten selbst dort wohnen müssen.


    Die Verantwortlichen scheinen sehr erfolgreich zu sein.

    "Blühende Landschaften" auch dort: Studierendenwohnanlage Oberer Eselsberg – Haus C + Kinderkrippe.

    "Hier wird eine Sinneslandschaft entstehen, die die Wahrnehmung und das Laufenlernen fördert."



    Richtung Fischbach entsteht das Regensburger Viertel.






    Auf den ersten Blick sieht es kurzweiliger aus.


    https://www.behlesjochimsen.de…rger-viertel-nuernberg-2/

    Friedlich, Freundlich, Frei ¯\_(ツ)_/¯

  • Ich finde es schrecklich, zumal die Visualisierungen meist geschönt sind.

    Und... heißt das, dass die schönen, holzverkleideten Altbauten mit den Fensterläden, die auf den Fotos zu sehen sind, abgerissen werden?

  • heißt das, dass die schönen, holzverkleideten Altbauten mit den Fensterläden, die auf den Fotos zu sehen sind, abgerissen werden?

    Nein. Die sind denkmalgeschützt.


    D-5-64-000-2337


    Regensburger Straße 364, 364 a, 364 b, 364 c, 366, 366 a, 366 b, 366 c, 368, 368 a, 368 b, 368 c, 370, 370 a, 370 b, 370 c


    Listentext der Denkmalliste:

    Reihenhauszeilen, ehem. Angestelltenwohnungen und Dienstgebäude der Arbeiterunterkünfte für den Bau des Reichsparteitagsgeländes, vier parallel angeordnete, eingeschossige Satteldachbauten mit Dachgauben, von Albert Speer, um 1939.

  • Ich verstehe nicht, warum man bei den Neubauten am Tafelfeld nicht mehr mit Farbe gearbeitet hat? So könnte man diese langen monotonen Riegel unterteilen und/ oder zumindest jedem Block eine eigene Farbe geben. Das wäre zum einen für die Orientierung aber auch für die Identifizierung der Bewohner mit ihrem Wohnort bestimmt förderlich. Nach dem Motto: "Ich wohne nicht im grünen sonder im gelben Block". Aber so ist alles braun in braun, sehr schade!

    Das Regensburger Viertel gefällt mir! Im positiven Sinne unaufgeregte Fassaden ohne Strichcode-Fenster oder ähnliche moderne Spielereien. Stattdessen gibt es geschwungene Balkone und Sockelgeschosse die nicht aus Rücksprüngen bestehen. Für Nürnberg finde ich das überraschend gediegen und angenehm für das Auge. Natürlich geht immer noch mehr, aber es ist ein guter Anfang!

  • Wobei mich das "Regensburger Viertel" an den Wiederaufbaustil der Nachkriegszeit erinnert, der ja weite Teile Nürnbergs prägt. Auch damals versuchte man, die äußerst schlichten Gebäude mit heiteren Farbtönen etwas freundlicher zu gestalten. Irgendwie schließt sich der Kreis damit wieder.

  • Wobei mich das "Regensburger Viertel" an den Wiederaufbaustil der Nachkriegszeit erinnert, der ja weite Teile Nürnbergs prägt.

    Ich kann da gar keine Ähnlichkeit finden. Am ehesten vielleicht noch zu dem Inn-Salzach-Stil, der mir noch nie sonderlich gefallen hat. In Nürnberg wurde viel mit steilen Dächern und Sandsteinfassaden gearbeitet. Hier sehe ich nur die üblichen Schuhschachtel-Blöcke mit Flachdach, nun in quietschbunt und mit aufgemalten Faschen auf der Wärmedämmfassade. OK, und ein Balkonabschnitt, der etwas auf Streamline macht.

  • Also von der Bautafel her kann das Regensburger Viertel schon was. Zwar stimmt teilweise die Einordnung von Heimdall, aber dann eigentlich doch nicht ganz. Denn die ,,Schuhschachteln" scheinen zumindest nicht freigestellt zu sein und auch nicht in paralleler Anordnung. So ergibt sich im Hintergrund eine schöne umschließende Form. Die Farbabhebungen sind dabei nicht einfach nur eine Täuschung zum unterteilen eines langen Baukörpers, sondern durch die Knicke und aufwendigen Abstufungen entsteht der Eindruck von wirklich getrennten aneindergebauten Einzelbauten. Die Streamline Balkone sind auch nicht wie so oft bei heutigen modernen Bauten einfach ein trendiges Gimmick, sondern sie sind an exponierten Ecken ausgebildet, andeutungsweise einem Eckerker gleich. Das passt auch zur Anhebung um ein Stockwerk des senfgelben Gebäudes zur ausgebildeten Ecke hin.

    Nachteilig sind die heute so gern gebauten innenliegenden Balkone, die die Ecken dann gleich wieder schwächen. Und natürlich die Absenz jeglicher Gestaltung ab dem obersten Stockwerk, was jedoch durch die von mir hervorgehobenden Gestaltungskniffe etwas kaschiert wird.


    Insofern mein Widerspruch, die Architekten haben hier nicht irgendein 0815 Investorenentwurf mit etwas Farbe aufgepeppt. Zumindest, wenn man den Entwurf auch so umsetzt wie visualisiert.

  • Quartier Tafel: "Ein positives Beispiel, wie städtebaulich schnell und zugleich architektonisch ansprechend auf die Wohnungsnot in den großen Ballungsgebieten reagiert werden kann: die Wohnbebauung auf dem Tafelgelände Nürnberg. Die ästhetische Gebäudefassade in Sandwichbauweise wird dabei mit der Fassadenbefestigung Schöck Isolink ausgeführt und dadurch gleichzeitig thermisch getrennt.

    Ende 2015 schnürte die Stadt Nürnberg mit dem „Sonderprogramm Wohnungsbau“ ein Paket an städtischen Flächen, auf denen in einem kurzen Zeitraum etwa 1.800 Wohnungen entstehen sollen, davon circa 50 bis 60 Prozent geförderter Wohnraum. "

    Uff. Wenn uns das nun blüht als neue Plattenbauweise, dann gute Nacht. Da gilt es für uns schnellstmöglich laut einzulenken! Und dann diese amüsante Architektenprosa, um die größtmögliche Banalität zu rechtfertigen... :rolleyes:


    Das Regensburger Viertel scheint da schon mit mehr Gestaltungswillen ausgestattet, erinnert immerhin an das Neue Bauen der 1920er. Ist aber auch nicht das Gelbe vom Ei, sehr viel Monotonie in den Fassadenstrukturen, Kubaturen und das banale Hochhaus ist auch eher eine blöde Idee. Das Architekturbüro Behles & Jochimsen hat zumindest einige recht interessante und durchaus hochwertige Entwürfe zustande gebracht, wenn auch viel Mittelmaß dabei ist.



    Generell: Natürlich dürfen wir mit Stadtbild und unserer Community auch Antworten liefern, wie hochwertig und zugleich kostengünstig genug Wohnraum gebaut werden kann.
    Aber es darf eben nie zu billig sein, das kostet am Ende mehr als dass es kurzfristig einspart. Langlebigere Bauten liegen immer vorn in der Bilanz für eine Stadt. Die Wohnungsbauprogramme zwischen 1900 und 1930 liefern da einige sehr gute Anregungen. Auch ein Blick nach Augsburg lohnt, da verstand man schon um 1521, wie man ansprechende Sozialsiedlungen baut.

  • Wobei mich das "Regensburger Viertel" an den Wiederaufbaustil der Nachkriegszeit erinnert, der ja weite Teile Nürnbergs prägt. Auch damals versuchte man, die äußerst schlichten Gebäude mit heiteren Farbtönen etwas freundlicher zu gestalten. Irgendwie schließt sich der Kreis damit wieder.

    Nachkriegszeit, 50er/60er, war auch mein erster Eindruck.


    Interessant, dass man solche Pfützen mit auf so ein Bild visualisiert, das wäre in echt wohl grober Pfusch. ablachen:)Dabei bin ich der Meinung, das gute Landschaftsarchitekur solche Viertel am ehesten "retten" kann. (wobei ich das hier jetzt nicht furchtbar finde, aber eben auch nicht besonders. )