Werden wir das schöne Bauen noch erleben?

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Viel Science-Fiction spielt in heutigen Städtebau-Vorstellungen einen Rolle. Im Grunde glauben sie an das unendliche Wachstum und einen nicht versiegenden Wohlstand sowie stabile politische Verhältnisse. Hinzu kommt noch eine ordentliche Prise ökologischer Umbau, der natürlich nun generalstabsmäßig geplant wird.

      Smart City: Wie neue Technologien die Stadt der Zukunft prägen
      gmx.net/magazine/wissen/smart-…-zukunft-praegen-32736730
    • Anbei ein Link zu einem Artikel in der Berliner Zeitung über moderne Architketur und Neubauten in Berlin. Zutreffend heißt es da: "die Hoffnung stirbt zuletzt..Aber die hiesigen Stadtgewaltigen... sind ja nicht einmal in der Lage, welterbeverdächtige Bauten wie die Neue Nationalgalerie auf dem Kulturforum oder die St. Hedwigskathedrale vor der Vandalisierung durch Neubau- oder Umbauprojekte zu schützen..."

      Veranstaltungshinweis: Ausstellung "da! Architektur in und aus Berlin": Stilwerk Berlin, Kantstraße 17, 10623 Berlin, 8 bis 20 Uhr, bis 6. April 2018, Einritt frei.


      berliner-zeitung.de/berlin/arc…r-reiz-der-kiste-29929468
    • Nach langem Überlegen stelle ich hiermit eine Auswahl meiner gebauten Fassaden zur Ansicht frei.
      Beidem Objekt handelt es sich um einen 1997 errichteten Neubau, der ein altes Ausgedinge (Ausnahmhaus) im Weinviertler Ortsverband ersetzte. Das ursprüngliche Gebäude besaß einen Eingang und zwei Fenster. Der Neubau beinhaltet eine Hofeinfahrt, da das nebenangelegene Bauernhaus in den 1980er Jahren ohne Einfahrt neu errichtet wurde. (Die Einfahrt in den Hof und den Wirtschaftsgebäuden erfolgte über das Hintaus).
      Durch den Keller sind die Straßenseitigen Fenster höherliegend als beim historistischen Ursprungsbau. Die primäre Fassade bestand aus Eckbossen, einer Nutung und Fensterfaschen mit Schlusssteinen.
      Dem Bauherren machte ich zur Bedingniss, dass ich für nur ihn eine Fassade entwerfe und die Zierteile anfertige, wenn die Fenster ausgetauscht werden würden. Sie wurden durch Kastenfenster und faltbaren Innenläden ersetzt. Die Außenflügel wurden mit Lamberts-Glas ausgestattet ein Detail das für solche Fassaden ungemein wichtig ist, aber auf das selbst in Dresden am Neumarkt an den Bürgerhäusern vergessen wurde
      Im linken Parabetfeld befindet sich die Körndelernte, im Weiterschreiten des Jahreskreises in der Nische die erhaltengebliebene aber noch nicht versetzte Heiligenfigur (Dreifaltigkeit) aus dem christlichen Mytos und er schließt mit der Weinernte im Uhrzeigerseinn. Lisenenkapitelle, Schlusssteine und Festons sind vetitabil angelegt um die Biolandwirtschaft zu versinnbildlichen.

      Vorzustand um 1970/80

      Neubau von 1997, Zustand 2015

      Zustand 15.6.2018 noch ohne der erhalten gebliebenen Nischenfigur
    • Im Feuilleton der WELT (Ausgabe vom 15.08.2018) bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem der Autor am Ende mit Blick auf die Qualität gründerzeitlicher Viertel fragt: "Warum können wir nicht einfach wieder genau solche Stadtteile bauen?"

      Der Architekt Hans Kollhoff antwortet: "Ich sage Ihnen: Nach den heutigen Vorschriften, heutigen Flächennutzungsplänen, Abstandsregeln und Brandschutzverordnungen wäre der erneute Bau solcher Quartiere schwierig bis unmöglich. Es ist ein Witz: Ganz offensichtlich lieben die Menschen solche Quartiere, aber sie werden nicht mehr gebaut."

      Aus gegebenem Anlass suche ich Ansprechpartner zum obigen Sachverhalt. Natürlich liegt es auch am Unwillen der Architekten und Städteplaner, dass gründerzeitliche Strukturen (die geschlossene, parzellierte Blockrandbebauung) nicht wieder neu entstehen. Aber welche weiteren Hürden gibt es im Baurecht oder auch woanders, die einer neuen "Gründerzeit" im Städtebau entgegenstehen? Wer würde sich, außer Herr Kollhoff, ebenfalls für eine Diskussionsveranstaltung o.ä. anbieten? Ich bitte um Vorschläge, gerne auch als PN.

      Möglicherweise eignet sich auch ein Vertreter des Projekts Werkbundstadt in Berlin, das städtebaulich m.E. in die richtige Richtung weist, aber wohl durch ebenjenes Baurecht ein wenig ausgebremst wird. Vielen Dank im Voraus!
    • Auf die geplante Werkbundsiedlung in Berlin bin ich letztens auch gestoßen und habe mich gewundert, dass hier im Forum noch nicht erwähnt wurde. Ein höchst spannendes Projekt, auf dessen Realisierung ich noch hoffe.
      Die Frage, ob es am Baurecht oder am Unwillen der Stadtplaner liegt, dass heute keine Blockrandsiedlungen mehr gebaut werden, finde ich auch sehr interessant - mir ist auch kein einziges Beispiel bekannt.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Booni schrieb:

      [...] Die Frage, ob es am Baurecht oder am Unwillen der Stadtplaner liegt, dass heute keine Blockrandsiedlungen mehr gebaut werden, finde ich auch sehr interessant - mir ist auch kein einziges Beispiel bekannt.
      Tendenziell würde ich auf Stadtplaner oder Architekt, in einigen Fällen auch den Bauherren tippen, aber abschließend möchte ich diese Frage nicht beantworten. Da ich von Berufs wegen einen gewissen Überblick über das Baugeschehen in Berlin und Brandenburg habe, weiß ich, dass so einiges im Blockrand gebaut wird. Wenn auch meist als Lückenschluss.
      Konkrete Beispiele müsste ich jetzt erstmal suchen, aber spontan fällt mir etwas hier in meiner Nähe ein, wo ich auch dranbeteiligt war (siehe hier). Das dahinter dann alles mit irgendwelchen EFH-Würfeln zugekleistert wird ist eine (andere) Sache (der Stadtplanung).
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Ja, Lückenschlüsse im Blockrand gibt es selbstverständlich. Es geht mir aber vielmehr um die Planung neuer Quartiere oder gar Stadtteile. Wer wäre eurer Meinung nach für eine politische Diskussionsveranstaltung geeignet, in der man über die Mängel der gegenwärtigen Stadtplanung und über etwaige Hindernisse im Baurecht für neues "gründerzeitliches" Bauen sprechen könnte? Und könnte man vielleicht nicht auch eine Verbindung zum sozialen Wohnungsbau der 1920er/1930er Jahre herstellen, als man ebenfalls noch verstand, durchaus ansprechende und zeitlose Quartiere ohne hohen Kostenaufwand herzustellen?

      Welche Personen oder Institutionen wären geeignete Ansprechpartner? Hintergrund ist die Tatsache, dass derzeit eine verstärkte Bautätigkeit und zugleich ein großes Unbehagen großer Bevölkerungsteile an der heutigen Baukultur festzustellen ist. Ich möchte noch nicht mehr verraten, aber es bestünde die Möglichkeit, eine öffentliche Veranstaltung durchzuführen, in der man darüber spricht, was auf baurechtlichem und stadtplanerischem Gebiet zu tun wäre, um die Schaffung von ansprechendem und günstigem Wohnraum zu ermöglichen bzw. zu forcieren (es geht also nicht um das Thema Rekonstruktionen, aber durchaus um die Rückbesinnung auf die zeitlosen Grundsätze traditionellen Städtebaus).
    • Hoffnung: Es gibt für Nachwuchsarchitekten immer mehr wertvolle Ressourcen, die ihnen das schöne Bauen wieder beibringen.

      Neuestes Beispiel von August 2018 von der amerikanischen Organisation ICAA, ein gratis einstündiger Videokurs zur klassisch griechischen Architektur:

      The Foundations of Classical Architecture Part Two: Greek Classicism