• Putz und Farbe doch eher nicht, das würde alles eigentlich nur weiter verschlimbessern. Nürnberg war kein Dinkelsbühl (oder Bamberg)! Nein, da braucht man schon nürnbergtypische Sandsteinfassaden (und etwas Fachwerk). Aber dann reden wir schon nicht mehr von einfachen Maßnahmen. Rekonstruktionen von Dacherker und Chörlein wären da vielleicht schon realistischer...

  • Burgstraße (Kaiserstübchen!)

    Danke NIederländer, für diesen Hinweis und diesen Link. Auch mir war das "Kaiserstübchen" bislang völlig unbekannt, es scheint dazu auch keinen Wikipedia-Artikel zu geben, ein Defizit, welchem du dich mal annehmen könntest, das würde uns alle wohl sehr freuen.


    Kennst du Helmut Walther, den Verfasser der informativen Pdf, zufällig persönlich?

  • Sprossenfenster und historische Türen udn Portale, Erker und Chörlein, Sandsteinverkleidungen.


    Man braucht nur in die Depots zu schauen, besondere Türen, Erker und Chörlein liegen da angeblich herum, von der Stadt einst aus den Trümmern gesammelt und später wieder in das Stadtbild eingefügt zu werden. Und dann kam der Schlendrian, der "weg ist weg"-Dogmatismus, die Disneyland-Angst.

  • Kennst du Helmut Walther, den Verfasser der informativen Pdf, zufällig persönlich?

    Nein, aus Nuernberg kenne ich sogar niemand persoenlich. Das alte Nuernberg fasziniert mir aber schon seit Jahren. Deshalb kann ich mich mit dem heutigen Nuernberg auch nicht so recht anfreunden.

  • Was wären aus eurer Sicht die 3 TOP-Maßnahmen, um Nürnbergs Stadtbild mit möglichst einfachen Mitteln deutlich attraktiver zu machen?

    Ich weiß nicht, was mit "einfachen Mitteln" gemeint ist. Bei einem Etat von 10.000 Euro kannst Du das vergessen. Damit machst Du nichts "deutlich attraktiver".


    Also, 5 TOP-Maßnahmen im etwas größeren Maßstab, die aber viel brächten:


    1. Aufstockung mit historisch rekonstruiertem Giebel bei der Winklerstraße 24.
    (Wäre relativ einfach und würde zusätzliche Nutzfläche schaffen, insofern auch wirtschaftlich rentabel)


    2. Toplerhaus rekonstruieren.


    3. Pellerhaus und Nebengebäude rekonstruieren.


    4. Moritzkapelle mit Bratwurstglöcklein rekonstruieren.
    (Fläche ist frei)


    5. Fürther Tor rekonstruieren.
    (Fläche ist frei dafür)


    Oder, TOP-Maßnahmen im kleineren Maßstab.


    - Spolien und Chörlein, sofern noch vorhanden, an Häusern anbringen.


    Allerdings höre ich diesbezüglich immer widersprüchliche Angaben. Es wurden ja bereits in den letzten Jahrzehnten viele Chörlein durch die Altstadtfreunde an Häusern montiert. Einmal höre ich, das Depot an Chörlein sei aufgebraucht, dann lese ich hier wieder, es gäbe noch eine Menge Spolien im Depot. Also diesbezüglich wäre mal eine Auflistung der noch vorhandenen Bestände sehr hilfreich. Insofern rate ich "erbse", sich mal an die Altstadtfreunde zu wenden. Die sind bestens im Thema drin, und haben sich Jahrzehnte lang um die Anbringung von Chörlein und Spolien gekümmert.

  • Ich habe nicht von einem Budget von 10.000 € gesprochen, sondern meine einfach, dass das Beste aus dem Vorhandenen mit den einfachstmöglichen Mitteln rausgeholt wird. Und das wären ja unter anderem vorhandene Spolien. Da wäre es wirklich mal erforderlich, dass das katalogisiert veröffentlicht wird. Da es sich um Denkmalwerte handelt sollte das ja möglich sein.


    Und tatsächlich fänd ich auch außen anzubringende Sprossen für die Fenster als Übergangslösung förderlich. Bis die Eigentümer auf echte Sprossenfenster umrüsten. Mittlerweile gibt es da ganz gute Lösungen, die sehr gut ausschauen. Und mal ehrlich, aus der Fußgängerperspektive sieht man das auch meistens gar nicht.


    Auch Fensterläden fänd ich an sehr schlichten Fassaden sehr dekorativ und hilfreich, selbst wenn sie wirklich rein dekorativ und nicht zweckmäßig sind. Oder einfach mehr Blumenkästen. Wandmalereien. Geschmackvolle Anstriche. Klassisches Stadtmobiliar. Das sind alles kleine Details, die enorm viel ausmachen.

  • + Adlerstraße 36 :D

  • Genau, Fensterläden statt der außen angebrachten mit Plastik verkleideten Rollladenkästen.


    Vielleicht täusche ich mich hier, aber es hieß doch die Altstadtfreunde könnten womöglich das Denkmalstadel der Stadt Nürnberg übernehmen?!? Ich bin da nicht unbedingt auf dem Laufenden, aber dabei geht es glaube ich um ein Lagergebäude u.v.a. die darin lagernden Spolien. Wie da genau die Bestände und der Zustand aussehen, weiß ich nicht. Aber offenbar ist allein der Unterhalt für die Stadt zu aufwändig bzw. auch unsinnig, wenn es keinerlei städtische Unternehmen (mehr) zu geben scheint, die diese Dinge in Verwendung bringen. Diesen Job übernehmen ja nun seit Jahrzehnten bereits die Altstadtfreunde.

  • Ich werde die ganze Marktplatz Fassaden Rekonstruieren wie sie waren rund 1940.
    Daneben Pellerhaus und Fassaden am Platz wo das Pellerhaus steht.


    Nürnberg darf jetzt einmal anfangen, weil Frankurt, Potsdam und Dresden schon einiges rekonstruiert haben.


    Die Tribune mit Säulengängen am Zeppelinfeldt würde ich auch im Still 1940 rekonstruieren, mit Reichsadler aber ohne HK. Jetzt sieht es dort nicht aus, aber die Innenräumen sind wirklich wunderbar!! Es könnte ein Riesenmagnet werden von Touri's die vergebens nach Spuren des Dritten Reich suchen....Die Innnenräume sollen dann auch für das Publikum geöffnet werden und ein Museum kann auch dort gebaut werden um die mittlerweilen berühmten 2 bronzen Pferden vor der Arbeitszimmer Hitlers der ehemalige Neue Reichskanzlei von Josef Thorak und die 2 berühmte Statuen die in der ehemalige Ehrenhof standen zu zeigen. Wirklich wahnsinnige Anziehungskraft und Austrahlung besitzen diese 4 Figuren. Das 3. Reich soll nicht immer verborgen gehalten werden. Es wird die höchste Zeit die Geschichte zu zeigen wie so auch war: verführerisch.

  • Ich habe hier einen Älteren Beitrag von 2014 gefunden , weiß jemand ob es Konkrete Planungen dafür gab oder immernoch gibt ? >


    Der Wiederaufbau der schwer getroffenen Nürnberger
    Altstadt folgte weitgehend den historischen Straßen-
    und Blockkanten. Für eine Verkehrstrasse von der
    Lorenzkirche bis zur Burg wurden allerdings Baufluchten
    zurückgenommen und der Baublock zwischen Fleischbrücke
    und Obstmarkt durchbrochen. Der Stadtraum
    erfuhr mit dieser Reaktion also eine Veränderung, die
    durch die heutige Verkehrsberuhigung wieder in seinen
    ursprünglichen Zustamd zurückversetzt werden könnte.
    Im Rahmen ihrer Städtebaulichen Entwürfe haben 65
    Studierende der Bachelor- und Masterstudiengänge
    Architektur an der TU Dortmund, Lehrstuhl Professor
    Christoph Mäckler untersucht, inwieweit die Bebauung
    im Bereich des Hauptmarktes „repariert“ und auf die
    historischen Raumkanten zurückgeführt werden kann.


    http://www.google.de/url?sa=t&…Vaw3ytrQgpE7BZStxyhKnudXC

  • Das Grolandhaus stünde doch heute mitten auf der Straße , also wenn das einmal spruchreif würde müsste die Straßenführung geändert werden , und beim Toplerhaus müsste der Nachkriegsbau abgetragen werden genauso wie beim Pellerhaus … bei Adlerstraße 36 , und Winklerstraße 24 müsste man nur " Dazubauen " … da ist schon Potential in Nürnberg

  • Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, Nürnberg genauer zu begutachten und muss sagen: Überraschung gelungen.
    Die alten Bilder von schmutzig-braunen Häusern, unfreundlichen Leuten mit Vorurteilen und altbackenen Läden sind nun ausgetauscht durch die schönen Eindrücke der in Sanierung befindlichen Burg mit ihrem vom Schwarz behutsam befreiten Bergfried, den edlen Fachwerkfarben und gut aussehenden Hinweistafeln, die ein absolut stimmungsvolles Gesamtbild geben, dass einen sehr berühren kann.


    Dazu eine Stadtstruktur, die gewachsenes erlebbar macht - der Pellerhof ist jetzt schon jeden Besuch wert!
    Danke für die tolle Beleuchtung! Gegenüber wird gerade ein Barockbau fertig saniert. Und auch am Alten Markt jede Menge Baugerüste und frische Farben.


    Und dort - auf dem Christkindlesmarkt - hört man sogar:
    "Hoffentlich reißen die bald diese 60er-Jahre-Bauten ab und rekonstruieren hier, dann wird es so wunderschön wie in Dresden". Verkehrte Welt - vor 30 Jahren hätte man das nie geglaubt, dass das mal jemand sagt.


    Also Glückwünsche nach Nürnberg, fröhliche Weihnachten und auf ein noch schöneres Deutschland in 2019.