Berlin-Kreuzberg

  • Die Ritterstraße in Kreuzberg war vor der Zerstörung im 2. Weltkrieg ein dicht besiedeltes Areal mit sehr viel Industrie, zumeist in den Hinterhöfen. Da ich gerade einen Vortrag über den Luisenstädtischen Kanal vorbereite hab ich mir bei der Gelegenheit auch mal die Reste der historischen Bebauung in der Ritterstraße angeschaut.


    Viel ist nicht geblieben. Die gesamte Gegend ist ziemlich trostlos, es dominiert eine chaotische Nachkriegsbebauung.


    Folgende 2 Gewerbehöfe stechen da hervor, 'Ritterhof' und 'Pelikanhaus':



    Metallwarenfabrik Hompesch & Co. (Pelikan-Haus), Ritterstraße 9-10, 1901/1902 von Kurt Berndt und A. F. L. Lange, Plastiken von R. Schirner und O. Markert






    Ritterhof, Ritterstraße11, Verwaltungsgebäude, 1906/1907 von Schilbach & Schweitzer:





















  • Bild der Oranienplatz ist doch der Hammer! Wunderbaren und herrliche menschlichen Fassaden, Armatüren, Kandalaber, Jugendstill figuren, Platz mit ungeheuer hochwertigen Aufenthaltswert!!


    Wenn heute nur etwa so neu gebaut würde statt die ewige Klotzen.

  • vor 1890 der sogenannte Eisbock am Schlesischen Tor, ich nehme an daß er beim Bau der Hochbahn U-Bahnlinie abgerissen wurde




    1887 Blick aus der Grossbeerenstraße auf den Kreuzberg, das einzeln stehende Haus wurde später beim Bau des Wasserfalls abgerissen


  • Den Oranienplatz finde ich nicht besonders aufregend. Bis auf die zwei Kaufhäuser und die Brücke im Jugendstil war und ist die Bebauung dort ziemlich belanglos. Ironischerweise ist er einer der wenigen Plätze in Berlin, wo diese vollständig erhalten geblieben ist.

  • Aber durchaus sehr harmoniös!! Die zwei Kaufhäuser and Brücke flankiert von "belangloser" aber sehr liebenswürdige Bauten statt moderne Klotzen, mit anderen Geschosshöhen und langweiligen Fassaden.

  • Liebenswürdige Plätze und Strassen voller künstlerische Details, wie am Inneren auch!! Reichtum. Kein Gebäude war gleich (wie heute fast überall). Die Parzellen waren klein, die Baublocks geschlossen. Alles hoch urban.


    Schau mal nach die Dächer und Fassaden, überall harmonisch und menschlich gestalltet.

  • Auf der südlichen, Kreuzberger Seite des Osthafens, nur wenige hundert Meter östlich der Oberbaumbrücke, wird derzeit dieser große Büro- und Gewerbekomplex auf der früheren "Cuvrybrache" (an der Cuvrystraße) fertiggestellt:







    Diese Treppengiebel-Form würde ich als nicht unbedingt ortstypisch bezeichnen. Auch erinnern die langen senkrechten Fensterabschnitte zum Wasser hin ein wenig an norddeutsche Bürobauten aus den 1980er Jahren. An Stelle des roten Ziegels auf den Visualisierungen hat man sich für einen helleren Farbton entschieden, der eher mit den gegenüberliegenden historischen Speicherbauten korrespondiert.
    Auch bei diesem recht großen Projekt muss man feststellen (wie so oft in Berlin): es hätte schlimmer kommen können.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Diese Treppengiebel-Form würde ich als nicht unbedingt ortstypisch bezeichnen. Auch erinnern die langen senkrechten Fensterabschnitte zum Wasser hin ein wenig an norddeutsche Bürobauten aus den 1980er Jahren.

    Das stimmt. Gelegentlich findet man aber Treppengiebel in Berlin.
    Hier an der Nikolaikirche: https://de.wikipedia.org/wiki/…che_Berlin_April_2007.jpg
    Hier an der Charité: https://images.app.goo.gl/mWdJ7EgBbbufr65j6

  • der Luisenstädtische Kanal
    Er schaffte eine Verbindung von der Spree zum Landwehrkanal am Urbanhafen, mit der Planung wurde Peter Joseph Lenne beauftragt. Der Baubeginn erfolgte 1848 und erwies sich als große Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Es waren 5000 Bauarbeiter mit dem Bau beschäftigt. Der Luisenstädtische Kanal wurde 1852 eröffnet, er ist 2,3 km lang. Seine Breite betrug 22,5 m und seine Tiefe war 1,5 m. An der Stelle der damaligen Zollmauer wurde ein neues Tor gebaut, das Wassertor daran erinnert noch heute der Wassertorplatz. Nach der Einweihung wurde der Kanal nur wenig genutzt und durch das schwache Gefälle kam es zu Geruchsbelästigung so das 1926 die Verfüllung des Kanals beschlossen wurde, ausser dem Engelbecken. Für die Verfüllung wurde hauptsächlich der Aushub der beim Bau der U - Bahnlinie 8 entstanden ist verwand und nach dem Krieg wurde hier noch der anfallende Trümmerschutt verwendet. Über dem Kanal führten 12 Brücken.


    Verlauf des Luisenstädtischen Kanals




    1925 der Kanal mit der Thomaskirche



    Engelbecken mit Blick zum Luisenufer heute Legiendamm




    Engelbecken im Hintergrund die Melanchthonkirche




    1865 am Wassertorplatz




    1901 Wassertorplatz mit U-Bahnlinie 1




    1926 Zuschuettung des Luisenstädtischen Kanals im Hintergrund die Melanchthonkirche




    Luftbild des Engelbecken und der St. Michael Kirche heute





    St.Michael Kirche im Krieg beschädigt, das Langhaus nur mit den Aussenmauern erhalten, lag nach dem Mauerbau im Grenzstreifen




    die Waldemarbrücke verziert mit den üblichen Graffitis in Berlin über dem zugeschütteten Luisenstädtischen Kanals

  • Die statt des Kanals entstandene Grünanlage erscheint mir etwas lieblos gestaltet und gepflegt. Da könnte eine gewisse Umgestaltung und bessere Pflege nicht schaden.

  • Die erscheint mir auf dem letzten Bild aber nicht lieblos sondern gar nicht gestaltet. Am besten wäre es aber, wenn man den Kanal wieder herstellen würde. Das müsste doch, nachdem die Mauer weg ist möglich sein.