Museumsinsel Berlin - Neues Museum

  • Quote from "Wissen.de"

    allein mir fehlt der Glaube.


    Zurecht! Man hätte schließlich schon seit 40 Jahren lernen können.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Ich bin auch ein wenig überrascht, dass es auf dieses Thema so wenig Resonanz gibt. Hier werden hunderte Millionen Euro verbaut, während beim Schloss um jeden Cent gekämpft werden muss und was kommt am Ende dabei heraus, ein Bau den man leicht in die Liste der dringend sanierungsbedürftigen Altbauten aufnehmen müsste.
    Eine Riesenschande für unser Land und die Ironie an der ganzen Sache ist auch noch, dass die Bürger dieses Fiasko mit ihren Steuergeldern finanziert haben.
    Ein Hauptwerk der deutschen Architekturgeschichte wurde hier zugrunde gerichtet und die Öffentlichkeit steht teilnahmslos daneben und zuckt mit den Schultern.
    Dieses Land sollte sich schämen, wie es mit seinen wenigen noch verbliebenen kulturellen Schätzen umgeht!

    APH - am Puls der Zeit

  • Ich möchte die Berliner in diesem Forum darum bitten, macht keine Fotos vom Neuen Museum jetzt nachdem die Hüllen gefallen sind. Ich möchte nicht das es uns allen das Herz bricht :sehrtraurig:

    "... der Mensch mit den modernen Nerven, braucht das Ornament nicht, er verabscheut es." (Adolf Loos, Ornament und Verbrechen)


    Diese Aussage ist ein Verbrechen

  • Doch, man sollte Fotos machen und zum Vergleich Bilder von vor 1945 anbieten und diese Bilder dann in ganz Berlin verteilen um allen zu zeigen, was mit ihren Steuergeldern hier für ein Unsinn getrieben wird!

    APH - am Puls der Zeit

  • vielleicht kann man eines tages das neue museum "" wieder aufbauen"" :gg:
    also wenn man mit dem wiederaufbau des stadtschlosses auch aehnliches im sinne hat...schon ein albtraum... :(

  • So ärgerlich das Ganze auch ist, aber für Cargolifter-Hallen, einsam in der Gegend stehende Autobahnbrücken, als Brennstoff verfeuertes Subventions-Getreide oder Hafenbecken in der Pampa der neuen Bundesländer wurden wohl schon 100x soviele Steuergelder sinnlos aus dem Fenster geblasen.


    Und das Ganze wird, da bin ich mir sicher, im Endeffekt der Reko-Bewegung nur nutzen. Ich begreife es als ein letztes Aufbäumen einer Denkmalpflege, die endgültig die in die Realität führende Strickleiter ihres Elfenbeinturms durchtrennt hat.

  • DIE WELT druckt eine hervorragendes Essey zum Aufbruch in ein neues Zeitalter - nach der Moderne: Wiedergeburt der Pracht


    http://www.welt.de/welt_print/…dergeburt_der_Pracht.html


    "Wenn man sich gegenwärtig daranmacht, gerade dasjenige Bauwerk in Berlin, das in der unmittelbaren Nachfolge jener letzten Botschaft Schinkels steht, das Neue Museum seines Schülers Stüler, durch Wiederaufbau in Beton und geschmäcklerischem Trümmerdesign mutwillig zu entstellen und zu zerstören, übt man sich in einer lächerlich wirkenden Rebellion gegen das "Alte", die sich gern als Jugendrevolte verstehen möchte und doch nichts anderes als ein letztes, verspätetes Aufgebot von Nachzüglern ist.
    Wird die Frauenkirche vielleicht einmal als der größte Triumph einer neuen Denkmalauffassung gewürdigt werden, kann dieser Anschlag auf ein Hauptwerk des deutschen Historismus die Niederlage der alten endgültig besiegeln.
    Noch haben es die Politiker in der Hand, der deutschen Hauptstadt diese Blamage zu ersparen."

    Der Wind gedreht
    Albtraum verweht
    Zum Schluss jetzt das Glück
    Das Schloss kommt zurück!

  • Ganz hervorragend. Balsam für meine Seele. Mögen diese Wörter von vielen Menschen gelesen, verstanden und weitergegeben werden. Unsere Zeit, die Ablösung des Banalen, des spannenden Kontrasts und der variablen Kiste, naht!!! :applausueberkopf:

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Ja, hoffen wir alle das es so kommen möge. Es ist höchste Zeit das die glatten Wände und Kisten der Bauhäusler ihren Platz in der Architekturgeschichte einnehmen und nie wieder kommen.... :!:

    "... der Mensch mit den modernen Nerven, braucht das Ornament nicht, er verabscheut es." (Adolf Loos, Ornament und Verbrechen)


    Diese Aussage ist ein Verbrechen

  • Ansicht vom 25. Februar 1946

    Ne, 2008. Aber hey: So ist es ehrlich und echt und überhaupt lügt nichts vor...

  • Das Ende der eiskalten Bauhausstill is nähe!!!!


    Endlich dann Schluss mit der Kisten und Kasten Bauflut.


    Was in der Zwanziger damals anfing und eine Reaktion war gegen die Übermass der Gründerzeit und in den Dreiziger Jahren noch sehr willkommen war ist nach der Krieg in einer "eiskalten" und "desolaten" Flut über Deutschland gekommen. Stuckabschlag und Nicht-wiederaufbau der Gründerzeitler gehörte dazu, ebenfals auch die neuen "offenen Baublocks", leeren Räumen, öde und moderne Bauviertel.


    So wurden "eiskalten" Kuben und Kisten in die beschädigte Deutsche Städten niedergelassen.


    Chippies Vergewaltigung des schwer beschädigte Neues Museum (ein wahnsinniger schöner Klassiker!!!) ist dann endlich die Tropfen die das zum bersten gefüllten Fass zersprengt.


    Die Meisten sind darüber empört. Chippy soll seine Hände wenigstens von der Wiederaufbau des Schlosses abhalten.


    In Die Welt steht endlich was mich schon sehr lange vollkommen klar war: die Wiedergeburt der impossanten Frauenkirche und die Euforie über die neu errungen Schönheit bedeutet das Ende der tristen Architekten-generation von nach der II. Weltkrieg.


    Die Kistenbauer finden endlich ihren verdienten Untergang.
    Das Publikum wird wach!!


    Und dann endlich einen Wiedergeburt der Pracht, der jeden staunen würde (auch Herr Chipperfield).

  • Klasse! Wir sollten am besten auch noch den Stuhl von nistenden Vogelarten mit konsverieren. Sonst wäre es ja alles nur Disneyland. Wenn man es immer und immer wieder sauber machen oder restaurieren muss. Echt nicht auszuhalten so viel Dämlichkeit.

    "... der Mensch mit den modernen Nerven, braucht das Ornament nicht, er verabscheut es." (Adolf Loos, Ornament und Verbrechen)


    Diese Aussage ist ein Verbrechen

  • "Tolle" Ansicht Samuel: wie von euch schon häufig diskutiert, kann auch ich immer nur den Kopf schütteln, angesichts solcher Resultate nach einer Restaurierung, die mehr als 200 Mio Euro gekostet hat. Man sollte sich nur mal vorstellen, wie Deutschland heute aussehen würde, wären nach dem Krieg ausschließlich solche Substanzfetischisten wie Chippi an den Wiederaufbau herangelassen worden. Dann würden wir nur noch in so "ehrlichen" Städten wie Pforzheim leben. Grauenhafte Vorstellung.

  • Tja, das kommt halt dabei heraus, wenn man eine Ideologie (die "Denkmalschutzrichtlinien") auf die Realität losläßt.


    Wobei ich das ganze nicht so richtig verstehe - dann müßte man ja aus Gründen der "Ehrlichkeit" doch konsequenterweise auch das Dach undicht oder den Anstrich vergammeln lassen?


    Daher mein Vorschlag:


    Wenn der "Denkmalschutz" schon eine Ruine haben will, soll er das Gebäude doch einfach weiter verfallen lassen. Wenn aber schon viel Geld investiert wird, dann sollte doch bitte auch ein ansprechendes Ergebnis entstehen und nicht so eine künstliche Depri-Ruine.

  • Vor allem ist ja nicht ganz klar, woher all die konservierten Putz- und Mauerwerksabplatzungen eigentlich wirklich stammen. Sind sie echter Kriegsschaden (also historisches Ereignis) oder einfach nur Folge Jahrzehnte langer Verwitterung/Verwahrlosung während der DDR-Zeit? Wenn zweites auch konserviert würde, dann fragt man sich, weshalb dann nach 1990 überhaupt in den östlichen Bundesländern mit Sanierungen im großen Stil begonnen werden durfte, wurde doch dadurch letztlich ein riesiges Freiluftmuseum im denkmalschützerischen Sinne zerstört.

  • Quote from "Samuel"


    Ansicht vom 25. Februar 1946


    Ne, 2008. Aber hey: So ist es ehrlich und echt und überhaupt lügt nichts vor...


    @ alle, welche nach diesem Bildbeitrag von Samuel geschrieben haben (sofern sich die Äusserungen nur auf dieses Bild beziehen):


    Wer sagt denn, dass dieses Bild den Endzustand zeigt???


    Ich denke, dass hier noch irgend etwas davorgebaut wird. Ist es diese Kolonade, welche man auf den Photos vor der Renovation auf den Seiten 11 und 12 sehen kann? Jedenfalls sieht man Kernbohrungen, welche jetzt noch mit Metallkappen verschlossen sind, und da kommen bestimmt Verankerungen hinein, welche dereinst eine Decke tragen werden. Auch dieser Wandpfeilerstumpf spricht dafür, dass hier einst was vorhanden gewesen sein muss. Darüber sind die Fassaden bereits saniert, wenn auch mit dieser dämlichen "Ehrlichkeit", aber wenigstens sind die Fehlstellen verputzt und angeglichen worden. Es hätte keinen Sinn gemacht, dass Erdgeschoss auch schon fertig zu sanieren, wenn davor noch was hingebaut wird!


    Ich möchte diese Art des Restaurierens/Konservierens am Neuen Museum keinesfalls verteidigen, aber ich finde es unfair, wenn nur auf Grund eines einzelnen Bildes voreilig Schlüsse gezogen werden. Den Bildbeitrag von Samuel habe ich als ironisch gemeint aufgenommen, und durchaus für gelungen gehalten :zwinkern: .

  • Ich habe nicht ausschließlich auf das Foto Bezug genommen, sondern kenne zahllose Beispiele, bei denen Kriegsschäden absichtlich und gewissermaßen künstlich beibehalten werden, daher würde mich ein solches Vorgehen bei diesem Projekt überhaupt nicht überraschen.


    Ich kann mich auch schwach erinnern, mal in der Zeitung gelesen zu haben, daß im Gebäudeinneren selbst irgendwelche uralten Wasserschäden irgendwie weiterhin sichtbar gemacht werden sollen...


    Ich schätze mal, daß das Gebäude im Endzustand so ähnlich aussieht wie die Alte Pinakothek in München.

  • Wie richtig vermutet wurde, sind die Bohrungen für die Kollonadenreihe angelegt worden. An der bereits freigelegten Fassade hin zur Nationalgalerie ist man schon mit ihrem Aufbau beschäftigt und schon ziemlich weit fortgeschritten.

  • Hab in dieser Galerie bei Flickr.com aktuelle Fotos des Neuen Museums (Innenaufnahmen) entdeckt:
    http://www.flickr.com/photos/peterl/sets/72157604434791676/


    Sieht teilweise noch katastrophal aus...allerdings zeigt sich auch, das vieles doch nicht ganz so sehr ruinös gelassen wird, wie wir befürchtet hatten. Schaut mal, man hat hier sogar Stuck nachmodelliert und an Statuen ausgebessert:
    http://www.flickr.com/photos/p…in/set-72157604434791676/


    Es wäre allerdings eine Unverschämtheit (vor allem für das Geld), wenn man Stellen nicht anständig restauriert, wo lediglich etwas Farbe von der Wand blättert. Kriegswunden sind das bestimmt keine. :augenrollen: