Wünschenswerte Rekonstruktionen

  • Quote

    Aber es ist nicht so wichtig, daß das 1899-Giebel wieder kommt. Ich denke, daß eine historische Rekonstruktion des gotischen Kirchenraumes wichtiger ist.


    Da bin ich ganz anderer Meinung!


    Mir ist das Äußere bei jedem Gebäude wichtiger als der Innenraum!


    Mal ganz blöd gesagt: Man geht doch viel häufiger an einem Gebäude vorüber, als man hineingeht!


    Und nur das Äußere trägt zu einem gelungenem Stadtbild bei!

  • Und mir ist das Gesamtensemble Augusteum + Paulinerkirche wichtig, von denen die Kirche auf den originalen Innenraum zurückhaben muss.


    Die ganze Geschichte ist doch sowieso nur peinlich... ist schon ein Baubeginn geplant oder kann man das ganze noch kippen?

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Quote from "der_Sauerländer"

    Mir ist das Äußere bei jedem Gebäude wichtiger als der Innenraum!


    Das ist in den meisten Fällen so aber nicht immer, meine ich. Manchmal ist das Innere wichtiger als das Stadtbild. Im gotischen Kirchenraum predigte Martin Luther. Nur in diesem Raum ist es möglich, einen ausgezeichneten Platz für die schöne Kunstschätze zu finden, die die Zerstörung der Kirche überlebten.


    Aber selbstverständlich würde die beste Lösung eine Gesamtrekonstruktion der Kirche, innen und draußen, und der historische Universitätsgebäude sein! :D

  • Was denn für Kunstschätze? Sollte da nicht die Mensa rein? Dann dürfte das Innere eigentlich zu 99% die Studenten - denen das bestimmt zweitrangig ist - interessieren. Das Äußere hingegen sehen die XXXX Passanten, die täglich daran vorbeilaufen...


    Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, wieso man innen rekonstruiert, und außen wieder den Rebellen raushengen lassen muss...

  • Quote from "Ben"

    Was denn für Kunstschätze? Sollte da nicht die Mensa rein?


    Viele Epithaphien, Grabplatten und der Kanzel -
    Kunst für Integration in den Neubau am Augustutsplatz (pdf)


    Hauptchor:


    Der Paulineraltar ist (momentan?) in der Thomaskirche:



    Jury beendete Streit um Pauliner-Aula (MDR) ("Beendete Streit"? Die Meinungen über das sind ganz sicher geteilt!!)


    Quote

    Als "geistiger Mittelpunkt" der Universität sollte vielmehr eine multifunktionale Aula dienen, geeignet für akademische Festakte, Gottesdienste, Proben und Konzerte von Chor und Orchester der Universität sowie für wissenschaftliche Konferenzen. In ihrer Gestaltung sollte die Aula an die zerstörte Kirche erinnern. Zum Campus sollten außerdem ein Gebäude für die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, ein Audimax mit 800 Plätzen und eine neue Mensa gehören.


    Das Paulineraula und das Mensa sind unterschiedliche Räume. Dennoch fürchte ich, daß es schwierig ist, das gotische Aula "multifunktional" zu einrichten.

  • Schon das Wort "multifunktional" macht mir uebel! :übelkeit:


    Dasselbe gilt fuer die Idee, die Aula in eine moderne Huelle zu zwaengen. :wueten:

  • @ Philon @


    Finde deine Liste sehr sehr gut, besonders Würzburg, Mainz, Kassel und Potsdam (die schönste 4 Mittelgrosse Städte Deutschlands?)


    Komen meiner Meinung nach noch Magdeburg, Chemnitz, Braunschweig, Münster, Darmstadt, Aachen, Freiburg und Karlsruhe dazu!.
    Die hatten besonders wertvollen Innenstädte, zwar nicht überfüllt mit Fachwerkhäuser.


    Mitglieder, guck mal nach http://www.das-alte-magdeburg.de/
    Finde das alte Magdeburg eine erstaunliche Stadt.


    Jugendstil konnte man finden in der südliche Neustadt in Köln, Aachen, Darmstadt, Konstanz und Mannheim.
    Aber auch in die Ruhrstädte ist viel jugenstil zu bewundern: z.B. in Oberkassel.

  • Hallo Ben,
    der Bahnhof wurde irgendwann Ende der Kaiserzeit im Stile
    der "Neuen Sachlichkeit" umgebaut. Von außen wirkt er
    wirklich sehr sachlich, ohne besondere Ornamentik.
    Innen besticht er vor allem durch die Größe - die Vorhalle,
    das Material und überhaupt. Der Bahnhof ist so etwas wie ein
    Vorbote einer Architektur, die wenige Jahre später folgen sollte.
    Ich denke da an die Architektur der beiden radikalen Gesellschaftsformen
    in den 30ern.


    Dieses eine Foto mit den Säulen (von heute) hat mich aber trotzdem stutzig
    gemacht, denn eigentlich dürfte der Bahnhof doch komplett
    ersetzt worden sein. Wer weiss genaueres ? :augenrollen:

  • Noch eine relativ einfache Reko:



    Die Kaiserpassage in Herne-Wanne:


    gestern:


    http://www.wanne-eickel.info">http://www.wanne-eickel.info


    heute:



    http://www.mitglieder.lycos.de/geierlein48">http://www.mitglieder.lycos.de/geierlein48


    Vielleicht wäre das auch eine Möglichkeit, die Innenstadt von Wanne ein wenig aufzuwerten, auch durch hochwertigere Geschäfte.

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • Vielleicht sollte man erst Mal mit dem Haus links des Eingangs mit dem Dönerladen in seinen ursprünlichen Zustand zurückversetzten...Aber sonst wär das wieder ein sehr schönes Vorhaben...


    Oliver
    Danke! Aber das dürfte doch alles kein Hindernis sein...

  • @ booni
    wow, davon wusste ich ja gar nichts! ich weiß nicht, ob dieses projekt in wanne überhaupt was nutzen würde - wer einmal da war, weiß warum ich so denke. aber ein anfang wäre es! :)

  • Ja.. Wanne ist ein trauriges Kapitel... aber könnte man nicht so einmal anfangen und dann mit günstigen Mieten versuchen, so beliebte Läden wie H&M, McDonalds oder so wo halt öfters mal wer hingeht darein zu kriegen? Ich mein... wenn man das zurückrekonstruiert hat kann man ja auch mit der ersten Shopping Mall des Ruhrgebiets usw. werben. Wichtig ist nur, dass dann halt nicht nur Dönerläden da ansässig sind.

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • Nachdem ich für Essen schon den Bahnhof

    gefordert habe erweiter ich das ganze jetzt mal:


    Justizgebäude (heute Amts- und Landgericht, der Grundriss stimmt soweit ich weiß noch fast vollkommen)


    Fassade des Grillo-Theaters:

    ...wobei die neue evtl besser passt:


    Dach auf dem jetzigen "Ansons"-Haus, früher Eick und Söhne:


    Der Vorplatz der Villa Hügel mit Laubengang und den beiden Häuschen an den Ecken:


    ...und natürlich das Alte Rathaus, das die Stadtplaner in den 60ern oder 70ern abreißen ließen und heute sicherlich gerne wiederhätten:
    klickst du hier


    http://www.sammler-bonn.de">http://www.sammler-bonn.de
    http://www.bildindex.de">http://www.bildindex.de
    http://www.essen.de">http://www.essen.de

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • @uajo36:


    Quote

    Komen meiner Meinung nach noch Magdeburg, Chemnitz, Braunschweig, Münster, Darmstadt, Aachen, Freiburg und Karlsruhe dazu!.
    Die hatten besonders wertvollen Innenstädte, zwar nicht überfüllt mit Fachwerkhäuser.


    Braunschweig war die deutsche Fachwerkstadt schlechthin ... hatte ich aber auch schon in der Liste.


    Im übrigen meine vollste Zustimmung zu deinen Ergänzungen, vor allem zu Aachen, Darmstadt und Magdeburg. Karlsruhe, Münster und Freiburg hatte ich erstmal nicht aufgenommen, weil der Wiederaufbau da doch halbwegs (bitte das Wort "halbwegs" mitlesen, bevor ihr dazu wieder eine lange Diskussion beginnt) gelungen ist. Allerdings wäre da natürlich auch noch einiges zu ergänzen und zu vervollständigen.


    Einzig Chemnitz finde ich von deiner Liste sooo wichtig nicht; das war doch, soweit ich weiß, mehr oder weniger eine Industriestadt, die von Bauten des 19. Jahrhunderts geprägt war (das "deutsche Manchester"). Viel älter scheint da auch vor der Kriegszerstörung kaum etwas gewesen sein. Insofern zwar schade drum, aber dennoch keine Stadt von wirklich überragender historischer oder künstlerischer Bedeutung - und auf die wollte ich ja den Focus legen.


    Was ich aber wirklich vergessen habe, ist Jena: neben Weimar das zweite Zentrum des deutschen Geisteslebens der Goethezeit (Hegel, Schiller, Schelling, die Brüder Schlegel, Fichte etc.). Das gehört in jedem Fall in die Liste.

  • Danke für die Bilder von Essen. Habe selbst mal für wenige Jahre
    dort gewohnt und finde es daher sehr interessant, wie die Stadt
    früher mal ausgesehen hat.
    Der Bahnhof ist ja wirklich klasse. Wie dumm muss man denn
    sein, so etwas durch so einen langweiligen Beton-Bahnhof
    zu ersetzen. Der jetzige soll ja auch bald verschwinden.
    Vielleicht gibt es ja noch Hoffnung auf eine Wiederkehr ? :?


    Und das Grillotheater ist ja echt der Hammer. Wo soll das
    denn gestanden haben ? Nach Alstadt sieht der Ort aber nicht aus... :?:


    Beim Justizpalast bin ich mir im übrigen ziemlich sicher, daß es den
    noch gibt. Ist es nicht das in der Nähe des Klinikums ?
    Bin schon so lange nicht mehr dort gewesen.... :peinlich:


    Das alte Rathaus ist auch recht interessant. Wo stand das früher ?

  • Anhalter Bahnhof


    Architekt: Franz Schwechten 1876-80


    Der Anhalter Bahnhof, 1839-41 als Endbahnhof der Sächsischen (später Berlin-Anhaltischen) Eisenbahn zwischen Halleschem und Potsdamer Tor errichtet, war bis zu seiner schweren Kriegsbeschädigung 1945 ein stark frequentierter Umschlagplatz des großstädtischen Lebens im Einflußbereich des Potsdamer Platzes.


    Im Zuge der Erweiterung und Höherlegung des Bahnhofsgeländes 1876-80 wurde das ursprüngliche Gebäude durch einen Neubau nach Plänen von Franz Schwechten ersetzt, dessen Ruine heute zu sehen ist. Die repräsentative Fassade, ein Riegelbau mit Eingangshalle und hohen Rundbogenfenstern, führte zu den Wartesälen. Die monumentale, 170 m lange und über 60 m breite Bahnsteighalle verfügte über sechs Haupt- gleise und ein Zwischengleis an zwei Seiten- und zwei Mittelbahnsteigen. Später kam ein vor der Halle liegender Seitenbahnsteig hinzu. Funktionsräume sowie Räume für den kaiserlichen Hof schlossen sich U-förmig an. 1939 erhielt der Anhalter Bahnhof einen unterirdischen S-Bahn-Anschluß.


    Im August 1946 nahm die Deutsche Reichsbahn nach einer provisorischen Instandsetzung den Betrieb zunächst wieder auf. Durch die Verlagerung des Fernreiseverkehrs durch die DDR im Zusammenhang mit der deutschen Teilung wurde der Kopfbahnhof, von dem aus über ein halbes Jahrhundert Züge von Berlin in Richtung Anhalt fuhren, jedoch entbehrlich. 1952 legte man ihn endgültig still, 1959-61 erfolgte der Abbruch des Bahnhofsgebäudes, von dem lediglich ein Fragment des Portikus zur Erinnerung an seine ehemalige Bedeutung erhalten blieb.
    http://www.berlin.de">http://www.berlin.de









    Innenraum:





    Kriegszerstörung:







    Lageplan:


  • Die Außenmauern standen doch noch fast vollständig! Eine Schande!
    Der Bahnhof wr echt beeindruckend! Wie hoch sind eigentlich die Chancen für eine Reko (zumindest der Fassade)?

  • Quote from "Oliver"

    .
    Der Bahnhof ist ja wirklich klasse. Wie dumm muss man denn
    sein, so etwas durch so einen langweiligen Beton-Bahnhof
    zu ersetzen. Der jetzige soll ja auch bald verschwinden.
    Vielleicht gibt es ja noch Hoffnung auf eine Wiederkehr ? :?


    Der jetzige Bahnhof soll verschwinden? Dann wird es höchste Zeit, sich für eine Rekonstruktion einzusetzen!! Mit dem Bahnhof und einer ansprechenden Straßenplanung des Vorplatzes wäre der Bahnhofsvorplatz eigentlich wieder komplett.


    früher


    heute
    Man muss aber bedenken, dass das Gebäude am unteren linken Bildrand schon vor dem 2 Weltkrieg entstanden ist, es ist das Hauptpostamt von Essen.


    Quote

    Und das Grillotheater ist ja echt der Hammer. Wo soll das
    denn gestanden haben ? Nach Alstadt sieht der Ort aber nicht aus...


    Das Grillo-Theater steht immer noch am Theaterplatz 10 im Essen, lediglich die Vorderfront wurde verändert, die Seiten sowie die Rückseite sind immer noch gründerzeitlich gehalten. Die Vorderseite ist jedoch auch sehr gelungen und passt irgendwie auch mehr in das Umfeld (das aber immer noch sehr häßlich ist).



    Soweit ich weiß stand es an der Stelle des heutigen Land- und Amtsgerichts gegenüber des Polizeipräsidiums. Wo das Klinikum ist weiß ich nicht.



    Neben der Marktkirche am Markt. Das schlimmste daran ist ja, dass es nicht durch den Krieg sondern die Geldgier der Stadtplaner zerstört wurde. Bitte Komplettreko Rathaus und Teilreko Marktkirche!!

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Das würde mich auch einmal brennend interessieren! Ich meine mhhh in Paris wird der Gare d'Orsay doch auch als ein musealer Bau genutz!
    Es müsste ja kein Bhf mehr werden! Man koennte ja auch ein Convention Center dort unterbringen!


    Gare d'Orsay
    http://www.musee-orsay.fr/ORSAY/orsaygb/AUTREDOC.NSF/49816c5756cd7bc1802563cd0053abd5/fca63fba2cbb3ba2c1256738003bfa32/Texte/0.70?OpenElement&FieldElemFormat=jpg\r
    http://www.musee-orsay.fr/ORSAY/orsaygb ... Format=jpg


    http://www.musee-orsay.fr/ORSAY/orsaygb/AUTREDOC.NSF/49816c5756cd7bc1802563cd0053abd5/5539c72cbc396905c1256b6f0055897b/Objet/0.70?OpenElement&FieldElemFormat=jpg\r
    http://www.musee-orsay.fr/ORSAY/orsaygb ... Format=jpg


    Wirklich eines der schönsten Museen welches ich kenne!


    Quelle
    http://www.musee-orsay.fr/\r
    http://www.musee-orsay.fr/