Berlin-Mitte - Schinkelplatz und Umfeld

  • Nun, ich hoffe, dass die Bauakademie den Platz etwas herausreisst. Aber bis heute ist ja kein realer Baubeginn genannt worden. ;(

  • Weil hier (oder im DAF) die Frage nach dem Material der Trottoirs vor den neuen Häusern am Schinkelplatz /Niederlagstraße aufkam, hier noch ein paar ergänzende Fotos.

    Danke Spreetunnel, für Deine aktuellen Fotos vom Schinkelplatz. Die Trottoirs gefallen mir, die Häuser dazu jedoch überhaupt nicht! Insbesondere das mit der Abtreppung zum Hof hin bringt in diesem sterilen Weiß eine solche Eiseskälte rüber, dass einem glatt das Frieren kommt... Die weißen Häuser auf der griechischen Insel Santorini sind dagegen Schmuckstücke. In der warmen Mittelmeer-Region wirken weiße Häuser einfach gut, in unseren kühlen Breiten finde ich sie jedoch deplatziert. In nur wenigen Jahren wird dieses Weiß so sehr angeschmutzt sein, dass das Haus nur noch wie aus einem Ghetto stammend erscheint. Der "Zahn der Zeit" wird hier sehr schnell knabbern und nagen...

  • 892/893


    Also diese Häuser, die rund um den Globus stehen könnten, sind nicht "typisch deutsch", und gar nicht "typisch preußisch". Dieser weit verbreitete Drang "preußisch" quasi automatisch als Synonym für etwas Schlechtes, Hässliches zu verwenden ist (nicht nur in der Architektur) historisch falsch und daneben auch unfair.


    Wie schon in den Beiträgen 892 und 893 ausgeführt sind diese Kästen i.Ü. auch nicht praktisch.

  • Immerhin gibt es jetzt neben dem Patzschke-Bau noch etwas schönes am Schinkelplatz: den Gehweg.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Ich meine "preußisch-deutsch" nicht im Sinne von hässlich oder schlecht.
    Diese Häuser sind ja nicht mal hässlich!
    Sondern einfach nur öde, platt, langweilig und steril.
    Ich meine "preußisch" im Sinne von "korrekt", "glatt", "zackig", "rechtwinklig" und "praktisch".
    Aber vielleicht sind das auch nur bajuwarische Vorurteile... ;-)

  • Ich meine "preußisch-deutsch" nicht im Sinne von hässlich oder schlecht.
    Diese Häuser sind ja nicht mal hässlich!
    Sondern einfach nur öde, platt, langweilig und steril.
    Ich meine "preußisch" im Sinne von "korrekt", "glatt", "zackig", "rechtwinklig" und "praktisch".
    Aber vielleicht sind das auch nur bajuwarische Vorurteile... ;-)


    Also natürlich ist hässlich ein subjektiver Begriff...und für mich sind diese Kisten hässlich, potthässlich sogar.
    Ich weiß nicht wie Du den Begriff definierst aber "öde, platt, langweilig und steril" führt bei mir auch quasi zwangsläufig zu hässlich.


    Wenn Du siehst welche - ganz unterschiedlichen - Gebäude zu preußischer Zeit dort standen, ist es echt skurril, diese dort nun stehenden Klötze als preußisch zu bezeichnen. Denn unabhängig ob es schlichte Häuser waren oder voll wilhelminischen Prunk, hatten all diese Vorgängerbauten eine Eleganz, Schönheit.


    Und wie gesagt, sind diese neuen Kisten nicht praktisch, mit "preußischen" ;-) Abschlussgesimsen, ordentlichen Satteldächern, vernünftigen Dachüberständen wären sie schon etwas erträglicher.


    Ich glaub' aber, dass die Verhältnisse in Bayern auch nicht groß anders waren bzw. sind...außer dass das Land noch existiert und sich die Menschen noch wehren, wenn man Müll auf ihren Namen abschütten will ;-)

  • Ich meine "preußisch" im Sinne von "korrekt", "glatt", "zackig", "rechtwinklig" und "praktisch".
    Aber vielleicht sind das auch nur bajuwarische Vorurteile...

    Also "preußisch" im Sinne dieser Neubauten?...


    http://www.bayern-evangelisch.…ubau-landeskirchenamt.php


    http://www.mvd-plan.de/de/node/37


    http://www.ipc-ott.de/neubau_munchen_abnahme_2011.html


    http://muenchen.neubaukompass.…rhaben-Rodenstock-Garten/


    ...


    :D

  • Heimdall hat recht. Es geht nicht um Politik oder Regionalismen sondern um Mode.

    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

  • Für alle, für die der Begriff 'Striegauer Schweinebäuche' nicht geläufig ist. Das sind Gehwegplatten aus Granit auf der Oberseite glatt, auf der Unterseite bauchig und nur grob behauen. Sie stammten häufig aus Striegow in Niederschlesien, heute Strzegom, wo es große Granitvorkommen (Karpatengebirgszug) gibt.


    Heute gesehen in der Gneiststraße im Prenzlauer Berg:






    Die bauchige Form erleichterte das Einrütteln in den märkischen Sand.

  • Einige Impressionen von heute:


    Am Staabbau sind einige eigenartige Riefen am Eingangsportal zu sehen. Da die Fensteröffnungen innen liegen kann es sich wohl nicht um Beschädigungen handeln, sondern sind wohl bewusst gemacht worden. Vielleicht stimmt etwas mit dem Material nicht und man will es untersuchen. Keine Ahnung









    Fassaden in der Oberwallstraße:







  • Ich habe gerade auf einer Seite für Luxusimmobilien eines der "Schmuckstücke" entdeckt.
    Alle Aussagen die ich kritisch sehe habe ich mal Fett markiert:


    Beschreibung
    Berlin at its best: Sensationelle Penthouse-Maisonette mit unverbaubaren Blick auf die Friedrichswerdersche Kirche, dem Berliner Dom, die Kronprinzengärten und das Berliner Stadtschloss Hemprich Tophof Architekten Berlin Abhängig von Blick und Lage hat sich die Konzeption jedes einzelnen Hauses entwickelt: Ein Wohngebäude, dessen prägendes Merkmal seine an Theaterlogen erinnernden, fein nach außen tretenden, Loggien sind. Das Eckhaus an der Prinzengasse holt die Außenräume und das Stadtpanorama in die Wohnungen. Die Blickbeziehungen der Wohnungen und diese außerordentlichen Lage sind herausragende Merkmale. Ausstattung Exklusive Ausstattung mit maßgefertigten Einbaumöbeln einschließlich Einbauküche dreifache Verglasung, Sonnenschutzfensterglas, Kühlsystem, 3m Deckenhöhe sind nur einige Merkmale der Premium-Ausführung. Im Kaufpreis sind 2 Tiefgaragenplätze enthalten. Lage Die Adresse Niederlagstraße/Prinzengasse in Berlin-Mitte liegt im historischen Zentrum Berlins direkt am Spreekanal und vis à vis des neuen Berliner Schlosses - zwischen dem Boulevard Unter den Linden und der Französischen Straße. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich Schinkels Bauakademie und die Friedrichswerdersche Kirche, gegenüber das Auswärtige Amt. Der Gendarmenmarkt ist nur einen kurzen Fußweg entfernt.

  • Ernsthaft, die spachteln das jetzt nur notdürftig über? Ich will gar nicht wissen, wieviel sie allerdings für die Wohnungen dort verlangen... Dafür könnten sie das Eingangsportal aus feinstem Carrara-Marmor bildhauern lassen.

  • Wird sicher noch geschliffen

    Zumindest auf der linken Seite hat sich heute schon jemand ausgiebig mit einem Schleifgerät betätigt. Morgen kommt dann sicherlich jemand und versucht, die Oberfläche zu sprenkeln (mit Filzstiften). smile:)

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ernsthaft, die spachteln das jetzt nur notdürftig über? Ich will gar nicht wissen, wieviel sie allerdings für die Wohnungen dort verlangen... Dafür könnten sie das Eingangsportal aus feinstem Carrara-Marmor bildhauern lassen.

    Naja, das 256-Quadratmeter-Penthouse in der Niederlagstraße 7 kostet sagenhafte 5,61 Millionen Euro! Das ist ein Quadratmeterpreis von fast 22.000 Euro. Wahnsinn! :schockiert::gehtsnoch:
    Da die Lage des "Grottenhauses" mit dem pfuschig zugespachtelten Eingang direkt am Wasser eher noch besser ist, wird es trotz der deutlich dürftigeren Architektur wohl preislich ähnlich aussehen. Nicht zu fassen. :S

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • So was nennt man Gewinnmaximierung! Um nichts anderes geht es hier.

    So billig, wie möglich bauen und so viel Geld wie möglich einsacken.

    Das Ganze dann noch durch verkopftes Geschwafel als hochwertige, avantgardistische Architektur vermarkten, irgendein dummer Multimillionär kauft es schon.

    Was wirklich traurig und zutiefst obszön ist, dass viele brave Normalbürger durch ihre Spenden für die Wiedererrichtung des Schlosses diesen Dreck nicht nur indirekt, sondern auch direkt durch Aufwertung des Standortes mitfinanzieren.


    Diese Typen werben und verkaufen ja geradezu mit dem "freien, unverbaulichen Ausblick auf das Schloss".


    Selber haben sie höchstwahrscheinlich keinen Groschen dafür gegeben.

  • Das sog. Galeriehaus der Kronprinzengärten (u. a. Botschaft Angola) zwischen Falkoniergasse und Fr'werderscher Kirche ist am Werderschen Markt freigerüstet worden; die Rückseite lässt noch auf sich warten.




    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Eine Schönheit ist das Galeriehaus letztendlich nicht geworden... Aber es hätte deutlich schlimmer kommen können, immerhin hatte der Senat/Frau Lüscher ja auf eine modernistische Gestaltung gepocht. Jetzt haben wir zumindest einen modernen Bau mit klassischen Anklängen. Was man auf diesen Bildern nicht sieht, er besitzt auch sowas wie eine Balustrade auf dem Dach.
    Ich mag jedoch den Art Deco inspirierten Kopfbau daneben und den schönen Pazschke auf der anderen Seite des Quartiers. :)

  • Ja, stimmt. Es hätte (wieder mal) deutlich schlimmer kommen können. Wenn der Bau erst mal mit ein wenig Patina überzogen ist, werden die Strukturen noch ein bisschen besser rauskommen.


    Die Ecken der obersten Etage sehen so aus, als würden hier ggf. kleine Säulen fehlen?! Säulen an den Ecken würden den Bau nochmal etwas aufwerten.


    Das Nachbargebäude ist auch nicht schlecht. Was mich stört, sind hier die schmalen Fenster in der Mittelachse. In der klassischen Architektur wird die Mitte des Gebäudes immer durch eine hervorgehobene Gestaltung und auch (teilweise) durch größere Fenstermaße betont. Hier ist es leider umgekehrt: der Blick wird von der Gebäudemitte eher auf die auffälliger gestalteten Ecken gerichtet.

  • Das Nachbargebäude ist auch nicht schlecht. Was mich stört, sind hier die schmalen Fenster in der Mittelachse. In der klassischen Architektur wird die Mitte des Gebäudes immer durch eine hervorgehobene Gestaltung und auch (teilweise) durch größere Fenstermaße betont. Hier ist es leider umgekehrt: der Blick wird von der Gebäudemitte eher auf die auffälliger gestalteten Ecken gerichtet.

    Ich finde, der Mittelteil ist sogar recht gut gelungen und zieht durch die Profilierung der Fenstergewände definitiv die Aufmerksamkeit auf sich. Ich kann kein gutes Bild in diesem Strang finden aber in anderen Foren habe ich Bilder gesehen, die das sehr schön bezeugen. Hier z.B. Aus dem DAF:
    https://c2.staticflickr.com/9/…42892225_0ea87ccef1_b.jpg


    Meiner Meinung nach ist es ein recht edler, wenn auch etwas ungewöhnlicher, Bau geworden, mit seinen seltsamen Knicken.