Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!
  • Es hieß Möglichst einfache Mittel , und Rekonstruktionen sind schon Komplizierter ... da hätte ich selbst 3 nennen können :kopfschuetteln:

  • Sprossenfenster und historische Türen udn Portale, Erker und Chörlein, Sandsteinverkleidungen.


    Man braucht nur in die Depots zu schauen, besondere Türen, Erker und Chörlein liegen da angeblich herum, von der Stadt einst aus den Trümmern gesammelt und später wieder in das Stadtbild eingefügt zu werden. Und dann kam der Schlendrian, der "weg ist weg"-Dogmatismus, die Disneyland-Angst.

  • Kennst du Helmut Walther, den Verfasser der informativen Pdf, zufällig persönlich?

    Nein, aus Nuernberg kenne ich sogar niemand persoenlich. Das alte Nuernberg fasziniert mir aber schon seit Jahren. Deshalb kann ich mich mit dem heutigen Nuernberg auch nicht so recht anfreunden.

  • Was wären aus eurer Sicht die 3 TOP-Maßnahmen, um Nürnbergs Stadtbild mit möglichst einfachen Mitteln deutlich attraktiver zu machen?

    Ich weiß nicht, was mit "einfachen Mitteln" gemeint ist. Bei einem Etat von 10.000 Euro kannst Du das vergessen. Damit machst Du nichts "deutlich attraktiver".


    Also, 5 TOP-Maßnahmen im etwas größeren Maßstab, die aber viel brächten:


    1. Aufstockung mit historisch rekonstruiertem Giebel bei der Winklerstraße 24.
    (Wäre relativ einfach und würde zusätzliche Nutzfläche schaffen, insofern auch wirtschaftlich rentabel)


    2. Toplerhaus rekonstruieren.


    3. Pellerhaus und Nebengebäude rekonstruieren.


    4. Moritzkapelle mit Bratwurstglöcklein rekonstruieren.
    (Fläche ist frei)


    5. Fürther Tor rekonstruieren.
    (Fläche ist frei dafür)


    Oder, TOP-Maßnahmen im kleineren Maßstab.


    - Spolien und Chörlein, sofern noch vorhanden, an Häusern anbringen.


    Allerdings höre ich diesbezüglich immer widersprüchliche Angaben. Es wurden ja bereits in den letzten Jahrzehnten viele Chörlein durch die Altstadtfreunde an Häusern montiert. Einmal höre ich, das Depot an Chörlein sei aufgebraucht, dann lese ich hier wieder, es gäbe noch eine Menge Spolien im Depot. Also diesbezüglich wäre mal eine Auflistung der noch vorhandenen Bestände sehr hilfreich. Insofern rate ich "erbse", sich mal an die Altstadtfreunde zu wenden. Die sind bestens im Thema drin, und haben sich Jahrzehnte lang um die Anbringung von Chörlein und Spolien gekümmert.

  • Ich habe nicht von einem Budget von 10.000 € gesprochen, sondern meine einfach, dass das Beste aus dem Vorhandenen mit den einfachstmöglichen Mitteln rausgeholt wird. Und das wären ja unter anderem vorhandene Spolien. Da wäre es wirklich mal erforderlich, dass das katalogisiert veröffentlicht wird. Da es sich um Denkmalwerte handelt sollte das ja möglich sein.


    Und tatsächlich fänd ich auch außen anzubringende Sprossen für die Fenster als Übergangslösung förderlich. Bis die Eigentümer auf echte Sprossenfenster umrüsten. Mittlerweile gibt es da ganz gute Lösungen, die sehr gut ausschauen. Und mal ehrlich, aus der Fußgängerperspektive sieht man das auch meistens gar nicht.


    Auch Fensterläden fänd ich an sehr schlichten Fassaden sehr dekorativ und hilfreich, selbst wenn sie wirklich rein dekorativ und nicht zweckmäßig sind. Oder einfach mehr Blumenkästen. Wandmalereien. Geschmackvolle Anstriche. Klassisches Stadtmobiliar. Das sind alles kleine Details, die enorm viel ausmachen.

  • + Adlerstraße 36 :D

  • Genau, Fensterläden statt der außen angebrachten mit Plastik verkleideten Rollladenkästen.


    Vielleicht täusche ich mich hier, aber es hieß doch die Altstadtfreunde könnten womöglich das Denkmalstadel der Stadt Nürnberg übernehmen?!? Ich bin da nicht unbedingt auf dem Laufenden, aber dabei geht es glaube ich um ein Lagergebäude u.v.a. die darin lagernden Spolien. Wie da genau die Bestände und der Zustand aussehen, weiß ich nicht. Aber offenbar ist allein der Unterhalt für die Stadt zu aufwändig bzw. auch unsinnig, wenn es keinerlei städtische Unternehmen (mehr) zu geben scheint, die diese Dinge in Verwendung bringen. Diesen Job übernehmen ja nun seit Jahrzehnten bereits die Altstadtfreunde.

  • Ich werde die ganze Marktplatz Fassaden Rekonstruieren wie sie waren rund 1940.
    Daneben Pellerhaus und Fassaden am Platz wo das Pellerhaus steht.


    Nürnberg darf jetzt einmal anfangen, weil Frankurt, Potsdam und Dresden schon einiges rekonstruiert haben.


    Die Tribune mit Säulengängen am Zeppelinfeldt würde ich auch im Still 1940 rekonstruieren, mit Reichsadler aber ohne HK. Jetzt sieht es dort nicht aus, aber die Innenräumen sind wirklich wunderbar!! Es könnte ein Riesenmagnet werden von Touri's die vergebens nach Spuren des Dritten Reich suchen....Die Innnenräume sollen dann auch für das Publikum geöffnet werden und ein Museum kann auch dort gebaut werden um die mittlerweilen berühmten 2 bronzen Pferden vor der Arbeitszimmer Hitlers der ehemalige Neue Reichskanzlei von Josef Thorak und die 2 berühmte Statuen die in der ehemalige Ehrenhof standen zu zeigen. Wirklich wahnsinnige Anziehungskraft und Austrahlung besitzen diese 4 Figuren. Das 3. Reich soll nicht immer verborgen gehalten werden. Es wird die höchste Zeit die Geschichte zu zeigen wie so auch war: verführerisch.

  • Ich habe hier einen Älteren Beitrag von 2014 gefunden , weiß jemand ob es Konkrete Planungen dafür gab oder immernoch gibt ? >


    Der Wiederaufbau der schwer getroffenen Nürnberger
    Altstadt folgte weitgehend den historischen Straßen-
    und Blockkanten. Für eine Verkehrstrasse von der
    Lorenzkirche bis zur Burg wurden allerdings Baufluchten
    zurückgenommen und der Baublock zwischen Fleischbrücke
    und Obstmarkt durchbrochen. Der Stadtraum
    erfuhr mit dieser Reaktion also eine Veränderung, die
    durch die heutige Verkehrsberuhigung wieder in seinen
    ursprünglichen Zustamd zurückversetzt werden könnte.
    Im Rahmen ihrer Städtebaulichen Entwürfe haben 65
    Studierende der Bachelor- und Masterstudiengänge
    Architektur an der TU Dortmund, Lehrstuhl Professor
    Christoph Mäckler untersucht, inwieweit die Bebauung
    im Bereich des Hauptmarktes „repariert“ und auf die
    historischen Raumkanten zurückgeführt werden kann.


    http://www.google.de/url?sa=t&…Vaw3ytrQgpE7BZStxyhKnudXC

  • Das Grolandhaus stünde doch heute mitten auf der Straße , also wenn das einmal spruchreif würde müsste die Straßenführung geändert werden , und beim Toplerhaus müsste der Nachkriegsbau abgetragen werden genauso wie beim Pellerhaus … bei Adlerstraße 36 , und Winklerstraße 24 müsste man nur " Dazubauen " … da ist schon Potential in Nürnberg

  • Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, Nürnberg genauer zu begutachten und muss sagen: Überraschung gelungen.
    Die alten Bilder von schmutzig-braunen Häusern, unfreundlichen Leuten mit Vorurteilen und altbackenen Läden sind nun ausgetauscht durch die schönen Eindrücke der in Sanierung befindlichen Burg mit ihrem vom Schwarz behutsam befreiten Bergfried, den edlen Fachwerkfarben und gut aussehenden Hinweistafeln, die ein absolut stimmungsvolles Gesamtbild geben, dass einen sehr berühren kann.


    Dazu eine Stadtstruktur, die gewachsenes erlebbar macht - der Pellerhof ist jetzt schon jeden Besuch wert!
    Danke für die tolle Beleuchtung! Gegenüber wird gerade ein Barockbau fertig saniert. Und auch am Alten Markt jede Menge Baugerüste und frische Farben.


    Und dort - auf dem Christkindlesmarkt - hört man sogar:
    "Hoffentlich reißen die bald diese 60er-Jahre-Bauten ab und rekonstruieren hier, dann wird es so wunderschön wie in Dresden". Verkehrte Welt - vor 30 Jahren hätte man das nie geglaubt, dass das mal jemand sagt.


    Also Glückwünsche nach Nürnberg, fröhliche Weihnachten und auf ein noch schöneres Deutschland in 2019.

  • Das klingt ja mal nach einem gelungenen Ausflug.:)
    Dennoch gibt es in Nürnberg schon noch ein paar Dinge zu kritisieren: Mich stört z.B. die "Brache" mit dem Museumsneubau und dem Parkhaus samt der von Autos befahrenen Straße in der südlichen Sebald zwischen Henkersteg und dem beginnenden Burgviertel. Entlang der Pegnitz bei der Fleischbrücke gibt es neben sehr schönen auch manch grausames Gebäude, das den Gesamteindruck leider wieder herunterzieht.
    Und vor allem: In Nürnberg hat man nach dem Krieg deutlich weniger falsch gemacht als in anderen westdeutschen Großstädten. Diese Grundlage müßte man nutzen, um angepasste 50er und 60er Jahre Bauwerke durch kleinere Veränderungen zu verschönern (Sproßenfenster, Umrahmungen etc.).
    Der Vorsitzende der Altstadtfreunde meinte in einem Interview, am südlichen Teil des Hauptmarktes müßte man über Rekonstruktionen nachdenken. Ich weiß nicht, wie realistisch das ist (Besitzverhältnisse?). Die von dir zitierten Aussagen sind natürlich positiv zu vermerken, zumal ich den Eindruck habe, daß die Nürnberger sich schon sehr mit ihrer Stadt, und das meint vor allem die Innen-/Altstadt, identifizieren. Wo gibt es sonst so etwas wie die Altstadtfreunde, deren Zahl merklich wächst? Glücklicherweise ist die Tertiarisierung der Innenstadt (nur Läden und Dienstleistung, keine Bewohner) noch nicht gänzlich durchgedrungen.
    Das Projekt mit dem Pellerhaus könnte für die Bürgerschaft und den Tourismus ein Initialstoß werden.
    Nürnberg sieht heute besser aus als die meisten anderen deutschen Großstädte - und es gibt viel Potential. Hoffen wir das Beste.

  • und es gibt viel Potential. Hoffen wir das Beste.

    Das ist so. Ich kenne Nürnberg sehr gut . . . es hat wirklich sehr viel Potential und leider auch sehr viele Bausünden. Aber das Flair, die Ausstrahlung ist (ähnlich wie bei Köln) immer noch sehr groß. Leider scheinen die Stadtoberen eine extrem ideologisch motivierte Abneigung gegen jede Art historischer Architektur, geschweige denn Rekonstruktionen, zu haben.


    Ansonsten könnte man tatsächlich mit teilweise überschaubaren Aufwand viel bewirken. Leider stehen aber "die Zeiger" bei den Verantwortlichen sehr kompromisslos auf modern. Glas, Stahl, Sichtbeton, Kubismus, Dekonstruktivismus usw. sind da hoch im Kurs. Man versteht solche Bauformen als demokratisch und zukunftsweisend. Das Motto der Stadtoberen könnte in Sachen Stadtgestaltung lauten: "Mut zur Hässlichkeit!"


    Was den oben u.a. angesprochenen Hauptmarkt betrifft, so könnte es schon eine Verbesserung sein, den unter der Nazi-Diktatur entfernten Neptunbrunnen (jetzt im Stadtpark) dort wieder aufzustellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Neptunbrunnen_(N%C3%BCrnberg)


    Heute:

    Wikimedia, Bild von Damir-zg


    Damals:

    Gemeinfrei


    Wenn man im Rathaus doch so oft "Demokratieverständnis" anführt, in Bezug auf die Stadtgestaltung, dann müsste man doch zumindest den von den erklärten Feinden der Demokratie entfernten Brunnen wieder an seinen alten Platz stellen!

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Leider stehen aber "die Zeiger" bei den Verantwortlichen sehr kompromisslos auf modern.

    Der Umstand, dass die Kulturreferentin der Stadt Nürnberg (übrigens CSU) mit dem Chef einer Projektentwicklerfirma verheiratet ist, die mit Vorliebe modernistischen Betonmonster mit hoher Rendite in die Nürnberger Altstadt klotzt, erklärt zwar nicht alles, aber vielleicht doch manches.
    Eigentlich ein unfassbarer Skandal. Aber so lange der OB seine schützende Hand über den Filz hält, lässt sich wohl nicht viel machen.


    Ist übrigens auch der FAZ schon aufgefallen, dass das was im Argen liegt: https://www.faz.net/aktuell/fe…jahresmiete-15103507.html
    Zitat: "Der Vermieter musste sich nicht verkleiden: Gerd Schmelzer verkörpert auch so den Geist des freien Unternehmertums. Der Gründer der Alpha Gruppe ist der Ehemann der Nürnberger Kulturdezernentin Julia Lehner (CSU)."

  • Ja, die Verquickungen in der Nürnberger Stadtpolitik ist schon mindestens fragwürdig. Nicht nur die Ehe zwischen Baulöwe und Kulturreferentin Lehner, welche halt auch faktisch Entscheidungen zu Neubauprojekten mitbestimmt, ist problematisch. Es ist auch so dass hiesige Bauträger in ihren Vorständen ehemalige Stadtpolitiker haben, die als politische Hinterbänkler oder graue Eminenzen noch immer politische Entscheidungen beeinflussen können. So z.B. der ehem. SPD-Baurefererent Walter Anderle. Er steht in enger Beziehung zu einem lokal sehr umtriebigen Bauträger, der es regelmäßig mit unterdurchschnittlichen Entwürfen in die öffentliche Diskussion schafft, und dabei stets hochpreisige Eigentumswohnungen baut. Das trägt manchmal groteske Züge OB rüffelt Bauträger. Dass CSU und SPD eine langjährige Koalitionspraxis ausüben lässt die Beziehungen noch enger werden. Bald stehen wieder Kommunalwahlen an, aber auch hier wird sich wieder zeigen, dass jede Position des einen für den anderen kompromissfähig sein wird. Eine Wahl hat der Wähler nicht wirklich, aber bislang sind die Wahlergebnisse immer wunschgemäß ausgegangen, denn der Franke neigt nicht zu Revolutionen und zugezogene finden es auch schön hier. Es müsste erst eine ernstzunehmende Dritte Kraft hinzukommen, aber die Beziehungen zu den Grünen sind auch schon ausgelotet. Daher wird Kritik ausgesessen, schließlich haben alle was davon und Gelbwesten sind nicht in Sicht.


    Was mich halt traurig macht ist dass man tatsächlich keinerlei Wert legt auf überregionale oder internationale Meinungen, man schaut sich keine Erfahrungen in anderen Städten ab und will sich sowieso nichts sagen lassen. Egal was beschlossen wird, die Lokalpresse honoriert es mit provinziell wirkenden Hurrameldungen. Man liest immer wieder Zeilen wie "Nürnberg bekommt jetzt auch ein...." oder "Berlin hat es, London hat es, jetzt auch..." Meist geht es um Banalitäten oder Selbstverständlichkeiten. Große Dinge wie einen Infrastrukturwandel oder die Weiterentwicklung der Altstadt als Kultur- und Wohnquartier sind nicht in Sicht. Stattdessen wird gerufen: "Wir werden Kulturhauptstadt 2025" mit Zeitplan und Stellenhaushalt usw. um dann durch Presse die Bürger aufzufordern etwas per Leserbrief vorzuschlagen. Dann lese ich Berichte was vorgeschlagen wurde: "Baumpaten/Baumscheiben", "mein Lieblingsplatz in der Stadt", "mein Balkon und ich" ..... Dabei liegen großartige Ideen auf dem Tisch, Bürgervereine und Altstadtfreunde liefern ständig! Es muss ja nicht immer etwas superabenteuerlichgeniales sein, wie es sich Wüstenscheichs ausdenken würden. Nürnberg hat viele Jahrhunderte Geschichte, ohne sie wird das Kulturhauptstadtthema nicht funktionieren, denn echte Innovationen gibt es in Dubai, Shenzhen oder London viel überzeugender, anschaulicher, konsequenter, kompromissloser. Die Besucher kommen um zu sehen, wie sich eine historische und geschichtsträchtige Stadt mit tlw. problematischer Vergangenheit damit auseinandersetzt und wie Zukunft hinzugefügt wird. Z.B. ist das Dokuzentrum das wohl meistbesuchte Museum der Stadt, weil man dort Größenwahn anfassen kann. Auch sind fast alle von der automatischen U-Bahn begeistert! Soetwas in dieser Größenordnung und Qualität kenne ich nirgendwoher. Aber kubistische Schuhschachteln oder das Wegwerfen von Rekonstruktionschancen mit Stadtführungen "dort stand einmal", "hier könnten sie sehen wenn...." liefern da keinen Beitrag, soetwas gibt es inflationär überall. Da sind andere Städte auch schon viel weiter.