Museumsinsel Berlin - Neues Museum

  • In einem von Palantir im Zusammenhang mit der Ueberarbeitung der Staatsoper angegebenen Link http://www.morgenpost.de/berli…er_Sieger_steht_fest.html ist in der Mitte rechts neben dem Artikel eine Umfrage ueber die "Sanierung" des Neuen Museums. Auch gibt's 51 Bilder mit teils herzzerreissendem Text.


    Die Berliner Morgenpost ist dabei, den Begriff Rekonstruktion in Verruf zu bringen. :boese:



    P.S. ABSTIMMEN!

  • ^ Wie wärs, wenn du dir das Ganze erstmal selber anschaust, bevor du es als Desaster bezeichnest?

  • Also die Fassade ist für mich schonmal einwandfrei ein Desaster. Und das Innenraumkonzept sagt mir auch nicht zu. Was ich bisher auf Foto & Video gebannt sah, gefällt mir nicht. Denke, dass sich an diesem Eindruck in der Realität nicht viel ändern wird. Berlin ist von meinem derzeitigen Aufenthaltsort (Balearen im Mittelmeer) eher schlecht zu erreichen, aber danke für den Ratschlag.


    Warst du denn schon dort? ;)



    Wie auch immer: Ich hoffe, hier nimmt noch einer der Berliner aus dem Forum die einmalige Gelegenheit wahr, das Neue Museum kostenfrei & mit unverstellten Blickachsen in Augenschein zu nehmen & fotografisch zu dokumentieren. Wäre wirklich schade, wenn nicht.


    Palantir? Ben? Unify? Mag nicht einer von euch mal vorbeischauen bzw. hat es schon?

  • Quote from "Dase"

    ^ Wie wärs, wenn du dir das Ganze erstmal selber anschaust, bevor du es als Desaster bezeichnest?



    Dase


    es ist auch nicht richtig geschrieben: Erbsenzaehler meint warscheinlich dass Architekt Chippelfield auf sich ein Disaster ist!! Mein G..t wie er dieses Schoene Gebaude von Ruine zur Ruine gemacht hat!!man hat eine Ruine in eine Ruine restauriert.. diese Pschychlogy versteh ich leider nicht.. wird mal Zeit dass wir was mehr von Siegmund Freud und Co lesen, damit wir's besser verstehen.. 8)ich meine etwas mehr Gefuehl waere doch besser gewesen , statt diese eiskalte""renovierung/restaurierung""(ich versuche staendig diesen Architekten zu verstehen, aber es gelingt mir eben nicht)

  • Quote from "erbsenzaehler"

    Also die Fassade ist für mich schonmal einwandfrei ein Desaster. Und das Innenraumkonzept sagt mir auch nicht zu. Was ich bisher auf Foto & Video gebannt sah, gefällt mir nicht. Denke, dass sich an diesem Eindruck in der Realität nicht viel ändern wird. Berlin ist von meinem derzeitigen Aufenthaltsort (Balearen im Mittelmeer) eher schlecht zu erreichen, aber danke für den Ratschlag.


    Warst du denn schon dort? ;)


    Ja. Allerdings war das Wetter in Berlin gestern abartig und damit nicht fotogeeignet. Ansonsten bleibe ich dabei: schau es dir erstmal in persona an, bevor du ein vorschnelles Urteil fällst. Beschweren kannst du dich dann immer noch :) Gleiches empfehle ich auch van Dyk. Das gemeine Volk sah jedenfalls nicht sehr entsetzt und verständnislos aus, wie das hier immer in den Doom-Szenarios skizziert wird. Auch wenn nicht alles gefällt - ein Desaster sieht wahrlich anders aus.


    Quote from "erbsenzaehler"

    Wie auch immer: Ich hoffe, hier nimmt noch einer der Berliner aus dem Forum die einmalige Gelegenheit wahr, das Neue Museum kostenfrei & mit unverstellten Blickachsen in Augenschein zu nehmen & fotografisch zu dokumentieren. Wäre wirklich schade, wenn nicht.


    Palantir? Ben? Unify? Mag nicht einer von euch mal vorbeischauen bzw. hat es schon?


    Palantir hat die Bilder bereits in DAF gestellt, einfach kurz da nachschauen.

  • Hab es schon gesehen (Paderwan=Palantir?). Naja, vllt. macht ja jemand anders noch Bilder.


    Aber auch der Anblick dieser neuen Fotos macht mir keine Hoffnung, dass ich meine Meinung bei einem Besuch ändern werde. Das Ruinenmotiv ist an sich ja etwas durchaus interessantes & passt nach Berlin, die Umsetzung scheint mir aber (vorallem wegen der Durchsetzung mit mäßigen, wild durchmischten modernen Elementen) nicht wirklich gelungen - und schon gar nicht für diese Summe. Einen Teil zu meiner Antipathie trägt wohl auch der Architekt bei.
    Ich kriege Ausschlag, wenn ich diesen penetranten, überheblichen Spinner Chipperfield sehe.


    Bzgl. der nicht verschreckten Besucher: Nun, wer mit dem Konzept gar nichts anfangen kann, wird wohl auch eher nicht dort gewesen sein und sich das angetan haben. Von daher.

  • So, ich war da...Wie gesagt, mMn ist das neue für sich gesehen durchaus gelungen. Diese großen dunklen Holztüren z.B. würde ich mir vielleicht auch im Büro einbauen lassen - wenn ich eins hätte ;). Und dieses helle Material ist auch nicht schlecht. Nur ist das alles kein Ersatz für das alte. Das schlimmste ist das Treppenhaus und - verlichen zum alten - der Ägypt. Hof. Gegen die konservierten Wandgemälde etc. habe ich nur bedingt etwas einzuwenden. Was erhalten ist, ist es dank der Konservierung und teilw. Restaurierung auch sehr gut. Naja, und "ein paar" Fehlstellen empfinde ich nicht als SO katastrophal. Mit am schönsten fand ich ehrlich gesagt, die Mosaikböden. Ich werde die Bilder morgen hochladen, heute habe ich keine Lust mehr ;)...

  • @Erbsenzähler:
    Das ca. 3-bis 4-stündige Schlangestehen zum Besichtigen und Knipsen tue ich mir nicht an. Ich war am Freitag gg. kurz vor 10 bereits dort, aber auch an einem Werktag war bereits eine endlose Schlange mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren am Start. Benni hatte ja angekündigt, die Tage der offenen Tür wahrzunehmen. Bilder der Aussenfassaden hatte ich ja bereits Ende des letzten Jahres eingestellt; leider hat sich an dem seinerzeitigen Zustand ja nichts geändert. :augenrollengruen:


    Gute Eindrücke vom unguten Inneren:
    http://www.stern.de/unterhaltu…s-Heim%2F656964.html&cp=1
    http://www.morgenpost.de/berli…_das_Neue_Museum_aus.html


    Dase:
    Ich erlaube mir auch ein eindeutiges (deinetwegen auch voreiliges) Urteil: Das ist alles großer Mist!
    Im DAF schreibsel ich im übrigen nicht herum, aber falls Du dort Bilder hereinstellen solltest, wäre es durchaus genehm, wenn Du die hier ggf. verlinkst. Seit ich hier schreibe, kommen jedenfalls 95% der aktuellen oder auch historischen Ansichten aus Berlin von mir. Schade!



    EDIT: Prima, Benni! Hoffentlich konntest du zwischen den Menschenmassen durchfotografieren.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • mit dem konzept hätte chipperfield die friedrichstadtpassagen wiederaufbauen können, dass wäre passender gewesen, oranienburger strasse flair.


    auf der museumsinsel aber ist dies nur die seicht-präpotente manier eines nichtberliners & ausländischen architektur-nerds, der seine second hand two pennies local firstimpressions unserer schon quasi traditionell verblödeten moderne-kunst-architektur-sozioshowbizz-szene halbbegabter möchtegerne als geniale gestaltungs-inspiration andient, in der empfundenen ausstrahlung ziemlich genau entsprechend diesem unsympathisch schwulblöden gesichtsausdruck der chipperfieldschen geniestatur auf den heldenfotos zur eröffnung dieser urbanistischen dummheit für eine globalisierte welt der grobgestrickten fussballgröler und plastiktittenglotzer, die in berlin wie weltweit muhend in der schlange stehen, um eine dilettantisch disproportionierte reichstagskuppel, trussaud's lebensechten david beckham oder auch nur den grössten mashmallow der welt zu besichtigen... "ja wie waret denn, onkel Häbährt? ja schöön waret, klasse hotell, lecka vollpangsion, un vill jeseehn hamma..."


    ein römischer saal, für millionen steuereuros nett ruiniert belassen, also heute quasi wie seit sechzig jahren, nur halt regenfest und mit echtem herculaneum gefühl. einfach toll! vielleicht legen wir noch ein paar verkokste reste von bombenkriegsopfern in irgendeine ecke im aussenbereich unter rostendes wellblechdach "ganz wie in italia, hamma unsa deutsches pompei..."


    und die zeitgeistigen tanzfuzzi-gestikulierer dürfen zur eröffnung natürlich auch nicht fehlen, schwarzer pulli vor weisser wand, modernistische ausdruckshaltung in der fresse, noch mal flink auf dem boden rumgewälzt, photo, top... und die presse schreibt dazu: bla!


    ist aber auch aussergewöhnlich, das cheappie-konzept, in der stadt der ruinen, der überall nur halbaufgebauten restbebauung, gerade in mitte, imitten der totalen urbanistischen zerstörung und apokalyptischer wiederaufbauleistung allerortens, hier noch eine weitere ruinenkonserve zu erschaffen. wieviele davon gibt es im näheren umkreis schon seit jahrzehnten? im reichstag, im berliner stadthaus 10 min zu Fuss entfernt, oder aber landesbekannt zB. in der alten pinakothek in münchen usw. usw... da wurde doch haargenau das gleich konzept bereits vor mehreren jahrzehnten umgesetzt, tolle einschusslöcher erhalten, wiedererrichtete ziegelwände ohne putz, innenausstattung nur mit sichtziegel oder weisser wand etc. pp.

    ach was solls, in einem land, in dem ganze stadtarchive zusammenbrechen, in schlamm und regen versudeln, und die leute einen urbanistischen erlebbaren geschichtshorizont von nicht mal 40 Jahren haben, im geschäft nur noch halb-englisch reden... ach was solls noch... regt mich trotzdem auf.


    planet der affen.

  • @ marc!: Genial!
    D a s wäre mal einen Leserbrief an den Tagesspiegel wert (würden ihn halt nur nicht abdrucken!
    Aber veröffentlicht sollte das trotzdem mal werden.

  • Massen Bilder gibts bei Flickr


    http://www.flickr.com/photos/b…o/sets/72157614815118141/


    Hauptkritikpunkt ist bei mir das äußere Erscheinungsbild und der Treppensaal


    http://upload.wikimedia.org/wi…seum_06b_Treppenhalle.jpg


    Hier mein Entwurf (mehr schlecht als recht auf die schnelle)



    Und hier die Traurige Realität



    Leute ich weiß nicht ob diese Seite schon mal verlinkt wurde, aber wer Eindrucke sucht, kann sie vll. hier zum Teil finden. Ein befreundeter Bayer hat mich darauf gebracht!


    http://www.kubische-panoramen.de/index.php?id_id=1806&p=q


    Panoramen allerdings schon von September 2007, viel mehr dürfte Cipperfield aber nicht wiederhergestellt haben, deshalb ein ganz guter Eindruck! (Übrigens sehr schöne Panoramen von ganz Deutschland)


    Ich kann mich trotz der jetzt von einigen aufgezeigten Bewunderung über dieses heiß diskutiere Museum nicht damit anfreunden, Innen teils schöner als man erwarten konnte, aber von außen eine Katastrophe.


    Kann man denn die linke Seite Richtung Westen nicht auch noch verputzen, so wie sie gegen Osten aussieht?


    Damit wäre schon viel erreicht. :(

    Auf dass das baukulturelle Gedächtnis der Städte in unser
    aller Interesse und für die Zukunft erhalten bleibt !

  • @Flyer: dein schneller Entwurf ist selbstverständlich wesentlich ansprechender als Chippies Werk. Aber das wollte Chippie ja gerade nicht, dass man seine Ergänzungen für original halten könnte. Deshalb hat er sie auch so schön mies ausgestaltet, dass in der Tat keinerlei Verwechslung möglich ist. Toll gelungen, muss man schon zugegeben. Und nicht übersehen darf man, dass der Charme und die Qualität, die das Gebäude auch als sanierte Ruine durchaus noch hat, einzig und alleine durch die erhaltene Originalsubstanz und nicht durch Chippies Beitrag gegeben ist.

  • Sorry, aber dieser Ruinenfetisch ist einfach zum Brechen. Ich weiß nicht was schlimmer ist, das äußere Erscheinungsbild, das an eine 70er Jahre Grundschule erinnert, oder das Innere, wo man glaubt, am Tatort eines Terroranschlags live dabei zu sein.


    Denkmalpfleger jubeln, weil hier ausnahmsweise mal das wahr wird, was sie in ihren Gleichschaltungsseminaren an der Uni in die Birne gebimst bekommen haben, und Architekten jubeln entweder aus Unterwürfigkeit gegenüber Chippie, wenn sie etwas mehr Hirn haben, aus Solidarität mit ihm. Dass diese Ruine aus Steuergeldern finanziert wurde, treibt mir die Zornesröte ins Gesicht. Die einzig sinnvolle Verwendung für dieses entstellte Etwas sehe ich als Mahnmal für spätere Generationen, auf was für Abwege man hierzulande mittlerweile geraten ist.


    P.S.: Und ein Grund mehr, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz keinen einzigen Pfennig zu spenden, die mich ohnehin schon ständig mit Werbung bombardieren. Wer dort Mitglied ist, sollte seine Mitgliedschaft ernsthaft überdenken.

  • Es ist natürlich sehr betrüblich, was hier mit 230 mio. gemacht wurde. Insbesondere in Zeiten der Wirtschaftskrise hätte man das Geld bei dem Resultat besser nutzen können, aber nun ist es eben wie es ist, in 20 Jahren gibt es dann eine neue Chance, um das Ergebnbis von heute zu korrigieren.


    Allgemein muss doch sowieso mal angemerkt werden, dass das Erscheinungsbild der deutschen Städte wie auch der anderen großen europäischen Metropolen nicht in 50 Jahren entstanden ist, sondern es unterlag einem jahrhundertelangem Selektionsprozess, an dessen Ende immer nur die wertvollsten und besten Bauten der jeweiligen Epoche übrig blieben.


    Diesen Selektionsprozess hat der 2. WK unterbrochen und sozusagen auf null zurückgesetzt. Alle großen deutschen Metropolen mussten in ihren Zentren ganz neu anfangen.
    Aber man kann beruhigt sein, denn das jetzige Erscheinungsbild ist nicht für die Ewigkeit. Schon heute müssen viele Bauten der sogenannten Moderne dem heutigen Zeitgeschmack weichen. In 100 Jahren wird nur ein Bruchteil übrig sein, der Rest wird durch neue Bauten erstetzt werden. Und die Geschichte hat es doch gezeigt. In 400 Jahren wird z.B. im Zentrum Berlins wohl nur der Potsdamer Platz, die neue Nationalgalerie und vielleicht der Hauptbahnhof übrig sein. Der Rest wird dann wohl den Vertretern anderer Epochen weichen müssen. Auch die Architektur ist der Evolutionstheorie unterworfen.
    Die große Stärke der Moderne war in meinen Augen immer der Solitärbau, daher werden es gerade die Solitäre sein, die überleben werden. Die einfache "Massenware" wird immer weiter verschwinden und irgendwann auf einige Ecken marginalisiert werden.
    Ich vertraue da auf die Geschichte, auf Dauer wird sich Qualität immer durchsetzen. Schade ist nur, dass wir dies wohl nicht mehr erleben werden.

    APH - am Puls der Zeit

  • Wissen.de. Für 220 millionen wurde die Frauenkirche wieder aufgebaut unter Verwendung von alle erhalten Teilen (was die Wiederaufbau teurer machte) und für 69 millionen wird die Garnisonkirche kommen.


    Chippie hat 230 millionen verschwendet aber das Neue Museum hat nicht die Glanz der Frauenkirche, auch noch von innen und aussen ganz Perfekt. Das Treppenhaus ist eine Beton-Sünde, die Aussenseite eine Tristesse.
    50% der Berliner und die ganze Deutsche Avantgarde wollen Chippie und was sie dafür zurück bekommen ist Mist.

  • @uaoj36
    Volle Zustimmung. 220 Millionen sind einfach eine irrsinnige Summe. Und das Treppenhaus wirkt irgendwie trist.


    @Wissen.de
    Ja, das ist eine Hoffnung, daß vieles von dem, das uns heute auf die Magengeschwüre drückt, in 100 Jahren verpulverisiert sein mag. Umso mehr lautet das Gebot der Stunde, neue Architektur aus dem Geist der alten Tradition zu schaffen, die in die Lücken hineindrängen wird.

  • Quote from "Heimdall"

    Volle Zustimmung. 220 Millionen sind einfach eine irrsinnige Summe. Und das Treppenhaus wirkt irgendwie trist.


    Man muß sich dabei vor Augen halten, daß der wiederaufbau der prächtigen, viel größeren Frauenkirche in Dresden, die fast zu 100 % zerstört war, lediglich 179,7 Mio € gekostet hat.
    Es ist ein Skandal: 40 Mio Euro mehr für einen Wolpertinger!

    Der Wind gedreht
    Albtraum verweht
    Zum Schluss jetzt das Glück
    Das Schloss kommt zurück!