Museumsinsel Berlin - Neues Museum

  • Ich heule wenn "die Elite" ein sogenannte "Star" Architect milionen zahlen für nur Beton. Chipperfield hat kein Schuld daran. Es hätte viel mehr Rekonstruktion UND raffinierte moderne Innenausstattung geben sollen. Die Misschung mit Kontrasten macht es so Interessant...kein halbherzige Sanierung mit Beton. Es Kann aber alles noch kommen wenn nur die Wille da ist. Offenbar ist Geld nicht das Problem.

  • 3 historische Aufnahmen aus dem Neuen Museum, was für ein Unterschied zu heute


    Ja, das ist in der Tat ein Unterschied - bei den gezeigten Ausstellungsstücken handelte es sich um Gipsabgüsse antiker Plastiken und Architekturelemente. Heute sind diese nicht mehr auf der Museumsinsel ausgestellt, weil man lieber Originale zeigen möchte - was ich nachvollziehbar finde. Der Fußboden und die schönen Marmorsäulen auf den Bildern sind ganz überwiegend noch erhalten, ebenso weitgehend die Fußböden. Die Gesimse und Decken sind jedoch in den meisten Räumen zerstört worden.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Leider kenne ich nicht das Figurenprogramm, um zu den einzelnen Figuren etwas sagen zu können, vielleicht gibt es unter uns einige Kusthistoriker, die darüber Auskunft geben könnten. In ihrem teilzerstörten Zustand erinnern sie noch mehr an die Originale der Antike

    Neues Museum

    Ich habe immerhin mal endlich eine Aufnahme gefunden, die die Mehrzahl der noch intakten Figuren zeigt. Vielleicht erkennt jemand die Gestalten.


    Ausschnittsvergrößerung

    Bildquelle: http://www.bildindex.de

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ein Besuch im Neuen Museum


    Die Sonderausteilung zur Megalithischen Kultur auf Sardinien




    Ruinen im Ruinenhaus



    Der Chipperfieldsche Innenhof. Das Museum ist bis in alle ritzen gut gefüllt.



  • Das berüchtigte große Treppenhaus






    Noch eine Sonderausstellung zu Schätzen aus der europäischen Frühzeit, hier aus der Krim.




    Bei der Nofretete und dem Berliner Goldhut war photographieren verboten, aber die Motive sind ja bekannt.

  • ^ Möglichenfalls.

    Aber vermutlich erst, nachdem die "Stadtbild Deutschland-Partei" in Berlin die Regierungsmacht übernommen hat.

  • Vor wenigen Tagen in ARD-Alpha gesendet:

    Eindrucksvolle Doku über das Neue Museum aus der Reihe "Museums-Check". Gleich zu Beginn wird das große Treppenhaus und dessen umstrittene Neugestaltung gezeigt. >> Link

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)

  • zum Post von Eiserner Pirat von vor 2 Stunden:

    Vor 2 Jahren gab es eine 3-D-Simulation des Treppenhauses mit VR-Brillen, daraus stammt die farbige Darstellung des Inneren.

    Unter der Hand hieß es vom Beaufsichtigungspersonal, dass man eine Tafel mit einer Abbildung der ursprünglichen Ausstattung des Treppenhauses nicht im Chipperfield-Raum ausstellen möchte, damit nicht der Wunsch nach Rekonstruktion aufkommt. Vielleicht kann man von der Museumsverwaltung zumindest die Aufstellung einer Abbildungstafel vom Vorkriegszustand erreichen.

  • Das gute am Treppenhaus (Rohbauzustand) ist,das es Zukünftig immer möglich sein wird es historisch widerherzustellen oder in hist. Anlehnung.Der jetzige Zustand ist sicher kein Dauer oder Endzustand.

  • Für sich genommen ist die heutige Treppenhalle gar nicht so schlecht und hat durchaus ihren ästhetischen Reiz, Ziegelwände können durchaus durch ihre Rustikalität und warme Farben ansprechend sein. Im konkreten Fall besteht aber natürlich dieser große Phantomschmerz, weil die Schönheit und Pracht des Vorgängers bekannt ist. Im Vergleich dazu kann die Ziegelwand natürlich nicht mehr "mithalten".


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    (C) unify, Beitrag 365

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)

  • Wenn man auf teilsanierte Geisterbahnhöfe steht, kann man dem Großen Treppenhaus sicherlich etwas abgewinnen.


    Aber darum geht es wohl nicht. Vielmehr scheinen die drei Leitsätze moderner Kunst auch für moderne Architektur zu gelten:

    1. Je weniger Menschen seine Architektur verstehen, umso erhabener fühlt sich der Architekt gegenüber dem gewöhnlichen Volk.
    2. Je mehr Menschen über die Architektur den Kopf schütteln, umso besser wurde das Hauptziel der Provokation erreicht.
    3. Schönheit ist nachrangig.

    _______________________________________
    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Ich würde sagen dieses provisorisch wiederhergestellte Treppenhaus wie auch insgesamt das Neue Museum, könnte vielleicht auch mit ein Grund von Kostenersparnis haben.Die bauliche Möglichkeit das ganze Haus nach und nach Anständig wiederherzustellen, ist ja gegeben.

  • Ich glaube nicht, dass die trotz Bombenschäden immer noch vorhandenen Stüler'schen Karyatiden wegen Kostenersparnis abgebrochen wurden.

  • Ich glaube nicht, dass die trotz Bombenschäden immer noch vorhandenen Stüler'schen Karyatiden wegen Kostenersparnis abgebrochen wurden.

    Das ist ein wichtiger Punkt. Sicherlich nicht, denn soweit ich weiß wurden damals enorme Summen investiert.

    Ein Wiederherstellung wäre sicherlich möglich gewesen - wenn man es gewollt hätte.


    Im Ganzen finde ich die Chipperfieldsche "Teil-Rekonstruktion" gar nicht so schlecht - ehrlich gesagt. Es stimmt schon: Diese uralten Objekte ergeben im Zusammenspiel mit den versehrten Überbleibseln der ursprünglichen Gestaltung (zum Teil) eine eigenartig stimmige Atmosphäre - ganz so als ob das Museum selbst ein archäologisches Ausgrabungsobjekt ist.


    Einerseits. Andererseits ist mir da vieles zu dogmatisch ... Bei mir ist es sicher schon einige Jahre her, dass ich drin war und ich weiß noch, dass ich ständig hin- und hergerissen war, zwischen: "Wow ... Das Ambiente ist einzigartig" und "Mannomann ... Müssen die wirklich jeden Wasserschaden zum bewahrenswerten Heiligtum erklären?" ....


    Ganz übel finde ich tatsächlich den oberen Abschluss des Treppenhauses. Ich kann's zur Not verstehen/nachvollziehen, dass die großformatigen Fresken an den Seitenwänden nicht rekonstruiert wurden. Aber für die Stülersche Konzeption und den räumlichen Gesamteindruck war doch diese abschließende Korenhalle mit den Karyatiden ganz oben enorm wichtig ... Warum um Himmels Willen wurde darauf verzichtet, diese wieder herzustellen?


    Zumal das m. W. ja ohnehin nur Repliken der Originale in Athen waren, die man ohne Probleme relativ einfach nochmals replizieren hätte können ... Aber wenn das stimmt, was 05hamburg schreibt und die Figuren sogar erhalten waren - dann ist das ja noch schwerer nachzuvollziehen!


    Weiß jemand, ob die Figuren irgendwo im Museum aufgestellt sind? Mir sind sie bei meinem Besuch damals nicht aufgefallen ....


    Jedenfalls: An der Stelle fände ich es gut, wenn da mittelfristig nochmals nachgebessert werden könnte ... Im Gesamteindruck würde ich dem Haus dann anstatt einem 50:50 eher ein 70:30 geben .... (dem Haus! Die Ausstellungsobjekte sind natürlich unbestritten absolute Weltklasse ...)

  • Das ist ein wichtiger Punkt. Sicherlich nicht, denn soweit ich weiß wurden damals enorme Summen investiert.

    Ein Wiederherstellung wäre sicherlich möglich gewesen - wenn man es gewollt hätte.

    Natürlich hat der "Star-Architekt" enorme Summen gekostet. Das Gebäude auf dem sumpfigen Untergrund wieder standfest machen -das kann heutzutage jeder Ingenieur -aber es musste natürlich ein Star sein, der sich selbst am meisten an dieser Stelle verwirklichen will...


    Noch schlimmer als das Treppenhaus ist der ägyptische Hof "erschlagen" worden.

    Wer würde in die Berliner Philharmonie eine Barock-Orgel einbauen? Egal was man bei der brutalen Umgestaltung für Gründe angibt, alle heutigen Museumskonzepte sind doch leider schon sachlich und modern.

    Das Konzept des Neues Museums war ein anderes und neues und ein sensationelles. Die ägyptischen Exponate haben damals eben in bemalten Tempeln des 20 m hohen ägyptischen Hofes gestanden. Was für eine Wirkung für meine Oma, die damals noch nicht verreisen konnte. Egal ob es einem modernen Architekten gefällt. Das Konzept sollte aus Respekt vor der ursprünglichen Idee, vor dem ursprünglichen Architekten nicht durch Chipperfield im Nachhinein verändern werden. Die Behauptung Dekorationen lenken zu sehr ab, trifft bei mir beispielsweise auf die Betonplatte zu, die jetzt in dem Hof wie in einem Parkhaus "hängt". Die Milchglaswände erinnern mich an die Umkleiden meines Fitness-Studios -nicht an das Erlebnis ägyptischer Exponate.


    Ein moderner Architekt würde an dieser Stelle reflexartig erklären: Aber der ägyptische Hof war zerstört (im Krieg nur teilweise -wie Fotos bezeugen). Ich sage na und?! Auch der Pergamon-Altar hat wohl nur drei Originalsäulen, auch die Treppen sind ein Nachbau. Ähnlich sieht es beim Ischtar-Tor mit ein paar blauen Original-Fliesen aus. Dann müsste man auch hier alles zeitgemäß mit Milchglas umbauen.

    Aber die Idee dieser Museumsinsel war doch eine andere: Durch Ergänzungen und Nachbauten wurden die Besucher in die Szenerie der Exponate versetzt.


    Was für eine wunderbare Idee das war. Es war ein viel anspruchsvolleres und erfolgreiches Konzept schon bevor es Disneyland gab Hiermit sollte man sich mal auseinandersetzen und die Literatur befragen.

    Weiß jemand etwas dazu, ob es nicht sogar Vorbildfunktion hatte oder wo es so etwas noch in anderen Ländern gibt?! Ich habe es noch nicht woanders gesehen.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…seum_Aegyptischer_Hof.jpg

  • Auch der Pergamon-Altar hat wohl nur drei Originalsäulen, auch die Treppen sind ein Nachbau. Ähnlich sieht es beim Ischtar-Tor mit ein paar blauen Original-Fliesen aus. Dann müsste man auch hier alles zeitgemäß mit Milchglas umbauen.

    Ich fürchte heute gäbe es eine ganz andere Herangehensweise:

    Lizenz Creative commons


    Das Objekt würde nicht mehr ergänzt, sondern durch die eine oder andere Weise abstrahiert dargestellt. Im obigen Bild wurde das erreicht, indem man eine Perspektive für den Beobachter festlegt durch den Blick durch eine Glasscheibe und diese dann entsprechend bedruckt.