Tübingen (Galerie)

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    • Riegel wrote:

      @ Tübinger
      Du solltest deine Beiträge nicht nachträglich verändern, ohne einen Hinweis darauf zu geben. Auch als Moderator solltest du diesen Hinweis nicht unterdrücken. Mein vorangehender Beitrag bezog sich auf die drei ersten Bilder deines Beitrages, nun hast du aber dort ein Bild eingefügt, sodass mein Betrag nicht mehr den Tatsachen entspricht. Vor allem mit dem Bild, das jetzt an dritter Stelle steht, hätte ich doch meine Frage sicher nie gestellt.
      Du hast Recht; ich habe einen Hinweis eingefügt.
    • Vielen Dank für die Bilder, Tübinger. Wusste gar nicht, dass diese Stadt so schön ist. Hoffentlich kann sie auch so einigermaßen erhalten werden, Investoren und Architekten haben ja immer so "tolle" Ideen von Betonklötzen die dann angeblich so modern und dringend notwendig seien :wink:
      "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).
    • Schmiedtorstraße

      Es fehlt uns noch der westliche Teil der Unterstadt. Wie man auf dem Plan von 1819 erkennen kann, war er einst mit Gärten durchsetzt und viele Grundstücke wurden im 19. oder 20. Jahrhundert erstmals bebaut. Die Wohnbebauung ist entsprechend heterogen und fällt insgesamt ziemlich bescheiden aus. Die sehr alte Jakobuskirche hingegen ist eines der interessantesten Bauwerke Tübingens.



      Am nördlichen Ende der Schmiedtorstraße steht die im frühen 16. Jahrhundert errichtete Kelter, die ursprünglich an die Stadtmauer angebaut war. Bei deren Abbruch im Jahre 1831 wurde die Mauer durch eine Fachwerkwand ersetzt. Das Fachwerk im Giebel stammt teilweise noch aus der Erbauungszeit.



      Die Situation vor 1831 mit dem Schmiedtor


      CFBaumann-Das Schmiedthor Gouache ca.1850 (319) [Public domain], by Carl Baumann (1798–1878) from Wikimedia Commons

      An der Südseite ist die Kelter noch in ihrem originalen Bauzustand erhalten.

    • Die Jakobuskirche

      Die Jakobuskirche ist im Kern eine im 12. Jahrhundert errichtete Kapelle, die später als u.a. als Filialkirche der Stiftskirche diente, bis sie schließlich 1918 zur vollwertigen Pfarrkirche wurde. Zwischen 1500 und 1520 erfolgte ein gründlicher gotischer Umbau, bei dem die Kapelle nach Osten hin erweitert worden ist und einen neuen Chor erhielt.

      Die Kirche von Südosten



      Im alten, westlichen Teil der Kirche sind noch romanische Fenster zu sehen.



      Die Nordseite



      Am Chor berichtet eine Bauinschrift: "ano dmi 1500 in dem 10 tag des brach mond ist gelegt der erst stain in dissem kor".

    • Die Jakobuskirche

      In der gotischen Erweiterung wurden einige interessante romanische Spolien wiederverwendet





      Was ist das?



      Die Bedeutung der sogenannten Sonnenfigur hat Tübinger Kunsthistorikern schon einiges Kopfzerbrechen bereitet und sie ist noch immer umstritten. Die drei Spolien waren an verschiedenen Stellen im gotischen Bau eingemauert worden; bei der letzten Sanierung der Kirche fügte man sie im Innenraum wieder zusammen.

    • Die Jakobuskirche

      Der einschiffige Innenraum der Jakobuskirche präsentiert sich heute eher schlicht, da in den 1960er Jahren die neugotische Ausstattung weitgehend entfernt worden ist.



      Der Chor mit einem feinen Netzgewölbe



      Die Orgelempore zeugt noch von der neugotischen Ausstattung



      Die bemalten Deckenbalken im Schiff stammen aus dem Jahr 1624.



      Und last but not least befinden sich in der Kirche einige alte Grabsteine, wie der des Ehepaars Spengler aus dem Jahr 1504.

    • Tübingen hat wirklich eine großartige Altstadt, nur sie wäre noch reizvoller, wenn man bei den zu 2/3 verputzten Fachwerkhäusern endlich das Fachwerk freilegen würde. Denn ich finde, dass man manchen Häusern vom Äußeren gar nicht ansieht zb das sie aus den 15 Jh. stammen, denn erst durch das Fachwerkgefüge erfährt man das Alter des Hauses von außen. Die Fachwerkbalken verraten jedenfalls mehr über die Geschichte eines Hauses wenn sie freigelegt werden und können teilweise zu einen offenen Geschichtsbuch werden. Außerdem sind die Städte in der Umgebung wie Herrenberg, , Calw und viele mehr gerade mit freigelegten Fachwerk so sehenswert ! Frage mich oft, warum man hier die Fachwerkhäuser im verputzten Zustand belässt :kopfschuetteln: die Stadt hätte sonst ein gigantisches Potenzial bundesweit als Gesamtfachwerkensemble !
    • Noch ein kleiner Nachtrag mit der Umgebung der Jakobuskirche. Süd-westlich von ihr steht dieses stattliche städtische Speichergebäude aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.



      Die Häuser gegenüber der Kirche an der Jakobgasse. Links das Türmchen des Spitals.



      Neben dem Speichergebäude und nordwestlich von der Kirche befindet sich das Salzstadel, laut Inschrift 1579 erbaut.



      Hübsch ist der Blick zum Schloß

    • Die Häuserzeile nördlich von der Kirche an der Magergasse (mit seltsam anmutenden Platanen). Unter dem Platz liegt ein alter Friedhof.



      Für dieses Häuschen habe ich eine Vorliebe



      In der Gegend gibt es einige bescheidene, aber nicht uncharmante Gäßchen, wie das Karrengässle. Der Giebel im Hintergrund gehört zur Nervenklinik.



      Zum Schluß die Salzstadelgasse mit Blick zum Schloss. Der rosa Bau rechts ist ein bemerkenswert frühes Beispiel für altstadtgerechtes Bauen aus dem Jahre 1909, entworfen von Franz Bärtle (die Statue vor dem Haus stammt übrigens von seinem Sohn, dem Bildhauer Ugge Bärtle.)

    • Niederländer wrote:

      Wirklich herausragend, dieser Ansicht.
      Ja. Das ist eine meiner liebsten Stellen in Tübingen. Dort gehe ich immer wieder gerne hoch, obwohl ich dies schon tausend Mal getan habe. Großartig ist auch die Wirkung, wenn man aus der engen Gasse auf den Marktplatz heraustritt. Der Vergleich mit Frankfurt ist auch nicht unverdient. Tübingen zeichnet sich wirklich durch das großstädtische Format vieler seiner Fachwerkbauten aus. Wo sonst sieht man achtgeschossige Fachwerkbürgerhäuser?




      Oder Häuserzeilen wie diese?



      Oder ein solches Ensemble?


    • Tübingen gefällt mir sogar eine Spur besser sogar als Heidelberg, weil ich mich zumindest in Tübingen an keine Bausünde erinnern kann, während ich in Heidelberg leider des öfteren an einer vorbei musste...und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich sogar selbt in einer mein Auto parkte, weil es schier unöglich war, in der Altstadt ansonsten irgendwo zu parken.
      „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








    • Zeno wrote:

      In Schwäbisch Hall gibt es schon auch großartige Fachwerkhäuser.
      An diese Stadt hatte ich auch gedacht. In Esslingen gibt es ebenfalls einige sehr beachtliche Ecken, aber Esslingen ist nicht so steil gelegen wie Tübingen und das nimmt den Ensembles doch einiges von ihrer Wirkung.

      Zeno wrote:

      Heidelberg kann mit Tübingen niemals mithalten. Tübingen ist wesentlich großartiger
      Empfinde ich auch so. Die Heidelberger Altstadt ist größer und das Tübinger Schloss kann mit seinem Kollegen in Heidelberg nicht mithalten. Dafür ist aber Tübingen viel altertümlicher, unebener und verwinkelter und das mag ich. Heidelberg sieht man immer noch die totale Zerstörung an. Tübingen hingegen hat nie eine solche Katastrophe erlebt.
    • Ja das muss man zugeben, auch wenn man geographisch mehr mit Esslingen verbunden ist. Tübingen ist noch pittoresker.
      Ich habe wegen einer persönlichen Leidensgeschichte zwar keine schönen Erinnerungen an die Zeit die ich dort verbrachte, aber vielleicht sollte ich das endlich einmal ablegen und der Stadt eine zweite Chance geben, ihre Schönheit hat es verdient.
      Einen Vorzug hat Esslingen jedoch, es ist nicht so studentisch und touristisch überlaufen und daher u.U. authentischer.
      In dubio pro reko

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