Wuppertal

  • Der Ortsverband Wuppertal hat seit heute auch ein Facebook-Profil: stadtbild deutschland e.v. wuppertal


    Wir freuen uns über jede moralische Unterstützung - es darf "geliked" werden... :daumenoben:

  • .... und wieder ist es der geschätzte Herr Camphausen, der die Gelder besorgt hat... :applaus:


    Ich hab ihn vor zwei Wochen kennen gelernt und durch ihn von der Rekonstruktion erfahren - jetzt ist die Nachricht raus und schon geht die Debatte los, ob man denn Wilhelm II. auch wieder aufstellen darf.... :augenrollen: Aber die Fakten sind geschaffen - bleibt zu hoffen, dass das Standbild von Attacken der Autonomen verschont bleibt...


    Das Rathaus wird wieder ein Prachtstück!!!!

  • Elberfelder:


    Gott sei dank, wird die Politik nicht gefragt, da dies dem Gebäudemanagment obliegt! Ich finde es eine super Sache wie sich die Spender und allen voran Herr Camphausen für dieses Gebäude engagieren. Für mich wird ein Kindheitswunsch erfüllt!!!

  • @ BergischerBembel:


    ... ein guter Tipp für alle Rekoprojekte - Politik raus halten!!!! :wink:


    Wieso kann ich Dich eigentlich noch nicht in unserem Ortsverband begrüßen???


    Dann können wir vielleicht bald noch mehr Wünsche aus der Kindheit erfüllen.... Wir sind grad auf einem guten Weg. Mach doch mit! :daumenoben:

  • Tolle Sache! :)


    Mal sehen wann die ersten Farbbeutel geflogen kommen. Gab es früher z. B. im Rahmen der Fischer-Kontroverse wenigstens noch wissenschaftliche Diskussionen um Kaiser Wilhelm II., so wird heute meist nur noch mit Farbbeuteln um sich geworfen und die Nazikeule geschwungen.


    Am besten macht man so etwas erst öffentlich; wenn bereits vollendete Tatsachen geschaffen sind.

  • So einen Herrn Camphausen wünsche ich mir für alle deutschen Städte. Einfach nur großartig! :daumenoben:


    In dem Artikel befindet sich ja auch eine Umfrage zu den vier Figuren. Von vier Auswahlmöglichkeiten sind 48% der Teilnehmer für die originalgetreue Wiederherstellung.


    Ich kann mir gut vorstellen, daß 90% der Bevölkerung gar nicht in der Lage ist, Kaiser Wilhelm II zu identifizieren. Am Ende bekommt noch Barbarossa den Farbbeutel ab. Aber damit auch die richtige Figur getroffen wird, sollen ja Schilder aufgestellt werden. :wink:



    Moderationshinweis (Palantir): Die sich im Weiteren ergebende Ping-Pong-Debatte über Kaiser Wilhelm II kann hier weitergeführt werden:
    Kaiser Wilhelm der Zweite (ein Kind seiner Zeit?)

  • Schöne Nachrichten über ein tolles Projekt. Herrn Camphausen muss man wirklich großen Respekt dafür zollen, dass er dieses Projekt initiiert hat und auch vor der eigentlich selbstverständlichen, aber leider doch umstrittenen Rekonstruktion der Statue von Wilhelm II nicht zurückschreckt.

  • Die roten Sozialisten melden sich nun auch zu Wort:


    Quote

    Fürsten am Rathaus: Die SPD hält wenig davon

    Quote

    ...Fraktionssprecher Thomas Kring (Foto): „Vor dem Hintergrund der 9,3
    Millionen gefallenen Soldaten und 7,8 Millionen getöteten Zivilisten des
    Ersten Weltkrieges sehe ich besonders die Wiedererrichtung eines
    Standbildes von Wilhelm II. sehr kritisch.“

    Quote

    ... besteht Kring im Zusammenhang mit der Statuen-Wiederherstellung auf
    einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Wirken der dargestellten
    Fürsten Friedrich I. Barbarossa, Wilhelm II., Friedrich Wilhelm III. und
    Johann III. von Berg. Schließlich sei das monarchistische Gedankengut
    aus der Erbauungszeit des Rathauses heute überwunden.

    Quelle: Fürsten am Rathaus: Die SPD hält wenig davon


    Da kann man nur noch den Kopf schütteln bei derartigen Äußerungen....bürgerlisches Engagement idelogisch motiviert zerreden...wer soll oder besser...wer will sich da noch engagieren bzw. Spenden....man kann jeden verstehen, der sich diesen Wahnsinn nicht mehr antut....nach dem Motto... „Macht doch euren Dreck allein!"

  • Naja jut, wer erwartet von den Genossen denn etwas Anderes? Dann kann man sein Klientel auch gleich bitten das Kreuzchen woanders hinzusetzen. Der Erkenntnisgewinn solcher Äußerungen von Kommunalpolitikern ist gleich null.

  • Exakt. Man zähle mal, wie viele August Bebel-Straßen, Willy-Brandt-Plätze oder Friedrich-Ebert-Gedenksteine die Republik zieren. Diese Leute sind nun einmal seit Jahrzehnten am Ruder, und Straßennamen, Denkmale und Kunst im öffentlichen Raum dienen eben gerade Sozialdemokraten, Grünen und Linken oft der Verbildlichung eigener Geschichtserzählungen und der Machtunterfütterung. Da haben es Christdemokraten und Liberale nicht ansatzweise geschafft, hierbei mitzuziehen. Dass da nun selbst Kaiser Barbarossa schon als potentielle Infragestellung der eigenen Stühle gewertet wird, ist natürlich bizarr und von lange vollgestaubten Ressentiments geleitet. Oder einer Portion Nervosität angesichts der aktuellen Wirtschaftslage? So oder so, man sieht einmal mehr, Kunst ist für diese Leute kein politisch neutrales Terrain. Insofern hat es schon seine Logik, dass unsere Städte so aussehen, wie sie es heute tun, und nicht anders.

  • Ich finde, es sollte klar unterschieden werden zwischen a) der Rekonstuktion stadtbildprägender Gebäude, völlig gleich, was in ihnen stattgefunden hat und zu was sie ggf. missbraucht wurden und b) der Wiedererrichtung von Denkmälern, mittels der ganz sichtbar Menschen über Menschen erhoben werden.


    Gleich ob Lenin, ob Hitler, wenn es denn nicht seinem "Image" widersprochen hätte, als immer nur kurz von der Arbeit Unterbrochener sich derlei persönlichen Überhöhungen zu widmen, gleich ob Friedrich, gleich, ob die ganze Reihe von Generälen oder eben Wilhelm II. Die erfolgte Kommentierung des 76er Denkmals in Hamburg "Deutschland muss leben, auch wenn wir sterben müssen" gehört dazu. Eine derartige Kommentierung würde ich mir in verhaltenerer Form bspw. auch beim Neptunbrunnen in Berlin wünschen. Verhaltener deshalb, weil ja nicht martialisch auf die Weichsel Bezug genommen wird, sondern sinnbildlich, was in der heutigen Zeit erklärt werden müsste.


    Ist es nicht paradox, dass ein System, das propagandistisch auf die Gleichheit von Menschen setzte, die obersten Chargen in größerer Überlebensgröße erbaute als die Ordnung es tat, gegen die es wetternd auftrat?


    Der Generalverdacht gegen historische Bauten, der von spezifischer Seite erhoben wird, weshalb diese einen Unbedenklichkeitsnachweis zu erbringen hätte, halte ich für genau bedenklich wie das völlig unkritische Nachbauen persönlicher Überhöhungen. Das gilt selbstverständlich auch für Wilhelm hoch zur Ross auf dem so bezeichneten Deutschen Eck - warum eigentlich dort und nicht gegenüber Mainz, gegenüber Ludwigshafen, in Hannoversch Münden? - das als deutsch-französisches Eck somit weitaus treffender bezeichnet wäre, wo doch die Moselle einen längeren Verlauf beschreibt als die Mosel, bevor sie sich mit dem Rhein in Höhe Koblenz vereinigt.


    Es gibt weder Willy-Brandt-Denkmäler noch Konrad-Adenauer-Denkmäler noch ein Denkmal für Theodor Heuß in Überlebensgröße. Das einzige wirklich demokratische Denkmal, das ich kenne, ist jenes in Hamburg, das Heinrich Heine abbildet. Im Maßstab 1 : 1 und stehend auf einem winzigen Sockel, dass ihm die Kehrmaschinen nicht über die Füße fahren.

  • Also, man kann natürlich für alles irgendwelche Regeln festlegen. Die einen meinen, nur ein Flachdach ist wirklich modern und demokratisch, die anderen finden Naturstein "inhuman" und historisch belastet, Dritte sehen in Skulpturen, die über die natürliche Körpergröße hinaus gehen, eine autoritäre Erhebung des Menschen über den Menschen. Das hat einfach mit persönlichen Empfindungen, wilden Assoziationen und Zeitgeistgedanken zu tun, die in der nächsten Generation schon wieder ganz anders bewertet werden.


    Im Wuppertaler Beispiel habe ich die noch nicht vorhandenen Figuren natürlich nicht mit dem Zollstock nachgemessen. Ich kann nichts dazu sagen, ob hier die Könige und Kaiser (Wilhelm II. ist doch nur einer von ihnen) vielleicht 50 Zentimeter zu groß ausgefertigt wurden, womöglich um sie überhaupt in der Höhe an der Fassade sehen zu können. Das ist mir auch eine etwas alberne Diskussion. Ich habe auch die Willy Brandt-Denkmale nicht nachgemessen. Und wenn, was sollte ich daraus schließen? Die Verkleinung und Verzwergung ist eben auch bundesdeutsche Staatsräson, insofern würde es eben auch nur Zeitgeist sein, wenn man exakt die Körpergröße eingehalten hätte. Aber das kann ja mal jemand überprüfen, wenn er Lust hat: In Nürnberg, in Berlin, in Stockholm. Aber ich denke, dass Willy Brandt doch nicht ganz so groß war, oder auf diesem Foto stehen möglichenfalls Liliputaner vor dem Denkmal. Und dass der Konrad Adenauer einen Schwellkopp hatte, ist mir auch nicht ganz bekannt, wie hier in Bonn zu sehen. Nun, und für diejenigen, die sich an Übergrößen stören, gäbe es in diesem Fall auch weitere Objekte der Aufregung, z.B. in Berlin.


    Ganz abgesehen von der albernen Denkmalsgrößen-Menschenüberhöhungs-Diskussion sie darauf hingewiesen, dass es in Deutschland zwei öffentliche Standbilder Wilhelms II. gibt, ein vergrößertes in Köln, ein wohl eher verzwergtes in Wuppertal. Seit vielen Jahren, und zu Recht, regt sich kein Mensch darüber mehr auf. Von einem Überangebot kann also keine Rede sein. Wie viele Denkmale für Kaiser Barbarossa und die anderen beiden Monarchen existieren, habe ich jetzt nicht recherchiert. Dürfte aber auch nicht an Stolperstein-Mengen heranreichen.

  • Es freut mich, dass Sie sich von der etwas akribischen Berechnung Ihres vorigen Beitrags entfernt haben, auch wenn ich die Empfindung in mir trage, dass der wirkliche Unterschied bspw. zwischen dem 19 Meter übergroß geratenen Lenin und dem Hamburger Heine bzw. dem Bonner Adenauerkopf nicht so recht angekommen ist.


    Auch bei Bauten kommt es ja nicht auf rein bemessbare und damit abstrakte Größen an, sondern allenfalls auf ein größenmäßiges Ins-Verhältnis-Setzen, was wir als Schönheit empfinden, sodass von daher überhaupt diese Seite hier existiert. Gegenüber Lenin und der tendenziellen Heroisierung von Wilhelm II wirkt die Verformung des Adenauer-Kopfes und die leichten Stilisierungen Willy Brandt richtig ansprechend. Immerhin ist uns ja in der Diskussion der Nachlass des kleinen Braunen, der im Zweifelsfall auf den Marktplätzen ganz groß rausgekommen wäre, erspart geblieben, weil der das - glücklicherweise - partout nicht wollte.

  • Das hat nichts mit Nörglern zu tun, sondern einfach mit gegenwärtigen politischen Machtverhältnissen und Projektionen, die ihren Ursprung im (Jahrzehnte lang anerzogenen) kollektiven Unterbewusstsein haben. Aber die jetzige Lösung ist besser, als sich das ständige politisch-korrekte Getröte anhören zu müssen, am Ende noch mit an die Fassade geschraubten volkspädagogischen Erklärungsschildern, ausgestattet mit dem persönlichem Gütesiegel von Claudia Roth und Pro Asyl. :zwinkern: Trösten wir uns doch damit: Die Zeit ist noch nicht reif dafür.

  • BergischerBembel:


    Mir gehts genauso - wieder haben die Betonköpfe gesiegt. In Wahrheit ewiggestrig, wähnen sie sich nun wieder als Wegbereiter der Moderne... Die Zeit scheint in der Tat nicht reif - vor allem hat die Diskussion gezeigt, dass es vielen Zeitgenossen selbst an Reife fehlt. Die Argumentation war unterste Schublade und niveaulos. Aber der Mob hat gesiegt und tanzt auf der Straße.


    Ich bin sauer, enttäuscht und es tut mir auch für Herrn Camphausen leid - ich kann mir nicht vorstellen, dass er noch große Lust hat irgendwas in der Stadt zu tun... TOLL!!! :wuetenspringen:

  • Vermutlich will man Camphausen bei der Stadt auch gar nicht... Man erweitert lieber Konsum-Tempel...