Innenstadt

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Re: Leipzig - Innenstadt

      Und genau dies ist der Punkt: Gewünscht wird die Rekonstruktion eines vor mehr als 100 Jahren abgerissenes Gebäudes und die, einige Meter weiter stehenden, Originalbauten interessieren nicht? Vermutlich ist Oelsners Hof auch nur "minderwertig"? Wer bestimmt eigentlich was minderwertig ist? Mit diesem Argument - MINDERWERTIG- wurden schon ganze Städte abgerissen.


      "Leipziger" schrieb:


      ...
      Webers Hof, Hainstraße 3
      ...
      Erhaltenswert war die (zuletzt ruinöse) eher minderwertige Aufstockung von 1845 nicht. .
      ...




      An dieser Stelle darf daran erinnert werden, dass wir hier nicht über eine Brache reden, auf der Schafe geweidet haben, sondern immer noch über eine Stadt mit erhaltener Bausubstanz. Ich erlaube mir hier, gegen den Mainstream zu schwimmen. Wenn es gelungen ist, Oelsners Hof und die anderen noch auf eine Rettung wartenden Originalgebäude, zu retten, können wir über die Idee einer Rekonstruktion von Gebäuden, die im 19. Jahrhundert abgerissen wurden, nachdenken. Bis dahin hat die Rettung von Originalbausubstanz für mich Priorität. Oder sind tatsächlich Rekonstruktionen (Stahlbetonkerne mit vorgeblendeten Fassaden) inzwischen das, was für nachfolgende Generationen gerettet werden soll?




      Fotothek df ps 0000385 001 Kriege ^ Kriegsfolgen ^ Zerstörungen - Trümmer - Ruin [CC-BY-SA-3.0-de (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en\r
      www.creativecommons.org/licenses ... de/deed.en)], by Richard Peter (1895–1977)







      Hier einige Beispiele aus Leipzig:



      Das Gebäude in der Katharinenstraße -links neben dem Romanushaus- kann von Aktivisten gekauft, und damit erhalten werden.



      [url=http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-J0218-0201-003,_Leipzig,_%22Romanus-Haus%22.jpg][/url]
      [url=http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-J0218-0201-003,_Leipzig,_%22Romanus-Haus%22.jpg]Bundesarchiv Bild 183-J0218-0201-003, Leipzig, "Romanus-Haus"[/url] [CC-BY-SA-3.0-de (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en\r
      www.creativecommons.org/licenses ... de/deed.en)], by Böhnke, from Wikimedia Commons






      Diese Gebäude in der Katharinenstraße sind so "unbedeutend", dass sie von WIKIPEDIA in die Hainstraße von Leipzig verschoben wurden. Kann ja mal vorkommen! Es handelt sich ja nur um original erhaltene Gebäude. Oelsners Hof wird gar nicht erst erwähnt.




      Fotothek df roe-neg 0006259 024 Vorderansicht von Häusern in der Hainstraße [CC-BY-SA-3.0-de (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en\r
      www.creativecommons.org/licenses ... de/deed.en)], by Roger Rössing (1929–2006)




      Fotothek df roe-neg 0006259 013 Vorderansicht eines Hauses in der Hainstraße [CC-BY-SA-3.0-de (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en\r
      www.creativecommons.org/licenses ... de/deed.en)], by Roger Rössing (1929–2006)












      Ich bin nur ein unbeteiligter Beobachter. Wenn ich aber sehe, dass es noch nicht einmal gelungen ist, die vorhandene Reste eines alten Gebäudes zu retten, welche Chancen auf Verwirklichung hätte da wohl der Wunsch, ein, im 19. Jahrhundert abgerissenes, Gebäude zu rekonstruieren?




      Kaufhaus Bruehl Leipzig nach 1908 [Public domain], by Hermann Walter (1838-1909) (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Inv.-Nr. 4658), from Wikimedia Commons





      BrühlWand [GFDL (<a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html" class="external free" rel="nofollow\r
      www.gnu.org/copyleft/fdl.html</a>) or CC-BY-3.0 (http://www.creativecommons.org/licenses/by/3.0\r
      www.creativecommons.org/licenses/by/3.0)], by LutzBruno (Eigenes Werk), from Wikimedia Commons
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      Ich versteh zwar nicht ganz, was damit gemeint war, aber seis drum.
      Bemerkenswert ist dieses Bild vom Fregehaus, nämlich der Barockerker der gegenüberliegenden Seite:


      Fotothek df roe-neg 0006259 013 Vorderansicht eines Hauses in der Hainstraße [CC-BY-SA-3.0-de (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en\r
      www.creativecommons.org/licenses ... de/deed.en)], by Roger Rössing (1929–2006)

      Soviel war noch da von der bedeutenden gegenüberliegenden Katharinenstraßenbebauung? Und das wurde alles abgerissen, ohne Bewahrung von Spolien?
      Irgendwie ist mir der DDR-Aufbau von Leipzig nimmer wurscht. Die haben ja bald mehr zerstört als der Krieg selbst.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      Ja, ich vermute es war die Katharinenstraße 12, die man [url=http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Leipzig_Katharinenstr._14-16,_Stich_um_1720.JPG&filetimestamp=20100207232546]hier[/url] als rechtes Eckhaus zum Böttchergäßchen sehen kann.

      Bei Bildindex gibt es ein Bild von 1963, das wie ich meine das noch stehende Eckhaus zeigt, welches offensichtlich gründerzeitlich aufgestockt wurde:
      Bildlink (klicken zum Vergrößern)

      Die Katharinenstraße 12 zusammen mit dem Jöcher'schen Haus (bildindex.de/bilder/mi12370f05a.jpg), Koch's Hof (de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kochs_Hof_Leipzig_um_1890.jpg) und dem Lotterhaus (16.Jh.) an der Ecke zum Brühl wären alle mögliche Rekokandidaten in diesem Bereich.
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      "Vertex" schrieb:

      Die Katharinenstrasse 12 zusammen mit dem Jöcher'schen Haus (bildindex.de/bilder/mi12370f05a.jpg), Koch's Hof (de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kochs_Hof_Leipzig_um_1890.jpg) und dem Lotterhaus (16.Jh.) an der Ecke zum Brühl wären alle mögliche Rekokandidaten in diesem Bereich.


      Ich dachte immer, alle diese potentiellen Rekonstruktionen wären wegen des Schuhkartons von Bildermuseum, der da jetzt steht nicht mehr möglich - deshalb finde ich dieses Teil ja katastrophal.
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      nein, die kämen erst weiter Richtung Rathaus, doert wo der quadratische Block steht.
      Außerdem ist Leipzig mE eher rekofeindlich eingestellt. Man setzt zwar einigermaßen auf Qualität, aber dass ein völlig verloren gegangenes Haus wiedererrichtet wird, ist nach der Wende mE nicht vorgekommen.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      Rekos für Leipzig! Solange die Bauplätze mit Bauklötzchen besetzt sind, besteht zumindest für die Zukunft Hoffnung.

      "spacecowboy" schrieb:

      Im Herbst baut Hochtief dieses Tortenstück, das vom Leipziger Architekturbüro schulz & schulz entworfen wurde. Damit wird nach über 60 Jahren die Brache am Neuen Rathaus (bzw. am sog. Stadthaus) geschlossen.

      s1.directupload.net/images/110104/2y6lq39w.jpg

      Richtig klasse. Das ist die Moderne, die mir gefällt. Streamline-Moderne, mit einem Einschlag von Art Deco.
      Scheint leider irgendwann in den 30er Jahren beinahe ausgestorben zu sein.

      Aber warum ausgerechnet dort? Ist mE die falsche Stelle für einen so hohen Bau. Da gibt es doch geeignetere Standorte in der Innenstadt.
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      ^ solche Mintürmchen orientieren sich in Leipzig ja meistens am Ring, insofern passt der Standort doch recht gut. Hinzu kommt, dass die Visualisierung aufgrund des Weitwinkels täuscht, der Eckturm ist lediglich so hoch wie die Rathausgaupen. Die anderen Entwürfe mit modernen Gaupeninterpretationen hätten diese ebenfalls auf diese Höhe hochgezogen und dadurch wohl weitaus massiver gewirkt.

      @ ursus carpaticus: es mag sein, dass Komplettrekos eher selten sind, wenn man sich aber einmal die ellenlange Liste von Teilrekos anschaut, und ich rede hier keineswegs von instandgesetzten Elektroleitungen und ein wenig Stuck, sondern von wiederhergestellten Flügeln und Dachlandschaften mit Türmen, Wiederaufstockungen etc., wird man unweigerlich feststellen, dass in Leipzig weitaus mehr passiert ist, als nur "einigermaßen auf Qualität" setzende Renovierungen. Stellvertretend genannt seien hier die Universitätsbibliothek Albertina, das Trifugium, das städtische Kaufhaus, Speck's Hof, hinzu kommen etliche weitere Innenstadtgebäude plus Dutzende, wenn nicht hunderte von wiederhergestellten Bürgerhäusern, Schulen, etc. Kann man sich alles bildlich hier im Forum anschauen.

      In Leipzig gab es nun einmal seit Anfang der 90er weitaus mehr noch existierende Bausubstanz zu bewahren oder zu retten als wirklich stadtbildprägende und rekonstruktionswürdige Gebäude. Die Paulinerkirche ist eben nach einer jahrelangen Diskussion nur in der jetzigen Form gekommen, das Gewandhaus besitzt bereits eine Spielstätte, andere Orte sind inzwischen überbaut usw. Da ist es doch nur logisch und hat wenig mit einer wie auch immer gearteten "Rekonstruktionsfeindlichkeit" zu tun, wenn bei nicht mehr vorhandenen Gebäuden eher neu, aber dem Stadtcharakter entsprechend gebaut wird. Zu nennen wären hier beispielsweise die neuen Passagen ohne EKZ-Charakter, die seit 1990 in der Innenstadt entstanden oder geplant sind (Strohsack, Hansahaus, Schrödterhaus, Hôtel de Pologne, etc.)
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      "Dase" schrieb:

      als wirklich stadtbildprägende und rekonstruktionswürdige Gebäude.
      Hm, also wenn Gebäude wie Deutrichs Hof, die Döring'schen Häuser, Kochs Hof oder die alte Paulinerkirche nicht "stadtbildprägend und rekonstruktionswürdig" sein sollen, dann weiß ich nicht mehr, was die Begriffe "stadtbildprägend" und "rekonstruktionswürdig" überhaupt noch für einen Sinn haben sollen.

      Dass man sich erst einmal um den Erhalt des Bestehenden kümmert, ist ja völlig o.k., aber wie du selbst sagst wird parallel dazu in Leipzig ja schon seit der Wende auch fleißig neu gebaut. Und da hätte man ebensogut an Rekonstruktionen wie an Neubauten denken können.
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      "Philon" schrieb:

      Dass man sich erst einmal um den Erhalt des Bestehenden kümmert, ist ja völlig o.k., aber wie du selbst sagst wird parallel dazu in Leipzig ja schon seit der Wende auch fleißig neu gebaut. Und da hätte man ebensogut an Rekonstruktionen wie an Neubauten denken können.

      Genau. Rekonstruktionen und Sanierungsmaßnahmen stehen nicht wirklich in einem direkten Konkurrenzverhältnis zueinander, auch wenn hin und wieder der Eindruck erweckt werden soll, dass dem so wäre. Eine Entweder-Oder-Situation entsteht jedoch immer dann, wenn die Alternative "moderner" Neubau oder Rekonstruktion aufkommt. In dieser Frage hat sich Leipzig bisher alles andere als rekonstruktionsfreundlich erwiesen - das sollte man bitte ohne Umschweife auch so benennen.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      Ich habe mal eine Karte gemacht, um die mögliche zukünftige Bebauung samt Rekos zwischen Markt und Böttchergäßchen zu verdeutlichen: Link.
      (Die alten Standorte und Gebäudegrößen stimmen nur ganz grob.)

      Das Jöcher'sche Haus und Koch's Hof wären ohne weiteres rekonstruierbar, solange man das dahinterliegende DDR-Gebäude abreißt, was aber auch sicherlich passieren wird. Bei Koch's Hof könnte man sogar den gesamten Durchgangshof bis zur Reichsstraße wiederherstellen. Nur die Reko der Katharinenstraße 12 ist nicht am ehemaligen Standort mehr möglich, da dort jetzt das Katharinum steht. Man könnte aber etwa 20m weiter südlich das Haus rekonstruieren, wodurch es wieder zum südlichen Eckhaus zum Böttchergäßchen werden würde, da auch dieses Gäßchen nach Süden verschoben wurde (s. Karte). Diese Lösung fände ich angemessen. Insgesamt könnte man hier durch Rekos eine vollständig historische Nordhälfte des Marktes wiedergewinnen.

      Das Lotterhaus stand an der südlichen Ecke zum Brühl. Zumindest das Erdgeschoss blieb bis nach 1960 stehen, wie man im Bildindex sehen kann: Link
      Leider wurden auch diese Reste zu DDR-Zeiten beseitigt. Insgesamt war der DDR-Wiederaufbau in der Leipziger Innenstadt mies bis hundesmiserabel. Zwar wurde die marktseitige Fassade der Alten Waage wiederhergestellt, dafür aber viel viel mehr zerstört.

      Inzwischen ist wohl über 90% der alten Substanz in der Innenstadt saniert/modernisiert, deshalb glaube ich, daß es bald verstärkt zur Rekodiskussion in Leipzig kommen wird. In einigen Bereichen gibt es hier noch viel Potential, z.B. im Matthäiviertel mit der Matthäikirche.
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      @ Philon: die Paulinerkirche hatte ich genannt, hier gab es eine jahrelange Diskussion, die sich nicht so einfach auf den reinen Rekogedanken reduzieren lässt. Dazu wurden Bücher geschrieben und der jetzige Bau ist eben das Ergebnis dieser Diskussion. Deutrichs Hof ist weiterhin als Reko geplant, auf dem Gelände von Koch's Hof fanden seit der Wende keinerlei Baumaßnahmen statt. Einzig bei den Döring'schen Häusern kann man von einer verpassten Chance sprechen, wobei dies eben nicht aus dem reinen Gedanken "Neubau statt Reko" sondern im Rahmen des Gesamtplanes Bildermuseum geschah. Ein m.E. kleiner aber feiner Unterschied. Wir haben also weiterhin kaum Beispiele, bei dem man einfach aus einem kommerziellem Interesse heraus kombiniert mit Desinteresse der Stadtplanung auf eine Reko verzichtet hätte, wie du und Georg Friedrich das impliziert. Eine Ausnahme wäre vielleicht Äckerleins Hof, dort gab es in den 90ern mal Entwürfe zur Reko.

      @ Weltfrieden: man sollte bei jedem Rekonstruktionswunsch doch wenigstens kurz Bedenken, wer außer Stadtbildbewunderern das Ganze eigentlich braucht. Wohin willst du denn den Individualverkehr und Straßenbahnen am Goerdelerring verbannen und wer um Himmels Willen soll ein zusätzliches Theater nutzen - und das in einer Stadt, deren Kultur trotz der zweithöchsten Pro-Kopf-Ausgaben in Deutschland jedes Jahr erneut sparen muss? Es gibt ja bereits ein neues "Centralthater", dass bald komplett renoviert sein wird. Dagegen wäre eine Reko des Johanniskirchturms nicht nur städtebaulich sinnvoll, sondern könnte beispielsweise auch als kleines Museum am Bach'schen Originalgrab samt Doku der späteren Planungen (Mausoleum & Co) genutzt werden.

      Wieso allerdings sollte man sich überhaupt um den Abriss und Ersatz existierender Strukturen Gedanken machen, solang noch etliche Lücken zu schließen und ganze Innenstadtquartiere (Matthäikirchhof) neu zu bebauen sind?

      Eine periphäre Anmerkung: Der Ausbau der F-E-Straße hat übrigens weniger etwas mit den Ringplänen Ritters zu tun als vielmehr mit den 90er-Verkehrsanbindungsplanungen der Stadt fürs Zentralstadion.
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      Guter Beitrag, Dase.
      Das alte Gewandhaus würde Leipzig zwar gut stehen, aber ich glaube mit der Rekonstruktion von Theater- und Opernhäusern brauchen wir in Deutschland in naher Zukunft nicht rechnen. Wobei mir da schon einige ganz dringende Kandidaten (Frankfurter Schauspielhaus & Schumanntheater, Köln, Rostock,...) einfielen.
    • Re: Leipzig - Innenstadt

      "Leipziger" schrieb:



      Bosehaus, Thomaskirchhof
      Barock überformter Renaissancebau. Die Halle im Erdgeschoss mit den dorischen Säulen stammt aus der Renaissance, genaues Baujahr m.W. nicht bekannt.
      Die Hauptwohnräume im Vorderhaus, 1. OG beinhalten eine barocke Raumaufteilung mit klassizistisch/biedermeierlichen Türen (Zopf-Stil).
      Die Sanierung von 1985 war in der Tat sehr substanzschonend, aber eindeutig auf die Wiederherstellung des vorgründerzeitlichen Zustands ausgerichtet. Es wurde u.a. im Innenhof ein gründerzeitlicher Laufgang zur Erschließung der sehr schmalen und einhüftigen Flügel abgebrochen. Diese Herangehensweise muss auch hier als richtig angesehen werden. Das Foto der Rückseite von Stahlbauer aus den 80er Jahren zeigt nicht das Bose-Haus, sondern die Rückseite der Häuser Ratsfreischulstraße (Schulstraße).
      Die jüngst abgeschlossene Sanierung (2009/10) wird vermutlich von der Nachwelt nicht ganz so gut eingeschätzt werden. Es wurde erheblich modernisiert und Substanz ausgetauscht, ein neues Treppenhaus im Seitenflügel eingebaut. Die Rückseite wurde meiner Meinung nach durch diesen neuen tiefergelegten Garten und Vorbau nicht nachhaltig vorteilhaft verändert.



      In den Diskussionen fällt sonst eine gewisse Vorliebe der Leipziger für Grünanlagen auf. Hier gefällt sie offensichtlich weniger. Bislang konnte ich mir noch kein eigenes Bild von dem neu geschaffenen Garten - oder eher dem Gärtchen- machen. Leipziger kann uns ja mal ein paar Fotos einstellen.

      Über die Qualität der Umbauten habe ich auch schon andere Meinungen gehört. Bei den 2010 beendeten Umbauten soll wohl auch der eine oder andere grobe Pfusch aus DDR-Tagen gefunden worden sein. Sei´s drum! Den Garten kann man später wieder abreißen. Es sei denn, die Leipziger schließen ihn doch noch in ihr Herz.

      Das Gebäude als solches steht noch. Wenn etwas doch nicht gelungen seien sollte, kann später rekonstruiert werden.

      Zum Bosehaus noch zwei Fotos vom Innenhof . Eines der Baudetails, die durch Abriss späterer Einbauten wieder hergestellt wurde (rekonstruiert wurde :zwinkern: ), ist ein kleiner Sommersaal mit einer noch kleineren Empore. Davon habe ich leider keine Fotos.







      Alle eigene Fotos.

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    • Re: Leipzig - Innenstadt

      Wenn vorgetragen wird, Leipzig wäre generell rekonstruktionsfeindlich, frage ich mich, ob es nicht besser gewesen wäre, die rekonstruierten Gebäude moderner zu rekonstruieren. Eventuell so wie die Alte Pinakothek in München?



      Alte Pinakothek Ostfluegel von Sueden Muenchen-1 [CC-BY-SA-3.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (<a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html" class="external free" rel="nofollow">gnu.org/copyleft/fdl.html</a>)], by Rufus46 (Own work), from Wikimedia Commons


      In der Leipziger Innenstadt war dieses -heute als Trifugium benannte- Gebäude stark....





      oder sehr stark beschädigt.








      Das alte Eckgebäude wurde komplett abgerissen und anschließend dieser Neubau errichtet. Kann das als Rekonstruktion durch gehen? Wenn nicht, wie kann man es dann bezeichnen?










      Alternativ hätte man natürlich auch modern bauen können. :peinlich:



      Nicht gekennzeichnete Fotos: Eigene Fotos.

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    • Re: Leipzig - Innenstadt

      Dieses Gebäude in der Hainstraße, in dem sich heute ein schwedisches Modehaus befindet, ist, aus meiner Sicht, eine Rekonstruktion. Nach dem Krieg stand bis in die 1990er-Jahre lediglich ein Teil der Fassade. Das Erdgeschoss wurde als Ladengeschäft genutzt. Der Rest war Luft. Daneben befand sich ein Trümmergrundstück. Diese Lücke wurde mit einem Neubau geschlossen.








      Diese Gebäude in der Hainstraße wurden überwiegend umgebaut. Sicher kann ein Leipziger genauer beschreiben, wieviel an diesen Gebäuden noch original ist und was abgerissen wurde.






      Eigene Fotos.

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    • Re: Leipzig - Innenstadt

      Gute Nachrichten für den historischen Oelßners Hof in Leipzig.

      Die allgemeinen Neujahrswünsche sind gerade erst verklungen - für Oelßners Hof dürfte tatsächlich ein glückliches 2011 bevorstehen. Denn die vor mehr als 100 Jahren erbaute Pelzhändlerpassage sieht endlich ihrer Sanierung entgegen. Zumindest ist der zweite Nachtrag zum Bauantrag in der Stadtverwaltung hereingeflattert. "Momentan warten wir auf die Baugenehmigung", bestätigt Claus Sauter, der das Areal bereits vor über drei Jahren vom Bund erwarb. Er habe vor, "im Frühjahr 2011" mit der Sanierung des kompletten Hofes loszulegen. Und wenn das Wetter einigermaßen mitspiele, stehe als Fertigstellungstermin der 30. Juni 2012.

      Nachdem sich bestimmte Nutzungsvorstellungen des Investors - unter anderem wurde zwischenzeitlich auf die Ansiedlung des Universitätsarchivs gehofft - nicht verwirklichen lassen konnten, gibt es nun einen Schwenk hin zu einem größeren Wohnanteil. "In den beiden obersten Etagen sind ansprechende Wohnungen geplant, in den drei mittleren eine gemischte Nutzung", berichtet Sauter über seine Pläne. Bei der anstehenden Sanierung sollen die Fassaden hin zu den beiden Straßen in jedem Fall erhalten werden, im Innenhof sind wohl auch kleine Änderungen möglich, denn dessen Außenwände müssen laut Stadtverwaltung nur in Kopie konserviert werden. "Für die Passage selbst gibt es schon viele Interessenten", zeigt sich der Investor, zugleich Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Bio-Energie AG (Verbio), optimistisch. Ihm sei wichtig, den Durchgangshof auch konzeptionell zu gestalten, "die Geschäfte sollen zueinander passen".

      Gute Nachrichten auch für einen weiteren Schandfleck in der Innenstadt. So soll im gleichen Atemzug das seit Jahren brach liegende und als Notparkplatz genutzte Eckgrundstück Ritterstraße/Brühl in ein - allerdings wohl nicht öffentliches - Parkhaus samt Gewerbefläche im Erdgeschoss verwandelt werden, was schon zu Sauters Vorzeiten seit dem Jahr 2000 in der Diskussion ist. Offenbar konnte einer der beiden damaligen Preisträger für die Gestaltung des Areals weiter gebunden werden. Gegen die Pläne, an dieser Stelle ein öffentliches Parkhaus zu errichten, hatte es vor gut einer Dekade massive Kritik von Umweltverbänden gegeben. Die können sich aber offensichtlich mit der Nutzung nur durch Anwohner und umliegende Firmen anfreunden. "Für die rund 1000 Quadratmeter große, ebenerdige Gewerbefläche sind wir noch auf der Suche nach einem geeigneten Mieter", so Sauter. Er könne sich einen Lebensmittel- oder Biomarkt vorstellen. Und auf das Parkhaus-Dach solle den aktuellen Plänen zufolge eine Penthouse-Wohnung kommen.

      Noch führt das nach Kommerzienrat Wilhelm Oelßner benannte Ensemble, der hier 1896 sein erstes Geschäftshaus errichtete, ein eher stiefmütterliches, weil verschlossenes und unbeachtetes Dasein. Doch stehen die Chancen so gut wie nie, dass das repräsentative Haus mit seinem mächtigen Wappen und den Merkurbüsten die nördliche City deutlich aufwertet.

      Quelle:LVZ-Online


      Oelßners Hof liegt zwischen der NIKOLAISTRASSE und der RITTERSTRASSE


      Oelßners Hof in der Nikolaistraße.











      Oelßners Hof in der Ritterstraße.

      Auf dieser Brache soll das Parkhaus entstehen.








      Eigene Fotos.

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    • Re: Leipzig - Innenstadt

      Das ist in der Tat eine gute Nachricht für Oelßners Hof, hoffentlich kann dieses Geschäfts-, Park- und Wohnhaus auf dem benachbarten Eckgrundstück zum Brühl stadtbildverträglich gestaltet werden - man sollte davon ausgehen können, dass der linke Nachbar an der Ritterstraße nicht unterboten werden wird.

      Hier noch eine weitere Ansicht der Fassade zur Ritterstraße (2009):

      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)