Wien - "Draufsetzen" - Wien beschädigt sein Stadtbild

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    • Das meinst du doch hoffentlich nicht ernst, dass Dresden mit jedem Neubau schöner wird! Das mag wohl für den Neumarkt gelten, aber sonst? Dasist ja gerade die Crux von Dresden, dass das Rekonstruktionswunder Neumarkt anscheinend mit umso mehr rüder und räudiger Allerweltsmoderne in den angrenzenden Bereichen erkauft werden muss. Was Leipzig auszeichnet, ist die für eine deutsche Großstadt erstaunlich homogene Urbanität, die eine solche Gestaltqualität als Maßstab gesetzt hat, dass auch Neubauten sich im Großen und Ganzen gut integrieren. Das gilt auch für Egeraats Unigebäude, mag es auch nicht jedermanns Geschmack treffen.
    • Philoikódomos schrieb:

      as meinst du doch hoffentlich nicht ernst, dass Dresden mit jedem Neubau schöner wird! Das mag wohl für den Neumarkt gelten, aber sonst?

      Der Dresdner Neumarkt ist immer noch das größte Reko-Projekt Deutschlands. Das kann man nicht kleinreden, auch wenn vieles von dem, was steht, schon selbstverständlich erscheinen mag. Zusammen mit der Frauenkirche ensteht hier ein ganzes Altsstadtviertel aus dem Nichts heraus wieder auf. im Umfeld des Neumarktes enstehen dafür - so wie überall in Deutschland und auch in Leipzig- neue Bausünden. Aber eben nicht an den dafür gesperrten Wiederaufbauflächen. Was hat Leipzig dagegen zu bieten? Im Grunde nur das Glück, mehr Altbausubstanz über den Krieg gerettet zu haben und diese Altbauten heute wieder stilgerecht zu sanieren. Aber das macht man mit Altbauten in Hamburg und München auch. In Leipzig gab es kein einziges relevantes Reko-Projekt und die Füllbauten dort machen aus der Altstadt eher einen Flickenteppich. Was ist dort seit der Wende gebaut worden? Es sind brachiale modernistische Bausünden wie das Museum der bildenden Künste und das neue Uni-Gebäude. Wie soll also Leipzig aus Sicht eines Anhängers traditioneller Architektur da jeden Tag schöner werden? In Dresden wird zumindest das Zentrum jeden Tag schöner.
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Der Münchner schrieb:

      Exilwiener schrieb:

      anstatt den Weg Leipzigs zu gehen, die wiederum von Jahr zu Jahr schöner wird.

      Das meinst Du hoffentlich nicht ernst, oder? Wenn in Deutschland etwas jedes Jahr schöner wird (also mit jedem neu gebauten Haus und nicht etwa mit jedem noch stehenden Rest an Altbauten), dann sind das Städte wie Dresden und Potsdam. Sowas wie das neue Uni-Gebäude im Leipziger Zentrum wünsche ich Wien jedenfalls nicht.


      Doch, ich meine das sogar sehr ernst. In Wien gehen jährlich ca. 200 Altbauten (sic!) verloren (Zinshausmarktbericht Otto Immobilien). Durch "Modernisierung" und Wärmedämmungswahn vermutlich nochmal so viele, wenn nicht mehr. Das Problem in Wien ist das kommunistische Mietrechtsgesetz und die fehelnde steuerliche Sonder-Afa für Altbauten wie seinerzeit (noch immer?) in D, das mit daran beteiligt ist, dass so viel an Altbauten für unserer Kinder und Kindeskinder gerettet wurden!

      Da geht Leipzig einen ganz anderen Weg. Hier wurden tatsächlich in den vergangenen 20 Jahren unzählige Altbauten denkmalgerecht saniert bzw. teilweise nahezu komplett rekonstruiert! Ich persönlich kenne tatsächlich KEINE Stadt auf der Welt, die so eine Leistung auch nur annähernd erbracht hat. Zugegeben, der Uni-Neubau in Leipzig war ein ordentlicher Griff ins Klo, aber schaue Dir bitte die neue WU in Wien an => more of the same shit as L.

      Klar, der Dresdner Neumarkt ist weltklasse, aber gesamtstadtlich" geht diese kleine Insel noch in der Plattenbauwüste rundherum leider noch ziemlich unter und Potsdam ist natürlich auch spitzenmäßig unterwegs, aber halt alles andere als eine Großstadt, wie Leipzig. Ich persönlich würde den Wiener Bürgermeister, sofern er einmal nüchtern ist, mit seiner Truppe auf Bildungsreise nach Leipzig schicken! Im Oktober sind Wahlen und vielleicht hat er dannach ja ausreichend Zet dafür...nur wird es unserer geschundenen Stadt nicht mehr viel bringen.
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Merkel, Krieg und Denkmalschutz!"
    • @Exilwiener

      Was Du über Wien schreibst, tut mir natürlich in der Seele weh, denn ich empfand es immer als Glück, daß zumindest diese Metropole aus dem deutschen Kulturraum den Krieg gut überstanden hatte.

      Bezüglich Dresden und Leipzig kann man wohl zusammen fassen: Dresden ist ein Zentrum ohne Stadt drum herum und Leipzig ist eine Stadt ohne Zentrum.....
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Lustig, das Bild ist nicht mehr abrufbar, weil die Webseite anscheinend schon seit einer Weile nicht mehr online ist. Die Architekten, von dessen Seite ich das Bild direkt verlinkt habe, haben wohl gemerkt, was für einen unglaublichen Mist sie da gebaut haben, und beschlossen vermutlich daraufhin, die Karriere als "Architekten" lieber sein zu lassen – anders kann ich mir das Verschwinden des Bildes nicht erklären :)

      Ansonsten hab ich noch weitere Horror-Dachausbauten gesehen - noch schlimmere! - aber dann dachte ich mir, mein iPad ist mir zu schade um sowas drauf zu speichern, und ärgern tu ich mich dann auch noch, ich konzentriere mich also lieber auf Rekonstruktionen :P
    • Ich finde es immer wieder lustig, wenn in meinem Bekanntenkreis manche Leute Bilder wie diese (auf Facebook) teilen:



      Bin ich der einzige, der so eine Aussicht nicht einmal schön findet? Ich hab nichts gegen einen Blick von oben – das ist natürlich herrlich! Aber bei diesen verbauten Dächern… ich sehe hier nur einen Haufen Schrott, zu viel Metall, zu viele Dach-Ausbauten. Die Dachlandschaft schaut ja richtig industriell aus. Ist es einfach nur ein "Trend" über den Dächern zu sein? Ohne sich überhaupt Gedanken zu machen, wie es ausschaut, und wie man es selber überhaupt findet?

      Für mich sieht eine schöne Dachlandschaft anders aus:







    • Ja, ich glaube leider auch, und der Himmel spielt wahrscheinlich auch eine Rolle. Wenn nicht sogar die größte, ich sehe nie solche Bilder bei denen der Himmel grau ist! Wobei, wenn ich jetzt noch einmal genauer hinschauen, ist das auch kein Wahnsinns-Sonnenuntergang den ich da gepostet habe.

      Und vermutlich hat es auch etwas mit der eigenen, physischen Erfahrung zu tun. Dort oben zu stehen, über allem und alles, der Wind weht durch die Haare, das finden viele sicher toll. Gerade die, die in kleinen, dunklen Wohnungen leben und auf einen happy-wirkend-wollenden, aber dann doch tristen, orangenen Schuhkarton auf der gegenüberliegenden Straßenseite schauen.
    • Manche Dachaufbauten fügen sich stilistisch durchaus ansprechend ein und passen ganz gut, wie offenbar künftig beim Wiener "Hotel Kummer" (dann "Hotel Motto"): skyscrapercity.com/showthread.php?p=146133139#post146133139


      In Bukarest ist man leider recht brutal beim "Hotel Hilton Garden Inn": skyscrapercity.com/showthread.php?p=146129653#post146129653
    • Diese Dachentstellung im 4. Distrikt gehört wohl zum übelsten, was wir in Wien bislang beobachten durften - sogar die historische Eckkuppel verschwindet! :cursing:

      Wiedner Gürtel 18


      Offenbar wurde auch der benachbarte Altbau vor einiger Zeit abgerissen. Hier mittig:


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…_2014_-_panoramio_(1).jpg

      Ich hoffe es liegt nur an der reduzierten Visualisierung - nicht dass man den Altbau auch noch entstucken will!
    • Als ich letztes Jahr um diese Zeit in Wien war, war ich von zwei Dingen geschockt. Einmal im positiven Sinne von dem immensen Reichtum an historischer Pracht, etwas was man in diesem Ausmaß und dieser Qualität in Deutschland leider nicht mehr findet, und zum Zweiten war ich geschockt von der anscheinenden Verachtung der Wiener von diesem Reichtum. Überall sieht man hässliche, modernistische Tumore auf historischen Häusern wuchern. Wirklich überall, kaum ein Blick ist ungetrübt. Selbst direkt im Zentrum, mit seinem wunderschönen Sichtachsen und Blickbeziehungen, überall schoben sich diese abartig hässlichen Wucherungen ins Bild. :(
    • Ja, das stimmt leider. So schön Wien in Teilbereichen (noch sic!) ist, so unvergleichbar dumm und kurzsichtig sind die (Un-)Verantwortlichen dieser Stadt.

      Man kann wirklich und ohne Übertreibung behaupten, dass die Baukulturverluste Wiens von 1945 bis heute schlimmer sind als das, was der Bombenkrieg bis 1945 angerichtet hat! Die katastrophale Dachlandschaft Wiens ist in Europa eigentlich unvergleichlich, wenn man bedenkt, dass bis zum Anfang der 1980er Jahre diese noch mit der von Prag vergleichbar war. Die gebauten und geplanten Hochhäuser rund und am Zentrumsrand werden Wien den Welterbetitel kosten!

      Sehr schade, aber wenn man versteht, dass Wien seit nach dem 1.Weltkrieg von zum Teil kulturfernen Sozialisten regiert wird, dann wird einem vieles leider klar. Die können es leider nicht besser und verstehen tun sie es auch nicht. Wer nicht einmal mit Messer und Gabel essen kann, von dem darf man auch nicht erwarten, dass er etwas von Baukultur - auch nur annähernd - versteht!

      Das lange Zeit rückständige Prag hat Wien nicht nur kulturell, touristisch, in punkto Sicherheit sondern auch wirtschaftlichen den Rang in Mitteleuropa abgelaufen. Es vergeht kein Jahr mehr, wo nicht die eine oder andere Mittel- und Osteuropazentrale internationaler Konzerne von Wien nach Prag verlegt wird. Auch die Verlegung von EU-Behörden aus GB hat Wien total verpennt! Das österreichische Mietrechtsgesetz (das letzte sozialistische Relikt in Europa) führt derzeit dazu, dass jährlich bis zu 200 Gründerzeithäuser vom Markt verschwinden, weil Neubauten einfach nicht den restriktiven Mietobergrenzen unterliegen und Abriss und Neubau sich jedenfalls mehr rentieren. Die korrupten Wiener Grünen, denen man leider die Stadtplanung an"vertraut" hat spielen ihr eigenes mieses Spiel, auch wenn diese mittlerweile wenigstens bei den letzten Nationalratswahlen endgültig aus dem Parlament gewählt wurden - leider zu spät und leider Gottes noch bis zur nächsten Landtagswahl in Wien in der Stadtregierung!

      Wien müsste sich an Prag und auch an zB Leipzig ein Beispiel nehmen, wie man es richtig macht, aber wenn man nur mit Scheuklappen durch die Welt läuft und sich permanent anlügt, dass alles gut ist und nicht fähig ist über den eigenen Tellerrand zu schauen, dann darf man sich nicht wundern, wenn man den Anschluss in jeglicher Hinsicht verpasst.

      Wiens Zukunft liegt in der Vergangenheit und deshalb wünsche ich mir für Wien einen neuen Karl Lueger, ein neues und faires Mietrecht, damit unsere Baukultur nicht weiter vor die Hunde geht sowie den Rauswurf der rotgrünen Schlafwandler aus der Wiener Stadtregierung! Wien hat wahrlich etwas Besseres verdient und auch meine Kinder sollen noch etwas von der überlieferten Baukultur erleben dürfen.
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    • Die Sozialisten haben es derzeit (zum Glück) nicht leicht in Österreich und die im Bund nun führende Volkspartei zieht die korrupten Sozialisten nun auch in Wien am Nasenring durch die Arena. Der Kanzleramtsminister und Bürgermeisterhoffnung der Volkspartei in Wien will nun mit allen Mitteln das von der rot-grünen Stadtregierung geplante Hochhaus am Rande der Altstadt verhindern. Für die Sozialisten gibt es hier nichts zu gewinnen, aber es ist wirklich eine Schande, wie diese Stadtregierung mit einem Welterbe umgeht:

      wien.orf.at/news/stories/2908223/
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