Wünschenswerte Rekonstruktionen

  • Treverer. Aber was denn........


    Denken Sie wirklich das auserhalb das Schloss und vielleicht der Dom noch Geld, Interesse und Wille da sein um ein drittes Gebäude (oder ein wesentlich fehlendes Teil) zu rekonstruieren? Und dann auch noch ein Gründerzeitler? Schloss und Dom werden die nächste 10 Jahren eine Menge Geld kosten. Bleibt wenig übrig.


    Bei das Postmuseum fehlen die beide Türme, in die ganze Mitte fehlen 100 einst das Städtebild so wunderbar prägende Türme....... keiner ist bis heute rekonstruiert worden. Das sagt doch genug über die Desinteresse.


    So was gibt dich doch Hoffnung auf eine schöne Wiederaufbau oder Rekonstruktion auuserhalb das Schloss und welches Gebäude muss dann bestimmt wieder aufgebaut werden?


    Gibt mir bitte mal deine Liste.

  • @uaoj36


    Hm...? Mein Beitrag war doch durch und durch pessimistisch. :zwinkern:
    Ich denke auch nicht, dass sich in der Hauptstadt noch viel in Richtung Reko tun wird, leider.

  • Quote from "Treverer"

    Mein Gott! Jetzt mal im Rückblick auf vorangegangene Seiten dieses Threads. Was war Berlin einst prächtig! Die Stadt hätte einen Vergleich mit dem damaligen Paris und London locker standhalten können. Hätte man sich beim Wiederaufbau nur etwas mehr Mühe geben... da wäre immer noch genug übrig, um nicht heute so armselig dazustehen. Es ist ein Jammer! Und es ist auch ein Jammer, dass ich als Deutscher schon Paris, London, Rom und Wien bewundert habe aber ich bislang nicht den Drang verspürte mir Berlin "anzutun".
    Naja, vielleicht wird in Zukunft doch noch was gerettet...?


    Mein letzter und bisher einziger Aufenthalt in London liegt zwar schon recht lange zurück, in einer Zeit als mir Architektur noch nicht wirklich etwas bedeutete. Ist denn London so viel anders als Berlin? Ist London reich an alter Bausubstanz?! Sicher ist jedoch, dass es anders als Paris in der Vergangenheit von den Deutschen nie bewundert wurde oder als Stadt galt, mit der es sich zu messen galt.


    Rom sticht aus einer Zusammenschau mit Paris, London und Wien deutlich heraus. Die ewige Stadt ist auch heute noch eine Stadt, die ihr hohes Alter auf Schritt und Tritt bezeugt. Paris ist dagegen eine Stadt, deren fantastischer Ruf eher auf Konvention denn auf Substanz beruht. Paris und Wien wirken zwar geschlossen, aber zu bedeutenden Teilen eben auch als Neuschöpfungen des 19. Jahrhunderts. Berlin und London haben mittlerweile beide selbst dieses neue Gesicht, das ihnen das 19. Jahrhundert gegeben hat, verloren und sind einander in meinen Augen daher gar nicht einmal so unähnlich.

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer

  • @ Georg Friedrich


    Klar, London hat durch die Bombardierungen und die letzten Jahrzente einiges seiner ursprünglichen Gestalt verloren. Aber doch kein Vergleich mit den Verlusten von Berlin. Da fehlen doch teils ganze Stadtviertel. Es fehlt die Altstadt komplett! Londons Innenstadt besitzt noch immer viele geschlossene Altbauviertel. Der alte Charm dieser Metropole besteht noch heute. Kein Zweifel! Bei Berlin muss man wahrscheinlich schon viel Fantasie aufbringen um die alte Schönheit zu entdecken, oder? :zwinkern:
    Zu Paris will ich noch sagen, dass es zwar nicht (überall) so historisch wie Rom ist, aber durch seine "Schönheitskur" im 19. Jahrhundert, für mich jedenfalls, die schönste Stadt der Welt ist.

  • Georg Friedrich. Gib hier Treverer völlich Recht.


    London wurde nur rund St Paul und östlich davon (arme dichtbebauten Viertel) bombardiert. Was heute so einer schönen Eindruck hinterlässt sind die kilometer lange Strassen und Plätze westlich St. Pauls. Da hat Berlin nichts zu bieten. Berlin's neue Innenstadt ist heute für 50% sehr modern gestaltet, ist viel kleiner dann die Innenstadt Londons und bietet ein sehr fragmentiertes Bild mit grossen Leeren Flächen. In London sind alle grosse Gebäuden in das Regierungsviertel Westminster alle behalten (teils auch restauriert), weil in Berlin 90% verschwunden ist!!!
    Londons Gebäuden und Strassen sind sehr impossant, weil Berlin die noch kaum hat.


    London, Paris sind qua Grösse und geschlossen Struktur sehr ähnlich. Berlin, Rom und Wien sind viel kleiner. Wien und Rom bieten einen geschlossen Struktur, weil Berlin eine sehr zersplitterte Eindruck hinterlässt. Sogar Wilmersdorf und Charlottenburg besitzen wenig Strassen mit eine einheitlich geschlossen Struktur oder Ansicht.


    Nach dem Krieg wurde in Berlin (ganz Deutschland) fast nichts getan um die Auflöckerung oder Beschädigungen harmonisch zu beiseitigen: moderne offene Wohnblocks werden abgewechselt mit entstückte Fassaden der verblieben Altbauten. In die Mitte stehen vereinzelt die wenige restaurierte Gebäuden herum und absichtlich wurde dabei verzichtet auf restauration von "Wilhelminische" oder "Kaiserliche" Ornamenten, Türme, Kuppel. Gründerzeitler wurden total misachtet!!!


    Nein, leider ist Berlin was "schönheit" betrifft ganz unten am Boden, obwohl die Stadt die letzte 15 Jahre eine Bauboom hat, die 50% der Löcher mit Neubauten gefüllt hat. Die wirklich wertvolle Rekonstruktionen (ausserhalb der Kommandantur) sind ausgeblieben.

  • Quote

    Londons Gebäuden und Strassen sind sehr impossant, weil Berlin die noch kaum hat.


    Klar. Londons Gebaeude und Strassen sind sehr imposant, waehrend Berlin kaum noch solche hat. In London ist der Flair der Kolonialen Epoche und des Empire noch vollstaendig erhalten, und das heutige England baut weiter darauf fort. Darueber gibts dort keinerlei ernsthafte Bedenken, wie man auch dazu stehen mag. Auch Neubauten koennen dem nichts anhaben, wenn sie nur nicht mitten in den historischen Zentren, sondern etwas am Rande plaziert werden.
    Berlin ist politisch und kulturell zutiefst gepraegt von den Katastrophen der Nazizeit, Besatzung und Teilung. Daran kann sich realistisch gesehen kurzfristig nur ganz wenig aendern. Nichts eigentlich.

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • OK es wird jetzt richtig viel negatives ueber Berlin gesprochen: aber schauen wir mal wie die Stadt im 20 Jahrhundert gelitten hat: und schauen wir uns die Stadt jetzt mal an: es sieht garnicht so schlecht aus: Aber gut ich gebe euch recht auch wenn man ( wann denn ??) das Schloss jemals wiederaufbaut ( auch die Bau Akademie bitte sowie Schnikel Platz a la Stuhlhemmer) ist vieles endgueltig zerstort worden, was vielleicht wiederaufgebaut werden konnte: Neumarkt an der Marienkirche z.B. oder Firscherinsell: aber vielleicht kommt mal eine Zeit dass man manches abreisst was man jetzt ""verflucht""??hofen wir's :zwinkern:

  • Der Wiederaufbau in der riesigen Ödnis zwischen Fernsehturm und Schlossplatz scheint mir das grösste problem für eine künftige Stadtplanung in Berlin zu sein. Irgendwie wird der Fernsehturm nie richtig zu einer Wiederherstellung der kleingliedrigen Parzellen der ehem. Altstadt um die Marienkirche passen. Und der Spargel zu entfernen, das wird auch nie gehen.

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Brandmauer & Van Dyk.


    Wir sind also ganz einig in dieser Hinsicht, obwohl ich das alte Berlin sehr liebe. "Gar nicht so schlecht" wiederaufgebaut ist sicher nicht "gut" oder "ausgezeignet".
    Dafür fehlt einfach zu Vieles. Bin auch der Meinung das inzwischen viel getan wurde um die Löcher zu schliessen, aber sehe zu wenig Reko's oder "historisch angelehntes Bauen" zurück. Es muss (und soll) doch endlich klar werden das es mit nur Neubauten (Vorbild: Potsdamer Platz) kein "Flair" bauen lässt.


    Berlin besitzt heute sehr viel Ähnlichkeiten mit Washington.!!!
    Möchte in Berlin selber mehr von "Paris", "London", "Wien", "St. petersburg" sehen.


    Ja, die Rekonstruktion des Schlosses heilt ein grosses Loch, aber ist nur
    5% der Reko-bedürfniss für ganz Berlin. Die restliche 95% wird wohl nie mehr kommen. Insofern bin ich ebenso pessimistisch wie euch.

  • Quote

    Und der Spargel zu entfernen, das wird auch nie gehen.


    Warum auch? Es ist doch inzwischen DAS Wahrzeichen Berlins überhaupt!
    Hauptsache das Schloß wird gebaut - und mehr zu erwarten halte ich für utopisch.

    Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.


    Oscar Wilde (1854-1900)

  • Das Wahrzeichen Berlins überhaupt bleibt das Brandenburger Tor.
    Und zum Schloss: Ja, aber dann bitte mit historisch rekonstruierter Spreeseite! Vor allem die Erasmuskapelle sähe ich gerne wieder dort.

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Na klar ist das Brandenburger Tor ein Wahrzeichen Berlins, genauso wie der Reichstag. Mit dem großen "DAS" wollte ich nur ausdrücken, daß man dieses Wahrzeichen von überall her sehen kann - es ist ein "überragendes" Wahrzeichen der Stadt. :zwinkern:


    Zum Schloß: Wenn man es schon rekonstruiert, dann bitte ganz - also alle Seiten historisch. Alles andere würde irgendwie komisch aussehen (meine Meinung).

    Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.


    Oscar Wilde (1854-1900)

  • Mal abgesehen davon ist der Fernsehturm auch irgendwie cool. Man kann ja alles um ihn herum bebauen (also bis auf den Block, wo sein Sockel und die Umbauten stehen).

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Neben den Gebäuden, die man auf diesem Foto von 1905 sieht, wäre die Rekonstruktion der historischen Straßenbeleuchtung des Mittelstreifens UdL wünschenswert.
    Die Wiederherstellung der historischen Kandelaber am Forum Fridericianum zeigt beispielhaft wie sehr das Gesamtbild aufgewertet wird.


    Hier zwei Abbildungen von der Situation UdL - Ecke Friedrich-Straße :( :


    1905:

    Quelle:
    Das historische Berlin- P. Wietzorek


    Heute:

    Quelle:
    http://www.flickr.com/photos/7949968@N06/482939645/\r
    http://www.flickr.com/photos/7949968@N06/482939645/

  • Muß sagen das ich mich etwas wundere welche Wendung das Topic hier nimmt.Tendenz scheint zu sein Berlin zu verdammen und London zu bejubeln.Die Argumente dafür finde ich ziemlich oberflächig, mehr schein als sein.


    uaoj36 schrieb:

    Quote

    London wurde nur rund St Paul und östlich davon (arme dichtbebauten Viertel) bombardiert.


    Ach ja das war auch nur das Historische Herz Londons nicht so wichtig.
    Wieviele Kirchen von Wren vernichtet, acht stück, ach...


    Nein, in diese Diskussion stehe ich auf der Seite von GeorgFriedrich, irgendwie finde ich seine Haltung kunsthistorisch besser.

  • Ja, diese Beleuchtung war wirlich interessant und auch nicht grad alltäglich - oder? Zumal ja die Beleuchtung am Straßenrand auch rekonstruiert wurde. Aber kann es sein, dass die schon vor dem Krieg ausgetauscht wurde? Bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass auf "neueren" Bilder auch schon andere Beleuchtung zu sehen war...Aber das wär ja kein Hindernis :). Aber leider wurde die Beleuchtung auf de Mittelstreifen erst vor Kurzem erneuert, sodass wohl in nächster Zeit nichts daraus wird. Wobei die nun auch nicht SOne Katastrophe ist...

  • Quote from "Benni"

    Aber kann es sein, dass die schon vor dem Krieg ausgetauscht wurde? Bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass auf "neueren" Bilder auch schon andere Beleuchtung zu sehen war...Aber das wär ja kein Hindernis :). Aber leider wurde die Beleuchtung auf de Mittelstreifen erst vor Kurzem erneuert, sodass wohl in nächster Zeit nichts daraus wird. Wobei die nun auch nicht SOne Katastrophe ist...


    Ich bin mir auch nicht sicher ob diese Beleuchtung vor dem Krieg schon ausgetauscht wurde. Bei Bildindex habe ich jedenfalls ein "neueres" Bild von 1910 entdeckt auf dem diese Leuchte noch zu sehen ist.


    Die neuen Kandelaber, die am Rande des Mittelstreifens installiert wurden stehen einer Rekonstruktion der historischen Beleuchtung eigentlich nicht im Wege, da sich diese besonderen Leuchten (soweit ich weiß) nur am Anfang und am Ende jedes Abschnittes des Mittelsteifens befanden.


    Neue Kandelaber auf dem Mittelstreifen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Unter_den_Linden_im_Herbst.jpg\r
    de.wikipedia.org/wiki/Bild:Unter ... Herbst.jpg


    Wenn man genau hinsieht, erkennt man den besagten Kandelaber hinter dem Reiterstandbild Friedrich des Großen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Berlin_Unter_den_Linden_um_1900.jpg\r
    de.wikipedia.org/wiki/Bild:Berli ... m_1900.jpg


    Über eine Rekonstruktion würde ich mich jedenfalls sehr freuen. Es sind doch gerade solche Details, die dran erinnern, dass man sich im historischen Herzen Berlins befindet. :lachen:

  • Ach so...Dann sehe ich da auch kein Problem drin - außer der Senatsverwltung. Weil sie die Sichtachse verstellen oder so... :augenrollen:


    Und wie man auf diesem Bild sieht, wurden vor dem Krieg auch schon die Kandelaber an Straßenrand durch diese simplen Laternen ausgetauscht und die wurden ja nun auch wieder hergestellt (und vor allem neue Bäume gepflanzt :schockiert: ).
    http://www.bildindex.de/bilder/MI09234i10b.jpg


    Also dürfte der Geschichtsfaktor auch kein Hindernis sein. Und mir fällt grad ein, dass ja auf dem "Platz des 18. März" auch wieder 2 hist. Kandelaber stehen. Vielleicht könnte doch was daraus werden...Cool, wo muss ich unterschreiben ;)?


    Dieses Gemälde habe ich als Bildschirmhintergrund :).

  • Da fällt mir gerade ein, dass ja an der Ecke UdL - Friedrich-Straße ein U-Bahneingang gebaut wird und das sogar auf dem Mittelstreifen.


    Hoffen wir das Beste, dass nicht genau an dem Standort dieser Leuchte der Eingang entsteht :!:


    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0630/lokales/0084/index.html\r
    http://www.berlinonline.de/berliner-zei ... index.html


    Quote

    Geändert wurden vor allem die Planungen für den U-Bahnhof, in dem die Fahrgäste zwischen der U 6 und der U 5 umsteigen können. Er sollte auch Aufgänge zur Nordseite der Straße Unter den Linden erhalten, die dort die Friedrichstraße kreuzt. Doch dafür fehlt Platz, sagte Necker. "Nach unserem Konzept wird dieser U-Bahnhof nur auf der Mittelpromenade Unter den Linden Zugänge erhalten" - einen westlich, einen östlich der querenden Friedrichstraße.

  • Lohnt es sich die Senatsverwaltung anzuschreiben, dass eine mögliche Rekonstruktion der Kandelaber bedacht werden soll und die Planung der U-Bahn-Aufgänge (Position) dem entsprechend angepasst werden muss :?: