Tübingen (Galerie)

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    • @MunichFrank Das "Hier kotzte Goethe"-Schild wurde meines Wissens von den Studenten des darin liegenden "selbstverwalteten" Wohnheims angehängt. Sie wollten sich damit über den Goethe-Kult lustig machen. Daneben steht nämlich das ursprüngliche Cotta-Verlagshaus, bei dem ja die ganzen Klassiker, unter anderem auch Goethe, verlegt wurden. Goethe hat die Stadt deshalb auch ein paar mal besucht. Manche sagen auch, ihm hätte der saure Tübinger Wein nicht bekommen. Goethe mochte die Stadt übrigens überhaupt nicht, sie war ihm zu dreckig und zu spießig.

      Über die Bebenhausen-Bilder würde ich mich sehr freuen. Ich habe nämlich leider keine eigene Digitalkamera.

      Gruß, Hansefan
    • Sehr schöne Bilder. Ich würde allerdings hier und da einige Fachwerkfreilegungen empfehlen. Auch der Putz ist mir manchmal zu speckig-deckend. Aber das ist natürlich in Anbetracht des wirklich sehr schönen Stadtbildes Tübingens eine Luxusdiskussion...


      ">Saturos<" schrieb:

      Was der gute Mann wohl heute in Anbetracht der gegenwärtigen städtebaulichen Qualitäten sagen würde...


      Wobei die damalige Generation hinsichtlich Städtebau teilweise auch Aussagen getätigt hat, über die viele seit der Romantik nur den Kopf schütteln können. Goethe zeigte sich zwar der altdeutschen Kunst häufig zugetan. Für alle seine Zeitgenossen galt dies allerdings mitnichten. So bemerkte Mozart 1790: "Zu Nürnberg haben wir gefrühstückt - eine häßliche Stadt." :boese:
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Ja, mir gefällt Tübingen auch besser als Heidelberg und das sage ich nicht nur, weil Tübingen meine Heimatstadt ist. Auf den Unesco-Titel lege ich keinen großen Wert. Mehr Touristen braucht Tübingen nicht und ob der Titel dem Schutz der Altstadt wirklich dient, ist auch die Frage (ich denke z.B. an das skandalöse Neubauprojekt in Bamberg).
    • Neckarfront

      In nächster Zeit werde ich Euch Tübingen näher vorstellen. Den Anfang mache ich mit Tübingens Schokoladenseite, der Neckarfront. Die Bilder sind von heute. Der klassische Blick von der Neckarbrücke:



      Der Turm rechts ist in seinen unteren Teilen ein Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Darüber ein Gebäude aus den 1950er Jahren, das einen im Krieg zerstörten Bau von 1880 ersetzt (das ist übrigens an der Neckarfront das einzige Haus, das nach 1900 errichtet wurde).



      Den Häusern links sieht man ihre bewegte Baugeschichte an. Das schmale rosa Haus rechts stammt aus dem 15. Jahrhundert, wurde aber 2008 völlig entkernt; nur die Fassade ist noch alt.



      In etlichen Häusern steckt noch die Stadtmauer.



      Der Hölderlinturm. Offensichtlich ein weiterer Rest der Stadtmauer. 1875 abgebrannt, danach etwas verändert wieder aufgebaut. Oben rechts die ockerfarbene Alte Aula von 1547. Links kommt die Burse ins Bild.



      Süßes kleines Waschhaus von ca. 1800.



      Die Burse. Ab 1478 für die Artistenfakultät erbaut. 1803 bis 1805 zur Klinik umgebaut. Vor ihr stand noch eine Häuserreihe, die um 1805 abgerissen wurde um der Klinik Licht und Luft zu verschaffen; auf die noch erhaltenen Kellergewölbe ist man vor ein paar Jahren bei Bauarbeiten gestoßen.



      Fortsetzung folgt.
    • Neckarfront

      Rechts noch die Burse, links angeschnitten das Stift. Das weiße Haus im Vordergrund ist das alte Neckarbad, schon im 15. Jahrhundert erwähnt.



      Das Haus mit dem freiliegenden Fachwerk im Giebel ist das alte Ephorat (Stiftsverwaltung). Die Häuser darüber liegen an der Münzgasse.



      Eine meiner Lieblingsansichten in Tübingen.



      Das hochbedeutende Evangelische Stift. Im Kern ein Augustinerkloster, mehrfach, zuletzt 1796 tiefgreifend umgebaut. Das Stift stelle ich bei anderer Gelegenheit ausführlicher vor.



      Links an den Hauptbau des Stiftes anschließend ein Wirtschaftstrakt und das Neue Ephorat.



      Die Häuser oben und links liegen an der Neckarhalde.




      Ein Blick zurück.



      Es geht noch weiter...

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    • Neckarfront und Neckarhalde

      Stattliche Häuser an der Neckarhalde. Das Haus rechts ist aus zwei älteren Häusern zusammengefaßt. Das rosa Haus in der Mitte von ca. 1830.



      Unschwer zu erkennen ist, daß die Häuser auf der Stadtmauer aufsitzen. Darüber Schloß Hohentübingen, dem ich später viel Aufmerksamkeit schenken werde.



      Das schmale weiße Haus links markiert das Ende der vormodernen Bebauung an der Neckarhalde. Es folgte nach links das Hirschauer Tor.



      Dieses Haus wurde ca. 1830 nach Abbruch des Hirschauer Tores erbaut.



      Ein Turmstumpf des Hirschauer Tores hat als Gartenhäuschen überlebt.



      Links (d.h. nach Westen) schließen sich Bauten des 19. Jahrhunderts an.





      Damit ist der Marsch vor der Neckarfront von rechts nach links (Osten nach Westen) fertig. Fortsetzung folgt (hoffentlich) nächte Woche.

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    • Etwas verspätet Willkommen im Forum, Tübinger!

      Deine Galerie ist echt toll, ich freue mich schon auf die Fortsetzung! Die Stadtansicht vom Neckar ist wahnsinnig schön...

      In nächster Zeit werde ich Euch Tübingen näher vorstellen.

      Gibt es auch Bilder von den vielen Altstadtgassen und Bürgerhäusern etc... und den Vorstädten, oder beschränkst du dich auf die Hauptsehenswürdigkeiten? :)

      LG
    • Neckargasse

      Weiter gehts. Von einem sehr häßlichen Parkaus aus hat man einen schönen Blick in nordwestliche Richtung auf die Innenstadt. Links (westlich) der Neckarbrücke liegt die Altstadt, rechts der Österberg.



      Blick von der Neckarbrücke nach Norden in die Mühlstraße. In der Bildmitte rechts, an Stelle des eingeschossigen Flachbaus, befand sich einst das Wohnhaus von Ludwig Uhland. 1944 wurde es von einer schweren Fliegerbombe getroffen, die auch die umliegenden Häuser (alle aus dem 19. Jahrhundert) zerstörte. Dies war der einzige Kriegsschaden in der Altstadt. Links hinter dem Neubau geht es in die Neckargasse, durch die wir die Altstadt betreten.



      Die Neckargasse.



      Auf dem Stadtplan von 1819 ist die Marschroute in rot markiert.



      Der Neubau ganz vorne rechts geht auf den Kriegsschaden zurück. Für die folgenden zwei Bauten wurden in 1990er Jahren zwei Fachwerkhäuser und ein Stück der Stadtmauer abgerissen! Solche Barbareien kommen in Tübinger viel seltener vor als in anderen baden-württembergischen Städten, aber eine Insel der Seligen ist Tübingen halt auch nicht. Das zartrosa Fachwerkhaus ist aus dem 15. Jahrhundert.



      Hinter dem Neubau versteckt sich ein Fachwerkhaus des 16. Jahrhunderts.

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    • Neckargasse

      Die linke, d.h. südliche, Seite, die parallel zum Neckar verläuft, also die Rückseite der Häuser an der Neckarfront.



      Selbige Seite.



      Das hohe weiße Haus rechter Hand (Neckargasse 15) wurde 1446/47 (d) erbaut.



      Ein Blick zurück. Wieder das Haus von 1446.



      Wir folgen wieder unserem alten Kurs und sehen die Stiftskirche. Das Haus links mit dem Erker aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, das weiße Haus daneben aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts (wir schauen uns nachher noch die gegenüberliegende Seite an).



      Der Erker mit historistischer Bemalung und fiktiver Datierung 1584. Auf alten Ansichten kann man erkennen, daß es in Tübingen Fassadenmalereien der (echten) Renaissance früher öfters gab, doch leider ist sehr wenig erhalten.



      Wir sind an einer Abzweigung angelangt. Nach Norden geht es bergauf zum Holzmarkt mit der Stiftskirche.





      Nach Westen geht es parallel zum Neckar hinab in die Bursagasse und diesen Weg werden wir weitergehen.

    • Auf dem Stadtplan von 1819 ist der Verlauf der folgenden Strecke bis zum Stift in Rot markiert, der bereits zurückgelegte Weg in Schwarz.



      Gleich am Anfang der Bursagasse steht dieses Haus aus der Zeit um 1500.



      Wir drehen uns einmal um und sehen wieder das Haus aus dem 15. Jahrhundert, diesmal die andere Schmalseite.



      Weiter nach Westen.



      Ein 1910 umgebautes älteres Haus.



      An dessen Fassade ein renaissancezeitlicher Löwe als Spolie angebracht ist.



      Wir erreichen den Bereich der Universität mit durchaus monumentalen Bauten. Links hinten die Burse, rechts die Alte Aula (1547).

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    • Wissen.de schrieb:

      @ Tübinger

      vielen Dank für die tollen Bilder aus Tübingen. Hast du auch Fotos von den alten Universitätsbauten. Kenne die aus meiner Studienzeit und würde mich auf ein Wiedersehen freuen :smile: :smile: :smile:


      Danke! Ja, es geht immer weiter...

      Die Alte Burse (1478-1480, 1805 klassizistisch umgebaut). So groß, daß ich sie in der engen Gasse nicht ganz aufs Bild kriege.



      Nach Norden ist die Burse mit dem Universitätsgebäude an der Münzgasse (erbaut 1477) mit einer Brücke verbunden.



      Weiter nach Westen. Im Hintergrund das Stift.



      Zwischen Burse und Stift liegen einige schöne und sehr alte Häuser. Das Haus vorne ist aus dem 15. Jahrhundert.



      Eines meiner Lieblingshäuser in Tübingen. Die "Arche", ehemals ein sehr altes Studentenwohnheim, aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts.



      Das Alte Ephorat (Verwaltungsbau des Stiftes, welches im Hintergrund zu sehen ist). Im Kern wohl 16. Jahrhundert.



      Wir gehen noch nicht weiter zum Stift, sondern erst einmal durch diese Pforte der Stadtmauer zum "Neckarbad".

    • Die Pforte neben dem Alten Ephorat aus der Nähe.



      Außerhalb der Stadtmauer. Im, bzw. beim "Neckarbad", so benannt nach diesem mittelalterlichen Badegebäude. Selbst für Tübinger Verhältnisse ein ungewöhnlich enges Gäßchen, mit dem Auto nicht zu erreichen. Blick nach Osten.



      Blick nach Westen.



      Das Alte Ephorat steht auf der Stadtmauer (mit hübscher Schießscharte).



      Der Giebel des Ephorats.



      Blick nach Westen, vorne das Stift, hinten Häuser an der Neckarhalde.



      Das "Neckarbad" ist eine Sackgasse, auf dem Rückweg durch die Pforte sehen wir einen vermauerten Kellerzugang. Der ganze Hügel ist von Kellern ziemlich durchlöchert. Vor einigen Jahren bildete sich in der Münzgasse über Nacht eine Doline; wie sich herausstellte, war ein vergessener mittelalterlicher Keller eingestürzt.



      Das Portal des Ephorats mit Datierung 1626 (von einem Umbau herrührend).

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    • Klosterberg

      Vom Vorplatz des Stiftes aus ein Blick zurück: Links die "Arche", hinten die Burse, rechts das Ephorat.



      Nach Norden, zur Münzgasse hin, bietet sich ein monumentaler Anblick. Riesige Fachwerkbauten mit langer Baugeschichte, im Kern alle mindestens aus dem 16. Jahrhunderts, eher älter, teils bis auf das 14. Jahrhundert zurückgehend.







      Das Haus links, neben dem Chor des Stiftes, hat 8 Geschosse.



      Im Hintergrund sieht man das erste Haus an der Neckarhalde.



      Das Stift stelle ich bei anderer Gelegenheit vor. Es geht einige Meter zurück und dann über diese steile Treppe zur Clinicumsgasse.



      Fortsetzung folgt voraussichtlich nächste Woche.

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