Berlin-Kreuzberg

  • Großartig! Diese Bilder vermitteln einen Eindruck von Berlin, den man eher bei Wien oder Paris erwartet: Großstädtisches, europäisches Flair.

  • Da sieht man mal, wie wichtig Straßengrün ist: Das zweite Bild kann man nicht als schön bezeichnen, es entsteht eher der Eindruck einer Steinwüste. Hamburg hat es in den Altbauvierteln besser gemacht: Alle 20m ein Parkplatz geopfert, dafür ein Straßenbaum gepflanzt.


    Erst die Kombination aus schöner Architektur und öffentlichem Grün (Straßenbäume) macht ein Viertel so richtig lebenswert.

  • Mal abwarten, wie das Resultat aussieht. Insgesamt aber ein Gebäude, das sich sicherlich gut einfügen wird. Und auch ohne irgendwelchen postmodernen Krams wie Kupferverkleidungen oder überdimensionierte Fenster auskommt.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Quote from "Berliner Morgenpost vom 18. Juni 2010"

    Patentamt wird mit Bundesmitteln saniert


    An der Gitschiner Straße 97-103 in Kreuzberg steht ein Gebäude, dessen Dimensionen so gewaltig sind, dass das Berliner Schloss, dessen Bau von der Bundesregierung gerade um drei Jahre verschoben wurde, locker hineinpassen würde.


    Doch anders als beim Schloss ist die Herrichtung der Fassade des Patentamtes, das hier seinen Sitz hat, nicht von Spenden der Bürger abhängig. Gestern übergab der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesbauminister, Andreas Scheuer, einen Scheck über 5,2 Millionen Euro, der für die Fassadensanierung und die Erneuerung des Daches eingesetzt wird. Die Mittel stammen aus dem Konjunkturpaket des Bundes. Das 1905 errichtete Patentamt ist übrigens in wesentlichen Teilen eine Rekonstruktion: Wegen erheblicher Kriegsschäden musste es in den 50er- bis 70er-Jahren in vielen Bereichen neu aufgebaut werden.


    Das mächtige Gebäude beherbergt neben dem Deutschen Patent- und Markenamt auch eine Niederlassung des Europäischen Patenamtes.


    Hier ein Bild von mir (aus Richtung der Hochbahn) aus dem Jahr 2009:

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Die Sanierung und Erweiterung der Anlegestelle Gröbenufer am Kreuzberger Spreeufer unweit des Schlesischen Tores schreitet voran, obgleich selbstverständlich weit hinter dem vorgesehenen Zeitplan.


    Infotafel:

    http://www.stadtumbau-berlin.d…e-Groebenufer.3289.0.html


    Aktuelle Ansicht vom Friedrichshainer Ufer:


    P. S. :
    Das Gröbenufer heißt mittlerweile aufgrund einer politisch-korrekten Säuberungsaktion übrigens May-Ayim-Ufer.
    Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/May-Ayim-Ufer

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Sensationelle künstlerische Installation auch, ein Geniestreich! Wer will da schon den Leuchtturm zurück...:lachen:

  • Die Art und Weise, wie man in Kreuzberg unter Gewaltandrohung gegen das BMW Guggenheim Lab vorging, ist charakteristisch. Stoltenberg trifft in dem zweiten Artikel den Nagel auf den Kopf. Immerhin scheint man jetzt aber in Berlin einen anderen Standort für diese temporäre Denkfabrik zu suchen, genug Freiflächen gibt es ja.


    Umstrittenes Projekt - Was für und gegen das Guggenheim Lab spricht - Berlin Aktuell - Berliner Morgenpost - Berlin

    Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis

  • Etwas OT:


    Es gab ja auch mal größere Aktionen gegen einen Sandwich-Laden, der das Pech hatte, zu einer US-Kette zu gehören (Unerwünschte Nachbarn: Subway in Kreuzberg wird immer wieder angegriffen - Berlin - Tagesspiegel).


    Daran kann ich mich erinnern, weil ich damals eher durch Zufall auf diese Info gestoßen war und mir auf der Kommentarseite die Bemerkung erlaubte, Sandwiches seien immerhin gesünder als Döner...


    Daraufhin wurde ich mehrfach online belehrt, dies sei eine "rassistische" Bemerkung und ich würde den US-Kapitalismus unterstützen usw. Soviel zum Thema Toleranz und Vielfalt...

  • Sah soeben Bilder auf das Deutsche Architekturforum dass der Stuck des intaktes gr.zeitl. Wohnhaus Solmsstrasse 31 im Bergmannkiez mit Styrophor bedeckt wurde und heute fast wie entstuckt, also von herrlichen Schönheit beraubt, dargestellt wird und von der Verunstalter zum Kauf angeboten wird.


    So wird sogar dieses schönes Kiez weiter degradiert und verunstaltet, wo Berlin doch dringend eine massenhafte Sanierung von entstuckten Fassaden braucht um verlorene Schönheit und Grandeur wettzumachen.


    Kann nur weinen!!!! :weinenstroemen: :weinenstroemen: :weinenstroemen: :weinenstroemen:

  • Hallo liebe Mitleser, ich habe mich eben durch den Fall "Solmstr. 31" hindurchgeklickt, es ist ausgesprochen deprimierend. Mittels Streetview läßt sich der Vorzustand ermitteln, hier die entsprechende Aufnahme.
    Um das Ganze noch dreister zu machen wirbt die Immobilienfirma - offenbar durch ein Versehen - noch mit dem Vorzustand, wie hier und hier zu ersehen ist und sogar noch auf der Diaschau zu der beworbenen Gewerbeeinheit.
    Man beachte auf dem zweiten Bild die desolaten Jalousien der Erdgeschoßwohnung, die verraten, daß hier im Vorfeld schnell digital aufgehübscht wurde...zu einem Zeitpunkt, als offenbar noch eine andere Planung vorlag.


    Hier noch ein Blogeintrag zum Objekt, den ich zufällig gefunden habe:
    -->Abgestuckt: der Stuck in der Solmsstraße 31

  • Nun, ich denke, damit haben sich die Investoren ein Eigentor geschossen. Klar werden sie die Wohnungen irgendwie los werden. Aber mit der originalen Fassade hätten sie bei der begüterten Kundschaft mit Sicherheit einen höheren Preis erzielen können. Zumal die ja auch weiß, dass Dämmung alten Mauern nicht unbedingt gut tut. Die verschämte Präsentation mit der alten, ungedämmten Fassade zeigt ja auch, dass die Immobilienfirma selbst nicht ganz von ihrem Tun überzeugt ist. Ein auch ökonomischer Fehler, und sehr schade um das Haus.

  • Ich habe es selbst noch erlebt, wie damals im Bereich Prinzenstraße ein ganzes Stadtquartier ausgelöscht wurde mit spätklassizistischen Wohnbauten der Schinkelschule, von denen man heute jedes einzelne unter Denkmalschutz stellen würde, schon weil der Krieg kaum etwas aus dieser noblen Phase der Berliner Stadtentwicklung übrig gelassen hat. Der Zerstörungs-Furor jener Generation war wirklich fürchterlich, und das, was sie an die Stelle des Zerstörten gesetzt haben, Wohnzeilenmonster aus Waschbeton, hat schon damals, Ende der siebziger Jahre, in der Bevölkerung nur Abscheu erregt. Noch längst sind nicht alle geistigen Seuchen des 20. Jahrhunderts aufgearbeitet.

  • Mir tun diejenigen, die sich da ne teure Kiezwohnung angelacht haben, und in einigen Jahren mit den Nachwehen der energetischen Sanierung zu tun bekommen, jetzt schon leid. Das wird all die Ersparnisse auffressen, die der Niedrigenergiestandard bis dahin gebracht hat. Die Verantwortung hierfür wird natürlich niemand übernehmen.
    Geldvernichtung. Fast so gut wie an der Börse.