Die Zukunft der Städte

  • Mich würde mal interessieren wie ihr euch alle eigentlich die zukunft der Städte so vorstellt. in diesem Forum wird ja ziemlich viel in der vergangenheit geschwelgt und bedauert was so alles verlorengegangen ist.
    Ich würde gern wissen, was ihre euch denn so für die zukünftige Raumplanung und Bebauung so vorstellt. Was soll rekonstruiert werden und in welchem ausmass. Welche Rolle spielen Neubauten und wie sollen die aussehen?

    Bitte um Kommentare!

  • Ich bin zuversichtlich. Ich denke in etwa 15-20 Jahren wird man auch wieder versuchen möglichst schöne Häuser zu bauen.
    In der Gesellschaft ist ein Wandel zum konservativem zu spüren, wenn auch nur in einem kleinen Ausmaß. Vermutlich wird man noch ca 15 Jahre diese hässlichen Klötze aus Glas und Beton bauen und irgendwann dann merken, dass alle Städte gleich aussehen und man versucht wieder etwas kreativer zu werden und vielleicht baut man dann wieder Häuser im Stil wie um 1880.

    Könnte mir so ein Wandel gut vorstellen. Eventuell wird auch so einiges wieder Rekonstruiert, was man heute für unmöglich halten würde. Der Start in diese Zeit könnte mit dem Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses beginnen. Vielleicht öffnet das ja einigen die Augen.

    Dabei denke ich, dass so einige Neubauten von heute wieder von der Bildfläche verschwinden.

  • Ich denke, dass wir es zunehemend mit einem architektonischen Pluralismus zu tun haben werden. Der Markt wird es regeln.
    Und wo es eine Nachfrage nach traditionellem Bauen und Rekonstruktion gibt, werden auch all die Patzschkes und Kriers dieser Welt viel stärker als bisher zum Zuge kommen. Der totalitäre Alleinvertretungsanspruch, der Modernisten wird beseitigt werden.
    Wir brauchen einen wirklichen Wettbewerb zwischen architektonische Konzepten und Stilen. Und ich bin ziemlich sicher, dass die Modernisten hier unterliegen würden.

  • Stadtkerne, die in Deutschland historisch bedingt fast immer mittelalterlichen Charakter haben (bzw. hatten) sollten dies auch wiedergeben, notfalls halt durch Rekonstruktion. Denn: dadurch unterscheiden sich deutsche Städte von z. B. reinen Planstädten wie in den USA, Australien oder neuerdings auch China, wo alte Städte komplett durch Städte vom Reißbrett "ausgewechselt" werden (Beispiel: Shanghai).

    Wenigstens ein großer Platz - hier ebenfalls historisch bedingt wohl am ehesten der Marktplatz, der zumeist Hauptkirche und Rathaus beherbergt - sollte ursprünglichen Charakter haben. Gerade in diesem Punkt sind viele deutsche Städte eine einzige gesichtslose Katastrophe, eine Ansammlung billiger Zweckbauten ohne architektonischen Wert und historischen oder gesamtstädtebaulichen Bezug. Auch sollten meiner Meinung nach zumindest die Einzelbaudenkmäler außerhalb von Ensembles rekonstruiert werden, die für die Geschichte einer Stadt von besonderer Bedeutung sind. Soviel sollte sich eine jede deutsche Stadt wert sein.

    Außerhalb der Stadtkerne kann sich meinetwegen auch die Moderne austoben, da sie wohl oder übel auch Teil der Geschichte ist. Optimal wäre natürlich eine historische Staffelung der Bauten in wachsender Entfernung vom Stadtkern, wie es in intakten Städten völlig normal ist. Zugegebenermaßen ist eine derartige Rekonstruktion ganzer Ensembles heute eine fast unlösbare Aufgabe, wohl aber auch nur, weil man nach dem Krieg an der Geschichte vorbei alles mit Beton zugekleistert hat.

  • Die Frage ist sehr spannend und völlig berechtigt. Die Zukunft ist immer wichtiger als die Vergangenheit!

    Auch ich denke, dass jedenfalls in den offenen Gesellschaften Europas die Zukunft der Städte pluralistisch ist. Gerade auch mit Hilfe des Internets werden dabei einzelne Interessengruppen an Einfluss gewinnen und Städte mitgestalten. Traditionelle Architektur wird sicher dazugehören, ebenso wie Glas- und Licht-Architektur, organische Bauformen oder Experimente mit neuartigen Baumaterialien. Vielleicht wird man in Zukunft z. B. Häuser entwickeln, die sich anders als heute (wieder) komplett recyceln lassen.
    Wenn der Arbeitsmarkt immer höhere Mobilität verlangt und auch soziale Beziehungen immer kurzlebiger werden, könnte darauf auch die Architektur antworten, z. B. durch Wohnungen, deren Aufbau von den Bewohnern jederzeit geändert werden kann. Anlagen für betreutes Wohnen als Alternative zu den abschreckenden Altersheimen werden ebenso zunehmen wie Mehrgenerationenhäuser und Hospize für die Sterbenden.
    Kinderfreundlichkeit wird in einer schrumpfenden Gesellschaft für Architektur und Städtebau ebenfalls wichtiger werden.
    Die Verkehrspolitik wird sich auf die gewünschte Verdichtung der Innenstädte und das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung einstellen müssen.
    "Suburbia", das zersiedelte Umland der Städte, sollte eigene Zentren erhalten.
    Auch das Thema Integration wird noch viel wichtiger werden für den Städtebau. "Ghettos" wie Berlin-Kreuzberg sind bereits vielfache Realität. Die Stadtplanung muss hier aus den Fehlern lernen, die sie gemacht hat.
    Bei Sakralbauten wird sich vieles ändern. Immer mehr der heutigen unscheinbaren "Hinterhof-Moscheen" werden durch repräsentative Bauten, wahrscheinlich meist in traditionellem Stil, ersetzt werden. Das kann unsere Städte auch bereichern. Offenheit der muslimischen Gemeinden gegenüber Bürgern, die Angst vor Fundamentalisten haben, wird dabei wichtig sein. Dagegen werden immer mehr Kirchengebäude aufgegen werden. Sinnvoll wäre es, schon jetzt über neue Nutzungen nachzudenken.

    Denkmalpflege und Rekonstruktionen verlorener Baudenkmäler können dagegen helfen, Stadtbilder erheblich aufzuwerten und damit Tourismus, Einzelhandel und Identitätsgefühl der Einwohner zu stärken.
    Auch mit spannender (nicht nur traditioneller) neuer Architektur kann man ähnliche Effekte erzielen, wie z. B. Bilbao zeigt. Beide Vorgehensweisen sollten aber harmonisch aufeinander abgestimmt werden um zerrissene Stadtbilder zu vermeiden.

  • Mathias: was du beschreibst, ist science fiction - mit betonung auf science. und die beschreibt, was (nach heutiger einschätzung) künftig scheinbar wünschenswert wäre.
    ob es aber tatsächlich zu einem boom von mehrgenerationenhäusern (gibt es so viele mehrgenerationenfamilien?) oder repräsentativen moscheen (kann man damit integration fördern?) u. ä. kommen wird, steht auf einem anderen blatt. und das wird - je nach möglichkeiten und erfordernissen - erst in zukunft und jeweils vor ort beschrieben werden.
    im grunde ist es doch so: städtebauliche visionen faszinieren. meistens als planungen - wenn sie umgesetzt wurden, wurden sie meist von der realität überholt. oder anders gesagt: je mehr "komplett recycelbare" häuser es geben würde, desto mehr würde wahrscheinlich der wunsch steigen, gerade nicht in einem von diesen zu wohnen. menschen wollen halt (bestenfalls) individuell sein und irgendwie ewig leben. durchplante städte und häuser mit verfallsdatum sind deshalb nicht ihr ding. so durchdacht die ideen auch sein mögen...

  • Die Städte der Zukunft sollten wieder ästhetisch anspruchsvoll sein. Nicht eine Andereinanderreihung von Einzelklötzen wie es heute der Fall ist, sondern ein Gesamtkonzept für jede Stadt muss her. In Zukunft wird der Trend zurück in die Städte wieder größer werden und daher muss auch die Lebensqualität in den Zentren wieder steigen. Das bedeutet geschmackvolle Häuserfassaden (im Stile der mittelalterlichen Stadt oder des Historismus) und wunderbare Plätze, wie sie im Kaiserreich zahlreich existierten und heute zugepflastert sind. Für die Architektur des 21. jahrhunderts muss es ein Ziel sein, heutige technische Lebensqualität mit einer ästhetischen Bau- und Landschaftsqualität des Historismus zu kombinieren.

  • rakete

    Wenn schon nach der Zukunft der Städte gefragt ist, kann man ruhig auch mal über den Tellerrand der Gegenwart hinausschauen! Das Risiko, dabei Irrtümer einzugehen, ist immer noch besser als den Kopf in den Sand zu stecken oder nur der angeblich besseren Vergangenheit nachzutrauern.

    Mehrgenerationenhäuser, die nicht nur für eine klassische Großfamilie gedacht wären, sehe ich als Alternative zu den derzeitigen genormten sterilen Kleinfamilienhäusern und -wohnungen. Viele am Reißbrett geplanten Einfamilienhaussiedlungen sind heute nach dem Wegzug der Kinder zu wenig attraktiven Rentner- oder Witwenvierteln geworden. Die Möglichkeit, in Hausgemeinschaften in unterschiedlichen Generationen zusammenzuleben und gemeinsam Verantwortung füreinander zu übernehmen, kann dagegen für Rentner ein Schutz vor Vereinsamung und wichtige Alltagserleichterung, aber auch für Doppelverdiener mit Kindern und alleinerziehende Mütter vorteilhaft sein. Je weniger handlungsfähig der Staat in Zukunft werden wird, desto wichtiger wird Eigeninitiative von Bürgern werden. Hier ein Beispiel aus Heidelberg:

    http://www.pro-wohngenossenschaft.de/pages/projekte/hd.htm

    Zum Thema Moscheen: Natürlich liegt in diesem Thema erhebliches Konfliktpotential, aber die Bauanträge werden von den muslimischen Gemeinden mit deren steigender Mitgliederzahl und steigendem Selbsbewusstsein einfach kommen. Die vielen derzeitigen kaum sichtbaren Klein-Moscheen werden nicht mehr genügen.

  • @ mathias:

    na wie schon gesagt - diese ansätze sind auf jeden fall vernünftig. die frage ist halt nur, ob die betreffenden menschen das auch so sehen. die allgegenwärtigen einfamilienhaussiedlungen werden den leuten ja nicht aufgezwungen, sondern sie verschulden sich für ihre idee vom trauten heim - glück allein.
    wenn ich mal eine prognose wagen darf: da die menschen immer mobiler werden müssen und es ihnen (auch deshalb) immer schwerer werden wird, stabile bindungen einzugehen, wird wahrscheinlich besonders in grossstädten der anteil an singlehaushalten noch zunehmen. das bedeutet aber nicht unbedingt, im umkehrschluss auf wachsende soziale isolation zu schliessen. denn weil sich heute viel stärker als früher (und künftig sicher noch mehr) das leben ausserhalb der wohnung abspielt, kann solch ein rückzugsraum ins private durchaus auch selbstgewählt und gewünscht sein.
    und daraus ergibt sich dann für die stadtplanung, für eine gute verkehrliche wie soziale infrastruktur zu sorgen und öffentliche (begegnungs-) plätze weiter aufzuwerten.
    der mensch als soziales wesen hat sicher den wunsch, andere menschen um sich herum zu haben und an ihrem leben teilzuhaben - es muss ja nicht gleich in der eigenen wohnung sein.

  • rakete

    Die nicht nur wegen ihres enormen Landschaftsverbrauchs problematischen Einfamilienhaussiedlungen sind nicht einfach nur als Antwort auf vorhandene Nachfrage entstanden, sondern ihr Bau war jedenfalls im Westen jahrzehntelang (auch nach 1933!) politisch erwünscht um ein ganz bestimmtes Gesellschaftmodell zu festigen und wurde deshalb massiv finanziell und steuerlich gefördert. Die Nachfrage wurde dabei noch bis vor kurzen mit zahlreichen Mitteln wie günstigen Erbbaurechten, Pendlerpauschale, günstigen Krediten bei staatlichen Banken und Eigenheimzulage angeheizt. Die oft jahrzehntelange gemeinsame Verschuldung durch den Baukredit dürfte dann u. a. so manche Ehe zusammengehalten haben. Heute ist dagegen die Kleinfamilie mit dem Rollenmodell der Hausfrauenehe, das übrigens bis heute den meisten familienrechtlichen Regeln des BGB als Leitbild zugrunde liegt (!), keineswegs mehr die alles dominierende Lebensform. Natürlich ist auch heute für viele junge Familien mit Kindern ein Haus mit Garten ein Lebenstraum, aber die Frage ist doch, ob der Staat - vor allem angesichts knapper Kassen - hier weiterhin so einseitig fördern soll. Das gilt auch für die Bauleitplanung. Für türkische Großfamilien, alleinerziehende Mütter, Wochendbeziehungen von Paaren, die in verschiedenen Städten arbeiten, Singles usw. sind die Einfamilienhaussiedlungen oft kaum attraktiv.

  • ja. keine frage. aber gebaut wird, was bezahlt wird -oder sich finanzieren lässt bzw. gefördert wird.
    leider widersprcht das halt meistens dem, was sich soziologen wünschen würden.

  • Quote from "rakete"


    leider widersprcht das halt meistens dem, was sich soziologen wünschen würden.

    Leider? Ich würde sagen zum Glück! Auch die Wohnsilos im Westen und Platten im Osten sind Ergebnis von Soziologie. Und Aspekte wie "Transparenz", "Bruch" oder "Kontrast" fallen zumindest teilweise in den Bereich der Soziologie.

    Deshalb: Finger weg! Baut nicht so, wie der Investor es will, und nicht so, wie der Soziologe es will, sondern so, wie der (bewohnende) Mensch es will.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Eine schöne Vorstellung ist es für mich nicht gerade, daß überall Moscheen gebaut würden..... Das hat dann auch nichts mehr mit einer mitteleuropäischen Stadt zu tun. Auch die Aussage, daß die Kirchen immer leerer würden, kann ich nicht bestätigen. Aber das ist ja leider Grundmeinung.

    Ich denke allerdings auch, daß sich die Städte wieder häufiger Rekonstruktionen leisten werden und daß die Bürger langfristig die öde Glas-Beton-Architektur leid sein werden.

    Für weniger Ideologie!

  • In der linksgerichteten Meinungszeitung Der Freitag ist eine kenntnisreiche Reflektion von Robert Kaltenbrunner zur Altstadt zu finden:

    Quote

    Traditionsinsel Die Altstadt ist zum Darling der Touristen geworden. Dabei ist sie gemacht und nicht authentisch gewachsen


    Der Artikel "entdeckt" die gemachten Aspekte der Altstädte als Kristallisationspunkt der Urbanität und Anziehungspunkt für Touristenscharen. Für die Moderne ergibt sich für die Altstadt die Aufhebung eines Gegensatzes:

    Quote


    Vielleicht ist man gut beraten, die Altstadt nicht als eine Art Opfer oder Überlebende eines tiefgehenden Modernisierungsprozesses zu begreifen, sondern als dessen systematisches Produkt. Akzeptiert man das, dann wäre es nur folgerichtig, die Altstadt als einen inhärenten Teil des modernen Städtebaus zu sehen.


    Damit wäre konsequent die moderne Rekonstruktion von Altstadtbildern bzw. "neue Urbanität" Teil des Projektes Moderne und der Ideologie Denkmalpflege entrissen, welche die Konservierung der "authentischen" Zeitzeugnisse betreibt.

    Den jargonüblichen psychologischen Unterstellungen der Architekturmoderne verbunden identifiziert er die "Heimat" in der Altstadt, aber sublimiert die übliche Denunziation:

    Quote

    Die Menschen fahren eben nicht zufällig nach Rothenburg oder Hildesheim, nach Quedlinburg oder Görlitz und schauen sich die gut gefügten Ensembles an – augenscheinlich in der Hoffnung, darin und damit Geborgenheit zu finden. Ohnedies entsteht „Heimat“ nicht dadurch, dass wir durch unser Dorf oder unsere Stadt spazieren und uns an den bekannten Bildern erfreuen. Sie entwickelt sich erst, wenn wir selbst uns als Teil eines gesellschaftlichen Prozesses verstehen...

    - eine Art "gelebte Urbanität".

  • FAZ - Stadt der Untoten

    Quote

    Staatliche Liegenschaften werden meistbietend verhökert, gleichzeitig entsteht eine Luxusanlage nach der anderen. Ist das die Rückkehr der bürgerlichen Wohnkultur - oder die Zombifikation der Stadt?
    [...]
    Philippe Starck, schreibt der Pressetexter von „Yoo Berlin“ in einem Anfall von surrealistischem Sprach- und Wahrheitsfuror, setze „modern neben klassisch, Satire neben Leidenschaft und Gestalt neben Form, um außergewöhnliche Wohnerlebnisse zu schaffen“. Vielleicht sind die neuen Innenstädte genau das: eine Satire. Ein großer Witz. Aber halt auch ein sehr schlechter.

  • Ich denke ja, dass wir mit kleineren Städten rechnen müssen, was aber auch nicht so schlimm wäre, schließlich sind viele ja erst nach 1900 richtig groß geworden, mein Heimatort hat heute zum Beispiel immer noch doppelt so viele Einwohner wie zur Jahrhundertwende, und das obwohl es seit 1930 bergab geht...

    Architektur ist immer subjektiv, da sie wie jede andere Kunstform vom Auge des Betrachters abhängt.

  • Nach neun Jahren mal wieder etwas in diesem Thread...

    Thema Stadtflucht...

    Exklusiv-Umfrage zur ARD-Themenwoche

    Fast die Hälfte der Berlinerinnen und Berliner will umziehen

    https://www.rbb24.de/wirtschaft/bei…hemenwoche.html

    Zitat:

    Quote

    Das Ergebnis: 36 Prozent der Berlinerinnen und Berliner, die an einen Umzug denken, würden der Stadt gerne den Rücken zukehren. Davon wiederum fast die Hälfte, 41 Prozent, zieht es richtig weg, raus aufs Land. Es sind vor allem Frauen und junge Paare mit kleinen Kindern, die an ihrer Wohnsituation etwas ändern wollen.

    Die Gründe, warum sich immer mehr Berlinerinnen und Berliner für ein Leben auf dem Land entscheiden, reichen dabei von der Suche nach Ruhe, der "Flucht vor Lärm und Hektik der Großstadt" (56 Prozent) bis hin zur "mangelnden Sicherheit" (41 Prozent), auch "schlechte Luft in Berlin" (31 Prozent) wurde als Grund genannt.

    Einer der Hauptgründe für die neue Stadtflucht ist aber definitiv der enge Mietmarkt in Berlin: Mit 59 Prozent wollen mehr als die Hälfte der Befragten wegen hoher Mieten die Stadt verlassen, wie die Umfrage des rbb-Verbrauchermagazins Super.Markt ergab.

    Dazu ergänzend:

    Umzugspläne der Deutschen

    Stadtflucht nach der Pandemie?

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ver…na-ifo-101.html

    Stadtflucht oder Landflucht – Zwischen Klimawandel, Infrastruktur und Wachstum

    https://www.marktforschung.de/aktuelles/mark…r-und-wachstum/

  • Es gibt nicht wenige Dessauer, die den Umzug nach Berlin planen. Ganz einfach, weil hier vor Ort abends die Bürgersteige hochgeklappt werden. Lokale Kultur- und Warenangebote völlig unzureichend. Verkehrsanbindungen miserabel. Sollten grüne Pläne bezüglich der erheblichen Preiserhöhungen für Kraftstoffe einmal realisiert werden, sitzen die Landbewohner fest.