Leipzig - Innenstadt

  • Das meine ich ganz und gar nicht. Der Sachsenplatz mit seiner völlig aufgelockerten Bebauung war in keiner Weise Altstadt-gerecht. Durch die angrenzende Bebauung (Brühl-Hochhäuser, Intelpelz-Haus, Wohnhaus Reichsstraße, Leipzig-Information) war er quasi das Ideal der modernen, aufgelockerten Stadt der 60er Jahre wie dies an keiner anderen Stelle der ehemaligen Altstadt der Fall war (vielleicht noch im Hof der Uni). Die alte Hauszeile der Katarinenstr. wurde seinerzeit eher notgedrungen akzeptiert, weil sie nun mal noch ganz gut aufrecht stand.

    Das Wort "Winkel" für die Bebauung ist insofern irreführend, weil es eigentlich Häuserzeilen mit Durchgängen zum Bildermuseum sind. Spätestens, wenn alle diese Hauszeilen gebaut sind, wird sich die gewünschte Durchmischung einstellen. Das städtebauliche Konzept ist gut. Dies wird einem spätestens dann sehr extrem bewusst, wenn man die ganzen anderen Entwürfe des damaligen Museums-Wettbewerbs gesehen hat, die alle irgendwelche frei geformten, beliebigen Solitäre in der Art einer aufgeblasenen Leipzig-Information ohne wirklichen städtebaulichen Bezug vorsahen.


    Man kann allerdings berechtigt fragen, weshalb das neue Bildermuseum ausgerechnet hier her musste. Das ist mir eher gesagt auch nicht klar, zumal Leipzig (wie kaum eine andere Stadt) genug verfügbare und geeignete alte Gebäude dafür gehabt hätte (Reichsgericht, alte Messepaläste wie Handelshof usw.)


    Bezüglich des angrenzenden Wohnblocks (Markt/Salzgässchen/Reichsstraße...) bin ich persönlich etwas zwiegespalten: städtebaulich passt er überhaupt nicht, wohhingegen die Fassaden gar nicht so schlecht sind (gemessen an den zu erwartenden Neubauten und anderen Bauten der Zeit). Vielleicht wäre es auch möglich, die vorhandene Struktur umzuformen und bestimmte Fassaden zu erhalten? Z.B. den Innenhof erhalten, und außen herum neu anzubauen?


    @seven up,
    das von dir markierte Interpelz-Haus sowie der Wohnblock Reichsstraße sind saniert und bleiben erst einmal stehen. Hoffnung auf Veränderung habe ich hier insofern, dass diese Gebäude die Grundstücke schlecht ausnutzen und es daher früher oder später zu einer Verdichtung kommen wird. Die Baukonstruktionen der DDR-Bauten eignen sich nicht gut für Laden- und Geschäftsnutzung/Büronutzung, zumindest betr. des Wohnblocks Reichsstraße. Außerdem will die LWB bestimmt auch zukünftig Geld durch Verkäufe in die Kassen bekommen.

  • Langfristiges Ziel der Stadt Leipzig ist ja die Wiederherstellung der meisten alten Blockränder, insofern kann man wohl davon ausgehen, dass irgendwann auch hier eine Neubebauung kommt, die die alten Kanten wieder aufnimmt. Aktuelles Indiz hierfür ist die Wiederherstellung des Salzgässchens. Gleichzeitig sollte man allerdings nicht vergessen, dass es in der Leipziger Innenstadt weitaus dringlichere Handlungspunkte gibt, beispielsweise die Vervollständigung der Museumsumbauung, der Fassadenreko von Deutrichs Hof sowie die Wiederherstellung der restlichen Reichsstraße oder die Wiederbebauung des Matthäiviertels. Hinzu kommt, dass das Gebäude, das in der Tat keine Platte ist, abgesehen von der schlechten Positionierung so schlecht gar nicht ist. Der Innenhof erinnert mich sogar ein wenig an die die Spanien üblichen geschlossen Plazas mit einheitlicher Umbauung. Würde man den Innenhof nicht mehr als Parkplatz nutzen, sondern mit Außennutzung bestücken oder einfach als kleinen Stadtplatz gestalten, wäre schon viel gewonnen.


    #Bildermuseum: Wenn man im Hinterkopf hat, dass es sich beim Geviert zwischen Böttchergässchen und Brühl sowie Katharinen- und Reichsstraße um einen geschlossenen Block mit mit einigen Durchhöfe handelte, ist es doch unter heutigen Maßstäben eine hervorragende Entscheidung gewesen, diesen eben nicht so massiv und geschlossen wiederzubebauen. Selbst bei der Verteilung der Grundstücke auf unterschiedliche Investoren wäre da wohl kaum etwas interessantes herausgekommen. Da die jetzige Lösung, hier das Bildermuseum zu errichten und mit den Museumswinkeln ungewöhnliche Hofsituationen zu schaffen, doch beinahe ideal. Eine weitergedachte Variante der Altstadtbebauung eben, die nebenbei noch einen Solitär relativ dezent im Altstadtbild unterbringt (Letzteres gilt natürlich erst, wenn alle Winkel stehen). Entgegen der in diesem Forum desöfteren kolporierten Meinung, man müsse das Bildermuseum verstecken oder es irgendwie mühsam integrieren, sind die Winkel integraler Bestandteil des Museumskomplexes.


    Was die Standortwahl des Bildermuseums betrifft: der Neubaubedarf entstand ja erst durch den Auszug des Museums aus dem ehemaligen Reichsgericht, insofern wäre dieses Gebäude kaum eine alternative gewesen. Die Messehöfe dagegen mögen theoretisch ganz gut für Ausstellungen nutzbar sein, entsprechen mit ihren gleichförmigen Etagenlandschaften aber nicht der Innenstruktur, die moderne Museumsbauten heutzutage auszeichnet. Vollständige Entkernungen wären hier nötig gewesen. Hinzu kommt, dass zum Zeitpunkt des Wettbewerbs noch von einem extremen Immobilienboom ausgegangen wurde und man schlussfolgerte, dass früher oder später sämtliche Messehöfe anderen Nutzungen zugänglich gemacht werden würden - was im Endeffekt ja auch geschehen ist. Einzige ernstzunhemende Alternative zum Sachsenplatz wäre wohl das Gelände der ehemaligen katholischen Kirche hinter dem Martin-Luther Ring, direkt gegenüber des Neuen Rathaus', gewesen.

  • Dase

    Quote

    Fassadenreko von Deutrichs Hof


    Ich kenn mich leider in Leipzig nicht sonderlich gut aus.
    Ich glaube, dass der Wikipedia-Artikel [und, wie man unten sieht, nicht nur dieser] http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Adolf_Deutrich\r
    de.wikipedia.org/wiki/Christian_Adolf_Deutrich das abgebildete Bürgerhaus mit der nachfolgenden hist. Neubebauung verwechselt. Stimmt das, oder war die DDR tatsächlich so barbarisch, dieses Bürgerhaus:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Deutrichs_Hof_Nikolaistrasse_Leipzig_1880.jpg\r
    de.wikipedia.org/wiki/Datei:Deut ... g_1880.jpg
    das auf die beiden berühmten Erfurter Renaissancehäuser sowie auf das Pellerhaus, sohin auf die Spitzenleistungen der dt Renaissance Bezug nimmt, 1968 abzureißen?
    Und was ist mit der o.a. Fassadenreko gemeint? Wie konkret ist das Projekt?


    Editiere: Die Quellenlage ist ziemlich widersprüchlich, oder bring ich alles durcheinander?
    http://www.archaeologie.sachsen.de/Themenportal/1689.htm\r
    http://www.archaeologie.sachsen.de/Them ... l/1689.htm :

    Quote

    Deutrichs Hof« wurde 1895 abgerissen, das Grundstück im Zuge eines Neubaus mit dem angrenzenden Flurstück 11 verbunden.


    gegen andere Fundstellen:


    http://www.leipzig-lexikon.de/reg/d.htm\r
    www.leipzig-lexikon.de/reg/d.htm :

    Quote

    Deutrichs Hof, ehemaliger Durchgangshof Reichsstraße 8 / Nikolaistraße 13; 1653-55 errichtet, seit 1797 im Besitz der Familie Deutrich; 1968 abgebrochen



    http://www.heimat-leipzig.de/main/index.php?id=115\r
    www.heimat-leipzig.de/main/index.php?id=115

    Quote

    Die Ruine des neuen Gewandhauses, die nach dem Krieg sogar ein Notdach erhalten hatte, wurde ebenso abgerissen wie die zwar vollständig erhaltenen, aber vernachlässigten Barockhäuser Deutrichs Hof, das Hotel de Saxe sowie das Messehaus „Union“ am Brühl.


    http://www.stadtbild-deutschland.de/rubriken/staedte_und_orte/6/index.html\r
    http://www.stadtbild-deutschland.de/rub ... index.html

    Quote

    Der Abbruch des Renaissancebaus Deutrichs Hof im gleichen Jahr [1968] war der Schlussstein jener fatalen Entwicklung.


    Bitte um Aufklärung dieser Wirrnis.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Aber noch sensationeller ist diese, wenn ich s richtig verstanden habe, 1895 abgerissene Seite zur Nikolaistraße:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Deutrichs_Hof_Nikolaistrasse_Leipzig_1880.jpg\r
    de.wikipedia.org/wiki/Datei:Deut ... g_1880.jpg
    Die steht wirklich nicht sehr dem Roten Ochsen oder Breiten Herd oder dem Pellerhaus nach.


    DAS wäre ein Rekoprojekt, wenn sein muss, an anderer Stelle. Schade, dass man den Markt nicht mit solchen Repliken "aufgefüllt" hat.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Antwort bezog sich auf entfernte Bilder (Mod)


    Sehr informative und interessante Darstellungen, v.a. das mit der Giebelverpflanzung der Goldenen Schlange. Die Eingangshalle mit den toskanischen Säulen vom Bosehaus erinnert stark ein paar erhaltene Augsburger Bürgerhäuser in der Maximilianstraße oder auch das Zeughaus. Der Abbruch von Deutrichs Hof ist aber schon sehr bitter.

  • Ich möchte das ganze ein wenig versachlichen, einige Begriffe und Einschätzungen scheinen mir in den Beiträgen von Stahlbauer arg durcheinander geraten zu sein.


    Deutrichs Hof:
    Ursprünglich war dieser Hof ein Durchgangshof zwischen Reichsstraße und Nikolaistraße.
    Der Bau an der Nikolaistraße mit der wie ursus c. richtig bemerkt hat, außerordentlichen Renaissance-Fassade ist 1895 abgebrochen worden. In der DDR-Zeit wurde dort ein Stahlskelettbau (einer der Standard-Baukästen) gebaut, dieser wurde wiederum gottlob vor kurzem abgerissen und durch das auch nur eingeschränkt altstadttaugliche Motel One ersetzt. Es ist nie die Rede von einer Rekonstruktion dieses sehr außergewöhnlichen Renaissance-Baues gewesen.
    Der schlichtere, wesentlich uninteressantere Bau an der Reichsstraße überstand den Krieg und wurde 1968 abgebrochen. Beim Abbruch hat man einzelne Bauteile geborgen. Das waren z.B. Holzstützen aus dem Innenhof (16. oder 17. Jh.). Die Stadtverwaltung spricht hier tatsächlich seit Jahren davon, dass dieser Bau zu rekonstruieren sei. Es wird jedoch, wenn überhaupt, ein Neubau unter Verwendung dieser einzelnen Spolien werden, ähnlich wie am Neumarkt Dresden. Ein konkretes Projekt ist das Vorhaben bisher nicht.



    Hôtel de Saxe, Klostergasse
    Dieser verhältnismäßig gut über den Krieg gekommene Barockbau (A. 18. Jh.) wurde 1968 komplett abgebrochen. Es verschwanden dabei im inneren Stuckdecken und vieles mehr. Das im heutigen Neubau eingebaute Portal ist eine komplette Rekonstruktion. Ein geschultes Auge sieht dies auf den ersten Blick, denn es geriet sehr grob und detaillos. Vorbildlich ist das natürlich nicht.



    Webers Hof, Hainstraße 3
    Zusammen mit dem Nachbarn Bartels Hof befand sich der Bau in sehr schlechtem Zustand und war bereits vor 1990 gesperrt.
    Der Bau von ca. 1660 war 1845 unter Beseitigung des straßenseitigen Giebels um zwei sehr schlichte Stockwerke aufgestockt worden. Seine architektonische Bedeutung sah man den Bau nicht mehr großartig an.
    Die Wiederherstellung Mitte der 1990er Jahre erfolgte aufgrund einer relativ detaillierte Aufrisszeichnung aus dem Skizzenbuch eines Herrn Richter (Straßenfassade). Die beiden ruinösen Obergeschosse von 1845 verschwanden und der ursprüngliche Giebel wurde rekonstruiert.
    Die Hofbebauung wurde weitgehend neu gebaut, angeblich war diese nicht zu retten. Erhalten blieb selbstverständlich der Treppenturm aus der Renaissance-Zeit, einer von drei erhaltenen in Leipzig.
    Ich meine, dass diese Herangehensweise in diesem speziellen Fall bei dieser Quellenlage richtig und vorbildlich war. Erhaltenswert war die (zuletzt ruinöse) eher minderwertige Aufstockung von 1845 nicht. Bezüglich der Sanierungsfähigkeit der Hintergebäude kann ich nichts sicheres sagen.



    Bosehaus, Thomaskirchhof
    Barock überformter Renaissancebau. Die Halle im Erdgeschoss mit den dorischen Säulen stammt aus der Renaissance, genaues Baujahr m.W. nicht bekannt.
    Die Hauptwohnräume im Vorderhaus, 1. OG beinhalten eine barocke Raumaufteilung mit klassizistisch/biedermeierlichen Türen (Zopf-Stil).
    Die Sanierung von 1985 war in der Tat sehr substanzschonend, aber eindeutig auf die Wiederherstellung des vorgründerzeitlichen Zustands ausgerichtet. Es wurde u.a. im Innenhof ein gründerzeitlicher Laufgang zur Erschließung der sehr schmalen und einhüftigen Flügel abgebrochen. Diese Herangehensweise muss auch hier als richtig angesehen werden. Das Foto der Rückseite von Stahlbauer aus den 80er Jahren zeigt nicht das Bose-Haus, sondern die Rückseite der Häuser Ratsfreischulstraße (Schulstraße).
    Die jüngst abgeschlossene Sanierung (2009/10) wird vermutlich von der Nachwelt nicht ganz so gut eingeschätzt werden. Es wurde erheblich modernisiert und Substanz ausgetauscht, ein neues Treppenhaus im Seitenflügel eingebaut. Die Rückseite wurde meiner Meinung nach durch diesen neuen tiefergelegten Garten und Vorbau nicht nachhaltig vorteilhaft verändert.

  • Quote from "Leipziger"

    Die Stadtverwaltung spricht hier tatsächlich seit Jahren davon, dass dieser Bau zu rekonstruieren sei. Es wird jedoch, wenn überhaupt, ein Neubau unter Verwendung dieser einzelnen Spolien werden, ähnlich wie am Neumarkt Dresden.


    Was doch hervorragend wäre! Mit Rekonstruktionen wie am Neumarkt in Dresden kann man, glaube ich, gut leben.

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer

  • Und genau dies ist der Punkt: Gewünscht wird die Rekonstruktion eines vor mehr als 100 Jahren abgerissenes Gebäudes und die, einige Meter weiter stehenden, Originalbauten interessieren nicht? Vermutlich ist Oelsners Hof auch nur "minderwertig"? Wer bestimmt eigentlich was minderwertig ist? Mit diesem Argument - MINDERWERTIG- wurden schon ganze Städte abgerissen.






    An dieser Stelle darf daran erinnert werden, dass wir hier nicht über eine Brache reden, auf der Schafe geweidet haben, sondern immer noch über eine Stadt mit erhaltener Bausubstanz. Ich erlaube mir hier, gegen den Mainstream zu schwimmen. Wenn es gelungen ist, Oelsners Hof und die anderen noch auf eine Rettung wartenden Originalgebäude, zu retten, können wir über die Idee einer Rekonstruktion von Gebäuden, die im 19. Jahrhundert abgerissen wurden, nachdenken. Bis dahin hat die Rettung von Originalbausubstanz für mich Priorität. Oder sind tatsächlich Rekonstruktionen (Stahlbetonkerne mit vorgeblendeten Fassaden) inzwischen das, was für nachfolgende Generationen gerettet werden soll?





    Fotothek df ps 0000385 001 Kriege ^ Kriegsfolgen ^ Zerstörungen - Trümmer - Ruin [CC-BY-SA-3.0-de (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en\r
    http://www.creativecommons.org/licenses ... de/deed.en)], by Richard Peter (1895–1977)








    Hier einige Beispiele aus Leipzig:




    Das Gebäude in der Katharinenstraße -links neben dem Romanushaus- kann von Aktivisten gekauft, und damit erhalten werden.




    [url=http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-J0218-0201-003,_Leipzig,_%22Romanus-Haus%22.jpg][/url]
    [url=http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-J0218-0201-003,_Leipzig,_%22Romanus-Haus%22.jpg]Bundesarchiv Bild 183-J0218-0201-003, Leipzig, "Romanus-Haus"[/url] [CC-BY-SA-3.0-de (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en\r
    http://www.creativecommons.org/licenses ... de/deed.en)], by Böhnke, from Wikimedia Commons







    Diese Gebäude in der Katharinenstraße sind so "unbedeutend", dass sie von WIKIPEDIA in die Hainstraße von Leipzig verschoben wurden. Kann ja mal vorkommen! Es handelt sich ja nur um original erhaltene Gebäude. Oelsners Hof wird gar nicht erst erwähnt.





    Fotothek df roe-neg 0006259 024 Vorderansicht von Häusern in der Hainstraße [CC-BY-SA-3.0-de (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en\r
    http://www.creativecommons.org/licenses ... de/deed.en)], by Roger Rössing (1929–2006)





    Fotothek df roe-neg 0006259 013 Vorderansicht eines Hauses in der Hainstraße [CC-BY-SA-3.0-de (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en\r
    http://www.creativecommons.org/licenses ... de/deed.en)], by Roger Rössing (1929–2006)













    Ich bin nur ein unbeteiligter Beobachter. Wenn ich aber sehe, dass es noch nicht einmal gelungen ist, die vorhandene Reste eines alten Gebäudes zu retten, welche Chancen auf Verwirklichung hätte da wohl der Wunsch, ein, im 19. Jahrhundert abgerissenes, Gebäude zu rekonstruieren?





    Kaufhaus Bruehl Leipzig nach 1908 [Public domain], by Hermann Walter (1838-1909) (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Inv.-Nr. 4658), from Wikimedia Commons






    BrühlWand [GFDL (<a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html" class="external free" rel="nofollow\r
    http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html</a>) or CC-BY-3.0 (http://www.creativecommons.org/licenses/by/3.0\r
    http://www.creativecommons.org/licenses/by/3.0)], by LutzBruno (Eigenes Werk), from Wikimedia Commons

  • Ich versteh zwar nicht ganz, was damit gemeint war, aber seis drum.
    Bemerkenswert ist dieses Bild vom Fregehaus, nämlich der Barockerker der gegenüberliegenden Seite:



    Fotothek df roe-neg 0006259 013 Vorderansicht eines Hauses in der Hainstraße [CC-BY-SA-3.0-de (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en\r
    http://www.creativecommons.org/licenses ... de/deed.en)], by Roger Rössing (1929–2006)


    Soviel war noch da von der bedeutenden gegenüberliegenden Katharinenstraßenbebauung? Und das wurde alles abgerissen, ohne Bewahrung von Spolien?
    Irgendwie ist mir der DDR-Aufbau von Leipzig nimmer wurscht. Die haben ja bald mehr zerstört als der Krieg selbst.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ja, ich vermute es war die Katharinenstraße 12, die man [url=http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Leipzig_Katharinenstr._14-16,_Stich_um_1720.JPG&filetimestamp=20100207232546]hier[/url] als rechtes Eckhaus zum Böttchergäßchen sehen kann.


    Bei Bildindex gibt es ein Bild von 1963, das wie ich meine das noch stehende Eckhaus zeigt, welches offensichtlich gründerzeitlich aufgestockt wurde:
    Bildlink (klicken zum Vergrößern)


    Die Katharinenstraße 12 zusammen mit dem Jöcher'schen Haus (http://www.bildindex.de/bilder/mi12370f05a.jpg), Koch's Hof (http://de.wikipedia.org/wiki/D…s_Hof_Leipzig_um_1890.jpg) und dem Lotterhaus (16.Jh.) an der Ecke zum Brühl wären alle mögliche Rekokandidaten in diesem Bereich.

  • Im Herbst baut Hochtief dieses Tortenstück, das vom Leipziger Architekturbüro schulz & schulz entworfen wurde. Damit wird nach über 60 Jahren die Brache am Neuen Rathaus (bzw. am sog. Stadthaus) geschlossen.



    Bild: schulz & schulz
    Quelle: LVZ

  • Quote from "Vertex"

    Die Katharinenstrasse 12 zusammen mit dem Jöcher'schen Haus (http://www.bildindex.de/bilder/mi12370f05a.jpg), Koch's Hof (http://de.wikipedia.org/wiki/D…s_Hof_Leipzig_um_1890.jpg) und dem Lotterhaus (16.Jh.) an der Ecke zum Brühl wären alle mögliche Rekokandidaten in diesem Bereich.


    Ich dachte immer, alle diese potentiellen Rekonstruktionen wären wegen des Schuhkartons von Bildermuseum, der da jetzt steht nicht mehr möglich - deshalb finde ich dieses Teil ja katastrophal.

  • nein, die kämen erst weiter Richtung Rathaus, doert wo der quadratische Block steht.
    Außerdem ist Leipzig mE eher rekofeindlich eingestellt. Man setzt zwar einigermaßen auf Qualität, aber dass ein völlig verloren gegangenes Haus wiedererrichtet wird, ist nach der Wende mE nicht vorgekommen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Rekos für Leipzig! Solange die Bauplätze mit Bauklötzchen besetzt sind, besteht zumindest für die Zukunft Hoffnung.


    Quote from "spacecowboy"

    Im Herbst baut Hochtief dieses Tortenstück, das vom Leipziger Architekturbüro schulz & schulz entworfen wurde. Damit wird nach über 60 Jahren die Brache am Neuen Rathaus (bzw. am sog. Stadthaus) geschlossen.


    http://s1.directupload.net/images/110104/2y6lq39w.jpg


    Richtig klasse. Das ist die Moderne, die mir gefällt. Streamline-Moderne, mit einem Einschlag von Art Deco.
    Scheint leider irgendwann in den 30er Jahren beinahe ausgestorben zu sein.


    Aber warum ausgerechnet dort? Ist mE die falsche Stelle für einen so hohen Bau. Da gibt es doch geeignetere Standorte in der Innenstadt.

  • ^ solche Mintürmchen orientieren sich in Leipzig ja meistens am Ring, insofern passt der Standort doch recht gut. Hinzu kommt, dass die Visualisierung aufgrund des Weitwinkels täuscht, der Eckturm ist lediglich so hoch wie die Rathausgaupen. Die anderen Entwürfe mit modernen Gaupeninterpretationen hätten diese ebenfalls auf diese Höhe hochgezogen und dadurch wohl weitaus massiver gewirkt.


    @ ursus carpaticus: es mag sein, dass Komplettrekos eher selten sind, wenn man sich aber einmal die ellenlange Liste von Teilrekos anschaut, und ich rede hier keineswegs von instandgesetzten Elektroleitungen und ein wenig Stuck, sondern von wiederhergestellten Flügeln und Dachlandschaften mit Türmen, Wiederaufstockungen etc., wird man unweigerlich feststellen, dass in Leipzig weitaus mehr passiert ist, als nur "einigermaßen auf Qualität" setzende Renovierungen. Stellvertretend genannt seien hier die Universitätsbibliothek Albertina, das Trifugium, das städtische Kaufhaus, Speck's Hof, hinzu kommen etliche weitere Innenstadtgebäude plus Dutzende, wenn nicht hunderte von wiederhergestellten Bürgerhäusern, Schulen, etc. Kann man sich alles bildlich hier im Forum anschauen.


    In Leipzig gab es nun einmal seit Anfang der 90er weitaus mehr noch existierende Bausubstanz zu bewahren oder zu retten als wirklich stadtbildprägende und rekonstruktionswürdige Gebäude. Die Paulinerkirche ist eben nach einer jahrelangen Diskussion nur in der jetzigen Form gekommen, das Gewandhaus besitzt bereits eine Spielstätte, andere Orte sind inzwischen überbaut usw. Da ist es doch nur logisch und hat wenig mit einer wie auch immer gearteten "Rekonstruktionsfeindlichkeit" zu tun, wenn bei nicht mehr vorhandenen Gebäuden eher neu, aber dem Stadtcharakter entsprechend gebaut wird. Zu nennen wären hier beispielsweise die neuen Passagen ohne EKZ-Charakter, die seit 1990 in der Innenstadt entstanden oder geplant sind (Strohsack, Hansahaus, Schrödterhaus, Hôtel de Pologne, etc.)

  • Ich hatte mir zwar einen etwas harmonischeren Dachübergang gewünscht, aber abgesehen davon hat mit dem nun vor der Realisierung stehenden Rathausanbau der eleganteste der Entwürfe gewonnen. Er dürfte insofern sicherlich einen Gewinn für die Ecke darstellen.

  • Quote from "Dase"

    als wirklich stadtbildprägende und rekonstruktionswürdige Gebäude.

    Hm, also wenn Gebäude wie Deutrichs Hof, die Döring'schen Häuser, Kochs Hof oder die alte Paulinerkirche nicht "stadtbildprägend und rekonstruktionswürdig" sein sollen, dann weiß ich nicht mehr, was die Begriffe "stadtbildprägend" und "rekonstruktionswürdig" überhaupt noch für einen Sinn haben sollen.


    Dass man sich erst einmal um den Erhalt des Bestehenden kümmert, ist ja völlig o.k., aber wie du selbst sagst wird parallel dazu in Leipzig ja schon seit der Wende auch fleißig neu gebaut. Und da hätte man ebensogut an Rekonstruktionen wie an Neubauten denken können.

  • Quote from "Philon"

    Dass man sich erst einmal um den Erhalt des Bestehenden kümmert, ist ja völlig o.k., aber wie du selbst sagst wird parallel dazu in Leipzig ja schon seit der Wende auch fleißig neu gebaut. Und da hätte man ebensogut an Rekonstruktionen wie an Neubauten denken können.


    Genau. Rekonstruktionen und Sanierungsmaßnahmen stehen nicht wirklich in einem direkten Konkurrenzverhältnis zueinander, auch wenn hin und wieder der Eindruck erweckt werden soll, dass dem so wäre. Eine Entweder-Oder-Situation entsteht jedoch immer dann, wenn die Alternative "moderner" Neubau oder Rekonstruktion aufkommt. In dieser Frage hat sich Leipzig bisher alles andere als rekonstruktionsfreundlich erwiesen - das sollte man bitte ohne Umschweife auch so benennen.

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer

  • Ich habe mal eine Karte gemacht, um die mögliche zukünftige Bebauung samt Rekos zwischen Markt und Böttchergäßchen zu verdeutlichen: Link.
    (Die alten Standorte und Gebäudegrößen stimmen nur ganz grob.)


    Das Jöcher'sche Haus und Koch's Hof wären ohne weiteres rekonstruierbar, solange man das dahinterliegende DDR-Gebäude abreißt, was aber auch sicherlich passieren wird. Bei Koch's Hof könnte man sogar den gesamten Durchgangshof bis zur Reichsstraße wiederherstellen. Nur die Reko der Katharinenstraße 12 ist nicht am ehemaligen Standort mehr möglich, da dort jetzt das Katharinum steht. Man könnte aber etwa 20m weiter südlich das Haus rekonstruieren, wodurch es wieder zum südlichen Eckhaus zum Böttchergäßchen werden würde, da auch dieses Gäßchen nach Süden verschoben wurde (s. Karte). Diese Lösung fände ich angemessen. Insgesamt könnte man hier durch Rekos eine vollständig historische Nordhälfte des Marktes wiedergewinnen.


    Das Lotterhaus stand an der südlichen Ecke zum Brühl. Zumindest das Erdgeschoss blieb bis nach 1960 stehen, wie man im Bildindex sehen kann: Link
    Leider wurden auch diese Reste zu DDR-Zeiten beseitigt. Insgesamt war der DDR-Wiederaufbau in der Leipziger Innenstadt mies bis hundesmiserabel. Zwar wurde die marktseitige Fassade der Alten Waage wiederhergestellt, dafür aber viel viel mehr zerstört.


    Inzwischen ist wohl über 90% der alten Substanz in der Innenstadt saniert/modernisiert, deshalb glaube ich, daß es bald verstärkt zur Rekodiskussion in Leipzig kommen wird. In einigen Bereichen gibt es hier noch viel Potential, z.B. im Matthäiviertel mit der Matthäikirche.